Bidens Vize-Kandidatin Die Karriere von Kamala Harris in Stichpunkten

Aus Oakland in den Senat - und dann ins Weiße Haus? Die Laufbahn von Kamala Harris ist bemerkenswert. Wirklich bekannt wurde die Politikerin, als sich Präsident Obama einst für einen Spruch über sie entschuldigen musste.
Kamala Harris (im Januar 2020): Biden nennt sie eine "furchtlose Kämpferin"

Kamala Harris (im Januar 2020): Biden nennt sie eine "furchtlose Kämpferin"

Foto: Jacquelyn Martin / dpa

Herkunft und Ausbildung: Kamala Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland, Kalifornien, geboren. Sie hat jamaikanisch-indische Wurzeln. Ihre Mutter war nicht nur Krebsforscherin, sondern auch Bürgerrechtlerin - Harris sagt immer wieder von ihr, dass sie den größten Einfluss auf ihr Leben gehabt habe. Harris studierte in der Hauptstadt Washington Politikwissenschaft und Wirtschaft, in Kalifornien Rechtswissenschaft.

Aufstieg im Justizsystem: 2003 wurde sie zur Bezirksstaatsanwältin von San Francisco gewählt. Dort traf sie umstrittene Entscheidungen: Im Wahlkampf versprach sie, als Staatsanwältin niemals die Todesstrafe anzustreben. Sie hielt sich daran, zog nach der Tötung eines Polizisten aber Protest auf sich. Als sie sich als Attorney General - was in den USA die Positionen der Justizministerin und der Generalstaatsanwältin verbindet - bewarb, versprach sie, trotz ihrer persönlichen Opposition die Todesstrafe im neuen Amt vollstrecken zu lassen - und wieder hielt sie sich daran.

Obamas Entgleisung: International lief Harris' Name einer breiten Öffentlichkeit wohl zum ersten Mal über den Weg, als sich Barack Obama entschuldigte. Er hatte Harris 2013 als brillante und zähe Juristin gelobt - und als die optisch mit Abstand ansprechendste Generalstaatsanwältin bezeichnet. Obama handelte sich den Vorwurf des Sexismus ein.

Aufstieg in den Senat: Harris wurde 2016 in den US-Senat gewählt. Ihr Auftrag sei wie früher: für die Rechte aller Menschen in Kalifornien zu kämpfen. Im Senat hat sie bewiesen, hartnäckig Fragen stellen zu können und eine Problemlöserin zu sein. Kritisiert wird häufiger, dass sie sich ideologisch nicht verorten lasse.

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Gescheiterte Kampagne: Anfang 2019 gab sie bekannt, dass sie sich für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bewerbe. Zu Beginn galt sie als aussichtsreiche Bewerberin, in einem TV-Duell geriet sie mit Biden aneinander. Ihre Gegner versuchten, die Law-and-Order-Vergangenheit gegen sie zu verwenden. Einige ihrer Entscheidungen wurden von Kritikern nicht im Einklang mit ihrem Versprechen nach Reformen eines "kaputten" Strafjustizsystems gesehen. Im Dezember beendete sie ihre Kampagne.

Das Verhältnis zu Biden: Harris spielte schon früher mit dem Gedanken, im Duo mit Biden gegen Trump anzutreten. Biden wäre ein großartiger "Running Mate", sagte sie im Mai 2019 - damals hatte sie ihn allerdings noch als ihren Vizekandidaten im Sinn. Biden bezeichnete Harris, die eng mit dessen verstorbenen Sohn Beau befreundet war, bei der Bekanntgabe seiner Entscheidung als eine "furchtlose Kämpferin".

Spiegel/dpa
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