Dienstag, 16. Juli 2019

Verkehrsstreit mit Deutschland, Staus in Bayern Tirol will Sperrungen und Fahrverbote am Brenner noch verschärfen

Stau auf der Brenner-Autobahn

Die Bahn als Transportmittel kann wegen fehlender Tunnel die Brenner-Autobahn (noch) nicht ersetzen. Weil Österreich die Zahl der abgefertigten Lastwagen aber begrenzt, bilden sich lange Staus. Der Industrieverband BDI warnt vor "wohlstandsgefährdenden Verkehrsbehinderungen".

Der Tiroler Landeschef Günther Platter hat angekündigt, das Land werde unabhängig von künftigen Verhandlungen mit den Nachbarn die Regeln für den Grenzverkehr weiter verschärfen. Ein solches automatisiertes System solle sowohl den Güter- als auch den Personenverkehr betreffen, sagte Platter der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Zum Einsatz kommen soll das System in einem ersten Schritt für den Lkw-Verkehr am Grenzübergang bei Kufstein.

Falls es auf der Inntalautobahn zu einer ernsten Staulage komme, werde es für den Schwerverkehr Geschwindigkeitsreduktionen geben, die bis zum Stillstand reichen könnten. Das System werde derzeit mit dem Autobahnbetreiber Asfinag aufgesetzt.

Zwischen Österreich und Deutschland hat sich in den vergangenen Wochen ein Verkehrsstreit entwickelt. Zuletzt hatte Tirol die deutsche Seite mit Wochenendfahrverboten auf Ausweichrouten und einer Verschärfung der Fahrverbote für bestimmte Lastwagen auf bestimmten Autobahnabschnitten erzürnt. Deutschland bewertete die Wochenendfahrverbote als diskriminierend und drohte eine Klage an.

Platter machte in dem APA-Interview deutlich, dass er "je nach Verkehrsanfall" die zuletzt eingeführten Fahrverbote auf Ausweichrouten ausweiten und die Lkw-Blockabfertigungen über die für dieses Jahr vorgesehenen Tage hinaus durchführen wolle. "Wir brauchen konkrete Gespräche über eine Reduktion des Transitverkehrs. Alles andere ist sinnlos", sagte Platter. "Bevor die Brennerstrecke für Lkw nicht unattraktiver wird und es zu einer signifikanten Reduktion des Umwegtransits kommt, wird es kein Nachgeben bei den Fahrverboten im niederrangigen Straßennetz und bei den Blockabfertigungen geben."

la/dpa

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