Ukraine-Newsblog Deutsche Bank sieht kaum Risiken im Russland-Geschäft ++ Russland will Preise regulieren

Die Deutsche Bank sieht kaum Risiken in ihrem Russland-Geschäft. In Russland bringt eine Regierungskommission erste Schritte für die Verstaatlichung des Eigentums ausländischer Firmen, die das Land verlassen, auf den Weg. Die wichtigsten News zum Krieg.
Ukraine-Krieg: Bei neuen Angriffen auf Städte in der Ukraine sind erneut mehrere Menschen getötet worden

Ukraine-Krieg: Bei neuen Angriffen auf Städte in der Ukraine sind erneut mehrere Menschen getötet worden

Foto: STR / AFP

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Deutsche Bank sieht kaum Risiken im Russland-Geschäft

  • Russisches Parlament erwägt Regulierung von Preisen

  • Produktion von BMW in München und Dingolfing läuft wieder an

  • Stromlobbyverband warnt vor den Folgen eines Energie-Embargos

19.11 Uhr - Die Deutsche Bank sieht kaum Risiken in ihrem Russland-Geschäft im Zuge des Ukraine-Konflikts. Das Engagement sei "sehr begrenzt und größtenteils abgesichert", teilte der Dax-Konzern am Mittwochabend in Frankfurt mit. Die Bank habe ihre Präsenz und ihr Engagement in Russland seit 2014 deutlich verringert und in den vergangenen beiden Wochen nochmals reduziert. "Unsere direkten Risikopositionen sind derzeit sehr begrenzt und werden strikt gesteuert", sagte Risikovorstand Stuart Lewis.

17.55 Uhr - Fast 180.000 Menschen sind der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge von der Ukraine nach Russland gekommen. Interfax beruft sich auf Angaben des russischen Verteidigungsministeriums. Demzufolge haben die vereinbarten Fluchtkorridore nicht die erhoffte Wirkung gezeigt, verursacht durch Kiew. Die Lage der Zivilisten in der Hafenstadt Mariupol sei katastrophal.

17.44 Uhr - Ein Kinderkrankenhaus in der Hafenstadt Mariupol ist nach ukrainischen Angaben während der vereinbarten Waffenruhe zur Evakuierung von Zivilisten angegriffen worden. 17 Menschen seien dabei verletzt worden, darunter Frauen in den Wehen, sagt der Gouverneur der Donzek-Region, Pawlo Kyrylenko.

17.30 Uhr - Der Schweizer Schokolade-Hersteller Lindt & Sprüngli stellt sein Geschäft in Russland nach anfänglichem Zögern ein. Bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag hatte Firmenchef Dieter Weisskopf solche Forderungen noch zurückgewiesen. Man stelle schließlich Nahrungsmittel, keine Waffen oder Öl her, beschied er. Am Mittwoch kam dann die Kehrtwende: Die Geschäftstätigkeit in Russland sei neu bewertet worden, teilte das Unternehmen mit. Die eigenen Läden würden sofort vorübergehend geschlossen und sämtliche Lieferungen nach Russland eingestellt.

17.00 Uhr - Russische Parlamentsausschüsse sind bereit, die Regulierung der Preise für Lebensmittel, Medikamente und andere Waren vorzuschlagen, berichtet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Abgeordneten der Regierungspartei. Demnach sagt Alexander Chinschtein, Mitglied von Einiges Russland, eine solche Gesetzesinitiative sei bereits von Ausschüssen in der Duma vorbereitet worden und könne "jeden Moment" vorgeschlagen werden.

Der russische Präsident Wladimir Putin und Kanzler Olaf Scholz haben nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax über diplomatische Lösungen gesprochen, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Man habe auch über die Einrichtung von Fluchtkorridoren gesprochen. Putin habe Scholz über die letzte Runde der ukrainisch-russischen Abstimmungen berichtet. Es sei vereinbart worden, in Kontakt zu bleiben.

16.45 Uhr - Durch den Krieg in der Ukraine sind nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros 516 Zivilisten getötet und 908 verletzt worden. Die tatsächlichen Zahlen dürften viel höher liegen, erklärten die UN. Die meisten zivilen Opfer seien durch explosive Waffen verursacht worden, darunter Beschuss sowie Raketen- und Luftangriffe.

16.30 Uhr - Die Bombardierung der Stadt Charkiw geht nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow weiter. Die russischen Truppen seien offenbar dabei, sich umzugruppieren und die Lage sei angespannt.

16.15 Uhr - In Russland bringt eine Regierungskommission erste Schritte für die Verstaatlichung des Eigentums ausländischer Firmen, die das Land verlassen, auf den Weg. Dies erklärt die russische Regierungspartei Einiges Russland über den Messengerdienst Telegram. Die Kommission für gesetzgebende Aktivitäten unterstütze einen Gesetzentwurf, der es erlaube, Firmen, die zu mehr als 25 Prozent im Besitz von Ausländern aus "unfreundlichen Staaten" seien, einer externen Verwaltung zu unterstellen, um einen Bankrott zu verhindern und Arbeitsplätze zu retten.

16.00 Uhr - BMW lässt die Bänder in den Werken München und Dingolfing im Laufe der nächsten Woche schrittweise wieder anlaufen. Ab 21. März soll die Fertigung dann wieder regulär erfolgen, teilte der Autobauer am Mittwoch in München mit. BMW hatte die Bänder ab Montag gestoppt und Kurzarbeit beantragt, weil Kabelbäume aus der Ukraine fehlen.

In Regensburg und Leipzig wird diese Woche im Ein-Schicht-Betrieb, ab nächster Woche wieder normal mit zwei Schichten produziert. Die Mini-Fertigung in Oxford bleibt in den nächsten zwei Wochen unterbrochen. An den außereuropäischen Standorten laufe die Produktion nach Plan, teilte BMW mit. Die Lage bleibe volatil: Der Krieg und die anhaltenden Halbleiter-Engpässe könnten "zu weiteren Produktionsanpassungen in unseren Werken führen".

15.45 Uhr - Die britische Regierung will die Ukraine im Kampf gegen russische Truppen weiter mit Waffenlieferungen unterstützen. Das kündigte Verteidigungsminister Ben Wallace im Parlament in London an. Bislang seien 3615 NLAW-Panzerabwehrraketen geliefert worden. Weitere sollen folgen. Die Regierung wolle aber auch eine kleine Zahl an Javelin-Panzerabwehrwaffen in die Ukraine liefern. Zudem werde geprüft, Boden-Luft-Raketen vom Typ Starstreak zu schicken. "Es ist elementar, dass die Ukrainer die Fähigkeit erhalten, zu fliegen, und russische Luftangriffe unterdrücken können", sagte Wallace. Großbritannien war eines der ersten Länder, dass der Ukraine in der aktuellen Krise Waffen geschickt hat.

15.15 Uhr - Die EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden Kriegs in der Ukraine auf eine erneute Ausweitung der Sanktionen gegen Russland und dessen Partnerland Belarus verständigt. Wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte, werden 14 weitere russische Oligarchen und prominente Geschäftsleute auf die Liste derjenigen Personen kommen, deren Vermögenswerte in der EU eingefroren werden und die nicht mehr einreisen dürfen. Zudem sind ein Verbot für die Ausfuhr von Schifffahrtsausrüstung sowie der Ausschluss dreier belarussischer Banken aus dem Kommunikationsnetzwerk Swift vorgesehen.

Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen werden neben weiteren Oligarchen und Geschäftsleuten auch Mitglieder des russischen Föderationsrates auf die EU-Sanktionsliste gesetzt. Insgesamt seien 160 Personen betroffen, teilte sie mit. Zu den Namen der ins Visier genommenen Personen gab es zunächst keine Angaben, um zu verhindern, dass vor dem Inkrafttreten der Sanktionen noch Vermögenswerte in Sicherheit gebracht werden können.

15.00 Uhr - Der Lebensmittelriese Nestlé hat nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine alle Investitionen in Russland auf Eis gelegt. Wichtige Lebensmittel werde das Schweizer Unternehmen in Russland dagegen weiterhin ausliefern. Bereits zuvor hatte der Konzern Werbung in Russland eingestellt. Nestlé verfolgt damit eine ähnliche Linie wie andere Konsumgüterhersteller, die unter dem Druck der Verbraucher stehen, gegen den Konflikt Stellung zu beziehen.

14.45 Uhr - Russland räumt der Versorgung des Heimatmarkts mit Weizen höhere Priorität ein als dem Export. Das erklärt Ministerpräsident Michail Mischustin. Russland ist wie die Ukraine ein großer Weizenexporteur.

Der zum Dax-Konzern Delivery Hero gehörende Essenslieferdienst Glovo hat seine Aktivitäten in der Ukraine wieder aufgenommen. Es gebe eine erhöhte Nachfrage nach lebenswichtigen Dienstleistungen von Anwohnern und Nichtregierungsorganisationen, die keinen Zugriff auf Lebensmittel, Medizin und andere Mittel des täglichen Bedarfs hätten. Über die Plattform könnten sich Kunden wie auch Fahrer und Lieferanten vernetzen. Alle Gewinne flössen Partnern, Apotheken und Nichtregierungsorganisationen zu.

14.30 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz fordert Russlands Präsident Wladimir Putin erneut zur sofortigen Waffenruhe und einem Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine auf. "Die Weltgemeinschaft wird das russische Vorgehen in der Ukraine nicht hinnehmen", sagt er. Das müssten alle Akteure wissen, sagt er in Anspielung auf die Sanktionen.

14.00 Uhr - Der Stromlobbyverband BDEW warnt vor den Folgen eines möglichen Energie-Embargos gegen Russland. Ein Embargo für Energielieferungen aus Russland hätte massive negative Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und auch auf die Verbraucher, sagt die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung, des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae. "Bei jeder Maßnahme muss abgewogen werden, ob sie nicht zu untragbaren Verwerfungen führt. Wir können den Import russischen Erdgases Stand heute nur zum Teil ersetzen."

13.50 Uhr - Die Ukraine fordert dringend eine Feuerpause von Russland, um die Stromleitung zum Atomkraftwerk Tschernobyl reparieren zu können. Sollte der Stromausfall anhalten, bestehe die Gefahr eines Austritts von radioaktiver Strahlung, schreibt Außenminister Dmytro Kuleba auf Twitter. Dieselgeneratoren als Reserve hätten eine Kapazität von 48 Stunden, um das AKW mit Strom zu versorgen. Danach würden die Kühlsysteme des Lagers für abgebrannten Brennelemente abgeschaltet, in der Folge stehe der Austritt von radioaktiver Strahlung unmittelbar bevor. Nach ukrainischen Angaben wurde eine Stromleitung zwischen Kiew und Tschernobyl gekappt.

13.30 Uhr - Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall und die Gewerkschaft IG Metall rufen gemeinsam Betriebe und Beschäftigte der deutschen Metall- und Elektroindustrie zu einer Schweigeminute für die Opfer des Krieges in der Ukraine auf. Am Freitag wolle man um 11 Uhr so ein Zeichen für Frieden setzen. Der Überfall Russlands sei ein klarer Bruch des Völkerrechts. Die Menschen in der Ukraine litten ganz unmittelbar unter den unmenschlichen Folgen des Krieges. Arbeitgeber und Gewerkschaft unterstützten alle Bemühungen für einen Waffenstillstand und Frieden. Deutschland und Europa müssten Flüchtende solidarisch aufnehmen und humanitäre Hilfe leisten.

Der russische Präsident Wladimir Putin berät am Donnerstag mit Mitgliedern seines Kabinetts. Das wichtigste Thema seien Schritte, um die Auswirkung der Sanktionen zu beschränken, teilt das Präsidialamt in Moskau mit.

Die Bundespolizei hat nach Angaben des Innenministeriums 80.035 ukrainische Flüchtlinge in Deutschland registriert. Die tatsächlich Zahl der Flüchtlinge könne aber höher sein, weil es keine EU-Binnengrenzkontrollen zu Polen gebe, sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Man bemühe sich, Berlin zu entlasten und Flüchtlinge auch in andere Bundesländer weiterzuleiten.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock wird am Samstag die Republik Moldau besuchen, wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin mitteilt. In der Hauptstadt Chisinau ist demnach unter anderem ein Treffen mit Präsidentin Maia Sandu geplant. Dabei werde es auch um die Lage in der Ukraine gehen. Moldau grenzt an das Kriegsland und hat bereits zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen.

12.45 Uhr - Die Präsidenten Russlands und Ägyptens, Wladimir Putin und Abdel Fattah al-Sissi, haben nach Angaben aus Kairo am Mittwoch über die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine gesprochen. In dem Telefonat sei es auch um einen Ausbau des Rahmens für die strategische Zusammenarbeit gegangen durch gemeinsame Entwicklungsprojekte zur Bekräftigung der "historischen Verbindungen" zwischen den beiden Ländern, teilt das ägyptischen Präsidialamt mit.

12.30 Uhr - Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba geht nach eigenen Angaben nicht mit großen Hoffnungen in das Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Er erwarte davon nur wenig, sagt Kuleba. "Wir sind an einem Waffenstillstand interessiert, an der Befreiung unserer Territorien, und der dritte Punkt ist die Lösung aller humanitären Probleme." In der Türkei sind für Donnerstag die ersten offiziellen Gespräche auf Regierungsebene zwischen den beiden Kriegsparteien seit Beginn des russischen Einmarsches am 24. Februar geplant.

Russland bezeichnet eine von der Ukraine angestrengte Klage vor dem Internationalen Strafgerichtshof als "offensichtlich absurd". Darum sei man auch nicht zu einer Anhörung vor dem Gericht in Den Haag am Montag erschienen, erklärt das Außenministerium in Moskau in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme zu dem Fall. Die Ukraine argumentiert, dass Russland seinen Angriff mit einer Falschbehauptung rechtfertige, nämlich dass es sich um Selbstverteidigung zur Verhinderung eines Völkermords handle.

12.15 Uhr - Die USA haben nach Darstellung des Präsidialamtes in Moskau Russland den Wirtschaftskrieg erklärt. Die russische Regierung werde nun genau prüfen, welche Schritte sie unternehme, sagt der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow. Er reagiert auf die Verhängung eines Importverbotes für russisches Öl und Gas durch US-Präsident Joe Biden. Russland sei ein zuverlässiger Energielieferant gewesen und werde das auch bleiben. Das feindliche Vorgehen des Westens zwinge die russische Regierung aber zum ernsthaften Nachdenken, sagt Peskow mit Blick auf die Sanktionen. Russland werde seine Interessen verteidigen. Angesprochen auf einen möglichen Kompromiss mit der Ukraine sagt er, die Halbinsel Krim sei eine russische Region und müsse als solche anerkannt werden. Die pro-russischen Regionen Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine müssten als unabhängige Republiken anerkannt werden. Russland hat die beiden Gebiete bereits kurz vor der Invasion in die Ukraine als unabhängig anerkannt und die Krim 2014 annektiert.

12.00 Uhr - Nach dem Stopp russischer Ölimporte infolge des Ukraine-Krieges hoffen die USA auf Lieferungen aus Venezuela. Vertreter der US-Regierung sagten ihren venezolanischen Amtskollegen eine Lockerung der seit 2019 bestehenden Sanktionen zu – unter der Voraussetzung, dass Öl direkt in die Vereinigten Staaten geliefert werde, sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Weder das US-Außenministerium noch das staatliche venezolanische Energieunternehmen PDVSA reagierten auf Bitten um eine Stellungnahme.

Die EU hat französischen Angaben zufolge eine neue Runde von Sanktionen gegen hochrangige russische Vertreter und Oligarchen als Vergeltung für den Einmarsch in der Ukraine beschlossen. Die neuen Strafmaßnahmen würden auch Beschränkungen für den maritimen Sektor beinhalten und drei belarussische Banken vom internationalen Zahlungssystem Swift ausschließen, teilte Frankreich in einer Reihe von Tweets mit. Frankreich hat derzeit die rotierende Präsidentschaft des Europäischen Rates inne. Die zusätzlichen Sanktionen werden am Donnerstag und Freitag auch die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten auf einem informellen Gipfel in Versailles beschäftigen.

11.45 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert die internationale Gemeinschaft nachdrücklich auf, eine Flugverbotszone einzurichten. Sollte sie dies nicht tun, werde sie für eine "humanitäre Katastrophe" verantwortlich sein, sagt Selenskyj in seiner täglichen Fernsehansprache. "Russland setzt Raketen, Flugzeuge und Hubschrauber gegen uns ein, gegen Zivilisten, gegen unsere Städte, gegen unsere Infrastruktur. Es ist die humanitäre Pflicht der Welt, darauf zu reagieren." Das Bedrohungsniveau in der Ukraine liege auf einem Maximum. Die Ukrainer hätten in den vergangenen zwei Wochen aber gezeigt, dass sie niemals aufgeben würden.

Die russischen Streitkräfte haben das Atomkraftwerk Tschernobyl nach Angaben des Betreiber des staatlichen ukrainischen Stromnetzwerks vom Netz genommen. Eine Leitung von Tschernobyl in die Hauptstadt Kiew sei getrennt worden.

Russland hat nach eigenen Angaben die Nato niemals bedroht. Auch jetzt bedrohe Russland das westliche Militärbündnis nicht, erklärt das Außenministerium in Moskau.

11.00 Uhr - Der russische Militäreinsatz in der Ukraine zielt nach Angaben des Außenministeriums in Moskau nicht auf den Sturz der ukrainischen Regierung. Der Einsatz laufe strikt nach Plan, sagt die Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa. Die Regierung im Moskau wolle ihre Ziele eines neutralen Status der Ukraine durch Gespräche erreichen und hoffe, dass die nächste Verhandlungsrunde mit der Ukraine bedeutendere Fortschritte erzielen werde.

10.15 Uhr - China hat das Importverbot der USA für Öl, Gas und Kohle aus Russland als Reaktion auf den Ukraine-Krieg kritisiert. "Den großen Knüppel der Sanktionen zu schwingen, bringt uns keinen Frieden und keine Sicherheit", sagte Außenamtssprecher Zhao Lijian in Peking. Es werde den betroffenen Ländern nur große Schwierigkeiten für die Wirtschaft und das Wohlergehen der Menschen bereiten.

10.00 Uhr - Eine mögliche vollständige Abschreibung des Russland-Geschäfts würde die italienische Großbank UniCredit mit mehreren Milliarden Euro belasten. Das zweitgrößte italienische Geldhaus bezifferte die Kosten für einen solchen Schritt mit rund 7,4 Milliarden Euro. Die Muttergesellschaft der HypoVereinsbank gehört zu den europäischen Geldhäusern, die besonders stark in Russland engagiert sind.

09.30 Uhr - Die Ukraine versucht, über sechs Fluchtkorridore Zivilisten aus belagerten Städten herauszubringen. Dies betreffe auch die Hafenstadt Mariupol im Süden, sagt die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna Wereschtschuk, in einer Videoaufnahme. Die ukrainischen Truppen seien bereit, in den betroffenen Gebieten von 09 Uhr bis 21 Uhr (Ortszeit) das Feuer einzustellen, um den Abtransport der Menschen zu ermöglichen. Wereschtschuk ruft die russischen Streitkräfte auf, ihre Verpflichtung zur Feuerpause ebenfalls zu erfüllen.

09.30 Uhr - Großbritannien beschlagnahmt ein russisches Flugzeug im Zuge der Sanktionen gegen das Land. Derzeit befinde sich die Maschine in Farnborough am Boden, erklärt Verkehrsminister Grant Shapps. "Es ist sehr wichtig, dass wir die Gesetze zur Verfügung haben, um dies zu ermöglichen." In der vergangenen Nacht habe er zudem ein Gesetz unterzeichnet, das einige der Schlupflöcher schließe, wenn es darum gehe, das Eigentum an einigen dieser Flugzeuge herauszufinden, sagt Shapps.

09.15 Uhr - Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar sind nach Angaben des Flüchtlingshilfswerkes UNHCR schätzungsweise 2,1 bis 2,2 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Ein Ende des Exodus sei nicht abzusehen, teilt die Organisation der Vereinten Nationen mit. Die meisten Flüchtlinge gehen nach Polen. Jetzt sei es eher an der Zeit zu versuchen, an den Grenzen zu helfen, als über eine Aufteilung der Flüchtlinge auf die einzelnen Länder zu sprechen, sagt UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi.

08.30 Uhr - Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigt sich optimistisch, dass die EU ihre Energieabhängigkeit von Russland schneller reduzieren kann als gedacht. Die EU-Staaten hätten bereits so viel LNG-Gas eingekauft, dass man in diesem Winter ohne russisches Gas auskommen könne, sagte von der Leyen am Mittwoch im ZDF. Zusammen mit stärkerem Energiesparen und dem Ausbau der erneuerbaren Energien werde man sich unabhängig machen können.

08.00 Uhr - Großbritannien kündigt neue Sanktionen an, die die russische Luftfahrt betreffen. Danach soll jedes russische Flugzeug festgehalten werden können. "Flugzeuge unter russischer Flagge aus Großbritannien zu verbannen und es zu einer Straftat zu machen, sie zu fliegen, wird Russland und diejenigen, die dem Kreml nahe stehen, mehr wirtschaftliche Schaden zufügen", sagt Außenministerin Liz Truss. Betroffen sind Flugzeuge, die von Personen mit Verbindung zu Russland besessen, betrieben oder gechartert werden.

07.30 Uhr - Die Ukraine schließt nicht aus, in Verhandlungen mit Russland auch über eine mögliche Neutralität des Landes zu sprechen. "Solche Fragen ließen sich in Verhandlungen diskutieren, das ist durchaus möglich", sagte Ihor Showkwa, außenpolitischer Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, in den ARD-Tagesthemen. Nur durch ein Treffen von Putin mit Selenskyj seien ernsthafte Verhandlungen möglich, betonte er.

Die russische Zentralbank verhängt angesichts der westlichen Sanktionen im Ukraine-Krieg drastische Einschränkungen für den Devisenhandel. So werden russische Banken kein ausländisches Bargeld mehr an Bürger verkaufen können, wie die Zentralbank in der Nacht zum Mittwoch mitteilte. Das Maßnahmenpaket gilt zunächst bis zum 9. September.

07.15 Uhr - Der humanitäre Korridor aus der ukrainischen Stadt Sumy soll nach Angaben der Regionalbehörden auch am Mittwoch aufrechterhalten bleiben. Am Vortrag hätten etwa 5000 Menschen in Bussen über den Korridor die im Nordosten gelegene Stadt verlassen. Außerdem hätten sich etwa 1000 Autos auf den Weg in die ukrainische Stadt Poltawa gemacht.

07.00 Uhr - Die Ratingagentur Fitch hat Russlands Bonitätsnote erneut gesenkt. Das Unternehmen stufte die Kreditwürdigkeit am Dienstag von "B" auf "C" noch tiefer in den sogenannten "Ramschbereich" ab, der hochriskante Anlagen kennzeichnen soll. Die Ratingnote bedeute, dass ein Zahlungsausfall unmittelbar bevorstehen dürfte, teilte Fitch mit. Die Bonitätswächter begründeten die Einschätzung mit gestiegenen Zweifeln an Russlands Zahlungsbereitschaft.

06.45 Uhr - Der russische Außenminister reist im Laufe des Tages in die Türkei, um Gespräche mit seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba zu führen. Diese Meldung der Nachrichtenagentur Tass beruft sich auf das russische Außenministerium.

06.30 Uhr - Bei neuen Luftangriffen auf Städte in der Ukraine sind den Behörden zufolge mehrere Menschen getötet worden. In der Stadt Malyn im Gebiet Schytomyr wurden laut Zivilschutz sieben Häuser bombardiert. Dabei seien drei Erwachsene und zwei Kinder gestorben. In Ochtyrka bei Sumy kam ukrainischen Angaben zufolge mindestens ein Mensch ums Leben, 14 weitere Personen seien verletzt worden. Die russische Armee habe zwei Stunden lang die zivile Infrastruktur des Ortes beschossen, sagte der Chef der Gebietsverwaltung. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

Mit Nachrichtenagenturen