Beweise von Nawalny-Anhängern Superjacht "Sheherazade" soll Wladimir Putin gehören

Am Tag der Verurteilung von Kreml-Kritiker Alexej Nawalny sorgen seine Anhänger mit neuen Beweisen für Aufsehen: Die Superjacht "Sheherazade", die in Italien vor Anker liegt, soll dem russischen Präsidenten gehören.
140 Meter lang und knapp 700 Millionen Euro wert: Die Superjacht "Sheherazade" wurde von der Lürssen Werft gebaut

140 Meter lang und knapp 700 Millionen Euro wert: Die Superjacht "Sheherazade" wurde von der Lürssen Werft gebaut

Foto: FEDERICO SCOPPA / AFP

Die Superyacht "Scheherazade" liegt derzeit vor der toskanischen Stadt Massa Carrara. Das von der Lürssen Werft gebaute Schiff ist stolze 140 Meter lang – weltweit sollen nur zwölf weitere Superjachten über eine ähnliche Länge verfügen.

Unklar ist derzeit, wem die "Scheherazade", die unter der Flagge der Cayman Islands fährt, gehört. Spekulationen zufolge soll der Eigentümer der russische Präsident Wladimir Putin (69) sein. Mögliche Beweise kamen nun aus dem Team des inhaftierten und am Dienstag zu weiterer langjähriger Haft verurteilten Kremlkritikers Alexej Nawalny  (45).

Die russischen Journalisten Maria Pewtschich und Georgij Alburow veröffentlichte Recherchen, nach denen sich offenbar Leibwächter Putins auf oder im Umfeld der etwa 700 Millionen Euro teuren Jacht befinden. Zudem habe ein Mitarbeiter den Medienvertretern bestätigt, dass Putin der Besitzer sei. Laut einem Bericht der "New York Times" prüfen unter auch die US-Geheimdienste, ob die Luxusjacht dem Kremlchef zuzuordnen ist.

Als Vergeltung für den Einmarsch in der Ukraine hat die Europäische Union Sanktionen über Russlands Oligarchen verhängt. Mehrere Länder haben seitdem Jachten der russischen Superreichen beschlagnahmt. Die "Scheherazade" gehörte bisher nicht dazu, da ihre Eigentumsverhältnisse unklar sind.

Abramowitsch-Jacht verlässt EU-Gewässer

Auch die Superjachten des mit Sanktionen belegten russischen Oligarchen Roman Abramowitsch (55) sind den Behörden bislang entkommen. Die unter der Flagge der Bermudas fahrende 163 Meter lange Luxusjacht "Eclipse" traf am Dienstagmorgen im Hafen der türkischen Mittelmeerstadt Marmaris ein, wie türkische Medien unter Berufung auf Tracking-Websites berichteten. Bereits am Montag war die Superjacht "Solaris" im Ferienort Bodrum gesichtet worden.

Auch in Großbritannien wurde Abramowitsch mit einem Reiseverbot belegt und sein Vermögen eingefroren. Dies betraf auch den Chelsea FC, den der Milliardär 2003 gekauft hatte.

Das Nato-Mitglied Türkei, das enge Beziehungen zu Russland und der Ukraine unterhält, hat sich den gegen Moskau gerichteten Sanktionen nicht angeschlossen. Gleichzeitig bezeichnete Ankara die Invasion der Ukraine aber als "inakzeptabel" und bot sich als Vermittler bei den Bemühungen um ein Ende des Kriegs an.

Eine Gruppe von Ukrainern protestierte laut den Medienberichten in einem Schlauchboot gegen die Ankunft der "Solaris", die Tage zuvor in einem Hafen von Montenegro entdeckt worden war. Sie skandierten demnach "Du bist hier nicht willkommen", "Hau ab" und "Nein zum Krieg in der Ukraine".

hr mit Nachrichtenagenturen