Le Maire bleibt Finanzminister Macron stellt neues Kabinett vor

Mit seinem neuen Kabinett setzt Frankreichs Präsident Macron weitgehend auf Kontinuität. Bruno Le Maire bleibt Finanzminister.
Frankreichs Kabinett: Bruno Le Maire bleibt Finanzminister

Frankreichs Kabinett: Bruno Le Maire bleibt Finanzminister

Foto: Gonzalo Fuentes / dpa

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (44) setzt mit seinem neuen Kabinett weitgehend auf Kontinuität. Zwar geht das Außenministerium nun an die bisherige Botschafterin in Großbritannien, Catherine Colonna (66), wie Macrons Büro am Freitag bekannt gab. Allerdings bleibt Bruno Le Maire (53) Finanzminister und Gerald Darmanin (39) Innenminister. Die bisherige Industrie-Ministerin Agnes Pannier-Runacher (47) wird Energieministerin. Macron hatte am Montag bereits die bisherige Arbeitsministerin Elisabeth Borne (61) als neue Ministerpräsidentin vorgestellt. Beobachter hatten eigentlich größere Änderungen erwartet, da Macron nach seinem vergleichsweise knappen Sieg bei der Präsidentenwahl eine neue Art des Regierens angekündigt hatte.

Das neue Kabinett steht unter dem Vorbehalt, dass Macron und seine Verbündeten die Mehrheit im Parlament behalten. Andernfalls müsste er einen neuen Regierungschef aus den Reihen der Sieger ernennen, der wiederum eine eigene Ministerriege mitbringen würde. Die erste Runde der Parlamentswahl findet am 12. Juni statt, die zweite eine Woche später. Zwar deuten Umfragen auf eine knappe Mehrheit für Macrons Lager hin. Zudem erzielte er zuletzt Rückenwind durch die jüngsten Arbeitslosenzahlen, die den niedrigsten Stand seit 14 Jahren dokumentieren. Allerdings haben sich die linken Parteien in Frankreich zum ersten Mal seit 20 Jahren auf eine Allianz verständigt.

Macron hat vergleichsweise pro-europäische und wirtschaftsfreundliche Reformen angekündigt. Unter anderem will er das Rentenalter von 62 auf 65 Jahre erhöhen. Dagegen haben die linken Parteien vereinbart, es auf 60 Jahre zu senken, den Mindestlohn zu erhöhen und Preise für essenzielle Güter zu deckeln. Zudem sieht die Allianz vor, gewisse Regeln der EU zu brechen oder zumindest zurückzustellen. Die Staatengemeinschaft soll sich stärker auf soziale Fragen und den Umweltschutz konzentrieren. Einen Austritt Frankreichs aus der EU planen die linken Parteien nicht.

sio/Reuters