Mangel an Lkw-Fahrern nach Brexit Großbritannien geht der Sprit aus

Viele britische Tankstellen müssen wegen fehlenden Nachschubs schließen, es gibt Panikkäufe. Um den Sprit zu den Abgabestellen zu bringen, prüft die Regierung, Soldaten als Lkw-Fahrer einzusetzen.
Außer Betrieb: Das Benzin in Großbritannien wird knapp

Außer Betrieb: Das Benzin in Großbritannien wird knapp

Foto: Jon Super / dpa

In Großbritannien geht der Sprit aus. 50 bis 90 Prozent der Tankstellen seien leer, teilte der Branchenverband Petrol Retailers Association am Montag mit, der unabhängige Tankstellenbetreiber vertritt. Panikkäufe hatten die Versorgung mit Benzin verschärft. Hintergrund ist ein Mangel an Lkw-Fahrern nicht zuletzt aufgrund des Brexit, der zu Verzögerungen und Unterbrechungen der Lieferketten geführt hat.

Noch am Sonntag hatten sich lange Schlange an den Zapfsäulen gebildet, obwohl viele Tankstellen, die noch geöffnet und Benzin hatten, die Abgabe rationierten. Aufrufe der Regierung, Hamsterkäufe seien nicht nötig, wurden ignoriert. Die Lage sei ernst, sagte Verbandschef Brian Madderson im Sender Sky.

Regierung prüft Einsatz der Armee

Schätzungen zufolge fehlen der britischen Transportbranche derzeit rund 100.000 Lkw-Fahrer. Viele waren nach dem Brexit auf den europäischen Kontinent zurückgekehrt. Zudem behinderte die Corona-Pandemie Ausbildung und Prüfungen neuer Fahrer.

Die Zeitungen »The Times « und auch der »Guardian « berichten, dass nun kurzfristig Soldaten als Lastwagenfahrer einspringen sollen. Ein entsprechender Notfallplan, die sogenannte Operation Escalin soll laut »Guardian« von Premierminister Boris Johnson am Montag im Kabinett geprüft werden. Eine unabhängige Bestätigung für diesen Plan gibt es bislang nicht – auch ist fraglich, wie schnell das klappt. Die »Times« hatte berichtet, es könne noch Tage dauern, bis die Streitkräfte einsatzbereit sind.

la/reuters
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