Plus 7,4 Prozent Inflationsrate zieht im April weiter an

Der Ukraine-Krieg hat die Lieferketten unterbrochen und Energie- und Rohstoffpreise in die Höhe getrieben. Dies hebt die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit 1981. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich weiter, bei den Energiepreisen nahm der Anstieg dagegen leicht ab.
Die Inflation treibt die Preise für Lebensmittel immer weiter: Nahrungsmittel waren im April 8,5 Prozent teurer

Die Inflation treibt die Preise für Lebensmittel immer weiter: Nahrungsmittel waren im April 8,5 Prozent teurer

Foto: Fabian Sommer / dpa

Die Inflationsrate in Deutschland ist wegen des Ukraine-Krieges und anziehender Energiepreise im April auf 7,4 Prozent gestiegen. Dies ist der höchste Stand seit dem Herbst 1981, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Schon im März sprang die Teuerung mit 7,3 Prozent über die Marke von 7 Prozent. Von März auf April des laufenden Jahres stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland den vorläufigen Zahlen zufolge um 0,8 Prozent.

Der russische Einmarsch in die Ukraine sorgt für drastisch steigende Energie- und Rohstoffpreise. Dazu kommen Engpässe durch unterbrochene Lieferketten aufgrund der Corona-Pandemie und die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen. Dies spüren die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Tanken und Heizen, aber auch bei teureren Nahrungsmitteln.

Die Preise für Energie legten am stärksten zu, sie stiegen im Vorjahresvergleich um 35,3 Prozent, wie die Statistiker weiter mitteilten. Damit schwächte sich die Teuerung hier etwas ab – im März hatte die Inflationsrate für Energie wie Heizöl oder Sprit noch bei 39,5 Prozent gelegen. Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise nahm dagegen zu: Im April wurden Obst, Gemüse, Fleisch oder Getränke den Angaben zufolge um 8,5 Prozent teurer, im März hatte die Rate bei 6,2 Prozent gelegen. Dienstleistungen verteuerten sich im Jahresvergleich laut Statistik um 2,9 Prozent. Die Nettokaltmieten kletterten um 1,6 Prozent.

Prognose von 6,1 Prozent für 2022 – höchster Stand seit 1981

Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einer Inflationsrate von durchschnittlich 6,1 Prozent – was der höchste Stand seit 1981 wäre. Damals waren die Mineralölpreise infolge des Ersten Golfkriegs zwischen dem Irak und dem Iran ebenfalls stark gestiegen, wie die Statistiker mitteilten. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag die Rate bei 3,1 Prozent und 2020 nur bei 0,5 Prozent.

Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger leisten können. Die Bundesregierung hat inzwischen zwei milliardenschwere Pakete geschnürt, um die Menschen in Deutschland zu entlasten.

dri/Reuters, AFP, dpa-afxp
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