Freitag, 28. Februar 2020

Leica-Eigentümer führt ECCIA für zwei Jahre Die europäische Luxusallianz hat einen neuen Präsidenten

Leica-Aufsichtsratschef Andreas Kaufmann (Bild Archiv) vertritt für zwei Jahre in führender Position in Brüssel die Interessen der europäischen Luxusindustrie.

Luxus funktioniert - und kann mit namhaften Marken erhebliche Profite abwerfen. Das gilt jedenfalls, wenn sie unter dem Dach des Konzerns LVMH versammelt sind. Der Konzern mit Marken wie Louis Vuitton, Christian Dior, Veuve Clicquot, Rimowa oder Bulgari ist mit rund 204 Milliarden Euro Marktkapitalisierung zum wertvollsten Konzern der Euro-Zone avanciert und beschäftigt weltweit gut 156.000 Mitarbeiter.

Angesichts dieser Bedeutung versteht sich ein Platz in der europäischen Luxusallianz ECCIA (European Cultural and Creative Industries Alliance), schon fast wie von selbst. Die ECCIA ist ein Zusammenschluss von fünf europäischen Organisationen der Kultur- und Kreativindustrie und versammelt mehr als 600 Marken und Kulturinstitutionen.

Sie repräsentiert sozusagen die High-End-Industrie und trug nach einer Studie von Bain & Company zuletzt mit 800 Milliarden Euro Umsatz zur europäischen Wirtschaftsleistung bei. Das entspricht etwa 4 Prozent des europäischen Bruttoinlandsproduktes.

Laut den Unternehmensberatern von Bain beschäftigt der Sektor rund 2,1 Millionen Menschen und hat in den vergangenen vier Jahren 300.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Exporte des Sektors summierten sich 2018 auf rund 10 Prozent aller EU-Exporte. In den kommenden fünf Jahren rechnen die Unternehmen des Sektors weiter mit einem überproportionalen Wachstum. Im Schnitt der vergangenen vier Jahre belief es sich auf 7 Prozent.

"Der Bericht zeigt die Wirtschaftskraft unseres Sektors. Dank substanzieller und langfristiger Investitionen haben unsere Unternehmen nicht nur beigetragen, Millionen von Arbeitsplätzen zu schaffen, sie handeln auch als Botschafter europäischer Werte und Kultur", betonte Andreas Kaufmann am Dienstagabend in Brüssel.


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Der ehemalige Leica-Vorstandschef und jetzige Aufsichtsratschef des Kameraherstellers leitet ab sofort das ECCIA-Exekutivkomitee im Zuge der Präsidentschaft der deutschen Interessenvertretung, des sogenannten "Meisterkreis", dem wiederum 80 namhafte Unternehmen, kulturelle und wissenschaftliche Institutionen aus Deutschland angehören.

Das erklärte Ziel Kaufmanns in seiner zweijährigen Amtszeit ist es nicht nur, die europäische Spitzenindustrie in der Welt bekannter zu machen, sondern zugleich die EU-Politik stärker für die Belange dieser "Schlüsselindustrie" zu interessieren.

Bei der EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur und Bildung, Mariya Gabriel, kam die Botschaft wohl an. "Die Unternehmen der obersten Güteklasse spielen eine entscheidende Rolle für die Erhaltung der Kreativität und des Know-hows in Europa, aber auch für die Entwicklung unserer industriellen Exzellenz", sagte Gabriel.

rei

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