Hellas - so geht es weiter Diese dramatischen Tage stehen Griechenland nun noch bevor

Griechenland hat sich das nächste Rettungspaket in Höhe von 80 Milliarden Euro erkämpft. Soll das Geld tatsächlich fließen, muss Athen zahlreiche schmerzhafte Reformen umzusetzen - und die Gläubiger müssen überzeugt sein, dass es Griechenland ernst ist mit dem Umbau des Steuer- und Rentensystems. Das Parlament in Athen hat dafür den Weg schon einmal frei gemacht. In den kommenden Tagen und Monaten geht es für Griechenland daher noch einmal um alles - wie unser Überblick dokumentiert.

Überbrückungsgeld: Sofort

Schuldscheine? Diese Idee hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble als Zwischenfinanzierung für Hellas ins Spiel gebracht

Schuldscheine? Diese Idee hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble als Zwischenfinanzierung für Hellas ins Spiel gebracht

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

Bis das Hilfspaket steht, können noch mehrere Wochen vergehen. Bis dahin müssen Überbrückungskredite Griechenlands Liquidität sicherstellen - unter anderem, damit das Land seine Außenstände bei IWF und EZB begleichen kann. Bis Mitte August sind rund zwölf Milliarden Euro nötig, haben EU-Kommission, EZB und IWF ausgerechnet.

Woher das Geld herkommen soll, ist noch völlig offen. Die Kassen Athens sind leer. Kandidaten sind Schuldscheine (Vorschlag von Wolfgang Schäuble), Profite der EZB oder er europäische Rettungsfonds EFSM.

EZB-Sitzung: Donnerstag, 16. Juli

Abhängig von der EZB: Die Notenbank muss gnädig mit Griechenland sein, um es vor der Pleite zu retten

Abhängig von der EZB: Die Notenbank muss gnädig mit Griechenland sein, um es vor der Pleite zu retten

Foto: YVES HERMAN/ REUTERS

Den Notenbankern um Mario Draghi kommt (mal wieder) eine Schlüsselrolle zu. Die EZB will auch in den kommenden Tagen dafür sorgen, dass die griechischen Banken nicht in die Pleite schlittern und ein griechischer Staatsbankrott verhindert wird. Hellas muss am 20. Juli Anleihen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro plus 700 Millionen Euro Zinsen an die EZB zurückzahlen. An diesem Donnerstag könnte die EZB Wege aufzeigen, wie das möglich wäre.

Denkbar scheinen neue, höhere Notkredite durch die EZB. Außerdem könnte Frankfurt die Grenze anheben, bis zu der Griechenland sich kurzfristig mit Geld versorgen kann.

Am Donnerstag um 10 Uhr telefonieren sich auch die Finanzminister der Euro-Zone zusammen.

Showdown im Bundestag: Freitag, 17. Juli

Keine Formsache: Der Bundestag entscheidet über das nächste Rettungspaket

Keine Formsache: Der Bundestag entscheidet über das nächste Rettungspaket

Foto: Markus Schreiber/ AP

Das neue Rettungspaket für Griechenlang bedarf der Zustimmung mehrerer nationaler Parlamente. So müssen auch die aus dem Urlaub zusammengetrommelten Bundestagsabgeordneten über den von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgehandelten Deal entscheiden. Ein "Ja" gilt als wahrscheinlich, mit wütenden Protesten einzelner Unionsabgeordneter ist aber auch zu rechnen.

Ärger könnte es mit den Parlamenten einiger kleiner Länder geben. So gelten die Parlamentarier in der Slowakei als besonders Griechenland-kritisch. Sie hatten sich bereits gegen das erste Rettungspaket für Athen ausgesprochen.

Tag der Entscheidung: Montag, 20. Juli

Griechenland muss Geld an die EZB zahlen - sonst droht die Pleite

Griechenland muss Geld an die EZB zahlen - sonst droht die Pleite

Foto: AFP

Es ist der Tag, bis zu dem das Überbrückungsgeld aufgetrieben sein muss. Zahlt Griechenland seine EZB-Anleihen nicht zurück, sieht es zappenduster für Hellas aus. Wie es aussieht, wird die EZB Athen aber wieder zur Seite springen. Die Folgen einer Pleite erscheinen einfach zu dramatisch.

Mehr Reformen umsetzen: Mittwoch, 22. Juli

Noch mehr bittere Pillen: Athen stimmt über weitere Reformen ab

Noch mehr bittere Pillen: Athen stimmt über weitere Reformen ab

Foto: Orestis Panagiotou/ dpa

Griechisches Parlament, die zweite: Athen hat sich verpflichtet, nach einer eventuellen Überbrückungsfinanzierung weitere Reformen durchzusetzen. Vor allem soll Griechenland die Bankenunion umsetzen. Darin wird unter anderem die mögliche Abwicklung von Kreditinstituten geregelt. Auch auf die Gerichtsbarkeit kommen neue Zeiten zu. Neue Gesetze sollen Verfahren der Zivilgerichte beschleunigen.

Noch mehr Geld zurück an die EZB: Donnerstag, 20. August

Tag der Entscheidung: Bekommt die EZB ihr Geld zurück?

Tag der Entscheidung: Bekommt die EZB ihr Geld zurück?

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Im Sommer werden die nächsten großen Anleiherückzahlungen fällig. Insgesamt geht es um etwa fünf Milliarden Euro. Wenn die Überbrückungsfinanzierung bis dahin steht, sollte Griechenland das Geld aufbringen können. Die Gefahr einer Staatspleite wäre gebannt - zumindest für drei Jahre hinge Griechenland dann weiterhin am Geld-Tropf der europäischen Nachbarn.

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