Branche erleichtert, Tui-Aktie hebt ab Bundesregierung hebt Reisewarnung für 29 europäische Länder auf

Urlaub auf Mallorca: In Bezug auf Spanien müssen sich deutsche Urlauber noch ein wenig gedulden - hier wird die Reisewarnung voraussichtlich erst am 21. Juni aufgehoben

Urlaub auf Mallorca: In Bezug auf Spanien müssen sich deutsche Urlauber noch ein wenig gedulden - hier wird die Reisewarnung voraussichtlich erst am 21. Juni aufgehoben

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Die Bundesregierung hat die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung für 29 europäische Länder ab dem 15. Juni beschlossen. Das sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in Berlin. Die Aktie von Tui  stieg daraufhin um 9 Prozent.

Da in Norwegen und Spanien noch über den 15. Juni hinaus Einreisesperren wegen der Corona-Pandemie gelten, verzögert sich für diese beiden Länder die Aufhebung der Reisewarnung. Maas sagte aber, er erwarte für Spanien eine Aufhebung der Einreisesperre zum 21. Juni. Unmittelbar danach würde dann auch für dieses Urlaubsland Nummer eins der Deutschen die Reisewarnung aufgehoben.

Maas hatte die Reisewarnung für Touristen am 17. März nach Ausbruch der Corona-Pandemie für alle 200 Länder der Welt ausgesprochen - ein beispielloser Schritt. Bisher wurde nur bei einer Gefahr für Leib und Leben etwa in Kriegsgebieten vor Reisen gewarnt.

In dem Beschluss des Kabinetts über die Aufhebung der Reisewarnung heißt es zwar nur, dass die Aufhebung der Reisewarnung angestrebt sei. Maas stellte vor Journalisten aber klar, dass dies die endgültige Entscheidung der Regierung sei. "Wir haben das heute beschlossen, dass die Reisewarnung für den genannten Kreis von Ländern nicht fortgesetzt wird." Die Reisewarnung soll nun durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden. Darin wird dann über die landesspezifischen Risiken informiert.

Reisewarnung kann jederzeit wieder reaktiviert werden

Aufgehoben werden soll die Reisewarnung für die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union , das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Die Bundesregierung macht in dem beschlossenen Eckpunktepapier klar, dass die Reisewarnung für bestimmte Länder oder Regionen reaktiviert werden kann, wenn die Zahl der Neuinfektionen wieder drastisch steigt. Dabei will sie sich an der für Deutschland geltenden Obergrenze von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen orientieren.

Wird diese überschritten, behält sich die Bundesregierung "Schutzmaßnahmen" vor. "Dazu können beispielsweise länder- oder regionsspezifische Reisewarnungen gehören", heißt es in dem Papier. Das gilt auch für den Fall, wenn einzelne Staaten die erforderlichen Maßnahmen zum Infektionsschutz im Tourismusbetrieb nicht ausreichend ergreifen. Grundlage werden dabei die von der EU-Kommission entworfenen Richtlinien sein. Noch nicht entschieden hat die Bundesregierung, wie sie mit den Ländern außerhalb der EU umgehen will.

"Die Flughäfen sind startklar"

Die deutsche Tourismuswirtschaft hat die Aufhebung der Reisewarnung begrüßt. Der Präsident des Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig, sprach am Mittwoch von einem wichtigen Schritt für Reisende und die Branche mit ihren hunderttausenden Beschäftigten. "Damit gibt es jetzt wieder ein Stück Planungssicherheit, und der Motor für die Wiederaufnahme des Reisens kann anlaufen, denn auch der Neustart braucht eine gewisse Vorbereitungszeit", sagte Fiebig.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) sprach von einem "guten Signal für die vielen Menschen in Europa, die im Sommer in den Urlaub fahren oder Freunde und Verwandte im Ausland besuchen wollen". Die Branche werde in der nächsten Zeit zahlreiche Flugverbindungen wieder aufnehmen. Insgesamt seien im Juni von den deutschen Flughäfen aus 159 Ziele in 63 Ländern zu erreichen, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow.

Der Flughafenverband ADV betonte: "Die Flughäfen in Deutschland sind für die Wiederaufnahme des Luftverkehrs startklar." Um die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten, hätten die ADV-Flughäfen Standards festgelegt und erfüllten damit die nationalen Vorgaben der zuständigen Behörden.

Die Tourismuswirtschaft zählt zu den von der Corona-Krise am härtesten getroffenen Branchen. Nach Angaben des DRV führen 70 Prozent aller über 71 Millionen Reisen der Deutschen ins Ausland.

mg/dpa-afx
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