Erneuter Wechsel im britischen Kabinett Truss ernennt Grant Shapps zum neuen britischen Innenminister

Premierministerin Liz Truss baut ihr Kabinett erneut um. Shapps folgt auf die rechtskonservative Politikerin Suella Braverman, die am Mittwoch ihren Rücktritt erklärt hatte.
Grant Shapps: Gilt als erfahrener Minister

Grant Shapps: Gilt als erfahrener Minister

Foto: Rob Pinney / Getty Images

In einer weiteren drastischen Umbildung ihres Kabinetts hat die britische Premierministerin Liz Truss (47) den früheren Verkehrsminister Grant Shapps (54) zum neuen Innenminister ernannt. Der 54-Jährige folgt auf die rechtskonservative Politikerin Suella Braverman (42), die zuvor ihr wohl erzwungenes Ausscheiden aus der Regierung verkündet hatte.

Braverman erklärte am Mittwoch, sie habe ein offizielles Dokument über ihren persönlichen E-Mail-Account verschickt und damit die Vorschriften der Regierung verletzt. "Ich habe einen Fehler gemacht; ich übernehme die Verantwortung; ich trete zurück", erklärte sie in einem Schreiben an Truss, das auf Twitter veröffentlicht wurde. Sie habe aber auch "ernsthafte Bedenken" bezüglich der Bereitschaft der Regierung, die im Wahlkampf abgegeben Zusagen an die Wähler einzuhalten.

Shapps hatte im innerparteilichen Wahlkampf um die Nachfolge von Ex-Premier Boris Johnson Truss' Rivalen Rishi Sunak unterstützt. Zuvor war er im Kabinett von Boris Johnson Verkehrsminister. Er gilt als erfahrener Minister und überzeugender Kommunikator und ist bereits der zweite Neuzugang in einem der Schlüsselministerien innerhalb einer Woche.

Truss versucht größere Teile der Partei hinter sich zu vereinen

Am Freitag hatte Truss bereits ihren Finanzminister und engen Verbündeten Kwasi Kwarteng entlassen. Sie ersetzte ihn durch den ebenfalls bereits in verschiedenen Ministerrollen erfahrenen Jeremy Hunt.

Sowohl Shapps als auch Hunt gehören zum moderateren Teil der Tory-Partei. Ihre Ernennung gilt daher als Versuch der enorm unter Druck geratenen Truss, größere Teile der Partei hinter sich zu vereinen. Die konservative Regierungschefin kämpft um ihr Amt, nachdem sie mit geplanten Steuererleichterungen ein Finanzchaos ausgelöst hatte und eine Kehrtwende hinlegen musste.

frm/afx/Reuters
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