Ukraine-Newsblog 19.000 Flüchtlinge aus Ukraine in Rumänien eingetroffen

Werden die Ukraine und Russland miteinander verhandeln? Angeblich sei nur der Ort strittig. Derweil verhängt die EU Sanktionen gegen Russlands Präsidenten und seinen Außenminister. Die russische Zentralbank interveniert und versucht den Rubel-Absturz zu bremsen.
Mit Sanktionen belegt: Russlands Präsident Wladimir Putin und sein Außenminister Sergej Lawrow.

Mit Sanktionen belegt: Russlands Präsident Wladimir Putin und sein Außenminister Sergej Lawrow.

Foto: REX / POOL / EPA-EFE

20 Uhr - Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sind in Rumänien nach Angaben von Ministerpräsident Nicolae Ciuca 19.000 ukrainische Flüchtlinge eingetroffen. Davon hätten 8000 ihren Weg nach Bulgarien und Ungarn fortgesetzt.

19.30 Uhr - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärt, Bündnismitglieder lieferten weiterhin Waffen in die Ukraine. Dazu zählten auch Flugabwehrwaffen.

19 Uhr - Mehrere russische Sabotage-Kommandos sind nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums in Kiew ausgeschaltet worden. Auch in anderen Städten seien Saboteure aktiv gewesen. Die Polizei suche nach Personen, die mit russischem Akzent sprächen und plötzlich in den jeweiligen Regionen angekommen seien.

18.00 Uhr - Russische Ölexporte erreichen ihre Abnehmer in Europa Marktteilnehmern zufolge trotz Handelshindernissen. Das ergibt ein Lagebild bei Händlern, Hafenagenten und aus Schifffahrtsdaten. Am Donnerstag hatten Marktteilnehmer berichtet, Banken und Schifffahrtsunternehmen stellten einigen Käufern nicht mehr die für den Handel benötigten Bürgschaften und Transportkapazitäten zur Verfügung.

17.00 Uhr: Das russische Präsidialamt wirft der Ukraine vor, sich derzeit in der Frage von Verhandlungen zurückzuhalten. Man habe der Ukraine Gespräche in der belarussischen Hauptstadt Minsk angeboten, doch die Regierung in Kiew habe dann Gespräche im polnischen Warschau vorgeschlagen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagt, es gebe derzeit von der ukrainischen Seite eine "Pause" bei den Kontakten. Dazu war von den ukrainischen Behörden zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj allein aus Sicherheitsgründen ein Treffen im polnischen Warschau vorzieht, ist verständlich. Der belarussische Diktator Lukaschenko ist ein treuer Vasall und Scherge Putins. Russische Panzer waren auch über die belarussische Grenze in der Ukraine eingefallen. Selenskyj sieht sich selbst als "Ziel Nummer 1" des russischen KGB. Zudem hat Lukaschenko seit seinem offenkundig gefälschten Wahlsieg 2020 viel Erfahrung darin gesammelt, Menschen verschwinden und umbringen zu lassen. Eine Reise nach Belarus brächte den ukrainischen Präsidenten in Lebensgefahr.

16.50 UhrRussland will offenbar mit der Ukraine verhandeln. Demnach habe der Kreml ein Angebot für Verhandlungen in der belarussischen Hauptstadt Minsk überreicht, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitagabend der Agentur Interfax. Die Ukraine wiederum haben Polens Hauptstadt Warschau als Verhandlungsort vorgeschlagen.

Vor seinem Angebot hatte der Kreml bereits positiv auf zwei Gesprächsangebote des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj reagiert. Moskau habe den Vorschlag zu Verhandlungen über einen neutralen Status der Ukraine als Schritt in die richtige Richtung aufgenommen, sagte Peskow am Nachmittag. Die Mitteilung werde analysiert, Selenskyj als Präsident der Ukraine anerkannt, hieß es. "Natürlich, ja. (...) Er ist der Präsident der Ukraine."

16.00 Uhr – Die russische Zentralbank fordert heimische Geldhäuser dazu auf, Dividenden und Boni-Zahlungen an Manager zu verschieben. Zugleich kündigte die Notenbank Maßnahmen zur Lockerung der regulatorischen Anforderungen an. Die Währungshüter hatten bereits am Donnerstag den Bankensektor mit Liquiditätsschritten gestützt. Zudem hatten sie nach einem Rekordabsturz der Landeswährung Rubel am Devisenmarkt eingegriffen. Es war das erste Mal seit 2014, als Russlands Präsident Wladimir Putin die Annektierung der Halbinsel Krim anordnete, dass die Notenbank am Devisenmarkt intervenierte.

14.30 Uhr - Die EU-Staaten haben sich nach Informationen eines Offiziellen darauf geeinigt, Vermögenswerte von Russlands Präsident Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow einzufrieren. Darauf habe man sich bei der Umsetzung der Beschlüsse des EU-Sondergipfels am Donnerstagabend geeinigt, berichten die Nachrichtenagentur Reuters und die Deutsche Presse Agentur. Dies bedeutet, dass möglicherweise in der EU vorhandene Vermögenswerte der beiden Politiker eingefroren werden. Zudem dürfen sie nicht mehr in die EU einreisen. Man arbeite an weiteren Elementen einer dritten Runde von Sanktionen gegen Russland, sagte zudem ein EU-Beamter am Freitag. "Wir handeln so schnell wir können", sagte der Beamte. Die EU könne auch "viele weitere" Oligarchen ins Visier nehmen.

13.15 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin zeigt sich offenbar gesprächsbereit. Laut russischer Nachrichtenagentur Ria  habe Putin in einem Telefonat mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping gesagt, er sei bereit "auf hoher Ebene" mit der ukrainischen Führung zu verhandeln. Das chinesische Staatsfernsehen bestätigte den Wortlaut des Gesprächs.

11.55 Uhr - Die beschlossenen Sanktionen gegen Russland sollen schnell in Kraft treten. "Das ist jetzt sehr zeitnah", sagt der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit. Beim Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem Swift habe nicht nur Deutschland Bedenken, auch Italien und Frankreich hätten Einwände angemeldet. Diese Maßnahme bräuchte eine längere Vorbereitung und hätte auch in Europa spürbare Auswirkungen.

11.35 Uhr - Die Londoner Börse LSE hat im Zuge der britischen Sanktionen gegen Russland die Mitgliedschaft der russischen Investmentbank VTB Capital aufgehoben. Dies bedeute, dass VTB Capital nicht länger an der London Stock Exchange (LSE) handeln könne, sagt ein Börsensprecher. VTB Capital ist eine Tochter der russischen Großbank VTB.

11.20 Uhr - Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess hat mit Entsetzen auf den Kriegsbeginn in der Ukraine reagiert. "Als einer der weltgrößten Autohersteller mit 660.000 Beschäftigten beobachten wir den Angriff auf die Ukraine mit großer Sorge und Bestürzung", sagte er am Freitag in einer Konferenz. Diess erklärte, man habe eine Taskforce eingerichtet, um weitere mögliche Folgen etwa auf die Lieferbeziehungen abzuschätzen. Volkswagen betreibt in Kaluga südwestlich der Hauptstadt Moskau eine eigene Autofertigung. Zentral- und Osteuropa sind für Volkswagen ein wichtiger Absatzmarkt. 2021 lieferten alle Marken der VW-Gruppe dort fast 660.000 Fahrzeuge aus. Die Kernmarke VW Pkw kam im vergangenen Jahr in der Region auf rund 206.000 verkaufte Neuwagen.

"Wir sind überzeugt, dass eine nachhaltige Lösung des Konflikts nur auf der Grundlage des Völkerrechts gefunden werden kann", sagte Diess weiter. Es gehe nun vor allem darum, die Sicherheit der Beschäftigten in der Region zu gewährleisten. In der Ukraine tätigen Mitarbeitern habe man bereits angeboten, ausgeflogen zu werden. Der europäische und der Welt-Konzernbetriebsrat der VW AG zeigte sich "tief erschüttert".

11.10 Uhr - Der europäische Fußball-Verband UEFA zieht Konsequenzen aus dem russischen Angriff auf die Ukraine: Das Finale der europäischen Fußball-Champions-League wird am 28. Mai nicht im russischen St. Petersburg, sondern in Paris ausgetragen. Das Exekutivkomitee habe St. Petersburg das prestigeträchtige Endspiel entzogen, teilte der Verband mit.

11.00 Uhr - Russland will seine Wirtschaftsbeziehungen mit Asien ausbauen, um Folgen durch die Sanktionen des Westens abzufedern. Der bereits seit 2014 ausgehende Druck durch Strafmaßnahmen werde zunehmen, teilt das russische Wirtschaftsministerium weiter mit. Russland bereite sich seit geraumer Zeit darauf vor und wolle durch Gegenmaßnahmen die Auswirkungen minimieren.

10.55 Uhr - Russland hat einem Agenturbericht zufolge Vergeltungssanktionen auf angekündigte Sanktionen vorbereitet. Die Regierung in Moskau sei sich der Schwächen des Westens bewusst, zitiert die Nachrichtenagentur Tass die Präsidentin des Oberhauses des russischen Parlaments, Walentina Matwienko, die auch Mitglied im Sicherheitsrat ist.

Unter Beschuss: Russland setzt die Angriffe auf die Ukraine unvermindert fort.

Unter Beschuss: Russland setzt die Angriffe auf die Ukraine unvermindert fort.

Foto: POOL/ REUTERS

10.50 Uhr - Laut russischen Medienberichten dementiert Russland, die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen beschossen zu haben. Russische Nachrichtenagenturen berufen sich auf einen Vertreter des Verteidigungsministeriums. Dieser sagt demnach auch, dass es sich bei dem am Freitagmorgen über Kiew abgeschossenen Kampfjet um ein ukrainisches Militärflugzeug gehandelt habe, dass von der eigenen Seite getroffen worden sei.

09.57 Uhr - Der ukrainischen Atombehörde zufolge ist die Strahlung am stillgelegten Atomkraftwerk Tschernobyl erhöht.

08.50 Uhr - Ein Ausschluss Russlands aus dem internationalen Währungssystem Swift ist nach Angaben von Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn nicht vom Tisch. Man könne sich dies vornehmen, wenn Russland Kiew weiter bombardiere, sagt er im ZDF. Aber man müsse bei Sanktionen immer sehen, wer davon stärker betroffen werde - Russland oder der Westen. Die von der EU beschlossenen Sanktionen im Finanzbereich seien aber bereits sehr schmerzhaft für Russland. Ein Ausschluss Russlands würde auch europäischen Unternehmen schaden, weil sie ihre Geschäftspartner in Russland dann deutlich schwerer ihre Rechnungen bezahlen könnten.

08.30 Uhr - Nach großangelegten russischen Angriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem Kreml ein gezieltes Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen. "Das Ziel dieser Attacke ist Druck", sagte Selenskyj am Freitag in einer Videobotschaft an seine Landsleute. "Druck auf Sie, liebe Bürger. Druck auf unsere Gesellschaft." Die Russen machten entgegen eigener Ankündigungen keinen Unterschied zwischen militärischen Zielen und Wohnhäusern. Zugleich kritisierte der ukrainische Staatschef mangelnde Unterstützung aus dem Ausland: "Wir verteidigen unseren Staat allein. Die mächtigsten Kräfte der Welt schauen aus der Ferne zu." Auch die neuen westlichen Strafmaßnahmen gegen Moskau seien nicht genug: "Haben die gestrigen Sanktionen Russland überzeugt? Am Himmel über uns und auf unserer Erde hören wir, dass dies nicht ausreicht."

08.00 Uhr - Russlands Ölhandel mit mehreren ausländischen Abnehmern ist nach dem Angriff auf die Ukraine ins Stocken geraten. Banken und Schifffahrtsunternehmen stellten einigen Käufern nicht mehr die benötigten Bürgschaften und Transportkapazitäten zur Verfügung, sagten mehrere mit den Vorgängen am Markt vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Russland stellt etwa zehn Prozent der weltweiten Ölförderung. Öl- und Gasexporte sind wichtige Devisenbringer des Landes.

08.00 Uhr - Durch den russischen Einmarsch sind auf ukrainischer Seite laut Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr als 130 Menschen getötet worden. "Heute haben wir 137 unserer Helden, unserer Bürger, verloren. Militär und Zivilisten", sagte Selenskyj in der Nacht zum Freitag in einer Videoansprache. Außerdem seien 316 Menschen bei den Gefechten verletzt worden.

07.55 Uhr - Die Bundesregierung will der Nato nach einem Bericht des "Spiegel" mehr Kräfte für die Ostflanke des Bündnisses zur Verfügung stellen. Die Militärs hätten Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) ein Paket zusammengestellt, heißt es. Danach könnte eine Infanterie-Kompanie mit rund 150 Soldaten mit "Boxer"-Radpanzern an die Nato-Ostflanke verlegt werden. Daneben könnte Deutschland das "Patriot"-Flugabwehrraketensystem etwa für das Baltikum anbieten. Zudem wolle die Regierung für Nato-Missionen in der Nord- und Ostsee eine Korvette und eine Fregatte bereitstellen.

Ukraine rechnet mit Panzerangriffen auf Kiew

07.18 Uhr - Die Ukraine rechnet im Laufe des Freitags mit Panzerangriffen auf die Hauptstadt Kiew. "Heute wird der härteste Tag", sagt Anton Heraschtschenko, Berater des ukrainischen Innenministers. Die Verteidiger von Kiew stünden mit Panzerabwehrraketen bereit, die von internationalen Verbündeten stammten.

07.15 Uhr - Nach der russischen Invasion in die Ukraine hat die amerikanische Regierung auch die größte russische Bank mit Sanktionen belegt. US-Institute müssen innerhalb von 30 Tagen jegliche Konten der Sberbank schließen, die bislang Geschäfte in US-Dollar ermöglichten, wie das Finanzministerium erklärte. Die russische Bank, die mehrheitlich im Staatsbesitz sei, sei der größte Gläubiger der russischen Wirtschaft und der größte Verwalter von Spareinlagen, hieß es weiter.

07.06 Uhr - Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge zeigen die anhaltenden Angriffe Russlands auf die Ukraine, dass die Sanktionen des Westens gegen Russland nicht ausreichten. Die Welt beobachte aus der Ferne weiter, was in der Ukraine geschehe.

07.00 Uhr - Die Europäische Union konterte die Militäroffensive in der Nacht mit einem umfassenden Sanktionspaket gegen Moskau, zog aber noch nicht das schärfste Schwert – den Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem Swift. Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach direkt mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin, allerdings ohne greifbares Ergebnis.

07.00 Uhr - An Tag zwei des russischen Angriffs meldet die Ukraine Raketenbeschuss auf die Hauptstadt Kiew. Nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Russland um 04.00 Uhr Ortszeit die Raketenangriffe wieder aufgenommen. Beschossen würden sowohl zivile als auch militärische Ziele, teilt er in einer im Fernsehen übertragenen Rede mit. Der Vormarsch der russischen Truppen sei an den meisten Stellen gestoppt worden. "Schreckliche russische Raketenangriffe auf Kiew", twitterte unterdessen Außenminister Dmytro Kuleba.

mit Nachrichtenagenturen