Ifo-Index auf Zweijahreshoch Jahresendspurt der Wirtschaft

Die Stimmung deutscher Führungskräfte hat sich im Dezember verbessert. Das Ifo-Institut veröffentlichte überraschend positive Zahlen - und spricht von einem Jahresendspurt der Wirtschaft.

Die Stimmung deutscher Firmenchefs hat sich zum Jahresausklang verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember auf 111,0 Punkte nach 110,4 Zählern im Vormonat und erreichte damit den höchsten Stand seit fast zwei Jahren, wie die Münchner Forscher am Montag zu ihrer Umfrage unter rund 7000 Managern mitteilten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem leichten Anstieg auf 110,7 Punkte gerechnet.

"Die deutsche Wirtschaft legt einen Jahresendspurt hin ", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser. Bei der Industrie ging es bergauf. "Dementsprechend wollen mehr Unternehmen die Produktion in den kommenden Monaten anheben."

Im Großhandel verbesserte sich das Geschäftsklima auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Im Einzelhandel blieb der Index unverändert auf hohem Niveau. "Das Bauhauptgewerbe setzt seine Rekordjagd fort", betonte Fuest. "Den Baufirmen ging es seit der Wiedervereinigung noch nie so gut." Der Bauboom dürfte sich in den nächsten Monaten fortsetzen.

"Wirtschaft dürfte mit Schwung ins Jahr 2017 starten"

Die deutsche Wirtschaft hatte in den Sommermonaten an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Juli bis September nur noch um 0,2 Prozent, nachdem es zu Jahresanfang noch 0,7 und im Frühjahr 0,4 Prozent waren. Zuletzt gab es aber Signale für einen Endspurt zum Jahresende. "Die Konjunktursymphonie schließt 2016 mit einem Akkord in Dur", sagte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner. Auch Helaba-Experte Ralf Umlauf äußerte sich zuversichtlich: "Die deutsche Wirtschaft dürfte mit Schwung ins Jahr 2017 starten."

Im nächsten Jahr könnten allerdings die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union über einen EU-Austritt für Unsicherheit und weniger Investitionen sorgen. Zudem befürchten Experten Auswirkungen auf den Export, sollte der designierte US-Präsident Donald Trump den Freihandel einschränken und den US-Markt abschotten. "Man darf die erheblichen politischen Risiken auf globaler Ebene nicht aus den Augen verlieren", warnte Zeuner.

Die gute wirtschaftliche Lage steht in frappierendem Gegensatz zur schlechten Stimmung in weiten Teilen der Bevölkerung. So glaubt nur noch ein Viertel der Bürger, die Bundesrepublik entwickle sich in die richtige Richtung . 46 Prozent hingegen wähnen die Nation auf falschem Weg, wie aus der jüngsten Eurobarometer-Umfrage hervorgeht.

la/reuters
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