Energie aus Russland Gazprom will Italien wieder mit Gas beliefern

Der russische Gaskonzern Gazprom will Italien wieder mit Gas beliefern. Man habe "technische Lösungen gefunden", um das Land mit Energie zu versorgen, teilte das Unternehmen mit. Im rechtspopulistischen Regierungsbündnis Italiens finden sich mehrere Putin-Verehrer.
Freut sich über Gas aus Russland: Italiens künftige Regierungschefin Giorgia Meloni hat in ihrem Regierungsbündnis mit Silvio Berlusconi und Matteo Salvini gleich zwei Putin-Verehrer an ihrer Seite

Freut sich über Gas aus Russland: Italiens künftige Regierungschefin Giorgia Meloni hat in ihrem Regierungsbündnis mit Silvio Berlusconi und Matteo Salvini gleich zwei Putin-Verehrer an ihrer Seite

Foto: Andrea Merola / EPA

Russland will nach einem kurzen Lieferstopp wieder Gas durch Österreich nach Italien pumpen. Es sei mit den italienischen Abnehmern eine Lösung des Problems gefunden worden, teilte der russische Staatskonzern Gazprom am Mittwoch im Nachrichtenkanal Telegram mit. Der österreichische Betreiber erkläre sich bereit, sogenannte Nominierungen für den Transport zu akzeptieren, was die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen ermögliche.

Der italienische teilstaatliche Konzern und größte Gasimporteur Eni hatte zuvor mitgeteilt, er wolle Garantien an Österreich bezahlen, damit die Alpenrepublik wieder Gas nach Italien weiterleite.

Gazprom hatte am Wochenende die Gaslieferungen an das Mittelmeerland eingestellt. Der russische Energieriese gab an, dem österreichischen Transporteur wegen neuer Vorschriften 20 Millionen Euro an Sicherheitsgarantien nicht mehr überweisen zu können. Eni prüfe deshalb, das Geld anstelle von Gazprom aufbringen zu können, damit der Transit in Österreich wieder aufgenommen werde. Italien erhält russisches Gas über eine Pipeline-Route, die durch Österreich führt.

Der italienische Konzern sah "absolut keine geopolitischen Gründe" als Grund für den Lieferstopp. Vielmehr seien Probleme bei Bezahlungsdetails in Rubel oder Euro aufgetreten. Zugleich ist es Tradition, dass Russlands Regierungschef Putin Gas als politisches Druckmittel nutzt – und über den Erfolg der Rechtspopulisten Meloni, Salvini und Berlusconi war der Kreml-Chef hocherfreut.

la/dpa
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