Ukraine-Newsblog Die Bundesregierung bestätigt das Treffen von Schröder und Putin nicht ++ Johnson befürchtet chemische Waffen

Die Bundesregierung bestätigt das Treffen von Schröder und Putin nicht. Der britische Premierminister Boris Johnson befürchtet, dass die russische Armee chemische Waffen in die Ukraine transportieren wird. Die wichtigsten News zum Krieg.
Ukraine-Krieg: Die Kämpfe dauern bereits seit zwei Wochen an

Ukraine-Krieg: Die Kämpfe dauern bereits seit zwei Wochen an

Foto: Anastasia Vlasova/ dpa

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Bundesregierung bestätigt das Treffen von Schröder und Putin nicht

  • Boris Johnson befürchtet chemische Waffen in der Ukraine

  • Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder soll Putin treffen

  • Die US-Investmentbank Goldman Sachs zieht sich aus Russland zurück

19.45 Uhr - Ein Bericht über einen angeblichen Besuch von Altkanzler Gerhard Schröder in Moskau sorgt für Wirbel. Die Bundesregierung weiß nach eigenen Angaben nichts von einem angeblichen Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Altkanzler Gerhard Schröder in Moskau. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag in Berlin aus Regierungskreisen erfuhr, wurden Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und seine Regierung nicht über einen solchen Besuch informiert.

19.30 - Bundeskanzler Olaf Scholz lehnt einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine weiter ab. "Es ist ganz wichtig, dass wir die Dinge, die wir ja auch in der Vergangenheit beschlossen haben, weiter verfolgen", sagte Scholz am Donnerstag vor einem EU-Gipfel im französischen Versailles. Dabei verwies er auf das Assoziierungsabkommen, das die EU und die Ukraine 2017 geschlossen hatten, und das die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen vertiefen soll. "Das ist der Kurs, den wir verfolgen müssen."

18.30 Uhr - Auf dem informellen EU-Gipfel in Versailles müssen die 27 EU-Staats- und Regierungschefs ihre Verhandlungen ohne Handys führen. Der Sprecher des EU-Ratspräsidenten, Barend Leyts, teilt auf Twitter mit, dass man damit die Diskussionen vertraulich halten wolle. Dominierendes Thema ist der russische Angriff auf die Ukraine.

18.00 Uhr - Der britische Premierminister Boris Johnson befürchtet, dass die russische Armee chemische Waffen in die Ukraine transportieren werde. "Das, was man über chemische Waffen hört, stammt direkt aus deren Drehbuch", sagt Johnson dem Sender Sky News. "Sie fangen an zu sagen, ihre Gegner oder die Amerikaner lagern chemische Waffen. Und wenn sie dann selbst chemische Waffen stationieren, was ich befürchte, haben sie eine Art (...) verfälschte Geschichte parat."

17.30 Uhr - Am Donnerstag ist es nach Angaben der stellvertretenden Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna Wereschtschuk, keinem Zivilisten gelungen, die eingekesselte Hafenstadt Mariupol zu verlassen. Russische Truppen hätten eine vorübergehende Waffenruhe für Evakuierungen nicht respektiert, sagt sie im ukrainischen Fernsehen.

17.00 Uhr - Der russische Präsident Wladimir Putin könnte dem US-Geheimdienst zufolge seine Einschätzung ändern, was er als Sieg zu akzeptieren bereit sei. Die Direktorin der nationalen Geheimdienste, Avril Haines, verweist vor einem Senatsausschuss auf die Verluste der russischen Streitkräfte, die sie als signifikant bezeichnet. Haines wirft dem russischen Militär vor, mit einer rücksichtslosen Missachtung der Sicherheit von Zivilisten zu agieren. Die Geheimdienste dokumentierten das russische Vorgehen, um sie zur Rechenschaft ziehen zu können, sagt sie.

16.30 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll kommende Woche per Videoschalte vor dem Bundestag sprechen. "Ein solcher Termin am Donnerstag wird vorbereitet", heißt es nach Informationen von Reuters aus Parlamentskreisen. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, dass sich der Präsident des Bundesrats, Bodo Ramelow, und Bundestagspräsidentin Bärbel Bas darauf verständigt hätten. Zuerst sei geplant gewesen, dass Selenskyj am morgigen Freitag per Video vor dem Bundesrat spricht, berichtet das Magazin.

16.15 Uhr - Russlands Präsident Wladimir Putin zufolge hätte der Westen auf jeden Fall Sanktionen verhängt. Diese schufen zwar einige Probleme und Schwierigkeiten, man werde diese jedoch meistern. Dann werde Russland seine Unabhängigkeit und Souveränität vergrößert haben.

Die russische Zentralbank kündigt ab heute Einschränkungen ein, wie Unternehmen mit ausländischen Devisen umgehen dürfen. Bis zum 10. September gebe es eine Grenze von 5000 Dollar in bar, die Firmen für Geschäftsreisen im Ausland - und nur dafür - verwenden dürfen. Diese Obergrenze könne in besonderen Umständen nach Rücksprache mit den Behörden angehoben werden.

15.45 Uhr - Russland hat versichert, alle seine Energieexporte aufrechtzuerhalten, auch Lieferungen durch die Ukraine. Präsident Wladimir Putin sagte am Donnerstag bei einem Kabinettstreffen, Russland halte sich an alle eingegangenen Verpflichtungen zur Energieversorgung. Auch das "Transportsystem für Gas" in der Ukraine sei "zu 100 Prozent befüllt".

Die Vermieter von Hunderten Flugzeugen in Russland dürften ihren Besitz wegen der Sanktionen so bald nicht wiedersehen. Ein am Donnerstag veröffentlichter russischer Gesetzentwurf lässt erahnen, dass es zu jahrelangem Rechtsstreit um Jets im Wert von zehn Milliarden US-Dollar kommen dürfte. Die Sanktionen des Westens gegen Russland wegen des Krieges in der Ukraine zwingen die westlichen Leasingfirmen, bis 28. März die Verträge mit russischen Airlines aufzulösen. Doch ob sie an ihr Eigentum kommen, ist unklar.

15.15 Uhr - Die US-Investmentbank Goldman Sachs zieht sich aus Russland zurück. Goldman Sachs werde sein Geschäft im Einklang mit den regulatorischen Bedingungen abwickeln, teilt die Wall-Street-Bank mit.

15.00 Uhr - Die Europäische Union dämpft ukrainische Hoffnungen auf einen schnellen EU-Beitritt. In einer Erklärung für den informellen EU-Gipfel in Versailles, die der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorlag, ist eher von einer engeren Anbindung die Rede. Man wolle unabhängig von einer Beitrittsprüfung die Beziehungen stärken und die Partnerschaft mit dem Land vertiefen, heißt es in dem Entwurf.

Russlands Finanzminister Anton Siluanow zufolge ist das vordringliche Ziel bei den Wirtschaftshilfen die Stabilisierung des Finanzsystems. Russland werde die externen Schulden in Rubel begleichen, sagt er. Man sei bereit, die Dividenden-Politik der Banken zu korrigieren, um ihre Kapitalbasis zu sichern.

Russland arbeitet nach Aussage von Ministerpräsident Michail Mischustin wegen der westlichen Sanktionen an Wirtschaftshilfen. So sei über Maßnahmen zur Unterstützung des Bausektors diskutiert worden, sagt er. Besondere Aufmerksamkeit gelte dem Agrarsektor. Die Regierung sei sich darüber im klaren, wie groß die Transformation sei, die vor dem Land liege.

14.45 Uhr - Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder soll der Nachrichtenwebsite Politico zufolge heute Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau treffen. Dies sei Teil von Vermittlungsbemühungen, um den Krieg in der Ukraine zu beenden, heißt es unter Berufung auf Insider.

Infrastruktur und Eigentum im Wert von mindestens 100 Milliarden Dollar wurden bisher durch die russischen Angriffe zerstört, wie Oleg Ustenko, Wirtschaftsberater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, sagt. Die Hälfte der Unternehmen in der Ukraine hätten den Betrieb eingestellt, die andere Hälfte arbeite unter ihrer Kapazität.

14.30 Uhr - Russland untersagt die Ausfuhr von einigen forstwirtschaftlichen Produkten an "unfreundliche Staaten". Die Regelung gelte bis Ende des Jahres, teilt das Wirtschaftsministerium in Moskau mit.

14.15 Uhr - Russland erwägt einem Medienbericht zufolge, Getreideausfuhren an einige ehemalige Staaten der Sowjetunion auszusetzen. Im Gespräch sei ein Zeitraum vom 15. März bis zum 31. August, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax Insider. Zudem sei ein vorübergehender Stopp von Zucker-Exporten außerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion möglich.

13.45 Uhr - Die britische Regierung ist nach den Worten von Außenministerin Liz Truss sehr besorgt über einen möglichen russischen Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine. Es wäre ein schwerer Fehler von Präsident Wladimir Putin, dies zu tun, sagt sie dem Sender CNN.

13.30 Uhr - Westlichen Unternehmen, die wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine das Land verlassen, droht nun eine Verstaatlichung ihrer Betriebe und Produktionsstätten. Die Firmen würden "praktisch ihre Kollektive ihrem Schicksal" überlassen, sagte der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew am Donnerstag. Die russische Regierung arbeite deshalb an Schritten, um eine Insolvenz der Unternehmen und dann eine Nationalisierung des Besitzes in die Wege zu leiten, sagte der Vize-Chef des russischen Sicherheitsrates. Vorrangige Aufgabe sei, dass die Menschen nicht auf der Straße landeten.

Der polnische Präsident Andrzej Duda nennt es barbarisch, wenn Bomben auf Krankenhäuser abgeworfen und Zivilisten getötet werden. Das sei Völkermord, sagt er.

13.00 Uhr - Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge sind beim Angriff auf eine Geburtsklinik in Mariupol drei Menschen getötet worden. Darunter sei ein Kind, sagt er in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Die Behauptung Russlands, dass sich in der Klinik keine Menschen befunden hätten, sei nicht wahr. "Wie immer lügen sie selbstbewusst", sagt Selenskyj.

Russland gibt ein Ausfuhrverbot für Güter aus mehreren Branchen bis Ende des Jahres bekannt. Dazu gehörten Technologie, Telekommunikation, Medizin, Fahrzeuge, Landwirtschaft und elektrische Ausrüstung, teilt die Regierung mit.

12.45 Uhr - Das litauische Parlament verschärft wegen Russlands Invasion in der Ukraine den Ausnahmezustand. Die Polizei erhält demnach die Befugnis, den Zugang zu Medien für bis zu 72 Stunden zu sperren, falls "Desinformation", "Kriegspropaganda" und "Aufstachelung zum Hass" im Zusammenhang mit der Invasion vorliegen. Die Regelung gilt zunächst bis zum 20. April. Litauen hatte den Ausnahmezustand am 24. Februar nur wenige Stunden nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine begonnen. Als ehemalige Sowjetrepublik befürchtet das heutige EU- und Nato-Mitglied, wie die Ukraine ins Visier Russlands zu geraten.

12.30 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz und der französische Präsident Emmanuel Macron haben mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin über die Lage in der Ukraine beraten. Das teilen alle drei Seiten mit. Scholz und Macron hätten auf eine sofortige Waffenruhe gedrungen, erklären das französische Präsidialamt und ein Sprecher der Bundesregierung. Jede Lösung des Krieges in der Ukraine müsse durch Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine erreicht werden, hätten Macron und Scholz in dem Telefonat erklärt. Die drei Politiker hätten beschlossen, in den kommenden Tagen in engem Kontakt zu bleiben, heißt es in Berlin.

Dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu zufolge konnten von den russisch-ukrainischen Gesprächen keine Wunder erwartet werden. Das wichtigste Ergebnis des von ihm vermittelten Treffens zwischen dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba und dessen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow sei, dass ein Kontakt hergestellt worden sei. Cavusoglu beschreibt das Gespräch trotz aller Schwierigkeiten als zivil. Niemand sei laut geworden, sagt er.

12.15 Uhr - Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko trifft einem Medienbericht zufolge den russischen Präsidenten Wladimir Putin am Freitag in Moskau. Themen des Gesprächs seien unter anderem die Situation in der Ukraine und der Region sowie eine wirtschaftliche Zusammenarbeit angesichts der Sanktionen, meldet die staatliche belarussische Nachrichtenagentur Belta.

12.00 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird einer Zeitung zufolge am Freitag zum Bundesrat sprechen. Selenskyj werde per Video in die Sitzung zugeschaltet, berichtet "Bild" vorab unter Berufung auf Regierungskreise. Dies sei ein bislang einmaliger Vorgang in der Geschichte der Länderkammer.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow rechnet nach eigenen Angaben nicht damit, dass es zu einem Atomkrieg kommen wird. "Ich will nicht glauben, und ich glaube nicht, dass ein Atomkrieg beginnen wird", sagt er nach Beratungen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba im türkischen Antalya. Gerüchte über einen möglichen Angriff Russlands auf die baltischen Staaten, die wie die Ukraine früher Sowjetrepubliken waren, nennt Lawrow "alte Falschmeldungen".

11.40 Uhr - Ein Hilfskonvoi für Mariupol muss wieder umkehren, bevor er die eingekesselte Stadt im Süden der Ukraine erreicht hat. Der Grund dafür sei anhaltender Beschuss, teilt die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk mit. Mit dem Konvoi sollten Zivilisten aus der Stadt und in Sicherheit gebracht werden. Der Stadtrat von Mariupol berichtet in einem Post in den sozialen Medien von russischem Beschuss: "Bomben schlagen in Häusern ein."

11.30 Uhr - Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba fordert von Russland, seine Truppen von den Gas- und Atomanlagen in der Ukraine wieder abzuziehen. Das habe er in seinem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow erklärt, sagt Kuleba nach den Beratungen der beiden im türkischen Antalya. Die Ukraine habe bis zum Einmarsch der russischen Truppen keine Probleme mit der Atomsicherheit gehabt.

11.00 Uhr - Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat nach eigenen Worten bei seinem Gespräch mit seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba auf die bereits vorgelegten Vorschläge seines Landes verwiesen. Man wolle dazu eine Antwort haben, sagt Lawrow nach dem Treffen. Zudem sei über humanitäre Fragen gesprochen worden.

Die Ukraine ist nach den Worten ihres Außenministers Dmytro Kuleba bereit, sich auch weiterhin für eine Beendigung des Krieges zu engagieren. Das Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow im türkischen Antalya nennt Kuleba leicht und schwierig zugleich - leicht, weil Lawrow an seiner traditionellen Rhetorik festgehalten habe, schwierig, weil er selbst sein Bestes gegeben habe. Die schwierigste Situation sei derzeit in Mariupol, sagt Kuleba weiter. Er hoffe, dass Russland Fluchtkorridore für Mariupol erlauben werde.

Der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge sind inzwischen 2,3 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Darunter seien mehr als 112.000 Bürger von Drittstaaten, teilt die UN-Behörde auf ihrer Website  mit. Vor dem Krieg lebten in der Ukraine etwa 44 Millionen Menschen.

10.45 Uhr: Die zum Google-Mutterkonzern Alphabet gehörende Videotochter YouTube wie auch die App-Plattform Google Play setzen alle zahlungspflichtigen Dienste in Russland aus. Dazu gehörten jegliche Abonnements, teilt der US-Konzern mit. Erst kürzlich hatte Google und YouTube aufgehört, Online-Werbung in Russland zu verkaufen.

10.30 Uhr - Die britische Regierung hat den Eigentümer des englischen Fußball-Clubs FC Chelsea, Roman Abramowitsch, und sechs weitere russische Oligarchen auf die Sanktionsliste gesetzt. Unter anderem sei auch der Chef des russischen Ölriesen Rosneft, Igor Sechin, auf die Sanktionsliste gesetzt worden und ihr und ihr Vermögen eingefroren worden, teilt die Regierung mit. Abramowitsch hatte vergangene Woche angekündigt, den FC Chelsea verkaufen zu wollen.

10.15 Uhr - China hat sich laut der russischen Flugsicherheitsbehörde Rosawiazia geweigert, russische Fluggesellschaften mit Ersatzteilen für Flugzeuge zu versorgen. Man werde versuchen, Ersatzteile aus anderen Ländern wie Indien oder der Türkei zu beschaffen, zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax einen Sprecher der Behörde.

10.00 Uhr - Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko schickt Experten zum ukrainischen AKW Tschernobyl, um dessen Stromversorgung sicherzustellen. Das meldete die belarussische Nachrichtenagentur Belta. Die Ukraine hat am Mittwoch erklärt, wegen der gekappten Stromleitung zwischen Kiew und dem AKW bestehe die Gefahr, dass die Brennelemente nicht mehr gekühlt werden und Radioaktivität austreten könnte. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA erklärte, der Stromausfall habe keine kritischen Folgen für die Sicherheit.

09.30 Uhr - Das Treffen zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba in der Türkei hat begonnen. Das teilt die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, Reportern mit. Fotos, die Sacharowa verbreitet, zeigen die beiden Außenminister, wie sie sich einander gegenüber sitzen. Die Begegnung wurde vom türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu vermittelt. Die Türkei, die Nato-Mitglied ist, unterhält gute Beziehungen zu beiden Kriegsparteien und hat sich wiederholt als Vermittler angeboten.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sieht im Krieg in der Ukraine den Beweis für die Dringlichkeit einer weiteren Annäherung der Staaten des westlichen Balkans an die Europäische Union. "Wir wollen gemeinsam im europäischen Haus zusammen leben", sagt Baerbock bei einem Besuch in Sarajevo. "Dieses Land gehört zu Europa", fügt sie mit Blick auf Bosnien-Herzegowina hinzu. Dafür müsse künftig gemeinsamer und intensiver gearbeitet werden.

09.00 Uhr - In der Ukraine sollen an diesem Tag sieben Fluchtkorridore für die Zivilbevölkerung geöffnet werden. Darunter sei auch Mariupol, sagt die stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk. Die Hafenstadt liegt im Süden der Ukraine am Asowschen Meer. Russische Truppen haben sie eingekesselt und unter Beschuss genommen.

08.30 Uhr - Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hofft auf eine Vereinbarung einer Waffenruhe bei den Gesprächen zwischen den Außenministern der Ukraine und Russlands in der Türkei. "Hauptsache, dass eine allumfassende Waffenruhe eingeführt wird", sagt er im ZDF-Morgenmagazin.

07.45 Uhr - Mehr als 10.000 Menschen sind am Mittwoch nach ukrainischen Angaben aus Städten und Dörfern rund um die Hauptstadt Kiew evakuiert worden, teilte der Gouverneur der Region Kiew, Oleksiy Kuleba, im Lokalfernsehen mit.

Der lange russische Militärkonvoi nordwestlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach britischer Darstellung in der vergangenen Woche nur langsam vorangekommen. Zudem erleide er anhaltend Verluste, erklärt das Verteidigungsministerium in London. Da die Zahl der Opfer zunehme, werde der russische Präsident Wladimir Putin gezwungen sein, aus den russischen Streitkräften und anderen Quellen zu schöpfen, um die Verluste zu ersetzen. Es habe in den vergangenen Tagen auch einen bemerkenswerten Rückgang der gesamten Aktivität der Luftwaffe über der Ukraine gegeben.

07.15 Uhr - Der Exekutivrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) genehmigt die Notfinanzierung in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar für die Ukraine. "Die russische Militärinvasion in der Ukraine hat zu einer massiven humanitären und wirtschaftlichen Krise geführt", sagt die geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgiewa. Die Hilfen sollen dringende Ausgaben decken und die wirtschaftlichen Auswirkungen der russischen Militärinvasion mildern. Nach Beendigung des Krieges werde die Ukraine wahrscheinlich weitere "umfangreiche Unterstützung" benötigen.

07.00 Uhr - Russland weist die Vorwürfe der Ukraine, ein Kinderkrankenhaus angegriffen zu haben, zurück. Die Behauptungen seien "Fake News", sagt Dmitri Poljanskii, stellvertretender Abgesandter Russlands bei den Vereinten Nationen. Das Gebäude sei früher eine Entbindungsklinik gewesen, die vom Militär übernommen worden sei und aus der Ukrainer geschossen hätten. "So entstehen Fake News", twittert er. Nach ukrainischen Angaben hat Russland während einer geplanten Waffenruhe ein Kinderkrankenhaus in der umzingelten Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine bombardiert.

05.00 Uhr - Nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist der Angriff auf ein Kinderkrankenhaus in der Hafenstadt Mariupol ein Beleg für einen Völkermord Russlands in der Ukraine. Die Bombardierung des Kinderkrankenhauses sei "ein Beweis dafür, dass ein Völkermord an den Ukrainern stattfindet", sagt Selenskyj in einer Fernsehansprache. "Was ist das für ein Land, die Russische Föderation, das Angst vor Krankenhäusern hat, Angst vor Entbindungskliniken hat und sie zerstört?" Der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow, sagt auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters: "Die russischen Streitkräfte schießen nicht auf zivile Ziele."

04.30 Uhr - Das US-Repräsentantenhaus verabschiedet den 1,5 Billionen Dollar schweren Bundeshaushalt, der 13,6 Milliarden Dollar an Hilfen für die Ukraine vorsieht. Nun muss der Senat zustimmen, bevor an diesem Freitag die Finanzierung der US-Behörden ausläuft und damit es nicht zum sogenannten Shutdown kommt, einem Stillstand in der Verwaltung.

03.30 Uhr - Der Bergbauriese Rio Tinto zieht sich infolge des russischen Einmarschs in der Ukraine aus Russland zurück. "Rio Tinto ist dabei, alle Geschäftsbeziehungen zu russischen Unternehmen zu beenden", sagt ein Konzern-Sprecher. Auf Nachfrage von Reuters, ob weiterhin russischer Brennstoff und andere Produkte über Dritte bezogen werden, antwortet Rio zunächst nicht. Zuvor hieß es aus Führungskreisen, dass Rio nach alternativen Brennstoffquellen für seine mongolischen Kupferbetriebe in Oyu Tolgoi suche, aber nicht glaube, dass es den Kauf aus Russland ganz einstellen könne.

02.30 Uhr - US-Präsident Joe Biden will nach Angaben des US-Präsidialamts am Donnerstag mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Russland-Krieg telefonieren. Erdogan hatte angeboten, als Vermittler zwischen der Ukraine und Russland zu fungieren. Ein erstes Treffen auf Regierungsebene seit Ausbruch der Kämpfe ist nach türkischen und russischen Angaben zwischen den Außenministern aus Kiew und Moskau, Dmytro Kuleba und Sergej Lawrow, für Donnerstag in Antalya angesetzt.

Mit Nachrichtenagenturen