Mittwoch, 13. November 2019

Klamme Kassen Türkei will Steuern für Immobilien und Hotelübernachtungen erhöhen

Istanbul in der Türkei: Im ersten Halbjahr stieg das Haushaltsdefizit von umgerechnet 8,8 Milliarden Euro vor Jahresfrist auf 13,3 Milliarden Euro

Angesichts klammer Staatskassen plant die Türkei eine Reihe von Steuererhöhungen. Ziel sei es, mehr Mittel bei den "besserverdienenden Gruppen" einzutreiben, heißt es in einem Reuters vorliegenden Gesetzentwurf. Höher besteuert werden sollen neben den Einkommen von Spitzenverdienern auch Topimmobilien, Hotelübernachtungen und digitale Dienstleistungen wie Online-Werbung.

Außerdem soll die Steuer auf den Kauf bestimmter ausländischer Devisen angehoben werden. Sie war im Mai eingeführt worden vor dem Hintergrund des Verfalls der Landeswährung Lira. Deren Kurs soll mit der Abgabe gestützt werden. Sinkt der Außenwert der Lira, verteuern sich dadurch Importe für Unternehmen, und die Kaufkraft der Verbraucher wird belastet. Zugleich erhöhen sich die Schulden der Türkei in Fremdwährungen.

Der Entwurf sieht allerdings zugleich Steuersenkungen für börsennotierte Unternehmen vor. Der Zeitung "Dunya" zufolge ist eine schrittweise Reduzierung des Satzes auf 18 von derzeit 22 Prozent geplant.

Das Gesetz soll noch in dieser Woche dem Parlament vorgelegt werden. Mit den Maßnahmen soll die wirtschaftliche Erholung forciert und gleichzeitig das Staatssäckel gefüllt werden. Im ersten Halbjahr weitete sich das Haushaltsdefizit auf umgerechnet 13,3 Milliarden Euro aus von 8,8 Milliarden vor Jahresfrist.

mg/rtr

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