Dienstag, 22. Oktober 2019

Herbstgutachten Wirtschaftsweise noch optimistischer

Viel zu tun: Nicht wenige Deutsche Unternehmen im Aufwind


Ein Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent im laufenden Jahr und von 2,2 Prozent im kommenden: Die Wirtschaftsweisen sagen den Bundesbürgern erneut bessere Wirtschaftsentwicklungen hierzulande voraus - und deutlich sinkende Arbeitslosenzahlen.

Berlin - Die deutsche Wirtschaft wird nach Ansicht der "Fünf Weisen" in diesem und im nächsten Jahr stärker wachsen als von der Bundesregierung erwartet. In ihrem neuen Herbstgutachten sagen sie für dieses Jahr ein Konjunkturplus von 3,7 Prozent voraus und für das nächste Jahr einen Zuwachs von 2,2 Prozent.

Wegen der Finanzkrise war die deutsche Wirtschaft 2009 mit einem Rekordtempo von 4,7 Prozent geschrumpft. "Bei diesem ungewöhnlich kraftvollen Aufholprozess darf nicht vergessen werden, dass sich das Bruttoinlandsprodukt zur Jahresmitte 2010 noch auf einem Niveau befindet, wie es zuletzt zum Jahreswechsel 2006/2007 erreicht wurde", unterstreicht der Rat.

Die krisenbedingten Produktionseinbußen dürften erst Ende kommenden Jahres vollständig ausgeglichen sein. Um den Aufschwung zu stabilisieren, fordert der Rat tatkräftige Unterstützung seitens der Wirtschaftspolitik, etwa in Form einer "Bildungsoffensive" oder durch eine geeignete Innovationspolitik.

Die Zahl der Arbeitslosen wird nach der neuen Prognose im nächsten Jahr im Schnitt auf 2,968 Millionen sinken nach 3,245 Millionen in diesem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt von 7,7 auf 7,0 Prozent. Das Finanzierungssaldo des Staates könnte 2011 auf 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken nach 3,7 Prozent in diesem Jahr.

Warnung vor raschen Steuersenkungen

Die Prognose des "Sachverständigenrates" wurde am Mittwoch in Berlin vorgelegt. In dem Gutachten heißt es: "Die unerwartet positive Aufwärtstendenz der deutschen Wirtschaftsaktivität bietet Chancen für einen stabilen, wenngleich möglicherweise eher flachen Wachstumspfad."

Die "Wirtschaftsweisen" warnen die schwarz-gelbe Koalition trotz des Konjunkturbooms vor raschen Steuersenkungen. Auch mahnen die Regierungsberater eine echte Reform der Mehrwertsteuer und der Kommunalfinanzen an. "Überzogene Lohnsteigerungen" lehnen sie ab.

Die Bundesregierung hatte ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,4 auf 3,4 Prozent angehoben. Für 2011 rechnet sie bei der Wirtschaftsleistung mit einem Plus von 1,8 Prozent.

Die "Wirtschaftsweisen" begründen den erwarteten stabilen Wachstumspfad mit der nachhaltigen Belebung der Binnennachfrage bei gleichzeitig "weiterhin lebhaften Exportaktivitäten aufgrund einer hohen Wettbewerbsfähigkeit inländischer Produkte und eines günstigen wirtschaftlichen Umfelds vor allem in den Schwellenländern". Eine Bedrohung stelle das Risiko eines Währungs- und Handelskriegs dar.

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