1 Lira für 10 Cent Türkische Lira stürzt immer weiter ab

Die Türkische Lira stürzt am US-Wahltag erneut auf ein Rekordtief. Erstmalig kostete ein Euro am Dienstag 10 Lira. Die wirtschaftlichen und politischen Spannungen befeuern die Inflation in der Türkei.
Entwertung: Die Türkische Lira wird zunehmend billiger

Entwertung: Die Türkische Lira wird zunehmend billiger

Foto: MURAD SEZER / REUTERS

Der Sinkflug der türkischen Lira  nimmt immer dramatischere Ausmaße an. Am Dienstag fiel die Währung abermals auf historische Tiefstände zu Dollar und Euro. Für einen Dollar mussten erstmals mehr als 8,5 Lira gezahlt werden. Ein Euro war erstmalig 10 Lira wert. Im Tageshoch kostete ein Dollar 8,53 Lira, für einen Euro mussten bis zu 10 Lira gezahlt werden.

Die Währung der Türkei leidet seit Längerem unter einem giftigen Gemisch aus wirtschaftlichen und politischen Belastungsfaktoren. Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Konflikte mit den europäischen Nachbarstaaten zuletzt angeheizt. Ökonomisch spricht gegen die Lira vor allem die hohe Inflation im Lande. Die Zentralbank kämpft dagegen zwar an, allerdings eher halbherzig. Der für eine Währung wichtige Realzins - der Leitzins abzüglich der Inflationsrate - ist immer noch negativ. Anleger verlieren also unter dem Strich Geld, wenn sie in die Lira investieren.

Auf der politischen Seite belasten die zahlreichen militärischen Konflikte, in die die Türkei involviert ist, wie in Syrien oder Libyen. Darüber hinaus sind die diplomatischen Beziehungen der Türkei zu zahlreichen westlichen Partnerländern angespannt, etwa zu den USA, Frankreich oder Griechenland. Analysten gehen davon aus, dass es nach einem Wahlsieg des demokratischen Herausforderers Joe Biden in den USA zu weiteren Spannungen zwischen den Regierungen in Ankara und Washington kommen könnte.

cs/dpa-afx/reuters