Ukraine-Newsblog Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind bereits aus der Ukraine geflohen ++ USA und EU beraten über Importstopp für russisches Öl

Russische Truppen setzen ihre Angriffe auf ukrainische Städte fort. Weltweit protestieren Menschen gegen die Invasion. DIe US-Regierung berät mit der EU über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland. Die News zum Ukraine-Krieg.
Weltweite Proteste: In vielen Ländern protestieren Menschen gegen den russischen Einmarsch in die Ukraine

Weltweite Proteste: In vielen Ländern protestieren Menschen gegen den russischen Einmarsch in die Ukraine

Foto: Ahn Young-joon / AP

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Die wichtigsten Ereignisse am Sonntag:

  • Beratungen über Importstopp für russisches Öl

  • Evakuierungen in Mariupol erneut gescheitert

  • Größte Flüchtlingsbewegung in Europa seit dem 2. Weltkrieg

16.00 Uhr - Die US-Regierung berät mit ihren europäischen Verbündeten laut Außenminister Antony Blinken über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland. "Wir sprechen jetzt mit unseren europäischen Partnern und Verbündeten, um auf koordinierte Weise die Aussicht auf ein Verbot der Einfuhr von russischem Öl zu prüfen", sagte Blinken dem Sender CNN. Die Debatte gehe auch darum, sicherzustellen, "dass auf den Weltmärkten weiterhin ein angemessenes Angebot an Öl besteht. Das ist eine sehr aktive Diskussion."

15.15 Uhr - In der Ukraine ist ein zweiter Versuch gescheitert, die Bewohner der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol in Sicherheit zu bringen. "Inmitten verheerender Szenen menschlichen Leids in Mariupol ist heute ein erneuter Versuch, mit der Evakuierung von rund 200.000 Menschen aus der Stadt zu beginnen, gestoppt worden", erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

14.50 Uhr - Die ukrainische Notenbank lockert die mit der russischen Invasion erlassenen Einschränkungen im Handel mit Fremdwährungen. Es werde nunmehr erlaubt, auf dem ukrainischen Interbankenmarkt Devisen zu kaufen, um damit strategisch wichtige Importgüter zu bezahlen. Zu solchen Einfuhren gehören unter anderem Öl, Kohle, Medikamente und Blutkonserven.

14.30 Uhr - Italien will zur Sicherung von Gaslieferungen die Beziehungen zum Golfstaat Katar festigen. "Ich bin wirklich erfreut, dass die katarischen Behörden mir heute bestätigt haben, dass sie sich bemühen, die Energie-Partnerschaft mit Italien zu verstärken"», sagte Italiens Außenminister Luigi Di Maio in der katarischen Hauptstadt Doha.

14.17 Uhr - Die Zahl der Festnahmen bei Protesten in Russland wächst laut den Beobachtern weiter. Inzwischen habe die Polizei mehr als 2000 Menschen bei Kundgebungen in Städten im ganzen Land in Gewahrsam genommen, teilt die Menschenrechtsorganisation OVD mit. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

13.45 Uhr - Der russische Präsident Wladimir Putin führt Gespräche mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron. Das berichtete das russische Staatsfernsehen. Putin hatte zuvor bereits mit Tayyip Erdoğan gesprochen – der türkische Präsident forderte Putin auf, einen Waffenstillstand in der Ukraine zu erklären.

13.25 Uhr - Offenbar ist auch der zweite Evakuierungsversuch in Mariupol gescheitert. Kremltreue Separatisten und ukrainische Sicherheitskräfte beschuldigten sich gegenseitig, es nicht geschafft zu haben, einen humanitären Korridor aus der von den Invasionstruppen umzingelten Großstadt zu schaffen.

13.01 Uhr - Papst Franziskus hat angesichts des Krieges in der Ukraine ein Ende der Angriffe gefordert. "Ich danke allen, die gerade Flüchtlinge aufnehmen, und ich flehe vor allem darum, dass die bewaffneten Angriffe aufhören und die Verhandlungen und der gesunde Menschenverstand obsiegen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Petersplatz in Rom.

12.20 Uhr - Die Ratingagentur Moody's senkt ihre Bewertung der Kreditwürdigkeit Russlands weiter auf "Ca" und behält den negativen Ausblick bei. Als Grund für die Herabstufung nennt Moody's "ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Bereitschaft und Fähigkeit Russlands, seine Schuldenverpflichtungen zu begleichen". Am Donnerstag hatte Moody's das Rating bereits um sechs Stufen zurückgenommen.

11.44 Uhr - Russisches Gas fließt nach Angaben des Staatskonzerns Gazprom weiter im normalen Umfang über die Ukraine nach Westen. Das meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Konzernsprecher: "Gazprom führt die Lieferung von russischem Gas für den Transit durch das Territorium der Ukraine im regelmäßigen Regime und entsprechend den Anforderungen der europäischen Verbraucher aus".

11.30 Uhr - Mehr als 1,5 Millionen Menschen haben in den vergangenen zehn Kriegstagen die Ukraine verlassen und sind in die Nachbarländer geflohen. Der Exodus sei laut UN die am raschesten wachsende Flüchtlingsbewegung in Europa seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

11.15 Uhr - Die russischen Truppen bereiten nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Bombardierung von Odessa vor. Die Stadt liegt am Schwarzen Meer westlich der von Russland annektierten Halbinsel Krim. "Raketen auf Odessa? Das wird ein Kriegsverbrechen sein", sagt Selenskyj in einer Fernsehansprache.

10.30 Uhr - In Polen sind nach Angaben des Grenzschutzes seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine rund 922.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland eingetroffen. Allein am Samstag hätten 129.000 Menschen die Grenze passiert, teilte die Behörde am Sonntag mit. Am Sonntag seien es bereits bis zum Morgen knapp 40.000 gewesen.

10.10 Uhr - In zahlreichen europäischen Städten sind zehntausende Menschen gegen Russlands Krieg in der Ukraine auf die Straßen gegangen. In Paris und Zagreb kamen mehrere tausend Menschen zusammen, aus Hamburg und Zürich wurden jeweils zehntausende Demonstranten gemeldet, und in Rom nahmen Tausende an einem Friedenszug teil.

09.55 Uhr - Die Zugverbindung von St. Petersburg nach Helsinki ist für Russen eine der letzten Möglichkeiten, in die EU zu gelangen, nachdem wegen der Ukraine-Invasion der europäische Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt wurde. Russen, die in der EU arbeiten oder studieren, ergreifen diese Chance – die Züge sind für die nächsten Tage ausgebucht.

09.30 Uhr - Die humanitäre Situation in der seit Tagen unter russischem Beschuss stehenden südukrainischen Hafenstadt Mariupol ist nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen "katastrophal". Der Notfallkoordinator sagte, die Lage in der Großstadt verschlimmere sich »von Tag zu Tag«. Es sei "unerlässlich", dass die Zivilbevölkerung über einen humanitären Korridor aus der Stadt geholt werde.

09.15 Uhr - Die beiden weltgrößten Kreditkartenanbieter suspendieren ihre Geschäfte mit Russland: Von russischen Banken ausgestellte Visa- und Mastercards werden nicht mehr unterstützt. Russische Banken spielen die Folgen für ihre Kunden herunter.

09.05 Uhr - Nachdem ein Versuch am Samstag abgebrochen werden musste, sollen am Sonntag offenbar erneut Menschen aus der belagerten Stadt Mariupol gebracht werden. Das teilte zumindest die Stadtverwaltung auf Telegram mit. Demnach soll die Evakuierung um 11 Uhr starten. Bis 20 Uhr soll dafür eine Feuerpause eingehalten werden.

09.00 Uhr - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mindestens sechs Attacken auf Einrichtungen des Gesundheitswesens in der Ukraine verifiziert. "Attacken auf Gesundheitseinrichtungen brechen die Neutralität der medizinischen Versorgung und sind Verletzungen des internationalen Völkerrechts", schrieb WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf Twitter.

08.45 Uhr - Nach Ansicht der ukrainischen Armee plant Russland, den Damm des Wasserkraftwerks Kaniw einzunehmen. Das teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mit. Der Damm liegt rund 150 Kilometer südlich von Kiew am Fluss Dnipro. Bisher haben russische Truppen mehrere Einrichtungen der Energie-Infrastruktur zerstört oder eingenommen, darunter das größte Kernkraftwerk Europas in Saporischschja.

Mit Nachrichtenagenturen