Ukraine-Newsblog Oligarchen-Yacht in Hamburg beschlagnahmt ++ Spotify schließt Moskauer Büro ++ Abramowitsch will FC Chelsea verkaufen

Der unter Druck geratene russische Oligarch Roman Abramowitsch kündigt an, den englischen Proficlub FC Chelsea zu verkaufen. Tui-Großaktionär Alexej Mordaschow kann nicht mehr auf sein Aktienpaket an dem Reisekonzern zugreifen, mit Folgen. Die Bundesregierung kauft Flüssiggas für 1,5 Milliarden Euro. Lesen Sie hier die wichtigsten wirtschaftlichen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine.
Abschied vom FC Chelsea: Roman Abramowitsch will den Premier-League-Club verkaufen

Abschied vom FC Chelsea: Roman Abramowitsch will den Premier-League-Club verkaufen

Foto: Matt Dunham / dpa

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Das Wichtigste in Kürze:

  • UN-Vollversammlung verurteilt Angriff Russlands auf die Ukraine

  • EU schließt sieben russische Banken aus Swift aus

  • Die Europa-Tochter der russischen Sberbank ist pleite

22.30 Uhr: Als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine wurde der russische Milliardär Alisher Usmanow von der EU sanktioniert. Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins "Forbes"  wurde die nun auch seine 156 Meter lange Yacht von deutschen Behörden im Hamburger Hafen beschlagnahmt. Das Schiff im Wert von fast 600 Millionen Dollar ist eines der wertvollsten Besitztümer des Russen. Seit Ende Oktober 2021 befand sich die Megayacht in der Hamburger Werft des deutschen Schiffbauunternehmens Blohm+Voss zur Umrüstung.

22.16 Uhr - Der Online-Musikdienst Spotify gibt die Schließung seines Büros in Moskau bekannt. "Wir sind zutiefst schockiert und traurig über den unprovozierten Angriff auf die Ukraine", heißt es in einer Erklärung.

22.03 Uhr - Die britische Regierung arbeitet einer Zeitung zufolge an Plänen, um den Besitz von russischen Oligarchen im Land beschlagnahmen zu können.

21.55 Uhr - Die US-Großbank Citigroup will ihr knapp zehn Milliarden Dollar schweres Engagement in Russland verringern. Dies solle über Hedging und andere Strategien geschehen, sagt Citigroup-Finanzchef Mark Mason. Die Bank helfe auch ihren 200 Mitarbeitern in der Ukraine, die das Land verlassen wollten. Dazu sollten beispielsweise Gehälter in Voraus gezahlt werden.

21.48 Uhr: Heute Mittag hatten sie die Berichte über die Einnahme von Cherson noch zurückgewiesen, nun haben ukrainische Beamte bestätigt, dass die Hafenstadt eingenommen ist. Nach Angaben des russischen Militärs sei die südukrainische Stadt bereits seit Mittwochmorgen unter russischer Kontrolle: "Russische Einheiten der Streitkräfte haben das Zentrum der Region Cherson vollständig unter ihre Kontrolle gebracht", sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

21.41 Uhr: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist es zu neuen Luftangriffen gekommen. Nach Angaben des staatseigenen Bahnunternehmens Ukrsalisnyzja schlug ein Geschoss südlich des Hauptbahnhofs ein. "Das Bahnhofsgebäude hielt stand und wurde leicht beschädigt." Zur Zeit des Angriffs sollten Tausende Kinder und Frauen mit Zügen in Sicherheit gebracht werden.

21.30 Uhr - Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in der Ukraine bis Mitternacht am Dienstag 227 getötete Zivilisten verzeichnet worden. Zudem seien 525 Verletzte registriert worden, teilt das Hochkommissariat für Menschenrechte mit. Die tatsächlichen Zahlen dürften "deutlich höher" liegen, da Meldungen erst mit Verzögerung einliefen, heißt es weiter.

21.00 Uhr - Wegen der Maßnahmen der USA und ihrer westlichen Alliierten unterliegen nach Angaben von US-Finanzministerin Janet Yellen inzwischen 80 Prozent der russischen Bankeinlagen Beschränkungen. Bei der Zentralbank sei es die Hälfte, sagt Yellen in Chicago. "Russland liegt zunehmend auf einer wirtschaftlichen Insel."

20.46 Uhr - Hochrangige chinesischen Behörden haben einer Zeitung zufolge russische Regierungsvertreter Anfang Februar gebeten, nicht vor dem Ende der Olympischen Winterspiele in die Ukraine einzumarschieren. Die "New York Times" beruft sich auf Vertreter der US-Regierung und einen aus Europa.

20.32 Uhr - Dem schwedischen Militär zufolge haben vier russische Kampfjets über der Ostsee den schwedischen Luftraum kurz verletzt. "Angesichts der gegenwärtigen Situation nehmen wir dieses Ereignis sehr ernst", heißt es in einer Erklärung.

20.31 Uhr - Die Börse in Moskau bleibt nach Angaben der russischen Zentralbank auch am Donnerstag weitgehend geschlossen. Über das weitere Vorgehen werde man vor 07.00 Uhr (MEZ) am Freitag informieren, heißt es in einer Erklärung.

20.00 Uhr - Der russische Oligarch Roman Abramowitsch wird den englischen Fußball-Topklub FC Chelsea verkaufen. Das bestätigte der 55-Jährige am Mittwochabend in einer offiziellen Mitteilung des Champions-League-Siegers. Mit dem Erlös werde er die Opfer des russischen Kriegs in der Ukraine unterstützen. Nach dem Überfall Russlands auf das Nachbarland Ukraine war auch Klubbesitzer Abramowitsch in den Blickpunkt geraten. Er galt als einer von zahlreichen Oligarchen und Firmen, denen in Großbritannien Sanktionen drohen. Abramowitsch kündigte daraufhin zunächst an, die Führung des Vereins an Treuhänder abgegeben zu wollen. Bei Chelsea stehen der deutsche Teammanager Thomas Tuchel sowie die Nationalspieler Timo Werner, Kai Havertz und Antonio Rüdiger unter Vertrag.

19.45 Uhr - Netflix setzt einem Medienbericht zufolge alle zukünftigen Projekte und Übernahmen in Russland aus. Der US-Streamingdienst habe vier russische Originalproduktionen in Arbeit, berichtet das Magazin "Variety". Eine Stellungnahme von Netflix liegt nicht vor.

19.30 Uhr - Mercedes-Benz stellt bis auf Weiteres den Export von Pkw und Vans nach Russland sowie die lokale Fertigung in Russland ein, wie der Konzern mitteilt. Mercedes-Benz hatte 2019 ein Werk in der Nähe von Moskau zur Produktion der E-Klasse für den lokalen Markt eröffnet. Zuvor hatten bereits zahlreiche andere Autohersteller angekündigt, ihre Exporte nach Russland zu stoppen.

19.00 Uhr - Die rund 100 Läden des Sportartikelkonzerns Puma in Russland sind geöffnet, wie eine Sprecherin sagt. Neue Lieferungen in das Land gebe es aber nicht. Puma erwirtschafte in Russland und Ukraine weniger als 5 Prozent des Umsatzes, erklärte das Unternehmen. Der große Konkurrent Nike hatte erklärt, keine Bestellungen aus Russland über seine Website und die App mehr anzunehmen, weil die Auslieferung nicht gewährleistet werden könne.

18.30 Uhr - Der Nürnberger Autozulieferer Leoni versucht, den durch die Schließung zweier ukrainischer Werke bedingten Produktionsausfall auszugleichen. "Wir arbeiten - in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten - mit Hochdruck daran, die Folgen der momentanen Produktionsunterbrechungen in unseren beiden Werken in Stryi und Kolomyja, ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, für alle Beteiligten bestmöglich zu beherrschen", teilte das Unternehmen am Mittwoch in Nürnberg mit. In den beiden derzeit stillstehenden Werken sind normalerweise 7000 Mitarbeiter im Einsatz.

Eine mehrmals verstärkte Taskforce kümmere sich bei Leoni nahezu rund um die Uhr darum, die dynamische Entwicklung vor Ort ständig neu zu analysieren und zu bewerten. "Wir prüfen aktuell alle Optionen, die Produktionsausfälle aufzufangen", heißt es in der Mitteilung weiter. Derzeit beliefere Leoni seine Kunden aus Werken in Marokko, Tunesien, Serbien und Rumänien. Die Produktionsausfälle in der Ukraine bei Leoni und mehreren anderen Zulieferern haben Folgen für die Verfügbarkeit von Teilen insbesondere in der europäischen Autoindustrie. In Deutschland müssen mehrere Hersteller bereits die Produktion einstellen.

18.00 Uhr - Die UN-Vollversammlung hat den Angriff Russlands auf die Ukraine mit großer Mehrheit verurteilt und Moskau zum Ende seiner Aggression aufgefordert. 141 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen stimmten am Mittwoch in New York für eine entsprechende Resolution. 35 Länder enthielten sich, nur 5 lehnten den Beschluss ab.

17.30 Uhr - Vor einer Abstimmung in der UN-Vollversammlung zur Verurteilung von Russlands Angriffskrieg in der Ukraine haben die USA die Staaten der Welt zur Unterstützung einer entsprechenden Resolution aufgefordert. "Zu keinem anderen Zeitpunkt in der jüngeren Geschichte wurden die UN so herausgefordert. Wenn die Vereinten Nationen irgendein Ziel haben, dann ist es, Krieg zu verhindern", sagte die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield zum Ende einer dreitägigen Dringlichkeitssitzung vor dem größten UN-Gremium. Den diplomatischen Vertretern der UN-Mitglieder sagte sie: "Das ist heute unsere Aufgabe hier. Es ist der Job, für den Sie hierher geschickt wurden, nicht nur von Ihren Hauptstädten, sondern von der ganzen Menschheit."

16.55 Uhr - Der Energiekonzern Wintershall Dea mit Sitz in Celle betreibt umfangreiche Geschäfte mit Russland und ist an dortigen Gas-Förderprojekten beteiligt. Doch das soll sich künftig ändern. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt, hat der Vorstand, in Russland keine zusätzlichen Projekte zur Förderung von Gas und Öl voranzutreiben oder umzusetzen. Zahlungen nach Russland würden "grundsätzlich mit sofortiger Wirkung" eingestellt, so das Unternehmen. Zudem schreibe Wintershall Dea die Finanzierung der umstrittenen Gas-Pipeline Nord Stream 2 in Höhe von rund einer Milliarde Euro ab. Vorstandschef Mario Mehren, betonte, dass durch den Angriffskrieg des russischen Präsidenten gegen die Ukraine das Fundament der Zusammenarbeit in den Grundfesten "auf das Schwerste erschüttert" worden sei. Der brutale Überfall verursache unfassbares Leid und sei ein Wendepunkt.

16.45 Uhr - Die US-Notenbank Fed wird trotz der noch nicht absehbaren Folgen des Ukraine-Krieges die avisierte Zinswende diesen Monat aller Voraussicht nach einleiten. "Wir erwarten, dass es angemessen sein wird, die Zielspanne für den Leitzins auf unserer Sitzung in diesem Monat anzuheben", erklärte Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch bei einer Kongressanhörung. Der Krieg in der Ukraine lasse den Ausblick aber hochgradig unsicher erscheinen. Die Fed steht angesichts einer Inflationsrate von zuletzt 7,5 Prozent unter Zugzwang, ihren Kurs zu straffen und sich somit gegen den Preisauftrieb zu stemmen.

16.30 Uhr - Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper will sich nach eigenen Angaben nicht aus seinem Russland-Geschäft zurückziehen. Der Konzern werde sein Geschäft in Russland weiterhin verantwortungsvoll betreiben, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. "Bestehende Verträge zur Strom- und Gasversorgung in Russland und Europa, für die russische Gasimporte eine wesentliche Rolle spielen, werden wir einhalten." Uniper verurteile aufs Schärfste den Einmarsch Russlands in die Ukraine, der eine Verletzung des Völkerrechts und der Prinzipien der UN-Charta darstelle. "Krieg sollte niemals eine Lösung für ein Problem sein, insbesondere nicht im 21. Jahrhundert in Europa."

15.30 Uhr - Borussia Dortmund hat Altkanzler Gerhard Schröder mit sofortiger Wirkung die Ehrenmitgliedschaft entzogen. Damit reagierte der Fußball-Bundesligist auf die bislang fehlende Bereitschaft des 77-Jährigen, als Folge der russischen Invasion in die Ukraine seine Führungspositionen bei staatlichen russischen Energiekonzernen niederzulegen. "Über einen entsprechenden und einstimmig getroffenen Präsidiumsbeschluss unterrichtete Vereinspräsident Dr. Reinhard Rauball den Bundeskanzler a.D. am heutigen Vormittag in einem persönlichen Gespräch", teilte der BVB am Mittwoch mit.

Nur noch einfacher Fan: Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ist wegen seiner Russland-Verbindungen kein Ehrenmitglied bei Borussia Dortmund mehr

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Foto: TEAM2 / imago/Team 2

Laut "Bild"-Zeitung droht zudem auch Hannover 96 Schröder den Rauswurf an. Die Zeitung zitiert ein Statement des Vereins: "Der Vorstand des Hannoverschen Sportvereins von 1896 e.V. hat heute Herrn Gerhard Schröder, Bundeskanzler a.D., darüber informiert, dass ein Vereinsausschluss gegen ihn geprüft wird."

Der Deutsche Fußball-Bund forderte Schröder als Ehrenmitglied des Verbands auf, auf die "Funktionen in russischen Staatskonzernen" zu verzichten. "Oder im Fall, dass er dazu nicht bereit ist, seine Ehrenmitgliedschaft im DFB" aufzugeben, wie die beiden DFB-Interimspräsidenten Hans-Joachim Watzke und Rainer Koch schrieben.

15.15 Uhr - Der russische Stahlkonzern Severstal stoppt nach einem Bericht der Agentur Tass alle Lieferungen in die EU. Severstal reagiere damit auf die Sanktionen gegen seinen Haupteigentümer Alexej Mordaschow. Die Güter würden auf "alternative Märkte" umgeleitet, zitiert die Agentur den Stahlriesen. Dem Bericht zufolge könnten das zum Beispiel der Nahe Osten, Asien und Südamerika sein. Severstal ist einer der größten Stahlproduzenten Russlands.

14.30 Uhr - Der russische Großaktionär des Reisekonzerns Tui, Alexej Mordaschow, darf aufgrund der EU-Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Konflikt nicht mehr auf sein Aktienpaket zugreifen. So solle verhindert werden, dass Mordaschow Erlöse oder Gewinne aus seinem Tui-Investment erzielen könne, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Hauptaktionär scheide deshalb mit sofortiger Wirkung aus dem Aufsichtsrat aus. Auf das Unternehmen habe das keine Auswirkungen. Der Milliardär aus Russland steht auf der EU-Sanktionsliste. Er hatte dies als unverständlich bezeichnet, da er keine Nähe zur Politik seines Heimatlandes habe. Er hält rund ein Drittel der Anteile an Tui.

14.15 Uhr - Großbritannien ist im Zusammenhang mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine in die Kritik geraten, weil es sich in der Vergangenheit allzu kooperativ gegenüber russischen Oligarchen zeigte, die in Großbritannien Geld investieren und teilweise auch dort leben. Jetzt will die britische Regierung eine Liste von Personen veröffentlichen, die eng mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbunden sind. Das sagte Großbritanniens Premierminister Boris Johnson am Mittwoch im Parlament in London.

In der kommenden Woche will das Unterhaus zudem einen Gesetzentwurf debattieren, der es ausländischen Investoren unmöglich machen soll, sich bei Immobilienkäufen hinter Briefkastenfirmen und Strohmännern zu verstecken. Die Opposition kritisiert aber, dass darin bislang eine Frist vorgesehen ist, die Oligarchen Zeit geben könnte, ihr Geld außer Landes zu bringen.

13.30 Uhr - Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine schließt die Europäische Union sieben russische Banken vom internationalen Zahlungssystem Swift aus. Zudem wird es den Staatsmedien RT und Sputnik untersagt, ihre Inhalte unter anderem in deutscher Sprache zu verbreiten, wie aus den jüngsten Sanktionsbeschlüssen hervorgeht, die am Mittwoch mit Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft traten. Der Swift-Ausschluss wird nach Ratsangaben in zehn Tagen wirksam.

Von dem internationalen Zahlungssystem ausgeschlossen werden demnach die zweitgrößte russische Bank VTB sowie sechs weitere Institute. Die Sberbank als größte Bank Russlands ist anders als erwartet nicht betroffen. Auch die Gazprombank des staatlichen Gaskonzerns Gazprom ist ausgenommen.

13.00 Uhr - Die scharfen Finanzsanktionen gegen Russland haben die erste Bank in die Pleite getrieben. Etwa 35.000 Kunden der Europa-Tochter der russischen Sberbank sollen entschädigt werden - die meisten davon in Deutschland. Nach einem starken Abfluss von Kundengeldern in den vergangenen Tagen untersagte die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) in der Nacht zum Mittwoch der Sberbank Europe AG mit Sitz in Wien mit sofortiger Wirkung die Fortführung des Geschäftsbetriebs. In Deutschland hatte die Bank unter der Marke Sberbank Direct mit vergleichsweise hohen Zinsen Anleger gelockt.

12.36 Uhr - Die Ukraine und Russland setzen noch an diesem Mittwoch ihre Gespräche in zweiter Runde fort. Das meldet die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Präsidialamt in Kiew.

12.24 Uhr - Wann weitere Verhandlungen mit Russland stattfinden, ist nach Angaben des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba unklar. Man sei bereit zu reden, aber nicht bereit, russische Ultimaten hinzunehmen. Denn die Forderungen Russlands seien die gleichen wie das, was der russische Präsident Wladimir Putin vor Anfang des Krieges gesagt habe.

12.10 Uhr - Die EU-Finanzminister beraten am Mittwoch in einer außerordentlichen Videoschalte über den Ukraine-Krieg. Das sagt ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums. Dabei werde es um die wirtschaftlichen Folgen, die Energiepreisentwicklung sowie Sanktionen gegen Russland geben.

12.08 Uhr - Das Bundeswirtschaftsministerium hat keine Hinweise auf Einschränkungen bei den Energielieferungen aus Russland. Die Versorgungssicherheit sei gewährleistet, sagt ein Sprecher.

12.05 Uhr - Die Bundesregierung will für 1,5 Milliarden Euro Flüssiggas einkaufen. Das bestätigt ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Das Geld sei dem Gashändler Trading Hub Europe zugesagt worden.

11.30 Uhr – Der Fleischproduzent und ehemalige Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies geht auf Distanz zum russischen Staatschef Wladimir Putin. "Ich habe mich wie viele andere in ihm getäuscht", schrieb der Unternehmer auf Twitter und LinkedIn. Er sei fassungslos über den Vernichtungskrieg von Putin in der Ukraine. Der ehemalige Schalker Aufsichtsratschef hatte jahrelang den Kontakt zu Putin gepflegt.

10.50 Uhr – Das russische Präsidialamt räumt erhebliche Auswirkungen der westlichen Sanktionen ein. Natürlich erfahre die russische Wirtschaft einen schweren Schlag, sagt Sprecher Dmitri Peskow. "Aber wir haben Solidität, Potenzial und Pläne." Russland habe Erfahrung damit, durch Krisen zu gehen und Maßnahmen zu ergreifen, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verlangsamen.

10.49 Uhr – Der Großhandelskonzern Metro will in Russland aktiv bleiben. "Metro Russland wird weiterhin kleine und mittlere unabhängige Unternehmen im Gastgewerbe und im Einzelhandel bedienen, die eine zentrale Rolle in der Gesellschaft spielen", erklärte ein Metro-Sprecher am Mittwoch. Metro fühle sich auch für die mehr als 10.000 Mitarbeiter in Russland verantwortlich. "Diese Menschen haben keine persönliche Verantwortung für die Aggression gegen die Ukraine."

10.44 UhrRussland zeigt sich zu einer zweiten Runde von Gesprächen mit der Ukraine bereit. Eine russische Delegation werde noch an diesem Tag bereitstehen, um die Beratungen fortzusetzen, sagt der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau, Dmitri Peskow. Wo diese stattfinden könnten, sagt er nicht. Ob auch Vertreter der Ukraine zu den Gesprächen kämen, sei nicht klar.

10.06 Uhr – Wegen Lieferengpässen will Porsche im Werk Leipzig den Bau von Autos unterbrechen. Die Fabrik sei gezwungen, die Produktion von Mittwochnachmittag an zunächst bis zum Ende der kommenden Woche auszusetzen, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Dort werden die Modelle Macan und Panamera gebaut. Für die 2500 betroffenden Beschäftigten werde Kurzarbeit beantragt. Die Volkswagen-Tochter Porsche bezieht nach Angaben aus Branchenkreisen bisher Kabelbäume aus der Westukraine.

09.50 Uhr – Der Logistikkonzern Kühne + Nagel fährt sein Geschäft mit Russland und Belarus wegen der Sanktionen im Ukraine-Krieg runter. Man setze alle Sendungen nach Russland mit sofortiger Wirkung aus, teilte die Firma am Mittwoch in Schindellegi in der Schweiz mit. Der Stopp bezieht sich auf Luftfracht, Seefracht und auf Lkw-Ladungen. Es gibt allerdings Ausnahmen: Pharma und generell Gesundheitsprodukte (Healthcare) sowie humanitäre Hilfsgüter sollen weiterhin befördert werden.

09.22 Uhr – Der europäische Flugzeugbauer Airbus liefert russischen Fluggesellschaften keine Ersatzteile mehr. Die Niederlassung in Russland stelle im Einklang mit den Sanktionen ihren Betrieb ein, teilt das Unternehmen mit.

08.05 UhrDeutschland ist für den Fall eines russischen Gas-Lieferstopps nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gut vorbereitet. Im schlimmsten Fall könnten Kohlekraftwerke in der Reserve gehalten oder sogar in Betrieb gelassen werden, sagt der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk.

Angriffe auf die Städte: In Kiew haben viele Bürger eine weitere Nacht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern verbracht

Angriffe auf die Städte: In Kiew haben viele Bürger eine weitere Nacht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern verbracht

Foto: Zoya Shu / dpa

07.13 Uhr – Die russische Sberbank zieht sich aus dem europäischen Markt zurück. Als Gründe nennt das Institut große Bargeldabflüsse bei den europäischen Filialen und Drohungen gegen Mitarbeiter und Gebäude. Die Sberbank ist im Ausland unter anderem in Deutschland, Österreich, Kroatien und Ungarn vertreten.

07.00 Uhr – Die russischen Truppen setzen ihren Angriff auf ukrainische Städte fort. Aus mehreren ukrainischen Städten wurden in der Nacht zum Mittwoch Angriffe russischer Truppen und Kämpfe gemeldet. US-Präsident Joe Biden kündigte die Schließung des amerikanischen Luftraums für russische Flugzeuge an. Er beschwor einen harten Kurs gegen Russlands Aggression und Präsident Wladimir Putin.

Die ostukrainische Stadt Charkiw: Die Trümmer bedecken den Boden auf dem Svobody-Freiheitsplatz, nachdem das Gebäude der regionalen Staatsverwaltung am Dienstag, dem 1. März, von russischen Angreifern beschossen wurde.

Die ostukrainische Stadt Charkiw: Die Trümmer bedecken den Boden auf dem Svobody-Freiheitsplatz, nachdem das Gebäude der regionalen Staatsverwaltung am Dienstag, dem 1. März, von russischen Angreifern beschossen wurde.

Foto: Vyacheslav Madiyevskyy / Ukrinform / IMAGO

04.00 Uhr – Der US-Flugzeughersteller Boeing stellt eigenen Angaben zufolge die Lieferung von Teilen, die Wartung sowie den technischen Support für russische Fluggesellschaften und wichtige Geschäftsaktivitäten in Russland ein. "Während der Konflikt andauert, konzentrieren sich unsere Teams darauf, die Sicherheit unserer Kollegen in der Region zu gewährleisten", sagt ein Boeing-Sprecher. Zuvor hatte der Airbus-Rivale bereits den Betrieb seines Trainingscampus in Moskau ausgesetzt und sein Büro in Kiew vorübergehend geschlossen.

02.10 Uhr – ExxonMobil will sein Öl- und Gasfördergeschäft in Russland wegen der russischen Invasion in die Ukraine aufgeben. Der Öl-Riese folgt damit seinen Konkurrenten Shell und BP.

00.54 Uhr – Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank wollen in den kommenden Wochen und Monaten zusätzliche Finanzmittel in Milliardenhöhe für die Ukraine bereitstellen. Der Krieg treibe die Rohstoffpreise in die Höhe, was die Inflation weiter anheizen könnte, und die Störungen auf den Finanzmärkten würden sich weiter verschärfen, teilen die Chefin des IWF, Kristalina Georgieva, und der Präsident der Weltbank, David Malpass in einer gemeinsamen Erklärung mit. Auch die von den USA, Europa und anderen Verbündeten verhängten Sanktionen würden erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Mit Nachrichtenagenturen