Höchstes Niveau seit 2014 Schwedische Zentralbank hebt Zinsen an

Die schwedische Zentralbank hat ihren Leitzins wegen der hohen Inflation auf den höchsten Stand seit 2014 angehoben. Grund dafür sind stark steigende Lebenshaltungskosten.
Strafft die Geldpolitik: Schwedens Notenbank-Chef Stefan Ingves

Strafft die Geldpolitik: Schwedens Notenbank-Chef Stefan Ingves

Foto: Bob Strong / REUTERS

Die schwedische Zentralbank hat ihren Leitzins wegen der hohen Inflation auf den höchsten Stand seit 2014 angehoben. Der Zinssatz steige von 0,25 auf 0,75 Prozent, entschied die Riksbank am Donnerstag in Stockholm. Grund dafür sind stark steigende Lebenshaltungskosten: Die Inflationsrate liegt aktuell mit 7,2 Prozent auf dem höchsten Stand seit drei Jahrzehnten und ist damit weit vom 2-Prozent-Ziel der Währungshüter entfernt. "Das Risiko, dass sich die hohe Inflation in der Preissetzung und Lohnbildung festsetzt, ist gestiegen", begründete die Zentralbank ihre Entscheidung.

Höhere Zinsen machen die Landeswährung attraktiver, wodurch wiederum Importe günstiger zu haben sein können. Zudem werden Kredite für Konsum und Investition teurer, was die Nachfrage und damit ebenfalls den Preisauftrieb dämpfen kann.

Die Riksbank signalisierte daher eine weitere Straffung ihrer Geldpolitik. "Die Prognose lautet, dass der Leitzins weiter angehoben und Anfang nächsten Jahres bei knapp 2 Prozent liegen wird", wie es hieß. Experten gehen davon aus, dass die Notenbank schon nach den Sommerferien noch einmal nachlegen wird. Die Notenbank will 2024 das Inflationsziel von 2 Prozent wieder annähernd erreichen.

Derzeit erhöhen viele Zentralbanken weltweit im Kampf gegen die Inflation ihre Zinsen. Im benachbarten Norwegen wurde erst in der Vorwoche der Leitzins so stark angehoben wie seit 20 Jahren nicht mehr – und zwar von 0,75 auf 1,25 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte im Juli zum ersten Mal seit 2011 ihren Leitzins anheben, und zwar um einen viertel Prozentpunkt. Deren Präsidentin Christine Lagarde (66) hatte zudem signalisiert, im September einen größeren Schritt nach oben folgen zu lassen. Kritiker werfen den Frankfurter Währungshütern vor, zu spät dran zu sein.

Bereits im April hatte die Zentralbank ihren Leitzins angehoben, damals um 0,25 Punkte. Vorher hatte der Leitzins gut zwei Jahre bei null gelegen.

sio/Reuters, dpa
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