Ukraine-Newsblog McDonald's schließt in Russland 850 Filialen ++ Ukraine bietet eine Million für Kampfjet

Die Fast-Food-Kette McDonald's schließt ihre 850 Filialen in Russland. Ein ukrainischer Rüstungskonzern setzt eine Belohnung von einer Million Dollar auf russische Kampfflugzeuge aus. Die wichtigsten News zum Krieg.
Ukraine-Krieg: Immer mehr Menschen flüchten aus der Kriegsregion

Ukraine-Krieg: Immer mehr Menschen flüchten aus der Kriegsregion

Foto: Ivan Boberskyy/ dpa

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine schließt die Fast-Food-Kette McDonald's ihre 850 Filialen in Russland.

  • Der ukrainische Rüstungskonzern Ukroboronprom setzt eine Belohnung von einer Million Dollar auf russische Kampfflugzeuge aus.

  • Die EU-Kommission legt einen Plan vor, wie die Nutzung von russischem Gas in der EU noch dieses Jahr um zwei Drittel verringert werden soll.

  • Die EU-Kommission will im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine Urheber von gezielter Falschinformation künftig bestrafen.

19.33 Uhr - Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine schließt die Fast-Food-Kette McDonald's ihre 850 Filialen in Russland bis auf Weiteres. Alle Geschäfte dort würden vorübergehend eingestellt, die Gehälter der rund 62.000 örtlichen Mitarbeiter aber weiter gezahlt, erklärte das Unternehmen am Dienstag.

18.53 Uhr - Der ukrainische Rüstungskonzern Ukroboronprom setzt eine Belohnung von einer Million Dollar auf russische Kampfflugzeuge aus. Jeder, der einen einsatzbereiten Kampfjet erbeute, bekomme diese Summe, heißt es in einer Mitteilung des Staatsunternehmens. Für Militärhubschrauber werde eine halbe Million Dollar gezahlt. Das Angebot gilt demnach auch für russische Soldaten, die damit zum Überlaufen animiert werden sollen. "Den Piloten der Russischen Föderation, die bereit sind, an dem Programm teilzunehmen, garantieren wir die Erteilung einer Staatsbürgerschaft in einem freien Land!"

18.32 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich mit der Bitte um mehr Unterstützung an Großbritannien. In einer Videoansprache bittet Selenskyj das Londoner Unterhaus, die Sanktionen gegen Russland zu verstärken, Russland als "Terroristen-Staat" zu betrachten und für die Sicherheit des ukrainischen Luftraums zu sorgen. Selenskyj hat den Westen bereits wiederholt gebeten, Flugverbotszonen einzurichten. Dies wird mit der Begründung abgelehnt, dass es eine direkte Verwicklung in den Krieg zur Folge haben könnte. Selenskyj, der von den britischen Abgeordneten mit stehendem Applaus begrüßt wird, gibt sich kämpferisch: "Wir werden nicht aufgeben", sagt er. Die Ukrainer würden an allen Fronten und um jeden Preis für ihr Land kämpfen. "Die Frage für uns ist jetzt Sein oder nicht Sein."

18.25 Uhr - Die BBC nimmt die englischsprachige Berichterstattung aus Russland wieder auf. Die Auswirkungen eines neuen Mediengesetzes seien gründlich mit der Notwendigkeit aus dem Land heraus zu berichten, abgewogen worden, teilt die BBC mit. "Nach sorgfältigen Überlegungen, haben wir uns entschieden, die englischsprachige Berichterstattung aus Russland heute abend (Dienstag) wieder aufzunehmen." Die strengen Standards der BBC würden eingehalten, genau so wie Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit. "Die Sicherheit unserer Mitarbeiter hat oberste Priorität". Das russische Parlament hatte ein Gesetz verabschiedet, das eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren für die absichtliche Verbreitung von Falschinformationen über die Streitkräfte vorsieht. Zahlreiche Medienhäuser – auch ARD und ZDF – setzten daraufhin die Berichterstattung aus Russland aus.

18.16 Uhr - Sowohl Russland als auch die Ukraine verfügen nach Einschätzung der USA nach zwölf Kriegstagen noch über den Großteil ihrer Kampfkraft. Die USA haben keine Hinweise darauf, dass die Moskauer Regierung russische Truppen von anderen Orten zur Verstärkung der 150.000 für die Invasion der Ukraine zusammengezogenen Soldaten heranzieht, wie ein hochrangiger Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagt, der namentlich nicht genannt werden will. Unterdessen erklärt das Moskauer Verteidigungsministerium laut der Nachrichtenagentur Interfax, knapp 900 ukrainische Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge sowie 84 Drohnen zerstört zu haben. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

17.25 Uhr - Die USA stoppen die Einfuhr von russischem Öl und Gas. Das kündigt US-Präsident Joe Biden an. Die Entscheidung sei mit den Verbündeten getroffen worden.

17.15 Uhr - Großbritannien lässt die Einfuhr von russischem Öl und Ölprodukten bis Ende des Jahres auslaufen. Bis Ende 2022 gebe es für den Markt, Unternehmen und Lieferketten genug Zeit, die russischen Importe zu ersetzen. Verbraucher sollten die Umstellung nicht zu spüren bekommen. Die Regierung kündigt eine Taskforce an, die den Firmen in der Übergangszeit zur Seite stehen soll, um unter anderem alternative Bezugsquellen zu finden.

16.53 Uhr - Experten der US-Geheimdienste gehen davon aus, dass sich Russlands Präsident Wladimir Putin von Rückschlägen in der Ukraine und wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die internationalen Sanktionen nicht von seinen Plänen abbringen lässt. Stattdessen könnte Putin den Befehl geben, den Angriff auf die Ukraine noch zu intensivieren, sagt die Direktorin der Nationalen Geheimdienste, Avril Haines, vor dem Repräsentantenhaus in einer Anhörung zur globalen Bedrohungslage.

16.52 Uhr - Die Mehrheit der Deutschen ist laut einer Forsa-Umfrage dafür, der Ukraine auch Offensivwaffen zu liefern. Laut aktuellem RTL/ntv Trendbarometer fänden 60 Prozent der Bundesbürger das richtig. 29 Prozent sprachen sich dagegen aus. 52 Prozent der Ostdeutschen lehnen dies ab. 46 Prozent der Bundesbürger sind zugleich für einen Nato-Beitritt der Ukraine. Ablehnung gibt es vor allem bei der Linkspartei und der AfD. Im Zusammenhang mit der Energiedebatte sprechen sich 68 Prozent der Befragten dafür aus, das Abschalten der Atomkraftwerke zu Jahresende zu überdenken. Mehrheitlich lehnen dies nur die Anhänger der Grünen (61 Prozent) und der Linkspartei (59 Prozent) ab.

16.48 Uhr - Die russische Polizei hat der Beobachtungsstelle OVD-Info zufolge am Dienstag mindestens 100 Personen bei Protesten gegen die Invasion der Ukraine in Gewahrsam genommen. Die Welle von Festnahmen dauere noch an, erklärt OVD-Info. Von der Polizei war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Am Sonntag waren bei Anti-Kriegs-Demonstrationen mehr als 5000 Menschen festgenommen worden.

16.22 Uhr - Die Banken in der Ukraine halten nach Angaben eines Zentralbankvertreters ihre Filialen offen, sofern an den betreffenden Orten keine Lebensgefahr von den Kämpfen im Land ausgehe. Auch würden die Bankautomaten mit Bargeld ausgestattet, sagt Vize-Zentralbank-Gouverneur Olexii Schaban in einem im Fernsehen ausgestrahlten Interview. Bargeld-Auszahlungen seien auf umgerechnet rund 3072 Euro (100.000 Hrywnja) pro Tag begrenzt. Wer die Ukraine verlasse, solle sicherstellen, dass er keine ukrainische Währung mitführe.

16.15 Uhr - Großbritannien wird einem Medienbericht zufolge die Einfuhr von russischem Öl einstellen. Eine entsprechende Ankündigung werde noch für Dienstag erwartet, meldet "Politico" unter Berufung auf Londoner Regierungskreise. Es sei eine monatelange Übergangsphase geplant, um eine Anpassung der Weltmärkte zu ermöglichen und Panikkäufe zu verhindern. Einen Stopp russischer Gas-Einfuhren solle es zeitgleich wohl nicht geben. Allerdings werde darüber noch innerhalb der Regierung diskutiert.

16.01 Uhr - Die EU-Kommission legt einen Plan vor, wie die Nutzung von russischem Gas in der EU noch dieses Jahr um zwei Drittel verringert werden soll. Bis "deutlich vor 2030" will die Kommission die EU zudem in einen Zustand versetzten, in der sie sich gar nicht mehr auf die Lieferung von russischem Gas verlassen muss. Erreicht werden solle dies durch einen Wechsel auf andere Lieferanten und einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien, teilt die Kommission mit. Die Umsetzung liege in der Verantwortung der einzelnen Regierungen.

15.35 Uhr - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hält angesichts der Preisexplosion von Strom, Gas und Öl weitere Entlastungen für die Bevölkerung für möglich. "Die Entlastung der Bevölkerung wird permanent überprüft werden", sagt Habeck nach dem virtuellen Treffen mit den Energieministern der Bundesländer. Die Maßnahmen seien ja jetzt identifiziert. "Natürlich kann man sie, wenn die Preise dauerhaft so sind, noch einmal anheben." Man müsse allerdings auch prüfen, ob man die Preise insgesamt dämpfen kann.

Robert Habeck: Der Wirtschaftsminister hält Entlastungen angesichts der Preisexplosion von Strom, Gas und Öl für möglich

Robert Habeck: Der Wirtschaftsminister hält Entlastungen angesichts der Preisexplosion von Strom, Gas und Öl für möglich

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FILIP SINGER / EPA

15.14 Uhr - Die EU-Kommission will im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine Urheber von gezielter Falschinformation künftig bestrafen.

15.10 Uhr - Nach anderen Unternehmen aus der Auto- und Maschinenbaubranche hat sich auch Continental zu einem vorläufigen Stopp seiner Produktion und Geschäfte in Russland entschlossen. Dabei geht es vor allem um das Werk Kaluga, in dem Reifen sowie Teile für die Industriesparte Contitech entstehen.

15.02 Uhr - Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, die ukrainischen Behörden hätten nur eine von zehn vorgeschlagenen Evakuierungsrouten für Zivilisten von Sumy über Poltawa bis zur polnischen Grenze bestätigt. 723 Menschen seien durch den Sumy-Poltawa-Korridor evakuiert worden seien, darunter 576 indische Staatsangehörige, zitieren russische Agenturen das Ministerium. Die Ukraine hatte zuvor einen Vorschlag Russlands kritisiert, wonach Ukrainern Fluchtwege nach Russland und Weißrussland angeboten worden seien.

14.40 Uhr - Die SPD-Energie-Expertin Nina Scheer schlägt autofreie Sonntage vor, um die Abhängigkeit von russischen Energie-Importen zu verringern. "Autofreie Sonntage haben uns in der Vergangenheit nicht geschadet und könnten auch in der heutigen Zeit einen Beitrag leisten, wenn eine entsprechende Verknappung dies erfordert", sagt Scheer der "Welt". Russlands Drohung, Gaslieferungen einzustellen, zeige die Gefahr von einseitigen Abhängigkeiten.

14.45 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz sowie die Präsidenten von China und Frankreich, Xi Jinping und Emmanuel Macron, setzen sich gemeinsam für eine diplomatische Lösung des Krieges in Ukraine ein. Die drei Staats- und Regierungschefs hätten sich in einer einstündigen Schalte zudem für humanitäre Erleichterungen und Zugänge zu den umkämpften Gebieten ausgesprochen, teilt Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit. Es müssten funktionierende Fluchtkorridore geschaffen werden. Alle drei Länder stünden bereit, weitere humanitäre Hilfe zu leisten. Xi habe die deutsch-französischen Bemühungen um einen Waffenstillstand unterstützt, teilt das französische Präsidialamt mit.

14.31 Uhr - US-Präsident Joe Biden wird sich um 16.45 Uhr (MEZ) zu Russland äußern. Das kündigt das US-Präsidialamt an. Zuvor hatte ein Insider gesagt, die USA würden den Import von Öl aus Russland verbieten. Eine entsprechende Ankündigung könnte es noch am Dienstag geben.

Panisches Gedränge am Bahnsteig: Menschen tragen ihre Kinder und versuchen am Bahnhof von Kiew in einen Zug nach Lwiw zu steigen.

Panisches Gedränge am Bahnsteig: Menschen tragen ihre Kinder und versuchen am Bahnhof von Kiew in einen Zug nach Lwiw zu steigen.

Foto: Emilio Morenatti / dpa

14.17 Uhr - Die Unionsfraktion fordert eine Entlastung von Landwirten und hat dafür eine Sondersitzung des Bundestags-Agrarausschusses am Mittwoch durchgesetzt. Der stellvertretende Fraktionschef Steffen Bilger erklärt: "Auch im Bereich der Landwirtschaftspolitik ist die Welt nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eine andere." Deswegen gehörten die Zeitpläne der Klimaziele im Green Deal auf den Prüfstand. "Aktuell brauchen wir ein Belastungsmoratorium - sowohl für die Landwirte, als auch für die Verbraucher", fordert Bilger. Lebensmittelknappheit, steigende Preise und reißende Lieferketten würden den Umbau hin zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft jeglicher Akzeptanz berauben.

14.14 Uhr - Die USA wollen die Einfuhr von russischem Öl einem Bloomberg-Reporter zufolge verbieten. Eine Ankündigung könne noch am Dienstag erfolgen, twittert der Reporter der Agentur.

13.45 Uhr - Ein führendes Mitglied der Regierungspartei "Einiges Russland" schlägt die Verstaatlichung der Produktionsstandorte ausländischer Unternehmen vor, die im Zuge der Sanktionen geschlossen wurden. "Das ist eine extreme Maßnahme, aber wir werden nicht zulassen, dass man uns in den Rücken fällt", erklärt Andrej Turtschak. "Wir werden harte Vergeltungsmaßnahmen ergreifen und im Einklang mit den Gesetzen des Krieges handeln."

13.25 Uhr - Italien will angesichts eines drohenden Lieferstopps sein aus Russland importiertes Gas ersetzen. "Wir importieren jedes Jahr etwa 29 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland. Das sind etwas mehr als 40 Prozent des importierten Gases. Das wird ersetzt", sagte der italienische Minister für den ökologischen Umbau, Roberto Cingolani, am Dienstag in der Sendung Agorà Extra des öffentlich-rechtlichen Senders Rai3. Bis zur kompletten Unabhängigkeit könnte es 24 bis 30 Monate dauern, schätzte der parteilose Physiker. Italien sei frühzeitig tätig geworden. Bis zum späten Frühling könnten 15 bis 16 Milliarden Kubikmeter durch Lieferanten aus anderen Teilen der Welt ersetzt sein.

12.48 Uhr - Der Ölkonzern Shell will künftig kein Erdöl und Gas mehr aus Russland kaufen. Man wolle mit sofortiger Wirkung aufhören, russisches Erdöl auf dem Spotmarkt, also kurzfristig, zu kaufen und bestehende Verträge nicht erneuern, teilte der Konzern mit Sitz in London am Dienstag mit. Außerdem sollen alle Tankstellen in Russland geschlossen und andere Geschäftsaktivitäten dort aufgegeben werden, auch dieser Prozess soll direkt eingeleitet werden.

12.29 Uhr - Der Ukraine-Krieg hat die Spritpreise erstmals über die Schwelle von zwei Euro steigen lassen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Montags kostete Superbenzin der Sorte E10 2,008 Euro je Liter, bei Diesel waren es 2,032 Euro, wie der ADAC am Dienstag in München mitteilte. Und damit ist wohl noch nicht das Ende erreicht: Der nächste kräftige Anstieg zeichnete sich am Dienstag bereits ab.

12.07 Uhr - Chinas Präsident Xi Jinping ruft nach einer virtuellen Konferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz und Präsident Emmanuel Macron Deutschland und Frankreich zu einer gemeinsamen Anstrengung aller drei Länder auf, um die negativen Auswirkungen der "Ukraine-Krise" zu verringern. Alle Bemühungen für eine friedliche Lösung müssten unterstützt werden. Er warnt, die Sanktionen würden das globale Wirtschaftswachstum bremsen. Das sei für keine Seite gut. Xi fordert, Priorität müsse sein zu verhindern, dass die Situation in der Ukraine außer Kontrolle gerate.

12.02 Uhr - Russische Streitkräfte haben nach Angaben der ukrainischen Regierung eine Evakuierungsroute für die belagerte Hafenstadt Mariupol unter Beschuss genommen und damit gegen eine vereinbarte Feuerpause verstoßen. Acht Lastwagen und 30 Busse seien bereit, humanitäre Hilfe nach Mariupol zu liefern und Zivilisten nach Saporischschja in Sicherheit zu bringen, teilt der Sprecher des Außenministeriums, Oleg Nikolenko, auf Twitter zudem mit. Er forderte: "Der Druck auf Russland muss erhöht werden, damit es seine Verpflichtungen einhält."

11.35 Uhr - 30 Busse sind nach Angaben der ukrainischen Regierung auf dem Weg in die von russischen Truppen belagerte Stadt Mariupol. Sie sollen Zivilisten über einen Fluchtkorridor in das von der Ukraine kontrollierte Gebiet bringen, sagt Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk im Fernsehen.

11.20 Uhr – Die Zahl der Flüchtlinge, die wegen der russischen Invasion die Ukraine verlassen, ist nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) inzwischen auf zwei Millionen gestiegen. Dies teilt der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Filippo Grandi, über Twitter mit.

11.00 Uhr – Die Botschafter der 27 EU-Staaten wollen Insidern zufolge heute über neue Sanktionen gegen Russland und Belarus beraten. So sollten drei belarussische Banken und weitere russische Oligarchen und Abgeordnete auf die Sanktionsliste kommen sowie der Export von Technologie im maritimen Bereich verboten werden, heißt es von drei mit den Plänen vertrauten Personen.

10.34 Uhr – Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen möglicher russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine. Dieser habe ein sogenanntes Strukturermittlungsverfahren eingeleitet, sagte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) der "Passauer Neuen Presse". Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat die Karlsruher Behörde konkrete Anhaltspunkte für bereits begangene Kriegsverbrechen. Die Ermittler befürchten zudem, dass es zu weiteren Straftaten kommt. Bei einem Strukturermittlungsverfahren geht es zunächst darum, ohne konkrete Beschuldigte möglichst breit Beweise zu sichern. Diese Informationen sollen später dazu dienen, Einzelne strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen.

09.30 Uhr - Der Bundesverband der Deutschen Industrie warnt vor einem Importstopp für Öl und Gas aus Russland wegen dessen Angriffskriegs in der Ukraine. "Wir sollten alles tun, um diese Eskalation zu vermeiden, auch wenn das emotional vor dem Hintergrund dieser Bilder unendlich schwerfällt", sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Es wäre naiv zu glauben, dass die Einnahmen Russlands aus dem aktuellen Verkauf von Öl und Gas an Deutschland "jetzt akut diesen Krieg finanzieren", sagte Russwurm. "Wladimir Putin hat aufgerüstet. Seine Panzer müssen nicht an eine Tankstelle fahren und dort eine Rechnung bezahlen. Das heißt, die Argumentation, wir finanzieren diesen Krieg heute mit jedem Kubikmeter Gas, den wir heute kaufen, die stimmt rational nicht."

09.05 Uhr – Das russische Militär hat nach eigenen Angaben am Dienstag eine neue Feuerpause in der Ukraine in Kraft gesetzt und "humanitäre Korridore" in fünf Städten geöffnet. In der Hauptstadt Kiew sowie den Großstädten Tschernihiw, Sumy, Charkiw und der besonders umkämpften Hafenstadt Mariupol sollten die Menschen die Möglichkeit haben, sich in Sicherheit zu bringen. Die Feuerpause sei um 10.00 Uhr Moskauer Zeit (8.00 Uhr MEZ) in Kraft getreten, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Einstellung der Kämpfe gilt als Voraussetzung für das Funktionieren von Fluchtkorridoren in den umkämpften Städten. Ein Schwerpunkt ist die von Russland belagerte Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer. Dort warten 200.000 Menschen darauf, über verschiedene Routen aus der Stadt zu kommen. In Mariupol handelt es sich um den inzwischen vierten Versuch, Menschen in Sicherheit zu bringen.

08.15 Uhr – Der IT-Konzern IBM hat sein gesamtes Geschäft in Russland ausgesetzt. Konzernchef Arvind Krishna stellte das in einem Blogeintrag am späten Montag klar. Er habe von vielen Mitarbeitern Reaktionen auf vorherige Ankündigungen des Konzerns bekommen, räumte Krishna ein. Zunächst hatte IBM nach der russischen Invasion in die Ukraine bekannt gegeben, westliche Sanktionen zu befolgen und kündigte in einem zweiten Schritt an, die Verkäufe zu stoppen und keine Geschäfte mit dem russischen Militär zu machen.

08.00 Uhr - Ein Fluchtkorridor für Zivilisten aus der Stadt Sumy soll ab 9 Uhr MEZ geöffnet werden. Das teilt die ukrainische Regierung mit. Bislang sind mehrere Versuche zur Einrichtung von Fluchtwegen aus umkämpften Städten gescheitert.

07.00 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will trotz der Kämpfe um Kiew die Hauptstadt nicht verlassen. "Ich bleibe in Kiew", sagte er in einer Videobotschaft. Er verstecke sich nicht und habe vor niemandem Angst. "Wir sind alle vor Ort, alle arbeiten. Jeder, wo er muss. Ich bin in Kiew, mein Team mit mir."

06.30 Uhr - Die USA und Venezuela sprechen vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine über Energiethemen. Hochrangige Vertreter der US-Regierung seien in den südamerikanischen Krisenstaat gereist, sagte Jen Psaki, Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, am Montag (Ortszeit) in Washington. In den USA gibt es Bestrebungen, wegen des Angriffs auf die Ukraine den Import von russischem Öl und Gas zu verbieten. Eine Alternative wäre das ebenfalls rohstoffreiche Venezuela. Die USA haben aber auch gegen das südamerikanische Land verhängt und den autoritär regierenden Präsidenten Nicolás Maduro wegen Drogenhandels und Geldwäsche angeklagt. Zudem setzte die US-Regierung 2020 auf Maduro eine Art Kopfgeld aus. Venezuela ist das Land mit den größten Ölreserven der Welt. Es gehört neben Kuba und Nicaragua zu den engsten Verbündeten Russlands in Lateinamerika. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine stärkte Venezuela dem Kreml den Rücken.

06.10 UhrRussland könnte Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak zufolge die Erdgasversorgung über die Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland kappen. Ein derartiges Embargo wäre angesichts der "unbegründeten Anschuldigungen gegen Russland bezüglich der Energiekrise in Europa und des Verbots von Nord Stream 2" gerechtfertigt, erklärte Nowak am Montagabend im staatlichen Fernsehen. Bislang habe sich seine Regierung noch nicht dazu entschieden. Nowak warnte zudem davor, Öl-Importe aus Russland zu verbieten. Dies würde zu einem unberechenbaren Preisanstieg führen: "Es wären 300 Dollar je Barrel, wenn nicht mehr." Nord Stream 1 ist seit etwa einem Jahrzehnt ein wichtiger Strang für die deutsche Gasversorgung. Die EU-Staaten streben eine größere Unabhängigkeit von russischer Energie an. Die USA diskutieren ihrerseits über einen Stopp von Öl-Importen aus Russland.

03.00 Uhr – Die Regierung in Tokio friert nach Angaben des japanischen Finanzministeriums die Vermögenswerte von 32 russischen und belarussischen Beamten und Oligarchen ein.02.50 Uhr - Die Weltbank stockt ihre Notfall-Kreditlinien für die Ukraine auf. Das Paket aus Darlehen und Zuschüssen umfasse einen Zusatzkredit in Höhe von 350 Millionen Dollar zu einem früheren Weltbankdarlehen, das durch Garantien der Niederlande und Schwedens um etwa 139 Millionen Dollar aufgestockt werde, teilte die Bank mit. Hinzu kommen Zuschüsse in Höhe von 134 Millionen Dollar von Großbritannien, Dänemark, Lettland, Litauen und Island sowie weitere 100 Millionen von Japan. Derzeit werde an einem weiteren Hilfspaket in Höhe von drei Milliarden Dollar für die Ukraine und für die Nachbarländer als Hilfen für Geflüchtete gearbeitet, sagte Weltbankpräsident David Malpass.

02.20 UhrRussische und belarussische Hacker verüben laut Google Angriffe auf die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten. Die russische Hackergruppe FancyBear, auch bekannt als APT28, habe in den vergangenen zwei Wochen Phishing-E-Mails an Adressen des ukrainische Email-Anbieters UkrNet geschickt, um Anmeldedaten der Nutzer zu stehlen, schreibt die für die Analyse von terroristischen Bedrohungen zuständige Abteilung von Google, in einem Blog-Beitrag. Der von dem US-Suchmaschinenanbieter als belarussische Bedrohungsakteur eingestufte Ghostwriter/UNC1151 habe versucht, durch Phishing-Angriffe auf polnische und ukrainische Regierungscomputer an Zugangsdaten zu gelangen. Google hat zunächst nicht mitgeteilt, ob einer der Angriffe erfolgreich war. Russland bestreitet den Einsatz von Hackern.

02.00 Uhr – Vor der Sondersitzung der Energieminister von Bund und Ländern am Dienstag weisen die Atomkonzerne auf Probleme einer Laufzeit-Verlängerung hin. "Am Ende ist es an der Politik, über eine mögliche Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke zu entscheiden. Die genehmigungsrechtlichen und technischen Hürden für eine Verlängerung wären allerdings sehr hoch", sagt eine RWE-Sprecherin der Zeitung "Rheinische Post". "In dieser Ausnahmesituation sind wir bereit, darüber zu sprechen, unter welchen technischen, organisatorischen und regulatorischen Randbedingungen eine verlängerte Nutzung des Kernkraftwerks Isar 2 möglich wäre, sofern dies seitens der Bundesregierung ausdrücklich gewünscht ist", sagt ein Eon-Sprecher. Eons Atom-Tochter PreussenElektra weist darauf hin, dass die Lieferung mit neuen Brennstäben dauern würde. "Nach einer ersten Abschätzung gehen wir davon aus, dass frische Brennelemente in gut 1,5 Jahren zur Verfügung stehen könnten."

00.40 Uhr – Die Regierung in Moskau unterbreitet laut russischen Nachrichtenagenturen einen neuen Vorschlag für die Einrichtung von humanitären Korridoren, um Zivilisten die Flucht aus umkämpften Gebieten zu ermöglichen. Aus fünf ukrainischen Städten, darunter die Hauptstadt Kiew, soll am Dienstag ab neun Uhr Ortszeit (0700 GMT) für Zivilisten das Verlassen der Städte über sichere Fluchtwege möglich sein, wenn die Ukraine den Bedingungen zustimme, berichten mehrere russische Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Die meisten dieser Fluchtwege würden durch Russland oder Belarus verlaufen, was der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij bislang ablehnt. Die Menschen, die die Städte Sumy und Mariupol verlassen möchten, hätten jedoch die Wahl, nach Russland oder in die ukrainischen Städte Poltawa oder Saporischja zu fliehen. Der Ukraine ist demnach eine Frist bis drei Uhr Moskauer Zeit (0000 GMT) eingeräumt, um den Bedingungen zuzustimmen.

00.30 Uhr – Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sieht durch die Beschädigung von Atomkraftwerken in der Ukraine infolge des Krieges keinen Grund zur Sorge für die Menschen in Deutschland. "Die Auswirkungen für Deutschland wären gering", sagt Florian Gering, Leiter der Abteilung Notfallschutz des Bundesamtes, der Zeitung "Welt" nach einer Analyse der Gefahrenlage. "Wir haben das für den Fall des größten ukrainischen Kraftwerks, Saporischschja, durchgespielt." Im Ministerium für Umweltschutz und nukleare Sicherheit sieht man daher derzeit keinen Anlass für Vorsorgemaßnahmen.

00.00 Uhr – Eine Laufzeitverlängerung der verbliebenen drei deutschen Atomkraftwerke würde nach Ansicht von Wirtschaftsminister Robert Habeck und Umweltministerin Steffi Lemke (beide Grüne) nicht dazu dienen, mögliche Versorgungsengpässe im nächsten Winter auszugleichen. "Im Ergebnis einer Abwägung von Nutzen und Risiken ist eine Laufzeitverlängerung der drei noch bestehenden Atomkraftwerke auch angesichts der aktuellen Gaskrise nicht zu empfehlen", zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppe aus einem gemeinsamen Prüfvermerk des Wirtschafts- und des Umweltministeriums. Am Dienstag beraten die deutschen Energieminister vor dem Hintergrund der russischen Invasion in der Ukraine über die Energiesicherheit.

Mit Nachrichtenagenturen