Ukraine-Newsblog Einigung auf "humanitäre Korridore" ++ Unkomplizierte Aufnahme von Flüchtlingen in der EU

Russland will ukrainischen Zivilisten den sicheren Weg aus der Ukraine ermöglichen. Die EU-Staaten einigen sich, Kriegsflüchtlinge schnell und unkompliziert aufzunehmen. Die News.
Flucht aus der Ukraine: Ein langwieriges Asylverfahren ist vorerst nicht nötig.

Flucht aus der Ukraine: Ein langwieriges Asylverfahren ist vorerst nicht nötig.

Foto: ARKADY BUDNITSKY / EPA

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Das Wichtigste in Kürze

  • Russland und die Ukraine einigen sich in Belarus auf die Schaffung humanitärer Korridore

  • Weitere Verhandlungsrunde geplant

  • Ölkonzern Lukoil fordert Ende des Kriegs

19.30 Uhr - In der zweiten Verhandlungsrunde haben sich Russland und die Ukraine auf die Schaffung humanitärer Korridore in besonders umkämpften Gebieten der Ukraine verständigt. Das sagten Vertreter beider Seiten am Donnerstag nach dem Treffen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak sagte der belarussischen Agentur Belta zufolge, "Anfang kommender Woche" solle es eine dritte Verhandlungsrunde geben. Er betonte zugleich, dass bei dem Treffen im belarussisch-polnischen Grenzgebiet einige erhoffte Ergebnisse nicht erreicht worden seien.

Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski sprach von einer "möglichen vorübergehenden Einstellung der Feindseligkeiten" in den entsprechenden Gebieten für den Zeitraum der Evakuierung. Podoljak sagte, die "humanitären Korridore" sollten auch genutzt werden, um die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. Eine flächendeckende Waffenruhe ist offenbar nicht geplant. "Das heißt, nicht überall, aber an den Orten, an denen es diese humanitären Korridore geben wird, wird es möglicherweise für die Dauer der Durchführung dieser Operation eine Feuerpause geben", sagte Podoljak.

18.50 Uhr - Nach Einschätzung aus US-Verteidigungskreisen sind bislang 90 Prozent der zuvor an der Grenze zur Ukraine versammelten russischen Truppen in das Land vorgerückt. Das sagte ein hochrangiger US-Verteidigungsbeamter in Washington. Die Tatsache, dass jeden Tag mehr Kräfte nachrückten, sei aber keinesfalls so zu deuten, "dass ihre Kampfkraft innerhalb der Ukraine so weit geschwächt ist, dass sie das Gefühl haben, dass ihnen der Saft ausgeht". Russland stünden weiter immense militärische Ressourcen zur Verfügung.

18.25 Uhr - Das ukrainische Militär geht nach eigenen Angaben davon aus, dass belarussische Truppen bereits den Befehl zur Überquerung der Grenze erhalten haben. Präsident Alexander Lukaschenko hat zuletzt erklärt, sich nicht an dem russischen Einsatz in der Ukraine beteiligen zu wollen.

17.45 Uhr - Mit Lukoil hat sich das erste große russische Unternehmen öffentlich für ein Ende des Kriegs in der Ukraine ausgesprochen. Man fordere ein schnelles Ende des bewaffneten Konflikts, heißt es in einer auf der Website des zweitgrößten Ölkonzerns Russlands veröffentlichten Mitteilung.

17.30 Uhr - Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock hat nach eigenen Angaben den Kauf aller russischen Wertpapiere für seine passiven Index-Fonds wie auch die aktiv verwalteten Produkte ausgesetzt. Der Schritt sei bereits am Montag erfolgt, heißt es in einer Erklärung. "Wir haben uns auch proaktiv bei unseren Indexanbietern dafür eingesetzt, russische Wertpapiere aus breit angelegten Indizes zu entfernen."

17.00 Uhr - Die EU-Staaten haben sich darauf verständigt, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine schnell und unkompliziert aufzunehmen. Dies teilte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson auf Twitter  mit. Sie sprach von einer historischen Entscheidung. Die EU-Kommission hatte auf Bitten der EU-Staaten vorgeschlagen, für den schnellen und unbürokratischen Schutz der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine erstmals eine Richtlinie für den Fall eines »massenhaften Zustroms« von Vertriebenen in Kraft zu setzen. Der Schutz gilt zunächst für ein Jahr, kann jedoch um insgesamt zwei weitere Jahre verlängert werden. Ein langwieriges Asylverfahren ist dafür nicht nötig, jedoch besteht das Recht, einen Asylantrag zu stellen, weiter.

16.45 Uhr - Nahe der südukrainischen Hafenstadt Odessa ist ein ausländisches Frachtschiff offenbar nach Beschuss gesunken. Die "Helt", die einem estnischen Unternehmen gehört und unter panamaischer Flagge fuhr, sei unter der Wasserlinie getroffen worden und dann vom Radar verschwunden, teilte die ukrainische Hafenverwaltung mit. Die »Helt« gehört der im estnischen Tallinn ansässigen Charterfirma »Vista Shipping Agency«. Die Gründe für die Explosion sind noch unklar. Laut Eigner könnte das Frachtschiff auf eine Mine aufgelaufen sein. Der Vorfall ereignete sich rund 20 Seemeilen vor der ukrainischen Küste im Schwarzen Meer.

16.17 Uhr - Die zweite Runde der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über eine Waffenruhe hat begonnen. Das belarussische Staatsfernsehen zeigte am Nachmittag Aufnahmen, wie die beiden Delegationen an einem Tisch Platz nahmen. Die Vertreter der Ukraine und von Russland schüttelten sich die Hände. Das Treffen findet im Westen des Nachbarlandes Belarus statt. Ursprünglich war mit der zweiten Runde der Gespräche bereits am Mittwochabend gerechnet worden. Zuvor hatten beide Seiten ihre Bereitschaft für ein neues Treffen bestätigt.

16.00 Uhr - Nach einer Reihe von anderen Unternehmen stellt auch Ikea bis auf Weiteres seinen Betrieb in Russland ein. Dasselbe gilt für die Geschäfte in Belarus, wie am Donnerstag aus einer Konzernmitteilung des schwedischen Möbelriesen hervorging. Betroffen von dem Entschluss sind demnach 15.000 Ikea-Angestellte. Der Ukraine-Krieg habe bereits enorme menschliche Auswirkungen gehabt, zugleich führe er zu ernsthaften Störungen der Lieferketten und Handelsbedingungen, erklärte Ikea. Aus all diesen Gründen hätten die Unternehmensgruppen beschlossen, den Ikea-Betrieb in Russland vorübergehend einzustellen.

15.30 Uhr - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die Energielieferungen aus Russland verteidigt und auf die Energiesicherheit im Land verwiesen. Er sage "mit großem Bedauern", dass Deutschland "von russischen Energieimporten abhängig ist". Die Regierung strebe an, "so schnell wie möglich unabhängig davon zu werden". Das, was in den vergangenen zehn bis 15 Jahren "bewusst aufgebaut wurde", nämlich die Abhängigkeit von Russland noch zu erhöhen, könne "nicht in wenigen Tagen oder drei Monaten komplett verändert werden", betonte Habeck. Die Energiezufuhren aus Russland würden benötigt, um Energiesicherheit und Preisstabilität in Deutschland herzustellen. Es gehe auch darum, die soziale Stabilität in Deutschland zu gewährleisten, fuhr der Minister fort.

14.25 Uhr - Der kremlnahe und vom Westen mit Sanktionen belegte russische Oligarch Oleg Deripaska hat zu einem Ende des Krieges in der Ukraine aufgerufen. "Frieden ist sehr wichtig!", schrieb der Multimilliardär in seinem Nachrichtenkanal auf Telegram. Es sei verrückt, die Verhandlungen für einen Frieden weiter hinauszuzögern, meinte er. Die russische Delegation wartet nach eigenen Angaben in Belarus auf die ukrainischen Vertreter, um Gespräche zu führen.

13.50 Uhr - Die britische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt BBC hat angesichts russischer Angriffe auf digitale Infrastruktur in der Ukraine zwei Kurzwellen-Frequenzen für den BBC World Service reaktiviert. Das Radio-Programm werde für vier Stunden täglich in der Ukraine verfügbar sein, teilte die BBC am Mittwochabend mit. Gleichzeitig registrierte die BBC einen erheblichen Anstieg der Zugriffszahlen auf ihre russischsprachige Webseite auf 10,7 Millionen Menschen innerhalb einer Woche – im Vergleich zu 3,1 Millionen Menschen im Vorjahreszeitraum.

Angesichts von grassierender Desinformation und Propaganda gebe es ein klares Bedürfnis für faktische und unabhängige Nachrichten, denen die Menschen trauen könnten, erklärte BBC-Generaldirektor Tim Davie. "Millionen Russen wenden sich der BBC zu." Man werde den Menschen in Russland weiterhin Zugang zur Wahrheit verschaffen.

13.30 Uhr - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts des Ukraine-Kriegs am Donnerstag erneut mit Kremlchef Wladimir Putin telefoniert. Das bestätigten der Kreml und der Élysée-Palast, zunächst ohne Angaben zum Inhalt. Wie es aus Paris hieß, dauerte das Telefonat am Vormittag eineinhalb Stunden. Im Anschluss habe Macron den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angerufen.

Erst am Vorabend hatte Macron in einer Rede betont, er wolle weiter mit Putin reden. "Wir befinden uns nicht im Krieg mit Russland", sagte Macron. "Ich habe mich dafür entschieden, mit Präsident Putin in Kontakt zu bleiben, und werde dies auch weiterhin tun, so gut ich kann und so viel wie nötig ist, um unermüdlich zu versuchen, ihn davon zu überzeugen, auf Waffengewalt zu verzichten."

12.00 Uhr – Der Höhenflug des Bitcoins ist aus Expertensicht auch auf eine verstärkte Nachfrage aus Russland und der Ukraine zurückzuführen. "Da die Währungen der beiden im Krieg befindlichen Länder unter erheblichem Abgabedruck stehen, versuchen die Menschen in den Krisenregionen, ihr Erspartes mithilfe von Bitcoin in Sicherheit zu bringen", sagt Analyst Sören Hettler von der DZ Bank. Zudem dürften seiner Meinung nach auch Personen, die sich auf den westlichen Sanktionslisten befinden, die Kryptowährung nutzen, um ihr Vermögen vor staatlichem Zugriff zu schützen: "Was kurzfristig für Kurssteigerungen sorgt, könnte langfristig Regulierer auf den Plan rufen."

11.45 UhrVolkswagen setzt sein Russland-Geschäft wegen des Krieges gegen die Ukraine aus. "Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs hat der Konzernvorstand entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland bis auf weiteres einzustellen", teilte der Konzern mit. Auch Exporte ach Russland würden "mit sofortiger Wirkung gestoppt" (Lesen Sie hier mehr dazu) Erst am Mittwoch hatte Mercedes-Benz erklärt, den Export von Autos nach Russland sowie die lokale Fertigung einzustellen.

10.40 Uhr – Die Gespräche zwischen der Ukraine und Russland über eine Waffenruhe könnten um 13 Uhr (MEZ) beginnen. Das meldet die belarussische Nachrichtenagentur Belta unter Berufung auf einen russischen Unterhändler. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagt, die Beratungen würden in Kürze beginnen.

10.00 Uhr – Der Stadtrat von Mariupol wirft Russland "Genozid an der ukrainischen Bevölkerung" vor. Russland halte die Hafenstadt unter kontinuierlichem Beschuss und beschädige seit sieben Tagen vorsätzlich die zivile Infrastruktur. Kaputte Brücken und Gleise machten Evakuierungen und Lieferungen von Versorgungsgütern unmöglich. Die Wasser- und Energieversorgung werde behindert, ebenso wie die Möglichkeit zu heizen. Der Stadtrat fordert die Einrichtung humanitärer Korridore.

09.40 UhrGroßbritannien plant weitere Sanktionen gegen Russland und will russische Unternehmen aus der Luft- oder Raumfahrtindustrie vom Londoner Versicherungsmarkt ausschließen. Den Unternehmen werde der direkte und indirekte Zugang zu Versicherungs- oder Rückversicherungsdienstleistungen mit Sitz in Großbritannien verwehrt, teilt das Finanzministerium mit.

09.20 Uhr - Das chinesische Außenministerium weist Medienberichte über Absprachen zwischen China und Russland vor dem Angriff auf die Ukraine als falsch zurück. Die "New York Times" hatte berichtet, dass ranghohe chinesische Beamte russischen Kollegen Anfang Februar gesagt hätten, nicht vor dem Ende der Pekinger Olympischen Winterspiele in die Ukraine einzufallen. Die Zeitung berief sich unter anderem auf US-Regierungsvertreter.

9.00 Uhr - Der finnische Energiekonzern Fortum tritt nach der Invasion Russlands in der Ukraine in seinem Russlandgeschäft auf die Bremse. "Wir haben alle neuen Investitionsprojekte in Russland bis auf Weiteres gestoppt, und wir werden unser Geschäft mit thermischer Energieerzeugung in Russland weiter reduzieren", sagte Konzernchef Markus Rauramo am Donnerstag. Der Betrieb aller Anlagen laufe derzeit normal, sodass die Verpflichtungen gegenüber den Kunden erfüllt werden könnten. Fortum und die Düsseldorfer Tochter Uniper haben in Russland insgesamt 7000 Beschäftigte. Sie betreiben zwölf Kraftwerke.

8.45 Uhr - Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow, seit Jahren ein Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin analysiert die Sport-Sponsoring-Aktivitäten Russlands, darunter auch das Engagement von Gazprom bei Schalke 04. Russlands Investitionen in dieser Richtung, zum Beispiel auch in die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi und die Fußball-WM 2018, seien Teil von Putins Plan zur "Untergrabung der freien Welt", so Kasparow zur "FAZ". Dem russischen Präsidenten gehe es dabei "nicht um Sport, es geht ihm immer nur um Putin". Es sei Teil seines Netzwerks ebenso wie Chelsea oder Schalke 04 oder diverse Benefizveranstaltungen, sagte Kasparow: "Wie er durch all das Soft Power aufgebaut hat, wird wahrscheinlich als raffinierteste Operation zur Untergrabung der freien Welt in die Geschichtsbücher eingehen."

8.00 Uhr - Auch die Ratingagentur Fitch nimmt die Bewertung russischer Anleihen zurück. Die Agentur setzt Russland gleich um sechs Stufen von BBB auf B nach unten. Eine so starke Abwertung eines einzelnen Staates habe es zuletzt 1997 bei Südkorea gegeben. Gleichzeitig werden die Aussichten "negativ" bewertet, was die Tür zu weiteren Herabstufungen öffnet.

07.30 Uhr - Deutschland will weitere Waffen an die Ukraine liefern. Das Wirtschaftsministerium genehmigte die Abgabe von 2700 Stück Flugabwehrraketen vom Typ "Strela" aus ehemaligen NVA-Beständen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Kreisen des Ministeriums.

07.15 Uhr – Die pro-russischen Separatisten in Donezk drohen mit einem Angriff auf die Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer. Die Stadt könnte gezielt angegriffen werden, sollten die ukrainischen Truppen sich nicht ergeben, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den Separatistenkommandeur Eduard Basurin. Russische und separatistische Truppen haben die Stadt mit ihren 430.000 Einwohnern nach eigenen Angaben eingekesselt.

06.45 Uhr – In den sieben Tagen seit Beginn des russischen Einmarsches sind eine Million Menschen in die Nachbarländer der Ukraine geflohen. Das teilt der Chef des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), Filippo Grandi, auf Twitter mit. "Für viele weitere Millionen in der Ukraine ist es an der Zeit, dass die Waffen schweigen, damit lebensrettende humanitäre Hilfe geleistet werden kann."

06.00 Uhr – Der Chef des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, rechnet laut einem Zeitungsbericht damit, dass die zusätzlichen Verteidigungsausgaben des Bundes von etwa 100 Milliarden Euro schon in wenigen Wochen Wirkung zeigen. Einerseits habe die Industrie Material auf Lager, so dass sie kurzfristig liefern könne. Andererseits könnten Auslieferungen aus Aufträgen anderer Länder teils für die Bundeswehr verfügbar gemacht werden, wenn dazu Einigkeit zwischen Deutschland und dem Partnerland bestehe, sagte Papperger der "Wirtschaftswoche".

"Der Feind versucht, in die Hauptstadt durchzubrechen"

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko

05.45 Uhr – Die japanischen Fluglinien Japan Airlines (JAL) und ANA setzen am Donnerstag alle Flüge von und nach Europa wegen Sicherheitsbedenken aus. "Wir beobachten die Situation ständig, aber angesichts der derzeitigen Lage in der Ukraine und der verschiedenen Risiken haben wir beschlossen, die Flüge zu streichen", sagte ein JAL-Sprecher Reuters. Auf der Website von ANA Cargo heißt es, die Aussetzung der Flüge sei auf die "hohe Wahrscheinlichkeit zurückzuführen, dass der Betrieb aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine Russland nicht überfliegen kann".

05.00 Uhr - In der ukrainischen Hauptstadt Kiew kam es in der Nacht zu Donnerstag zu mehreren schweren Explosionen. Luftalarm wurde ausgelöst, wie die Agentur Unian berichtete. Auf Videos in sozialen Netzwerken waren mächtige Detonationen zu sehen. Ukrainische Medien berichteten von Kämpfen in Vororten der Millionenstadt. Dabei soll ein russisches Flugzeug abgeschossen worden sein. Die Angaben waren nicht unabhängig zu prüfen. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb bei Telegram: "Der Feind versucht, in die Hauptstadt durchzubrechen."

04.50 Uhr – Die US-Ratingagentur Moody's stuft nach dem Einmarsch in die Ukraine die Kreditwürdigkeit Russlands ab. Die Ratingnote wurde wegen der strengen Sanktionen der westlichen Länder auf "B3" von "Baa3" gesenkt, begründet Moody's den Schritt. Moody stuft demnach die Sicherung von Zins und Tilgung als gering ein. Zuvor hatte bereits die Ratingagentur Finch die Bonität Russlands auf Schrottniveau heruntergesetzt.

03.30 Uhr – Der Internetriese Amazon kündigt Hilfen für die Ukraine an. "Wir unterstützen humanitäre Hilfsorganisationen vor Ort mit Geldspenden von Amazon und unseren Mitarbeitern, mit Logistik, um Hilfsgüter zu den Bedürftigen zu bringen", schreibt CEO Andy Jassy auf Twitter. Der Konzern biete auch sein Fachwissen im Bereich der Cybersicherheit an.

02.00 Uhr - Die deutsche Chemie-Industrie bereitet einem Zeitungsbericht zufolge mit Unterstützung des Deutschen Medikamenten-Hilfswerks Action Medeor Hilfslieferungen in die Ukraine vor. Christian Kullmann, Präsident des Verbands der chemischen Industrie (VCI) und Evonik-Chef, und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hätten dies am Dienstag bei einem Treffen vereinbart, schreibt die "Rheinische Post". Evonik selbst werde laut Bericht eine Million Euro spenden. Viele Chemieunternehmen hätten ihre Unterstützung bereits zugesagt.

01.40 Uhr - US-Präsident Joe Biden begrüßt das Votum der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN), Russland für den Einmarsch in die Ukraine zu verurteilen. Die UN-Resolution zeige "das Ausmaß der weltweiten Empörung über den schrecklichen Angriff Russlands auf einen souveränen Nachbarn und demonstriert eine beispiellose weltweite Einheit", sagt Biden.

01.31 UhrEine Militärbeobachterin der Sonderbeobachtungsmission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist am Dienstag während des Beschusses von Charkiw getötet worden. Sie sei ums Leben gekommen, "als sie in einer Stadt, die zu einem Kriegsgebiet geworden ist, Vorräte für ihre Familie besorgte, teilt die OSZE mit.

01.23 Uhr – Die deutsche Softwareriese SAP und sein US-Rivale Oracle setzen eigenen Angaben zufolge alle Aktivitäten in Russland aus. "Wir stellen unsere Geschäfte in Russland im Rahmen der Sanktionen ein und pausieren darüber hinaus alle Verkäufe von SAP-Dienstleistungen und -Produkten in Russland", erklärte SAP-Vorstandschef Christian Klein. Das Unternehmen habe zusätzlich zu einer anfänglichen humanitären Unterstützung von einer Million Euro für die Ukraine "auch angeboten, unsere Büroflächen an Standorten in ganz Europa in Lager und Unterkünfte für Flüchtlinge umzuwandeln." Auch Oracle erklärt auf dem Kurznachrichtendienst, dass das Unternehmen bereits alle Aktivitäten in Russland eingestellt habe. Der ukrainische Minister für digitale Transformation hatte zuvor beide Unternehmen in einem Tweet um Unterstützung gebeten.

01.00 Uhr – Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, rechnet nicht mit einem schnellen Sieg der russischen Armee in der Ukraine. "Ich finde es beachtlich, wie lange die ukrainischen Streitkräfte und die Bevölkerung den Angriffen schon standhalten", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir sehen jetzt, dass Putin seine Folgekräfte in den Krieg führt. Damit wird der vermehrte Einsatz von Luftstreitkräften und Artillerie einhergehen - auch gegen zivile Ziele." Die Moral der ukrainischen Bevölkerung sei enorm, das stütze die Armee.

Charkiw: Die durch russischen Beschuss angerichteten Zerstörungen in der ostukrainischen Stadt sind groß. Eine Militärbeobachterin der Sonderbeobachtungsmission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa wurde getötet, als sie "Vorräte für ihre Familie besorgte", teilte die OSZE mit.

Charkiw: Die durch russischen Beschuss angerichteten Zerstörungen in der ostukrainischen Stadt sind groß. Eine Militärbeobachterin der Sonderbeobachtungsmission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa wurde getötet, als sie "Vorräte für ihre Familie besorgte", teilte die OSZE mit.

Foto: Vyacheslav Madiyevskyy / Ukrinform / IMAGO

00.28 Uhr – Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) geht vor dem Hintergrund des russischen Einmarsches in die Ukraine nach dem Antrag von 39 Mitgliedstaaten möglichen Kriegsverbrechen nach. Die Untersuchung werde unverzüglich eingeleitet und umfasse alle früheren und aktuellen Vorwürfe von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Völkermord, die seit dem 21. November 2013 in irgendeinem Teil des ukrainischen Hoheitsgebiets begangen wurden, sagte der Chefankläger des Haager Gerichtshofs, Karim Khan.

22.30 Uhr: Als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine wurde der russische Milliardär Alisher Usmanow von der EU sanktioniert. Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins "Forbes"  wurde die nun auch seine 156 Meter lange Yacht von deutschen Behörden im Hamburger Hafen beschlagnahmt. Das Schiff im Wert von fast 600 Millionen Dollar ist eines der wertvollsten Besitztümer des Russen. Seit Ende Oktober 2021 befand sich die Megayacht in der Hamburger Werft des deutschen Schiffbauunternehmens Blohm+Voss zur Umrüstung.

22.16 Uhr - Der Online-Musikdienst Spotify gibt die Schließung seines Büros in Moskau bekannt. "Wir sind zutiefst schockiert und traurig über den unprovozierten Angriff auf die Ukraine", heißt es in einer Erklärung.

22.03 Uhr - Die britische Regierung arbeitet einer Zeitung zufolge an Plänen, um den Besitz von russischen Oligarchen im Land beschlagnahmen zu können.

Mit Nachrichtenagenturen