Wirtschaftskrise in der Türkei Hohe Inflation drückt türkische Lira auf Rekordtief

Die US-Notenbank will künftig mehr Inflation zulassen - die Türkei dagegen hat bereits ein handfestes Problem mit zweistelligen Teuerungsraten. Die schwache Landeswährung Lira verteuert Einfuhren und treibt damit die Geldentwertung immer weiter voran.
Recep Tayyip Erdogan (66): Kein Rezept gegen die Krise

Recep Tayyip Erdogan (66): Kein Rezept gegen die Krise

Foto: Adem Altan/ AFP

Die weiterhin hohe Inflation in der Türkei sorgt dafür, dass die türkische Landeswährung Lira im Vergleich zum Dollar immer tiefer stürzt. Ein Dollar verteuerte sich am Donnerstag um 0,8 Prozent auf 7,4388 Lira - das ist so viel wie nie zuvor, die Lira fiel damit auf Rekordtief. Im August stiegen die Lebenshaltungskosten nach Angaben des Statistikamtes um knapp zwölf Prozent und damit so stark wie im Juli. Sie liegen damit weiterhin über der Zielmarke der Notenbank von fünf Prozent.

Die Teuerungsrate in der Türkei liegt seit Jahren im zweistelligen Bereich: Zuletzt lag die Inflationsrate im Jahr 2011 bei der Notenbank-Zielmarke. Die Währungshüter der türkischen Notenbank hatten allerdings kürzlich noch Hoffnung auf einen Rückgang der Teuerung gemacht. Experten zweifeln aber, dass die Trendwende gelingt: "Gegenwärtig sind keine Mechanismen vorhanden, die die Inflation wie durch Zauberhand verringern und die Lira stützen könnten", sagte Commerzbank-Experte Tatha Ghose. "Damit verschlimmert sich die Spirale aus Inflation und Wechselkursschwäche." Der Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, hat in den vergangenen Jahren wiederholt versucht, sich in die Politik der türkischen Notenbank einzumischen. Doch auch Erdogan hat kein Rezept gegen Wachstumsschwäche und Teuerung in der Türkei.

la/dpa/reuters
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