Folgen des Ukraine-Kriegs Heil erwartet dieses Jahr maximal 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil rechnet aufgrund des Kriegs für dieses Jahr mit noch weniger Wirtschaftswachstum als die Prognose der Wirtschaftsweisen von Ende März. Außerdem erwartet er mehr als eine halbe Million Kurzarbeiter.
"Im Schnitt rechnen wir in diesem Jahr mit 590.000 Kurzarbeitern": Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erwartet angesichts des Kriegs einen deutlichen Dämpfer für die deutsche Wirtschaft.

"Im Schnitt rechnen wir in diesem Jahr mit 590.000 Kurzarbeitern": Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erwartet angesichts des Kriegs einen deutlichen Dämpfer für die deutsche Wirtschaft.

Foto: Christian Spicker / IMAGO

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (49, SPD) rechnet angesichts des Kriegs in der Ukraine Jahr mit mehr als einer halben Million Kurzarbeitern und einem deutlichen Dämpfer für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr. "Im Schnitt rechnen wir in diesem Jahr mit 590.000 Kurzarbeitern, das Wirtschaftswachstum liegt nach der Prognose unserer Forscher bei 1,4 bis 1,5 Prozent", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". "Das Ganze steht aber unter dem Vorbehalt, dass sich der Krieg nicht ausweitet und die Energieversorgung steht." Bei einer Verschlechterung der Lage werde die Bundesregierung mit Wirtschaftshilfen und Kurzarbeit soweit möglich Arbeitsplätze sichern.

Ende März hatten die Wirtschaftsweisen ihre Wachstumsprognose für Deutschland drastisch gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte nach dieser Einschätzung in diesem Jahr nur noch um 1,8 Prozent zulegen statt der zuvor erwarteten 4,6 Prozent. "Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dämpft das Wachstum, trägt zum weiteren Anstieg der Energie- und Verbraucherpreise bei und führt zu hoher Unsicherheit", hatte der Sachverständigenrat erklärt. Die Auswirkungen des Krieges ließen sich nur schwer abschätzen.

Die Bundesregierung hatte ihre Konjunkturprognose bereits Ende Januar – und damit mehrere Wochen vor Beginn des Krieges in der Ukraine – deutlich gesenkt. Wegen der Corona-Pandemie ging sie damals nur noch von 3,6 Prozent Wirtschaftswachstum aus. Die Vorgängerregierung hatte im Herbst 2021 noch mit 4,1 Prozent gerechnet.

dri/dpa/Reuters