Ukraine-Newsblog Ukraine weist Vorwurf zu Biowaffen zurück ++ Biden kündigt weitere Maßnahmen gegen Russland an

Die Ukraine hat Russlands Behauptungen über angeblich in der Ukraine produzierte Biowaffen zurückgewiesen. Der US-Präsident Joe Biden kündigt weitere Maßnahmen gegen Russland an. Die wichtigsten News zum Krieg in der Ukraine.
Ukraine-Krieg: Immer mehr flüchten aus der Ukraine

Ukraine-Krieg: Immer mehr flüchten aus der Ukraine

Foto: Anastasia Vlasova/ dpa

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ukraine weist russischen Vorwurf zu Biowaffen zurück

  • Joe Biden kündigt weitere Maßnahmen gegen Russland an

  • IWF warnt vor Einbußen beim Weltwirtschaftswachstum

  • Mit Disney und JP Morgan ziehen sich zwei weitere Großunternehmen aus Russland zurück

19.30 Uhr - Die Ukraine hat Russlands Behauptungen über angeblich in der Ukraine produzierte Biowaffen zurückgewiesen. "Die Ukraine betreibt ein Gesundheitssystem, das seine internationalen Verpflichtungen vollständig erfüllt und in voller Zusammenarbeit mit allen relevanten internationalen Organisationen arbeitet", sagte der ukrainische UN-Botschafter Serhij Kyslyzja am Freitag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York.

18.10 Uhr - Die Europäische Union (EU) gibt ein neues Paket von Sanktionen gegen Russland bekannt. "Morgen werden wir ein viertes Paket von Strafmaßnahmen gegen Russland wegen des Einmarsches in die Ukraine auf den Weg bringen und die Ressourcen austrocknen, die es nutzt, um diesen barbarischen Krieg zu finanzieren", sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die neuen Maßnahmen seien mit den USA und anderen G7-Verbündeten abgesprochen. Die EU werde unter anderem die Einfuhr von Eisen und anderen Waren aus dem Stahlsektor untersagen sowie Russland Handelsvorteile entziehen.

18.05 Uhr - Das ukrainische Zentrum für Strategische Kommunikation erklärt, es könne nicht ausschließen, dass Belarus noch am Freitag einen Angriff starten werde. "Nach vorläufigen Daten könnten belarussische Truppen am 11. März um 21.00 Uhr (20.00 MEZ) an der Invasion beteiligt werden", teilt das Zentrum mit. Zuvor sind am Freitag der russische Präsident Wladimir Putin und sein belarussischer Kollege Alexander Lukaschenko zu Beratungen zusammengekommen.

17.45 Uhr - Laut dem menschenrechtspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Frank Schwabe, könnten russische Deserteure, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten demnächst "umfassenden Schutz" in Deutschland erhalten. "Die Bundesregierung überarbeitet gerade die Einschätzungen zu Russland und Belarus in Hinsicht auf einen umfassenden Abschiebeschutz", sagt Schwabe der "Welt". "Ich gehe davon aus, dass es dazu sehr schnell zu sehr klaren Regelungen kommt und sowohl Deserteure als auch Journalisten und Menschenrechtsaktivisten bei uns umfassenden Schutz bekommen." Das Bundesinnenministerium äußerte sich zu entsprechenden Plänen auf Anfrage der Zeitung zunächst nicht.

17.25 Uhr - Eine Ausweitung des Kriegs in der Ukraine könnte der Schweizer Justizministerin zufolge zur Vertreibung von 15 Millionen Menschen führen. Unter der Annahme, dass die Feindseligkeiten anhielten und die russische Armee stärker in den Westen der Ukraine vordringe, sei es möglich, dass jede Woche rund eine Million Menschen das Land verlasse, sagt Bundesrätin Karin Keller-Sutter auf einer Pressekonferenz zur Aufnahme von Flüchtlingen in der Schweiz. Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR müsse mit etwa 15 Millionen Vertriebenen gerechnet werden. Das UNHCR hat nach eigenen Angaben seine ursprüngliche Prognose von vier Millionen Flüchtlingen vorerst zwar nicht angepasst, verfolgt die Situation aber genau. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind seit dem Einmarsch der russischen Streitkräfte am 24. Februar mehr als 2,5 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.

17.05 Uhr - Dem ukrainischen Energieversorger Energoatom zufolge beansprucht Russland das besetzte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja. Den Mitarbeitern des Kraftwerks sei gesagt worden, dass es nun dem russischen Staatskonzern Rosatom gehöre, erklärt Energoatom. Russische Truppen nahmen das größte AKW Europas am 04. März ein. Die Reaktormannschaft betreibt das Kraftwerk seitdem weiter.

16.50 Uhr - US-Präsident Joe Biden kündigt weitere Maßnahmen gegen Russland an. Unter anderem wird der Status als Handelspartner so geändert, dass der Weg für Strafzölle auf russische Güter frei wird. Zudem sollen Importe von Luxusgütern verboten werden, darunter Diamanten, Meeresfrüchte und Wodka, sagt Biden weiter. Umgekehrt werden Exporte von Luxusgütern nach Russland untersagt. Die Maßnahmen würden in Absprache mit den Verbündeten getroffen. Das US-Präsidialamt kündigt zudem einen Erlass Bidens an, wonach alle zukünftigen US-Investitionen in jeden Sektor der russischen Wirtschaft untersagt werden.

16.45 Uhr - Die europäischen Volkswirtschaften könnten nach Worten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron die Kosten neuer Sanktionen gegen Russland wegstecken. Aber die nationalen Regierungen könnten nicht die gesamten Folgekosten rund um die Inflation allein tragen, sagt Macron in Versailles bei Paris. Er sagt, dass die von seiner Regierung getroffenen Maßnahmen, um die Verbraucher vor steigenden Energiepreisen zu schützen, vorübergehend seien. Sie könnten nicht den gesamten Inflations-Schock abdecken, dem die Verbraucher ausgesetzt sein würden. Dies könnten die Regierungen nicht leisten.

16.40 Uhr - Russland gibt einem Medienbericht zufolge eine komplette Einschließung der südlichen ukrainischen Hafenstadt Mariupol bekannt. Alle Brücken und alle Straßen in die Stadt sei nun zerstört oder von ukrainischen Streitkräften vermint worden, meldet die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Zudem habe die Ukraine nur zwei der zehn Verläufe von humanitären Korridoren zugestimmt, die Russland vorgeschlagen habe. Darunter sei keine der Korridore, die nach Russland führen sollten. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

16.30 Uhr - Einem westlichen Regierungsvertreter zufolge gibt es bislang keinen Hinweis darauf, dass Russland einen Gefechtseinsatz von Chemiewaffen plane. Zwar könnten diese Waffen möglicherweise im Rahmen eines Angriffes mit "falscher Flagge" für den Versuch benutzt werden, eine rückwirkende Rechtfertigung für die Invasion zu erschaffen, sagt der Insider, der namentlich nicht genannt werden will. Auch sei Russland "sehr wahrscheinlich" in der Lage, Chemiewaffen einzusetzen. "Aber nichts deutet darauf hin, dass sie beabsichtigen, sie im Rahmen einer größere Eskalation des gegenwärtigen Konflikts zu verwenden."

16.10 Uhr - US-Präsident Joe Biden wird einem Insider zufolge die Einfuhr von Alkohol und Meeresfrüchten aus Russland verbieten. Dies gehöre zu einem Paket neuer Maßnahmen, die Biden im Laufe des Tages vorstellen werde, sagt eine mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

15.46 Uhr - Die EU muss nach Darstellung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen wie des Kriegs in der Ukraine die bisherigen Haushaltsregeln überdenken. Europa stünden Kosten bezüglich der Verteidigung, des Klimas und des Energiewandels ins Haus, sagt er. "Wir müssen einen Kompromiss darüber finden, woher die Mittel kommen sollen, denn im nationalen Haushalt ist kein Platz dafür. Wir brauchen eine europäische Antwort."

15.45 Uhr - Russlands Präsident Wladimir Putin zeigt nach Darstellung von US-Vizepräsidentin Kamala Harris keine Bereitschaft zur Diplomatie. Bei einem Besuch in Rumänien kündigt sie zudem Hilfe der USA bei der Versorgung der Flüchtlinge dort an.

15.40 Uhr - Dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zufolge wird bis Mai eine europäische Strategie für Investitionen in die Verteidigung benötigt. Zu weiteren Sanktionen gegen Russland sagt er, es liege alles auf dem Tisch. Die EU werde der Ukraine dabei helfen, alles wiederaufzubauen, was Russland zerstört habe, sagt Macron.

15.35 Uhr - Die EU will Ratspräsident Charles Michel zufolge Mitte Mai einen Vorschlag vorlegen, um bis 2027 von russischem Öl, Erdgas und Kohle unabhängig zu werden. Zudem werde ein Energieplan für den kommenden Winter benötigt, sagt er. Es müssten Optionen ausgearbeitet werden, um die Versorgungssicherheit bei Lebensmitteln sowie deren Preise anzugehen.

15.30 Uhr - Nach Facebook und Twitter wird nun auch Instagram in Russland blockiert. Auf der Social-Media-Plattform würden Gewaltaufrufe gegen russische Bürger und Soldaten verbreitet, hieß es am Freitag zur Begründung in einer Mitteilung der russischen Medienaufsicht Roskomnadsor. Zuvor hatte die Generalstaatsanwaltschaft Roskomnadsor aufgefordert, den Zugang zu Instagram einzuschränken - und kündigte auch die Löschung ihres eigenen Instagram-Accounts an.

15.15 Uhr - Nestle stoppt den Export und Import von nicht lebensnotwendigen Lebensmitteln aus und nach Russland. Das betreffe etwa Nespresso-Kaffee oder S.Pellegrino-Mineralwasser, sagt eine Sprecherin des Schweizer Konzerns. Nestle hatte vor zwei Tagen angekündigt, alle Investitionen in Russland auf Eis zu legen.

15.05 Uhr - Die Ampel-Koalition hat sich auf den Aufbau einer Taskforce geeinigt, mit deren Hilfe Sanktionen gegen russische Oligarchen durchgesetzt werden sollen, wie der SPIEGEL berichtet. Die Gruppe solle im Kanzleramt angesiedelt sein und die Arbeit von Wirtschafts-, Finanz- und Innenministerium sowie der Bundesbank in dieser Angelegenheit koordinieren, hieß es. Bislang gibt es demnach allerdings kein etabliertes Verfahren, um Vermögensgegenstände wie Jachten, Privatjets oder Häuser zu beschlagnahmen. Das gehe aus einem internen Vermerk des Bundeswirtschaftsministeriums hervor. Danach würden "Vermögensgegenstände" nicht "standardmäßig" eingezogen oder beschlagnahmt, weil "deren private Verwendung grundsätzlich weiterhin zulässig" sei.

Eine private Jacht könnte demnach von Betroffenen trotz Sanktionen weiter genutzt werden. Erst wenn sie die Landesgrenzen zu überschreiten drohe, verkauft oder vermietet werde, liege ein Sanktionsverstoß vor. Laut dem Ministeriumsvermerk sei auch "bei einem drohenden Sanktionsverstoß" der Zollfahndungsdienst (ZFD) befugt, "Sachen sicherzustellen". Solche Straftaten zu verfolgen, sei dann zudem Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaften.

14.30 Uhr - Der russische Einmarsch in die Ukraine und die Sanktionen des Westens könnten das Wirtschaftswachstum in Deutschland 2022 etwa halbieren. So könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um zwei Prozentpunkte weniger zulegen, wie am Freitag aus einer Modellrechnung der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung hervorgeht. Die Bundesregierung hat bisher einen BIP-Anstieg um 3,6 Prozent vorhergesagt. Deutsche Maschinenbauer drosselten bereits ihre Schätzung. "Statt eines ursprünglich erwarteten Zuwachses von real sieben Prozent rechnen wir nun für das laufende Jahr nur noch mit einem Produktionsplus von vier Prozent", sagte der Präsident des Branchenverbandes VDMA, Karl Haeusgen.

14.00 Uhr - Die Deutsche Bank gerät vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs wegen ihres Verbleibens in Russland in die Kritik. Die US-Rivalen Goldman Sachs und JP Morgan Chase hatten zuvor am Donnerstag angekündigt, sie würden sich aus Russland zurückziehen. Der amerikanische Investor Bill Browder, der sich seit Jahren für die Aufdeckung von Korruption in Russland einsetzt, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das Verbleiben der Deutschen Bank in Russland stehe im Widerspruch zur internationalen Geschäftswelt und werde zu Gegenreaktionen, Ansehensverlusten und geschäftlichen Belastungen im Westen führen. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hatte am Donnerstag in einer Mitteilung an alle Mitarbeiter des Instituts geschrieben: "Wir werden oft gefragt, warum wir uns nicht komplett aus Russland zurückziehen. Die Antwort darauf ist, dass dies unserem Selbstverständnis widersprechen würde." Die Bank habe Kunden, die sich nicht von heute auf morgen aus Russland verabschieden könnten.

13.45 Uhr - Die britische Regierung nimmt Gebote für den Londoner Fußball-Verein FC Chelsea entgegen. Die Lizenz für den amtierenden Weltpokalsieger, der von den Sanktionen gegen seinen russischen Eigentümer Roman Abramowitsch betroffen ist, verbietet eigentlich einen Verkauf. Technologieminister Chris Philp sagte am Freitag aber dem britischen Sender Sky News, die Regierung könne Bedingungen schaffen, unter denen dieser doch ermöglicht würde, wenn ein Käufer auf sie zukäme. Abramowitsch wollte den derzeitigen Tabellendritten der englischen Premier League eigentlich selbst verkaufen, nachdem der Druck auf ihn wegen seiner Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin gewachsen war. Der Milliardär hatte sich einen Erlös von mehr als drei Milliarden Pfund erhofft.

Die Sanktionen treffen den russischen Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch: Die britische Regierung verhängte am Donnerstag ein Reiseverbot und fror Abramowitschs Vermögen ein.

Die Sanktionen treffen den russischen Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch: Die britische Regierung verhängte am Donnerstag ein Reiseverbot und fror Abramowitschs Vermögen ein.

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Martin Meissner / dpa

Durch die am Mittwoch verhängten Sanktionen gegen ihn steht der Klub de facto unter der Kuratel des Staates. Derzeit darf Chelsea weder Tickets verkaufen noch Spieler verpflichten oder verkaufen. Sogar der Fan-Shop musste schließen. "Die rote Linie für die Regierung ist es, sicherzustellen, dass kein finanzieller Vorteil in die Hände von Abramowitsch kommt", sagte Philp. Der britische Immobilienmagnat Nick Candy ist nach wie vor an einem Gebot interessiert, wie ein Sprecher in einer Erklärung mitteilte, und prüft derzeit die Einzelheiten der Sanktionsankündigung vom Donnerstag.

13.30 Uhr - Bei Anlegern am Aktienmarkt hat sich am Freitag abermals vorsichtige Hoffnung auf mögliche Fortschritte in der Ukraine-Krise breit gemacht. Vorausgegangen war ein Bericht der russischen Nachrichtenagentur Interfax, demzufolge der russische Präsident Wladimir Putin gewisse positive Entwicklungen in den Gesprächen mit der Ukraine sieht. Der deutsche Leitindex Dax baute daraufhin seine Gewinne auf 3,3 Prozent aus und notierte damit bei 13.888,6 Punkten. Auch der EuroStoxx 50 und die Futures am US-Aktienmarkt zogen an.

Der Preis von Gold, in das Anleger zuletzt wegen der Unsicherheiten durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine geflüchtet waren, fiel hingegen. Der Kurs des Euro erholte sich zum US-Dollar ein wenig.

13.20 Uhr - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat wegen des Ukraine-Kriegs vor einem langsameren Wirtschaftswachstum weltweit gewarnt. IWF-Chefin Kristalina Georgieva verwies am Donnerstag unter anderem auf steigende Preise für Lebensmittel und Energie. Die Corona-Pandemie sei bereits eine "Krise wie keine andere" gewesen, nun betrete die Weltwirtschaft mit dem Krieg in Europa "noch schockierenderes Terrain".

12.30 Uhr - Der extreme Anstieg der Spritpreise hat sich verlangsamt und erste Anzeichen deuten auf eine Beruhigung hin. Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich binnen eines Tages um 2,8 Cent, wie der ADAC am Freitag mitteilte. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags kostete der Kraftstoff 2,202 Euro pro Liter. Bei Diesel betrug der Anstieg 5,3 Cent auf 2,321 Euro pro Liter.

Das sind abermals deutliche Aufschläge. Im Vergleich zu den extremen Preissprüngen der vergangenen Tage, die teils zweistellig ausfielen, bedeuten sie aber eine gewisse Beruhigung. Zudem zeichnete sich bis Freitagmittag auch kein weiterer Anstieg ab: Der ADAC stellte so gut wie keine Veränderung zu den Vergleichswerten des Vortags fest. In den vergangenen Tagen hatte sich regelmäßig bereits mittags der nächste Preissprung angekündigt. Seit Beginn des Ukraine-Krieges vor gut zwei Wochen haben die Spritpreise extrem zugelegt. Diesel hat sich seither um fast 66 Cent pro Liter verteuert, E10 um gut 45 Cent.

12 Uhr - Mit Blick auf schon spürbare Beeinträchtigungen der deutschen Wirtschaft hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vor den Folgen weiterer Sanktionen gegen Russland - etwa eines Gas-Embargos - gewarnt. "In der deutschen Wirtschaft gibt es eine breite Zustimmung für die harten Sanktionen. Denn Krieg ist keine Basis für Geschäfte", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der "Rheinischen Post" (Freitag). Die bisherigen Sanktionen begännen Schritt für Schritt zu wirken.

11.00 Uhr - Der Deutsche Fußball-Bund hat dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder die Ehrenmitgliedschaft entzogen. Die Entscheidung traf der DFB-Bundestag am Freitag in Bonn ohne Gegenstimme. Schröder (77) steht seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stark unter Druck - der Altkanzler hat das Vorgehen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin bislang nicht verurteilt und hält weiterhin an seinen Posten in russischen Staatsunternehmen fest. Zuletzt war bekannt geworden, dass Schröder für Gespräche mit Putin über den Krieg nach Moskau gereist ist.

Alte Bekannte: Russlands Präsident Wladimir Putin und Altkanzler Gerhard Schröder 2018 in Moskau

Alte Bekannte: Russlands Präsident Wladimir Putin und Altkanzler Gerhard Schröder 2018 in Moskau

Foto: Alexei Druzhinin / dpa

Schröder ist seit Langem mit Putin befreundet. Der Altkanzler ist für die Erdgas-Pipeline-Unternehmen Nord Stream 1 und 2 als Lobbyist tätig sowie Aufsichtsratschef beim russischen Ölkonzern Rosneft. Die SPD-Spitze hat Schröder bereits ultimativ aufgefordert, seine Mandate niederzulegen. Man erwarte eine "zeitnahe" Antwort, hatte Parteichef Lars Klingbeil vor einer Woche gesagt. Bisher ist eine solche Antwort Schröders aber nicht bekannt. Ein SPD-Ortsverein hat bereits den Parteiausschluss Schröders beantragt.

10 Uhr - Mehr als zwei Wochen nach Kriegsbeginn liefert Russland eigenen Angaben zufolge weiter in hohem Umfang Gas für den Transit durch die Ukraine nach Europa. An diesem Freitag werde erneut die vertraglich vereinbarte Menge von 109,5 Millionen Kubikmeter bereit gestellt, sagte Gazprom -Sprecher Sergej Kuprijanow der Agentur Interfax zufolge. Am Donnerstag hatte Präsident Wladimir Putin betont, dass Öl- und Gas-Lieferungen ins Ausland trotz beispielloser Sanktionen des Westens nicht gestoppt würden. "Wir erfüllen alle unsere Verpflichtungen im Bereich der Energieversorgung. Wir liefern alles, was wir zu liefern haben", sagte der Kremlchef.

9.30 Uhr - Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat die russische Zentralbank von allen Dienstleistungen und Treffen suspendiert. Das teilte am Donnerstag ein Sprecher der BIZ mit, die auch als "Bank der Zentralbanken" bezeichnet wird. Die BIZ handle damit im Einklang mit den internationalen Sanktionen gegen Russland und werde damit nicht zu einer "Möglichkeit", diese Sanktionen zu umgehen.

9.15 Uhr - Der Facebook-Konzern Meta lockert teilweise seine Regeln, um Aufrufe zur Gewalt gegen russische Truppen in der Ukraine zuzulassen. Als Beispiel für eine Ausnahme bei Äußerungen, die normalerweise gegen Richtlinien verstoßen hätten, nannte ein Facebook-Sprecher in der Nacht zum Freitag den Satz "Tod den russischen Eindringlingen". "Wir werden weiterhin keine glaubwürdigen Aufrufe zur Gewalt gegen russische Zivilisten erlauben", schrieb er bei Twitter.

9.00 Uhr - In Deutschland befürwortet eine Mehrheit einen Stopp der Gas- und Erdölimporte aus Russland. 55 Prozent sind laut ZDF-Politbarometer dafür, 39 Prozent lehnen dies ab. Mehrheitlich unterstützt wird ein solches Embargo in den Anhängerschaften von SPD (62 Prozent), Union (56 Prozent) und Grünen (73 Prozent). Bei der FDP (57 Prozent), der AfD (78 Prozent) und der Linken (65 Prozent) ist dagegen die Ablehnung eines Lieferstopps größer. Indes ist die Lieferung von russischem Gas nach Europa durch die Haupt-Pipelines unverändert. Sowohl durch Nord Stream 1 als auch Jamal fließen nach Daten der Betreiber die üblichen Mengen.

8.20 Uhr - Nach Goldman Sachs zieht sich auch die größte US-Bank JPMorgan im Zuge des Angriffskrieges gegen die Ukraine aus Russland zurück. Der Finanzkonzern befolge damit regulatorische Vorgaben von Regierungen weltweit, teilte er am Donnerstag in New York mit. JPMorgans Aktivitäten in dem Land seien nun darauf beschränkt, Klienten bei der Bewältigung bestehender Verpflichtungen und Risiken zu unterstützen und sich um die Mitarbeiter dort zu kümmern. Das US-Geldhaus war in Russland allerdings ohnehin nicht besonders stark vertreten. Zuvor hatte bereits der US-Rivale Goldman Sachs bekannt gegeben, seine Geschäfte in dem Land aufzugeben.

Zudem will auch der US-Medien- und Unterhaltungsriese Walt Disney wegen des Krieges gegen die Ukraine vorerst gar keine Geschäfte mehr in Russland machen. Die Entscheidung erfolge "angesichts des unerbittlichen Angriffs auf die Ukraine und der eskalierenden humanitären Krise", erklärte das Unternehmen am Donnerstag (Ortszeit). Disney hatte vergangene Woche bereits angekündigt, zunächst keine Filme mehr in Russland rauszubringen. Nun stoppt der Konzern alle Aktivitäten - von seinen Fernsehsendern und der Vermarktung von TV-Inhalten über das Lizenzgeschäft bis hin zu Kreuzfahrten und der Magazinmarke "National Geographic". Teilweise gehe dies wegen vertraglicher Verpflichtungen zwar nicht per sofort, doch Disney arbeite daran.

8.00 Uhr - Der UN-Sicherheitsrat soll sich nach dem Willen Russlands am Freitag mit angeblich von den USA in der Ukraine hergestellten Biowaffen beschäftigen. "Die russische Vertretung hat um ein Treffen des Sicherheitsrates für den 11. März gebeten, um die militärisch-biologischen Aktivitäten der USA auf dem Territorium der Ukraine zu erörtern", schrieb der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Poljanski am Donnerstag auf Twitter. Diplomaten zufolge ist die Dringlichkeitssitzung für 16.00 Uhr MEZ (10.00 Uhr New Yorker Zeit) angesetzt.

Die US-Regierung hat Russlands Behauptungen über von den USA in der Ukraine hergestellte Biowaffen als "Haufen Lügen" bezeichnet und vor einem möglichen russischen Angriff unter "falscher Flagge" gewarnt. "Wir haben Anzeichen dafür gesehen, dass sie diese Anschuldigungen als potenziellen Vorwand benutzen könnten", sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Donnerstag (Ortszeit). Die Folge könnte eine "möglicherweise aggressivere militärische Aktion" oder der "tatsächliche Einsatz von Stoffen" in der Ukraine sein.

7.45 Uhr - Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Freitag höher starten. Am Donnerstag hatte er wegen geplatzter Hoffnungen auf eine Waffenruhe in der Ukraine 2,9 Prozent auf 13.442,10 Punkte nachgegeben. An der Wall Street belastete die Aussicht auf baldige Zinserhöhungen die Stimmung. Die wichtigsten Indizes schlossen im Minus. Die Entwicklung des Krieges bleibt der zentrale Faktor für die Stimmung auf dem Börsenparkett.

7.30 Uhr - Die USA wollen laut Medienberichten gemeinsam mit anderen G7-Ländern und der EU den Weg für höhere Zölle auf russische Waren freimachen. Präsident Joe Biden wolle den US-Kongress am Freitag ersuchen, die normalen Handelsbeziehungen zu Russland auszusetzen, berichteten unter anderem das "Wall Street Journal" und der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen.

7.15 Uhr - China hat zu "äußerster Zurückhaltung" in Russlands Krieg in der Ukraine aufgerufen, um eine größere humanitäre Katastrophe zu verhindern. Zum Abschluss der diesjährigen Tagung des Volkskongresses am Freitag in Peking vermied es Chinas Regierungschef Li Keqiang aber auf einer Pressekonferenz unverändert weiter, Russland für die Invasion zu kritisieren. Auch sprach sich der Premier gegen die internationalen Sanktionen gegen Russland aus. "Die betreffenden Sanktionen schaden der wirtschaftlichen Erholung der Welt", sagte Li Keqiang. "Niemand hat Interesse daran."

7.00 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU haben am ersten Tag ihres Gipfeltreffens im französischen Versailles rund acht Stunden über das weitere Vorgehen nach Russlands Angriff auf die Ukraine gerungen. Dabei machten Länder wie Lettland deutlich, dass sie die deutsche Ablehnung eines Importstopps russischer Energie für nicht mehr tragbar halten.

6.30 Uhr - Die russischen Truppen versuchen in ihrem Angriffskrieg in der Ukraine, wichtige Städte einzukreisen. Die ukrainische Armee kann nach eigenen Angaben den Vormarsch bremsen. Die Lage der Einwohner bleibt schwer, vor allem in der blockierten Hafenstadt Mariupol.

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben Angriffe russischer Einheiten an mehreren Orten zurückgehalten. Im Norden des Landes seien russische Truppen dabei gestoppt worden, in die Stadt Tschernihiw vorzudringen, hieß es in einem in der Nacht zu Freitag auf Facebook veröffentlichten Bericht des ukrainischen Generalstabs. Bei Charkiw im Osten des Landes setze Russland seine Versuche fort, die Stadt von Norden her zu blockieren - diese seien weiter erfolglos. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

Mit Nachrichtenagenturen