Sonntag, 16. Juni 2019

Folgen des Wirtschaftseinbruchs Türkische Arbeitslosenquote auf Zehnjahreshoch

Istanbul: Die Jugendarbeitslosigkeit in der Türkei ist auf 26,7 Prozent gestiegen

Die Konjunkturschwäche in der Türkei schlägt immer stärker auf den Jobmarkt durch: Die Arbeitslosenquote stieg zwischen Dezember und Februar auf 14,7 Prozent und damit den höchsten Stand seit fast einem Jahrzehnt, wie das nationale Statistikamt am Montag mitteilte.

In den drei Monaten bis Januar lag der Wert noch bei 13,5 Prozent, zudem wuchs die Jugendarbeitslosigkeit mit 26,7 Prozent nun auf den höchsten Stand seit Beginn der Datenaufzeichnung 2005.

Ende 2018 schrumpfte die türkische Wirtschaft so stark wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen Oktober und Dezember binnen Jahresfrist um drei Prozent. Die Wirtschaft litt vor allem unter den Absturz der heimischen Währung um 30 Prozent. Hintergrund sind auch Unsicherheiten wegen diplomatischer Spannungen mit den USA.

Im dritten Quartal 2018 war die Wirtschaft noch gewachsen. Von einer Rezession sprechen Fachleute, wenn die Wirtschaft zwei Quartale in Folge schrumpft. Sowohl Präsident Tayyip Erdogan als auch sein Schwiegersohn und Finanzminister Berat Albayrak haben erklärt, die Türkei habe die schlimmsten wirtschaftlichen Probleme hinter sich. Albayrak kündigte jüngst einige strukturelle Maßnahmen an, um die Wirtschaft anzukurbeln.


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Türkei-Experte Tatha Ghose von der Commerzbank geht jedoch davon aus, dass die Arbeitslosenquote bis zu einem Anziehen der Konjunktur noch im Juli oder August weiter steigt. "Es wird schlimmer werden, bevor es besser wird."

mg/rtr

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