Preisanstieg um 13,5 Prozent Importpreise so stark gestiegen wie seit 40 Jahren nicht mehr

Die explodierenden Energiekosten haben die deutschen Importe 2021 so kräftig verteuert wie seit 40 Jahren nicht mehr. Dies dürfte auch die Verbraucherpreise weiter anheizen.
Hamburger Hafen: Teure Importe treiben Inflation

Hamburger Hafen: Teure Importe treiben Inflation

Foto: Christian Charisius/ DPA

Die Einfuhrpreise in Deutschland stiegen vor allem wegen der hohen Energiekosten im Jahresdurchschnitt um 13,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Einen stärkeren Preisanstieg hatte es zuletzt 1981 mit 13,7 Prozent gegeben. Im Dezember ebbte der Preisdruck minimal ab.

Die Einfuhren verteuerten sich um 24,0 Prozent binnen Jahresfrist und damit etwas weniger als von Ökonomen mit 26,4 Prozent erwartet. Im November hatte das Plus noch bei 24,7 Prozent gelegen und so auf dem höchsten Stand seit der ersten Ölpreiskrise Ende 1974.

Die erhöhten Kosten bei den Einfuhren dürften auch die Verbraucherpreise weiter anheizen . Diese kletterten zuletzt mit 5,3 Prozent so stark wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Der massive Anstieg der Importpreise geht vor allem auf rasant steigende Kosten für Energie zurück: Deren Einfuhr verteuerte sich 2021 um fast 84 Prozent. Alle Energieträger waren im Durchschnitt deutlich teurer als 2020. Besonders stark stiegen die Preise für elektrischen Strom mit 216,4 Prozent und Erdgas mit 138,7 Prozent. Klammert man Energie aus, lagen die Importpreise im Jahresschnitt 2021 um 7,3 Prozent über Vorjahr.

Vorleistungsgüter waren 2021 um 15,7 Prozent teurer. Die Importpreise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen um 64,2 Prozent, Eisenerze um 55,5 Prozent, gesägtes und gehobeltes Holz um 40,7 Prozent, Kunststoffe in Primärformen um 33,2 Prozent und Metalle um 30,3 Prozent über dem Niveau von 2020. Dagegen wurde für elektronische Bauelemente im Durchschnitt 4,5 Prozent weniger bezahlt als ein Jahr zuvor. Die gestiegenen Kosten machen der Industrie und dem Bau zu schaffen und verhindern einen stärkeren Aufschwung.

la/reuters