Zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone Frankreichs Wirtschaft bricht um 13,8 Prozent ein

Frankreich ist in Europa eines der am härtesten von der Pandemie betroffenen Länder. Der Konjunktureinbruch fiel indes etwas weniger schlimm aus als erwartet. Düsterer als gedacht läuft es in Spanien.
Port du masque obligatoire - Besucher im Louvre

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Foto: Lionel Urman/ imago images/PanoramiC

In Frankreich ist die Wirtschaft wegen der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 13,8 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris nach einer ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Monate April bis Juni mitteilte.

Bereits im ersten Quartal hatten sich in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone deutliche Spuren der Corona-Krise gezeigt. In den Monaten Januar bis März war die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich um revidiert 5,9 Prozent gesunken, nachdem zuvor nur ein Rückgang um 5,3 Prozent gemeldet worden war. Experten hatten für das zweite Quartal allerdings mit einem noch stärkeren Einbruch um 15,2 Prozent gerechnet, weil die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor allem in diesen Abschnitt fallen. Frankreich zählte zu den Ländern in Europa, die von der Pandemie besonders stark getroffen wurden.

In Deutschland schrumpfte die Wirtschaft im zweiten Quartal nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag um 10,1 Prozent zum Vorjahresquartal. In der größten Volkswirtschaft der Welt, den USA, ging das BIP nach Angaben der Statistikbehörde von April bis Juni um 9,5 Prozent zum Vorjahresquartal zurück, aufs Jahr hochgerechnet wie in den USA üblich betrug der Einbruch knapp 33 Prozent.

Spanien: Arbeitslosigkeit steigt massiv

Auch Spanien ist durch die Corona-Krise in die tiefste Rezession seiner Geschichte gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im Frühjahr um 18,5 Prozent zum Vorquartal, wie das Nationale Statistikamt am Freitag mitteilte. Das Minus ist damit sogar noch größer als die Expertenerwartung von 16,6 Prozent, nachdem die Wirtschaft im ersten Quartal um 5,2 Prozent geschrumpft war.

Zum Vorjahr ergab sich im Frühjahr sogar ein Minus von 22,1 Prozent. Der Konjunkturmotor war vor Ausbruch der Pandemie über Jahre rund gelaufen. Doch die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Virus-Ausbreitung ließen die Wirtschaft abstürzen. Insbesondere der für Spanien sehr wichtige Tourismus-Sektor leidet bis heute unter den Folgen der Pandemie.

Im Zuge der Virus-Krise ist auch die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit in Spanien massiv gestiegen. Zwischen April und Juni gingen eine Million Jobs verloren - so viele wie nie zuvor in einem Quartal. Die Quote erhöhte sich auf 15,33 nach 14,41 Prozent zu Beginn des Jahres. Die EU-Kommission sagt dem südeuropäischen Land für dieses Jahr einen BIP-Einbruch um 10,9 Prozent voraus. Aus dem jüngst in Brüssel geschnürten Corona-Hilfspaket winken Spanien laut Regierungschef Pedro Sánchez (48) 209 Milliarden Euro - davon 81 Milliarden Euro Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

luk/dpa-afx, afp, Reuters
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