Ukraine-Newsblog US-Präsident Biden kündigt "verheerendes Paket von Sanktionen" an

Die Kämpfe in der Ukraine dauern an. Russische Truppen dringen in die nukleare Sperrzone Tschernobyl ein. US-Präsident Joe Biden will nun die VTB Bank und weitere russische Kreditinstitute vom US-Finanzmarkt ausschließen. Putin plane nichts anderes als die Wiederherstellung der Sowjetunion, so Biden.
Verkündet harte Sanktionen: US-Präsident Joe Biden

Verkündet harte Sanktionen: US-Präsident Joe Biden

Foto: Doug Mills / POOL / EPA

20.30 Uhr: US-Präsident Joe Biden sieht den Krieg Russlands in der Ukraine nur als einen ersten Schritt von Präsident Wladimir Putin. "Er hat viel größere Ambitionen in der Ukraine. Er will nämlich die ehemalige Sowjetunion wiederherstellen. Darum geht es hier", sagte Biden am Donnerstag in Washington

20.00 Uhr - Die G7-Staaten haben nach Angaben von US-Präsident Joe Biden ein "verheerendes Paket an Sanktionen" und anderen wirtschaftlichen Maßnahmen gegen Russland beschlossen. Darauf habe man sich in der Schalte der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten westlichen Industriestaaten geeinigt. Dazu gehören auch Sanktionen gegen Russlands zweitgrößte Bank. Die VTB Bank und weitere russische Kreditinstitute sollen vom US-Finanzmarkt und Geschäften in US-Dollar ausgeschlossen werden, sagte Biden am Donnerstagabend. Russlands Angriff auf die Ukraine bezeichnete er als großen Fehler Moskaus: "Putins Aggression gegen die Ukraine wird Russland am Ende teuer zu stehen kommen, wirtschaftlich und strategisch. Diese Aggression kann nicht unbeantwortet bleiben." Ein direktes Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin plane er nicht.

19.24 Uhr - Russland hat nach ukrainischen Angaben das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl erobert. "Leider muss ich mitteilen, dass die Zone um Tschernobyl, die sogenannte Sperrzone, und alle Anlagen des Atomkraftwerks Tschernobyl unter der Kontrolle bewaffneter russischer Gruppen sind", sagte der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal am Donnerstagabend. Die ukrainische Hauptstadt Kiew liegt nur knapp 70 Kilometer entfernt.

18.55 Uhr - Der Einmarsch Russlands in die Ukraine dauert nach Angaben aus Moskau an. "Die Spezialmilitäroperation wird fortgesetzt", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums am Donnerstagabend nach Angaben der Agentur Interfax. Nach seinen Angaben rückten die Separatistenkämpfer der Gebiete Donezk und Luhansk sechs bis acht Kilometer in ukrainisches Gebiet vor. Die russische Armee habe dabei unterstützt. Der Sprecher bestätigte die Eroberung des wichtigen Nord-Krim-Kanals. Dabei seien auch russische Fallschirmjäger zum Einsatz gekommen. Nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel 2014 durch Russland hatte die Ukraine den für die Wasserversorgung wichtigen Kanal gesperrt.

18.49 Uhr - Die Hafenstadt Mariupol liegt nach Angaben von Diplomaten unter schwerem Beschuss. Es seien Hunderte Explosionen registriert worden. Die Stadt mit über 400.000 Einwohnern liegt zwischen den Separatistengebieten im Osten der Ukraine und der 2014 annektierten Halbinsel Krim.

18.30 Uhr - Die Schweiz friert keine Konten von russischen Amtsträgern ein, die in der EU mit Sanktionen belegt worden sind. Die Regierung werde aber Maßnahmen verschärfen, damit die Schweiz nicht als Umgehungsplattform für die von der EU erlassenen Sanktionen benutzt werden kann. Bundespräsident und Außenminister Ignazio Cassis verwies zur Erklärung auf die Neutralität der Schweiz. Er verurteilte den russischen Einmarsch in der Ukraine gleichzeitig "aufs Schärfste".

18.27 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Entschlossenheit der Nato betont, das östliche Bündnisgebiet bei einem Angriff Russlands zu verteidigen. "Putin sollte die Entschlossenheit der Nato nicht unterschätzen, alle ihre Mitglieder zu verteidigen", sagte Scholz in einer Fernsehansprache. Von den Nato-Staaten grenzen die drei baltischen Staaten, Polen und Norwegen an Russland.

18.16 Uhr: Die dänische Containerreederei Maersk hat nach dem russischen Angriff auf die Ukraine alle Seetransporte dorthin gestoppt. Auch die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd beschloss am Donnerstag einen Buchungsstopp für die Ukraine.

EU verschärft Sanktionen

18.04 Uhr: Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine verschärft die Europäische Union ihre Sanktionen gegen Moskau. Der politische Beschluss für das zweite Sanktionspaket in dieser Woche wurde beim EU-Krisengipfel ab Donnerstagabend erwartet. Die Sanktionen sollen laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen "strategische Bereiche der russischen Wirtschaft" treffen und die Kriegsfinanzierung durch den Kreml einschränken. Sie zielen laut Diplomaten auf den Finanzsektor, den Energiebereich und den Verkehr ab. Zudem sollen sie Oligarchen aus dem weiteren Umfeld von Präsident Wladimir Putin treffen. Auch der Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem Swift ist im Gespräch.

17.47 Uhr - Die russische Militäroffensive in der Ukraine zielt nach Einschätzung der USA auf den Sturz der pro-westlichen Regierung in Kiew ab. Moskau wolle eine Russland-freundliche Regierung installieren, sagte ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums am Donnerstag.

Dutzende Festnahmen in Moskau und St. Petersburg

17.39 Uhr - Die russischen Polizei hat Anti-Kriegs-Demonstrationen in Moskau und St. Petersburg ausgelöst. Auf dem Puschkin-Platz in Moskau nahmen die Sicherheitskräfte dutzende Menschen fest, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. In St. Petersburg wurden rund 20 Demonstranten festgenommen. Die russischen Behörden hatten zuvor Proteste gegen russischen Einmarsch in die Ukraine untersagt und Teilnehmern solcher Kundgebungen mit Strafen gedroht.

17.32 Uhr - Der wegen seiner engen Verbindungen zur russischen Führung oft kritisierte Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Invasion in der Ukraine verurteilt. "Der Krieg und das damit verbundene Leid für die Menschen in der Ukraine muss schnellstmöglich beendet werden", hieß es in einer veröffentlichten Erklärung auf Schröders Seite im Karrierenetzwerk LinkedIn. "Das ist die Verantwortung der russischen Regierung."

17.14 Uhr - Russische Hubschrauber und Flugzeuge setzen nach ukrainischen Angaben Fallschirmjäger am Flughafen Hostomel in der Region Kiew ab. An der Operation seien 20 Maschinen beteiligt. Der Flughafen befindet sich rund 25 Kilometer von der Stadt entfernt.

16.30 Uhr - Russland strebt nach Einschätzung eines hochrangigen Vertreters des US-Verteidigungsministeriums die Einnahme aller großen Städte in der Ukraine an. Eine der Hauptangriffsrouten gehe von Belarus aus in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Im westlichen Teil des Landes seien bislang keine russischen Truppen gesichtet worden, aber die Invasion befinde sich derzeit auch noch in ihrem frühen Stadium. Die ukrainischen Truppen leisteten Widerstand. Bei den Angriffen seien mehr als 100 Raketen abgefeuert worden, 75 Kampfflugzeuge seien zum Einsatz gekommen.

Russische Truppen dringen in nukleare Sperrzone ein

15.59 Uhr - Teile der Provinz Cherson im Süden der Ukraine sind nicht mehr unter Kontrolle der Regierungstruppen, wie die örtlichen Behörden mitteilen. Cherson liegt direkt nördlich von der von Russland 2014 annektierten Halbinsel Krim. Russische Truppen haben zudem nach Angaben aus dem ukrainischen Innenministerium die Region Tschernobyl erreicht. Die Soldaten seien aus Richtung Belarus in das nukleare Sperrgebiet bei der Atomreaktor-Ruine vorgedrungen.

15.55 Uhr - Die EU bestellt den russischen Botschafter bei der Europäischen Union ein. In dem Gespräch habe die EU einen sofortigen Stopp der Militäroperationen und einen Rückzug des Militärs aus der gesamten Ukraine gefordert, teilt der diplomatische Dienst mit.

15.36 Uhr - Die Lufthansa beobachtet die Sicherheitslage rund um den Ukraine-Konflikt genau. "Nach jetzigem Stand gibt es keinen Grund, nicht nach Moskau zu fliegen", sagt ein Konzernsprecher. Durch das Umfliegen des ukrainischen Luftraums verlängere sich mitunter die Flugzeit zur russischen Hauptstadt oder zu Zielen in Asien. Alle Flüge in die Ukraine seien bereits bis zum 26. März gestrichen.

Viele wollen einfach nur raus: Eine Frau in Kiew telefoniert, während sie mit ihrer Tochter auf einen Zug wartet, der sie aus der Ukraine in Sicherheit bringen soll

Viele wollen einfach nur raus: Eine Frau in Kiew telefoniert, während sie mit ihrer Tochter auf einen Zug wartet, der sie aus der Ukraine in Sicherheit bringen soll

Foto: Emilio Morenatti / dpa

15.35 Uhr - Die Bundespolizei an der deutsch-polnischen Grenze stellt sich auf geflüchtete Menschen aus der Ukraine ein. Bislang seien noch keine aus der Ukraine Vertriebenen an der Grenze festgestellt worden, teilte eine Sprecherin mit. Nordrhein-Westfalen will Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zufolge Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen. Seine Landesregierung suche die Abstimmung mit der Bundesregierung und werde die für die Aufnahme von Flüchtlingen zuständigen Kommunen unterstützen.

"Für mich steht fest: Wenn Menschen auf der Flucht vor Krieg in Deutschland Zuflucht suchen, steht NRW zur Hilfe bereit"

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst

15.30 Uhr - Polen rechnet angesichts des russischen Einmarsches in die Ukraine mit einer enormen Fluchtbewegung aus dem Land und hat die Errichtung von zunächst neun Erstaufnahmezentren für ukrainische Flüchtlinge angekündigt. "Es wird mit Sicherheit eine Flüchtlingswelle geben", sagte Innenminister Mariusz Kaminski. Polen werde allen Schutzsuchenden Zuflucht gewähren. Mit wie vielen Flüchtlingen genau Warschau rechnet, wollte Kaminski nicht sagen.

15.25 Uhr - Die ukrainische Hauptstadt Kiew hat wegen des russischen Angriffs Luftalarm ausgelöst. Die Verwaltung rief am Donnerstag alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich möglichst in Luftschutzbunkern in Sicherheit zu bringen. Kiew hat etwa 2,8 Millionen Einwohner. Am Morgen waren bereits testweise die Luftschutzsirenen zu hören gewesen. In der Ukraine gilt landesweit seit 5.30 Uhr (4.30 Uhr MEZ) auf Erlass von Präsident Wolodymyr Selenskyj das Kriegsrecht, vorerst für 30 Tage.

Treffen des Nationalen Sicherheitsrats in Washington

15.04 Uhr - US-Präsident Joe Biden hat angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine ein Treffen des Nationalen Sicherheitsrats anberaumt. Aus dem Weißen Haus hieß es, Biden habe sich mit dem Team im "Situation Room", dem streng gesicherten Lagezentrum der US-Regierungszentrale, versammelt. Für Donnerstag ist zudem eine Videoschalte der Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten angesetzt. Später will Biden eine Ansprache halten.

14.45 Uhr - Der europäische Gasmarkt hat mit einem starken Anstieg der Großhandelspreise auf den Angriff Russlands auf die Ukraine reagiert. Lag der Preis für eine im März zu liefernde Megawattstunde Erdgas am Mittwoch bei 88 Euro, habe er am Donnerstagmittag bei über 118 Euro gelegen, sagte ein Gasmarktexperte. Man beobachte eine extreme Nervosität der Handelsmärkte.

14.20 Uhr - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sieht Europa für eine mögliche Fluchtbewegung aus der Ukraine gerüstet. "Wir hoffen, dass es so wenig Flüchtlinge wie möglich geben wird, aber wir sind voll und ganz auf sie vorbereitet und sie sind willkommen", sagte die deutsche Politikerin in Brüssel. Es gebe für die EU-Staaten an den Außengrenzen Notfallpläne, um Flüchtlinge aufzunehmen und unterzubringen.

14.17 Uhr - Die Kämpfe in der Ukraine erstrecken sich nach Angaben der dortigen Polizei inzwischen fast auf das ganze Land. Seit Tagesanfang habe Russland 203 Ziele angegriffen. Ukrainische Grenztruppen berichten von Zusammenstößen in der Nähe der Stadt Sumy im Osten des Landes. Russland habe bei heftigen Gefechten im Osten des Landes Gefangene genommen, sagt der ukrainische Vize-Verteidigungsminister.

US-Truppen in Lettland eingetroffen

13.57 Uhr - In Lettland sind die ersten US-Truppen zur Verstärkung der Nato-Ostflanke eingetroffen. Ein Kontingent von etwa 40 amerikanischen Soldaten kam in der Nacht zum Donnerstag in dem baltischen Nato-Land an, wie das Verteidigungsministerium in Riga mitteilte. Insgesamt sollen mehr als 300 US-Soldaten nach Lettland verlegt werden, das an Russland und dessen Verbündeten Belarus angrenzt.

13.56 Uhr - Der Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA hat den Betrieb seines Containerterminals im ukrainischen Odessa eingestellt. Zuvor seien noch zwei Schiffe abgefertigt worden. Danach hätten fast alle der 480 HHLA-Mitarbeiter das Gelände verlassen, berichtete die Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath.

13.46 Uhr - Die Europäische Fußball-Union (UEFA) will Russland das Champions-League-Finale entziehen. Aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine soll diese Entscheidung bei einer Sondersitzung des Exekutivkomitees am Freitag getroffen werden. Das Endspiel der Königsklasse ist derzeit am 28. Mai in St. Petersburg vorgesehen.

13.38 Uhr - Das UN-Flüchtlingshilfswerk bittet die Nachbarländer der Ukraine um Unterstützung. Die Staaten sollten ihre Grenzen offen halten, sagt der Hohe Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. Es gebe bereits erste Berichte, dass Menschen geflohen seien.

Nato verstärkt Schutz ihrer östlichen Mitglieder

13.17 Uhr - Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine verstärkt die Nato den Schutz ihrer östlichen Mitglieder. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte nach einer Dringlichkeitssitzung der 30 Nato-Botschafter in Brüssel, auf Antrag der Militärführung seien die Verteidigungspläne aktiviert worden. Im Notfall könnte demnach auch die Eingreiftruppe Nato Response Force (NRF) mit bis zu 40.000 Soldaten eingesetzt werden, um Alliierte zu schützen. Mit einem russischen Angriff auf das Bündnisgebiet rechne er derzeit allerdings nicht.

Ukrainisches Militär in Kiew: Bereit, die Stadt gegen den russischen Angriff zu verteidigen

Ukrainisches Militär in Kiew: Bereit, die Stadt gegen den russischen Angriff zu verteidigen

Foto: DANIEL LEAL / AFP

12.50 Uhr - Litauen verhängt den Notstand und schickt Truppen an die Grenzen. Die Soldaten sollten die Grenzen vor möglichen Störungen und Provokationen wegen der starken Militärpräsenz in Belarus und Russland schützen, erklärt Präsident Gitanas Nauseda. Das Nato-Mitglied grenzt an Belarus und an die russische Exklave Kaliningrad.

12.25 Uhr - Ein Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem Swift steht mehreren EU-Insidern zufolge vorerst nicht auf der Tagesordnung. Dies würde sehr weitreichende Konsequenzen haben, auch in Europa, sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person.

Russische Verbände auf dem Weg nach Kiew

12.20 Uhr - In Kiew sind erneut mehrere Explosionen zu hören. Russische Verbände versuchten, in die Region um die Hauptstadt einzudringen, teilt der ukrainische Grenzschutz mit.

12.17 Uhr - Bei einem ukrainischen Raketenangriff im Asowschen Meer sind laut der Nachrichtenagentur Tass zwei zivile Frachtschiffe aus Russland getroffen worden. Es habe Opfer gegeben, heißt es unter Berufung auf Geheimdienstinformationen.

12.03 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine harte Sanktionen gegen Russland angekündigt: "Das ist gut, dass wir das sorgfältig vorbereitet haben." Mit Blick auf die osteuropäischen Nato-Staaten sagte Scholz: «Wir verstehen Eure Sorgen im Angesicht dieser Entwicklung nur zu gut. Wir werden Euch zur Seite stehen.» Deutschland stehe zur Beistandspflicht der Nato.

11.15 Uhr - Belarus schließt seinen Luftraum zum Teil für zivile Flüge. Das meldet die Nachrichtenagentur Interfax. Belarus liegt im Norden der Ukraine. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat es eine Explosion gegeben. Das berichtet ein Augenzeuge.

10.35 Uhr - Die Ukraine hat ihre diplomatischen Beziehungen zu Russland abgebrochen. Das teilt Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Er ruft die Russinnen und Russen auf, herauszukommen und gegen den Krieg zu protestieren. Der Präsident appelliert zudem an die Menschen, ehrliche Informationen zu verbreiten, und fügt hinzu, der Feind habe schwere Verluste erlitten.

10.30 Uhr - Der Ostausschuss der deutschen Wirtschaft appelliert an seine Freunde und Partner in Russland: "Erheben Sie Ihre Stimme und helfen Sie mit, diesen Krieg zu beenden!" Das Gremium nennt das Vorgehen Russlands einen "durch nichts zu rechtfertigender Angriff auf einen souveränen Staat, seine Bürgerinnen und Bürger und auf den Frieden in Europa und der Welt insgesamt".

10.10 Uhr - Litauens Präsident Gitanas Nauseda will den Ausnahmezustand für sein Land ausrufen. Das Parlament werde über den entsprechenden Antrag entscheiden, erklärt Nauseda. Litauen fordert zudem neue Sanktionen gegen das benachbarte Belarus, weil russische Truppen die Ukraine auch von dort angegriffen haben.

09.50 Uhr - Die ukrainische Bahn kündigt an, Evakuierungszüge aus der Ost-Ukraine und aus der Region Odessa im Süden des Landes einzusetzen.

Kiew ruft alle Landsleute zu den Waffen

09.40 Uhr - Die ukrainische Regierung ruft alle einsatzfähigen Landsleute zu den Waffen. Wer bereit und in der Lage sei, eine Waffe zu halten, könne sich den Streitkräften anschließen, erklärt Verteidigungsminister Oleksii Resnikow. Die Polizei teilt mit, es würden Waffen an die Veteranen ausgegeben. Das ukrainische Militär teilt mit, dass rund 50 Russen im Osten des Landes getötet worden seien. Zudem seien sechs Flugzeuge zerstört worden.

09.35 Uhr - Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV sieht derzeit keinen Rückgang bei den Gaslieferungen aus Russland. "Alle vertraglich vereinbarten Mengen werden geliefert", sagt ein Firmensprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

09.30 Uhr - Die russische Notenbank stoppt nach Absturz der Aktienmärkte die Leerverkäufe. Mit solchen Geschäften wird auf sinkende Kurse gewettet. Der Stopp gelte für die Börsen und den Freiverkehrsmarkt (OTC) bis auf weiteres, teilt die Zentralbank mit.

09.25 Uhr - Der russische Gaskonzern Gazprom hält nach eigenen Angaben seine Gasexporte durch die Ukraine nach Europa aufrecht. Die Liefervereinbarungen würden erfüllt.

09.20 Uhr - Die baltischen Staaten fordern, dass Russland vom Zahlungssystem Swift abgeschnitten wird. Außerdem müsse die Ukraine mit Waffen und Munition versorgt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister von Estland, Lettland und Litauen.

09.15 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Grenzschutzes sind russische Bodentruppen aus mehreren Richtungen in die Ukraine vorgedrungen. Die Armee habe unter anderem von der annektierten Halbinsel Krim aus mit Panzern und weiterem schweren Gerät die Grenze passiert, teilte der Grenzschutz am Donnerstag mit. Demnach drangen russische Bodentruppen auch in den östlichen Regionen Luhansk und Charkiw, in Sumy im Nordosten sowie in Tschernihiw im Norden an der Grenze zu Belarus in die Ukraine ein. Ein Grenzschützer wurde den Angaben zufolge bei einem russischen Angriff nahe der Krim getötet. Es handelt sich um das erste bestätigte Todesopfer in den Reihen der ukrainischen Armee seit Beginn des russischen Großangriffs.

Zentralbank der Ukraine schränkt Bargeldausgabe ein

09.05 Uhr - Die ukrainische Zentralbank schränkt die Möglichkeiten zum Abheben von Bargeld ein. Pro Tag dürften nur noch 100.000 Hryvnia (rund 2975 Euro) abgehoben werden, teilt die Notenbank mit. Zudem werde die Ausgabe von Fremdwährungen verboten.

09.00 Uhr: Die russische Sberbank ist eigenen Angaben zufolge nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine auf Sanktionen des Westens vorbereitet. "Wir sind auf jede Entwicklung der Situation vorbereitet und haben Szenarien ausgearbeitet, um zu gewährleisten, dass die Gelder, Vermögenswerte und Interessen unserer Kunden geschützt sind", erklärte die Sberbank am Donnerstag. Beobachter rechnen damit, dass auch die Sberbank wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine heute auf die Sanktionsliste gesetzt wird.

Reuters

08.55 Uhr: Nur wenige Stunden nach Aussetzung des Handels hat die Börse in Moskau am Donnerstag wieder geöffnet. Der in Dollar gerechnete Leitindex RTS stürzte um mehr als 20 Prozent ab, der Rubel-basierte Index MOEX um knapp 14 Prozent.An der Rohstoffbörse in London kletterte der Preis für Aluminium auf ein neues Rekordhoch. Eine Tonne wurde für 3382,50 Dollar (3007 Euro) gehandelt, das war mehr als der bisherige Rekord im Juli 2008 während der Finanzkrise.

08.30 Uhr - Die russische Zentralbank schaltet sich nach dem Kurssturz der Landeswährung Rubel auf ein Rekordtief infolge des Angriffs auf die Ukraine ein. Sie kündigte am Donnerstag Eingriffe am Devisenmarkt ein, um den Kurs zu stabilisieren. Der Rubel war zuvor auf ein Rekordtief von 89,60 zum Dollar abgestürzt, nachdem Präsident Wladimir Putin einen Angriff auf die Ukraine genehmigt hatte.

Abschied in Angst: Szene aus der ukrainischen Metropole in Kiew am Donnerstagmorgen

Abschied in Angst: Szene aus der ukrainischen Metropole in Kiew am Donnerstagmorgen

Foto: DANIEL LEAL / AFP

08.20 Uhr - Die Flucht der Menschen aus ukrainischen Städten hat begonnen. Luftaufnahmen etwa aus der Hauptstadt Kiew zeigen am Donnerstagmorgen lange Schlangen auf den Autobahnen.

08.15 Uhr - Nach ukrainischen Angaben wurden bislang sieben Menschen durch russischen Beschuss getötet. Weitere neun Menschen seien verletzt worden. Der ukrainische Grenzschutz teilt mit, dass russische Militärkolonnen die Grenze bei Tschernihiw, Charkiw und in der Region Luhansk vorrücken.

08.10 Uhr - Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht fordert den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Truppenrückzug auf. "Wir haben Russland die Hand zu Verhandlungen ausgestreckt und er hat sie weggeschlagen." Doch für Dialog sei es nie zu spät. "Moskau sollte sich dennoch nicht täuschen: Nato und EU stehen geschlossen zusammen und wir stehen füreinander ein", so Lambrecht. "Das gilt gerade jetzt natürlich besonders für unsere Verbündeten an der Ostflanke der Allianz, die sich auf unsere volle Unterstützung verlassen können."

"Nato und EU stehen füreinander ein. Das gilt gerade jetzt ... für unsere Verbündeten an der Ostflanke der Allianz"

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht

08.05 Uhr - Dänemark schließt seine Botschaft in Kiew. Das teilt das Außenministerium auf seiner Webseite mit und begründet den Schritt mit der Sicherheitslage.

08.00 Uhr - Der Bitcoin ist alles andere als ein unabhängiges Kriseninvestment: Die nach Marktwert größte Kryptowährung der Welt bricht laut CoinDesk gegenüber Mittwoch (17 Uhr) um 8,6 Prozent ein und notiert knapp über 34.000 Dollar.

07.40 Uhr - Laut einem Berater des ukrainischen Innenministeriums gibt es in der Region Kiew erste Opfer. In der Stadt Browary sei eine Person getötet und eine weitere verletzt worden. Pro-russische Separatisten haben nach eigenen Angaben zwei Orte in der Region Luhansk unter ihre Kontrolle gebracht. Das meldet die russische Nachrichtenagentur Ria.

07.37 Uhr - Panik bei Dax-Anlegern. Der Dax fällt vorbörslich um 4,5 Prozent auf ein 13-Monats-Tief von 13.976 Punkten und steuert auf den größten Tagesverlust seit dem Börsen-Crash vom März 2020 zu. Gold ist mit 1948,77 Dollar je Feinunze so teuer wie zuletzt vor rund einem Jahr.

07.00 Uhr - Die Moskauer Börse hat am Morgen den Handel ausgesetzt, berichtet das "Wall Street Journal" . In Erwartung einer militärischen Auseinandersetzung waren die Kurse in den vergangenen Tagen an dem Handelsplatz massiv gefallen. Der MOEX, Russlands Benchmark-Aktienindex, lag am Mittwoch fast 30 Prozent unter seinem Höchststand vom Oktober. Zu Beginn dieser Woche erlebte der Index seinen schlechtesten Tag seit der Annexion der Krim.

06.50 Uhr - Die Ölpreise haben am Donnerstag nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine kräftig zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete erstmals seit 2014 mehr als 100 Dollar. Zuletzt zog der Brent-Preis um 4,50 Dollar oder 4,65 Prozent auf 101,34 Dollar an. Damit summiert sich das Plus beim Brent-Preis in diesem Jahr bereits auf rund 30 Prozent, nachdem sich der Kurs im vergangenen Jahr verdoppelt hatte.

06.42 Uhr - Die Staatsgrenze der Ukraine ist nach Darstellung der ukrainischen Grenztruppen aus Belarus und Russland heraus angegriffen worden. Russische Soldaten hätten Grenzposten und Patrouillen attackiert. Angriffe gebe es auch von der annektierten Halbinsel Krim aus. In der Region Kiew stehe ein Munitionsdepot in Flammen.

06.35 Uhr - Russland setzt alle Inlandsflüge von und in eine ganze Reihe von Städten an der Grenze zur Ukraine aus. Dies gelte bis zum 2. März, teilt die Luftfahrtbehörde Rosawiatsija mit. Betroffen sind unter anderem die Flughäfen in Rostow am Don, Krasnodar, Anapa, Woronesch und Stawropol.

06.29 Uhr - Der britische Premierminister Boris Johnson zeigt sich "entsetzt über die schrecklichen Ereignisse in der Ukraine". Er habe mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die nächsten Schritte gesprochen, schreibt er auf Twitter. "Präsident Putin hat sich für den Weg des Blutvergießens und der Zerstörung entschieden."

06.27 Uhr - Die Nato-Botschafter halten noch an diesem Morgen eine Dringlichkeitssitzung ab. Das teilt ein Vertreter der Nato mit.

06.21 Uhr - In Mariupol gibt es zwei schwere Explosionen. Es habe eine nach der anderen gegeben aus östlicher Richtung, berichten Reuters-Zeugen. Mariupol liegt am Schwarzen Meer im ukrainischen Verwaltungsbezirk Donezk.

06.19 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz spricht von einem "eklatanten Bruch des Völkerrechts". Der russische Angriff sei "durch nichts zu rechtfertigen", erklärt er in Berlin. "Dies ist ein furchtbarer Tag für die Ukraine und ein dunkler Tag für Europa."

06.16 Uhr - US-Präsident Joe Biden verurteilt in einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den "unprovozierten und ungerechtfertigten Angriff" durch Russland. Die G7 und die US-Verbündeten würden ernsthafte Sanktionen gegen Russland verhängen. Die USA würden weiterhin die Ukraine und die dortige Bevölkerung unterstützen.

06.07 Uhr - Die pro-russischen Separatisten in Donezk beginnen nach eigenen Angaben massive Angriffe auf die ukrainische Armee.

Rubel fällt auf Rekordtief

06.02 Uhr - Der Rubel fällt auf ein Rekordtief. Er verliert 5,77 Prozent auf 86,1198 Dollar. Die Börse in Moskau setzt den kompletten Handel aus.

06.01 Uhr - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilt den Angriff Russlands auf die Ukraine. Die EU werde den Kreml zur Rechenschaft ziehen, erklärt sie. In diesen dunklen Stunden seien die Gedanken bei der Ukraine und den unschuldigen Männern, Frauen und Kindern.

05.59 Uhr - Pro-russische Separatisten greifen eine Stadt in der Nähe ihres Gebietes Luhansk an, die unter ukrainischer Kontrolle steht. Das berichten Augenzeugen der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

05.57 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ruft die Bevölkerung auf, so weit es geht zu Hause zu bleiben. In vielen Städten seien Explosionen zu hören. "Wir sind stark. Wir sind zu allem bereit. Wir werden siegen."

Infrastruktur und Grenzen unter Raketenbeschuss

05.55 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verhängt das Kriegsrecht über alle Teile des Landes. Russland habe die Infrastruktur und die Grenzen mit Raketen angegriffen.

05.48 Uhr - Die Europäische Flugsicherheitsbehörde EASA warnt Fluglinien davor, über die Ukraine zu fliegen. Innerhalb von 100 Nautischen Meilen (185 Kilometern) von der belarussisch-ukrainischen und der russisch-ukrainischen Grenze sollten Piloten "extreme Vorsicht" walten lassen.

05.40 Uhr - In der ukrainischen Stadt Donezk, die von den von Russland unterstützten Separatisten kontrolliert wird, ist laut Augenzeugenberichten Artilleriefeuer zu hören.

05.35 Uhr - Nach Angaben eines hohen Sicherheitsbeamten verhängt die Ukraine das Kriegsrecht. Zweck der russischen Militäroperation sei die Zerstörung des ukrainischen Staates, teilt das ukrainische Außenministerium mit.

05.17 Uhr - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigt ein Treffen der Verteidigungsallianz an. "Die Nato-Verbündeten werden zusammenkommen, um die Folgen der aggressiven Handlungen Russlands zu erörtern", erklärt er in einem Statement. "Die Nato wird alles tun, was nötig ist, um alle Verbündeten zu schützen und zu verteidigen." Er forderte Russland auf, die Militäraktion sofort zu stoppen.

05.16 Uhr - Kommandozentralen des ukrainischen Militärs in der Hauptstadt Kiew und der Millionenstadt Charkiw würden mit Raketen angegriffen, zitiert die Ukrainische Prawda auf ihrer Webseite einen Vertreter des ukrainischen Innenministeriums. Reuters-Augenzeugen in Kiew hörten eine Reihe von Explosionen.

05.06 Uhr - Russland greift der Nachrichtenagentur Interfax zufolge auch vom Wasser aus an. Es gebe Landungsoperationen der Schwarzmeerflotte im Aswoschen Meer und in Odessa.

05.04 Uhr - Der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge hat Russland Raketenangriffe auf militärische Ziele in der ganzen Ukraine begonnen. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba spricht von einem "großangelegten Krieg gegen die Ukraine".

04.55 Uhr - US-Präsident Joe Biden kündigt eine "gemeinsame und entschiedene Reaktion auf die ungerechtfertigte Attacke des russischen Militärs" an. "Präsident Putin hat sich für einen vorsätzlichen Krieg entschieden, der katastrophale menschliche Verluste und menschliches Leid bringen wird", erklärt er.

Safe Airspace warnt vor Flügen über Ukraine

04.29 Uhr - In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben eines Reuters-Reporters mehrere entfernte, laute Explosionen zu hören.

02.39 Uhr - Die Flugsicherheits-Organisation Safe Airspace warnt Fluggesellschaften wegen des Risikos eines unbeabsichtigten Abschusses oder eines Cyberangriffs auf die Flugsicherung vor Flügen über die Ukraine. Der Verband habe die Risikostufe für die Region auf "nicht fliegen" angehoben. Nach Angaben ukrainischer Behörden sind die Flughäfen Dnipro, Charkiw und Saporischschja bis Donnerstagmorgen für den Flugverkehr geschlossen. Zuvor hatte Russland teilweise den Luftraum in der Region Rostow östlich der ukrainischen Grenze wegen Sicherheitsbedenken für die Zivilluftfahrt gesperrt, wie aus einem Schreiben an die regionale Flugaufsicht hervorgeht. In der Mitteilung sind bestimmte Streckenabschnitte und Flughöhen benannt, die zu meiden sind.

02.10 Uhr - Der CDU-Vorsitzende und Fraktionschef der Union, Friedrich Merz, sagte der Zeitung "Rheinische Post": Sollte sich Putin weiter nicht an die von ihm unterschriebenen Verträge halten und sie mit militärischer Gewalt brechen, dann müsse die Antwort der EU und der NATO sehr klar sein. "Wir werden unsere Freiheit und den Frieden in diesem Teil des europäischen Kontinents verteidigen, wenn notwendig auch militärisch."

01.20 Uhr - Die Regierung in Moskau hat nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij eine Militäroffensive gegen sein Land bereits genehmigt. Dies teilte er auf Ukrainisch als auch auf Russisch in einer rund 10-minütigen Ansprache auf dem Messenger-Dienst Telegram mit. Zur Deeskalation der Krise habe er den russischen Präsidenten Vladimir Putin zu direkten Gesprächen eingeladen. "Die Antwort war Schweigen."

mit Nachrichtenagenturen
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