Ukraine-Newsblog UN-Sicherheitsrat ruft Vollversammlung ein +++ Norwegischer Staatsfonds verkauft russische Anlagen

Russlands Präsident Putin eskaliert weiter und versetzt die Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft. Der UN-Sicherheitsrat beruft eine Vollversammlung an. Auch die Wirtschaft reagiert.
Demos aller Orten: Anti-Putin-Protest in Rom

Demos aller Orten: Anti-Putin-Protest in Rom

Foto: VINCENZO PINTO / AFP

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Die wichtigsten Entwicklungen des Sonntags:

  • Deutschland und seine westlichen Verbündeten haben einen Ausschluss bestimmter russischer Finanzinstitute aus dem internationalen Zahlungssystem Swift beschlossen. Das gilt als eine der schärfsten Sanktionen. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu hier.

  • Die Bundeswehr soll über ein Sondervermögen 100 Milliarden Euro für Investitionen und Rüstungsvorhaben aus dem Bundeshaushalt erhalten. Das kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag an.

  • Russlands Präsident Wladimir Putin versetzt die Nuklearstreitkräfte des Landes in Alarmbereitschaft.

  • Die EU plant weitere Sanktionen gegen Russland und Belarus. Der gesamte EU-Flugraum soll für russische Maschinen gesperrt werden. Zudem soll die staatlichen Medienunternehmen Russia Today und Sputnik sowie ihre Tochterunternehmen verboten werden. Belarus soll sanktioniert werden, weil der Angriff auf die Ukraine auch aus dem Land heraus erfolgt.

  • Die Ukraine hat sich zu Verhandlungen mit Russland an der Grenze zu Belarus bereit erklärt. Wie das ukrainische Präsidialamt mitteilte, hat Kiew auf Vermittlung des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko zugestimmt, eine russische Delegation am Fluss Prypjat in der Nähe von Tschernobyl zu treffen.

  • Der UN-Sicherheitsrat hat für Montag eine äußert seltene Notfall-Sondersitzung der 193 Mitglieder der UN-Vollversammlung einberufen.

  • Auch die Wirtschaft reagiert: Der norwegische Staatsfonds kündigt den Verkauf russischer Anlagen an. Der britische Energiekonzern verkauft seine Anteile am russischen Rosneft-Konzern. Die beiden großen Paketdienstleister UPS und Fedex setzen Lieferungen nach Russland und die Ukraine vorerst aus.

Der Newsticker:

22.36 Uhr - Der Rubel verliert zum Dollar angesichts der neuen westlichen Sanktionen mehr als 19 Prozent an Wert. Ein Dollar kostet nun rund 104 Rubel. Der risikoempfindliche australische Dollar fällt ebenso rund ein Prozent wie der neuseeländische Dollar. Der als sicherer Hafen geltende japanische Yen zieht indes 0,4 Prozent an.

22.25 Uhr - Die russische Fluggesellschaft Aeroflot wird bis auf Weiteres keine Ziele in Europa mehr ansteuern. Nachdem die EU angekündigt hatte, den europäischen Luftraum für russische Flugzeuge zu sperren, gab Aeroflot diesen Schritt bekannt.

22.18 Uhr: Erneut haben sich mehrere tausend Menschen in Russland über das Demonstrationsverbot hinweggesetzt, um gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu protestieren. Nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation wurden bei landesweiten Protesten am Sonntag 2114 Menschen festgenommen. Damit erhöhte sich die Zahl der seit Donnerstag bei Anti-Kriegs-Protesten festgenommenen Demonstranten auf 5250.

21.42 Uhr - In Russland kommt es zu Schlangen an Geldautomaten. "Seit Donnerstag rennen alle von Geldautomat zu Geldautomat, um Bargeld zu bekommen. Einige haben Glück, andere weniger", sagte ein Mann mit Vornamen Pjotr in St. Petersburg. Menschen sind in Sorge, dass die Banken wegen der neuen westlichen Sanktionen Bargeldabhebungen einschränken könnten und der Zahlungsverkehr gestört wird.

21.36 Uhr - Der UN-Sicherheitsrat beruft eine äußert seltene Notfall-Sondersitzung der 193 Mitglieder der UN-Vollversammlung ein. Thema dort soll am Montag der russische Einmarsch in die Ukraine sein. Der Sicherheitsrat beschließt die Einberufung am Sonntagabend mehrheitlich. Elf der 15 Mitglieder stimmen dafür. Russland votiert dagegen, China, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate enthalten sich der Stimme. Seit 1950 hat es erst zehn solcher Notfall-Sondersitzungen gegeben.

Sitzung des UN-Sicherheitsrats

Sitzung des UN-Sicherheitsrats

Foto: DAVID DEE DELGADO / REUTERS

21.17 Uhr: Der Luftraum über den EU-Staaten wird für russische Flieger komplett geschlossen. Das haben die EU-Außenminister am Sonntagabend entschieden, wie EU-Chefdiplomat Josep Borrell in Brüssel mitteilte. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte den Schritt bereits vorher angekündigt. Sie betonte, der Luftraum werde für jedes russische Flugzeug gesperrt sein, auch für die Privatjets von Oligarchen.

21.14 Uhr - Die beiden großen Paketdienstleister UPS und Fedex setzen Lieferungen nach Russland und die Ukraine vorerst aus. Grund sei der Einmarsch Russlands in die Ukraine.

20.31 Uhr - Der russische Ölkonzern Rosneft zeigt sich enttäuscht von der Entscheidung der britischen BP, bei Rosneft auszusteigen. Die Entscheidung zerstöre eine 30 Jahre währende erfolgreiche Zusammenarbeit, zitiert die Agentur Ria das Unternehmen. Rosneft bleibe aber offen für eine weitere Kooperation. BP habe seine Entscheidung unter beispiellosem politischen Druck gefällt.

20.27 Uhr - Der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis sagt, es sei sehr wahrscheinlich, dass sein Land am Montag der EU folgen werde, Russland zu sanktionieren und russische Vermögenswerte einzufrieren. Die Schweiz ist unter anderem ein wichtiges Zentrum bei der Finanzierung von Rohstoff-Geschäften.

20.22 Uhr - Der Fußball-Weltverband Fifa erklärt, es dürften keine internationalen Spiele mehr in Russland ausgetragen werden. Alle Heimspiele russischer Mannschaften müssten auf neutralem Boden und ohne Zuschauer stattfinden.

20.12 Uhr - Der in Russland aktive österreichische Öl- und Gaskonzern OMV will am Montag bei einem internen Krisentreffen über mögliche Maßnahmen beraten. "Wir haben einen Krisenstab im Einsatz, analysieren und bewerten die Situation laufend, um entsprechende Maßnahmen setzen zu können, sofern das notwendig ist", sagt ein Unternehmenssprecher. Der Konzern mit Sitz in Wien hält einen Anteil von rund 25 Prozent an dem westsibirischen Gasfeld Juschno Russkoje und ist einer der Finanzinvestoren der Pipeline Nord Stream 2.

19.10 Uhr - Der norwegische Staatsfonds kündigt den Verkauf seiner russischen Anlagen an. Zum Jahresende 2021 hatten die Wertpapiere nach Regierungsangaben ein Volumen von umgerechnet rund 2,8 Milliarden Dollar gehabt. Dabei gehe es um die Anteile an 47 Unternehmen und um Staatsanleihen. Mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Billionen Dollar ist der Fonds der weltgrößte Staatsfonds.

18.40 Uhr - Die EU-Kommission erwartet die größte humanitäre Krise in Europa seit vielen Jahren. "Was die humanitäre Lage insgesamt angeht, so wird derzeit mit über sieben Millionen Vertriebenen in der Ukraine gerechnet", sagt der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Janez Lenarcic.

18.15 Uhr - Der britische Energiekonzern BP trennt sich von seiner Beteiligung am russischen Ölkonzern Rosneft. Die russische Invasion der Ukraine habe zu einem Umdenken geführt, sagt BP-Chef Bernard Looney. BP hält 19,75 Prozent an dem Konzern. Wegen des Ausstiegs werde BP zum Ende des ersten Quartals bis zu 25 Milliarden Dollar abschreiben, sagt ein Konzernsprecher. Rund fünf Prozent der weltweiten Ölproduktion werden von Rosneft gefördert.

18.09 Uhr - Der Leiter der russischen Delegation bei einem UN-Klimatreffen in Paris hat sich übereinstimmenden Berichten zufolge für den russischen Großangriff auf die Ukraine entschuldigt. Nach einer leidenschaftlichen Erklärung seiner ukrainischen Kollegin zur Lage in ihrem Land habe Oleg Anisimow überraschend erklärt, er wolle "im Namen aller Russen für die Unfähigkeit, diesen Konflikt zu verhindern, um Entschuldigung bitten", berichteten drei Quellen nach der Abschluss-Sitzung der 195 Mitgliedstaaten des Weltklimarats (IPCC) am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

18.03 Uhr - Russische Soldaten sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Ukraine getötet und verletzt worden. Die Verluste sein viel geringer als die der Ukraine, berichtet die Nachrichtenagentur Interfax. Zahlen wurden nicht genannt. Seit beginn der Kämpfe hätten die Streitkräfte 1067 militärische Ziele getroffen, zitiert Interfax das Verteidigungsministerium in Moskau.

Ein russisches Militärfahrzeug in Flammen in der Stadt Kharkiv

Ein russisches Militärfahrzeug in Flammen in der Stadt Kharkiv

Foto: Marienko Andrew / AP

18.00 Uhr - Nach dem Willen der US-Regierung soll der Kongress einem hochrangigen Senator der Demokraten zufolge Milliardenhilfen für die Ukraine genehmigen. Die Regierung von Präsident Joe Biden werde 6,4 Milliarden Dollar für wirtschaftliche und militärische Hilfen für die Ukraine beantragen, sagt der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer.

17.51 Uhr - Die Europäische Union hat neue Strafmaßnahmen gegen Russland und Belarus wegen des Ukraine-Krieges angekündigt. Der gesamte EU-Luftraum werde für russische Flugzeuge gesperrt, sagte EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen am Sonntag in Brüssel. Zudem werden die russischen Staatssender RT und Sputnik in der EU verboten, gegen Belarus werden demnach weitere Exportverbote verhängt.

17.40 Uhr - Die Bundesregierung hat nach Informationen des "Handelsblatts" den Energiekonzern Uniper gebeten, seine Pläne für den Bau eines LNG-Terminals in Wilhelmshaven zu reaktivieren. Dies sei eine Reaktion auf die Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz, zwei Terminals in Deutschland bauen zu wollen. Als Standorte nannte Scholz Brunsbüttel und Wilhelmshaven.

17.28 Uhr - Nach ihrer Grundsatzentscheidung für Waffenlieferungen an die Ukraine will die Bundesregierung die ersten Panzerfäuste und Luftabwehrwaffen so schnell wie möglich auf den Weg bringen. Einen genauen Zeitplan konnte das Verteidigungsministerium am Sonntag aber noch nicht nennen. Die ukrainischen Streitkräfte sollen mit 1000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ "Stinger" aus Bundeswehrbeständen für ihren Kampf gegen die russischen Invasionstruppen ausgerüstet werden.

17.15 Uhr - Das Auswärtige Amt in Berlin rät von Reisen nach Russland ab und warnt vor einem Aufenhalt im Süden des Landes und im Grenzgebiet zur Ukraine. Der Flugverkehr zwischen Russland und europäischen Ländern sei eingeschränkt, teilt das Ministerium mit. Zudem sei die Nutzung nicht-russischer Kreditkarten in Russland derzeit nur begrenzt möglich.

17.05 Uhr - Telegram-Gründer Pawel Durow erwägt nach eigenen Worten Einschränkungen oder gar die Einstellung einiger Kanäle des Messenger-Dienstes. In einem Beitrag schreibt der russischstämmige Unternehmer, auf einigen Kanälen würden zunehmend nicht verifizierte Informationen verbreitet. Er wolle nicht, dass der Dienst zu einer Verschärfung von Konflikten beitrage.

16.55 Uhr - Nach Darstellung der USA ist der russische Vormarsch auf Kiew ins Stocken geraten. Grund sei der anhaltende Widerstand der Ukrainer sowie Treibstoffmangel bei den russischen Streitkräften, sagt der Vertreter des Verteidigungsministeriums in Washington. Russische Truppen stünden rund 30 Kilometer vor der ukrainischen Hauptstadt. Es gebe zudem keine Anzeichen dafür, dass Russland eine der wichtigen Städte in der Ukraine unter Kontrolle habe.

16.20 Uhr - Die russische Polizei hat nach Angaben unabhängiger Beobachter mehr als 900 Menschen festgenommen, die gegen den Krieg demonstriert haben. Die Festnahmen erfolgten am Sonntag in 44 Städten, wie die Menschenrechtsorganisation OVD-Info mitteilt. Damit seien seit dem Beginn der Invasion am Donnerstag mehr als 4000 Menschen wegen Protesten festgesetzt worden. Am Sonntag ist auch der Jahrestag der Ermordung des Oppositionspolitikers Boris Nemzow 2015.

16.29 Uhr - Die SPD-Spitze drängt den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, seine Posten in russischen Unternehmen abzugeben. "Rosneft und Gazprom sind nun Infrastruktur eines blutigen Angriffskrieges", twitterte SPD-Co-Chefin Saskia Esken mit Blick auf die Aufsichtratsmandate von Schröder. "Mit seinen dortigen Mandaten schadet Gerhard Schröder dem Ansehen Deutschlands und der Sozialdemokratie. Geschäfte mit einem Kriegstreiber sind mit der Rolle eines Altkanzlers unvereinbar." Ähnlich äußerte sich SPD-Co-Chef Lars Klingbeil. Er erwarte "unmissverständlich", dass Schröder geschäftliche Beziehungen zur russischen Führung aufgebe, schrieb er auf Facebook. Der linke SPD-Flügel hält sogar einen Parteiaustritt von Gerhard Schröder für unausweichlich, sollte sich der Altkanzler angesichts der russischen Aggression gegen die Ukraine nicht aus seinen Ämtern bei russischen Energiekonzernen zurückziehen.

16.15 Uhr - Russland hat Bedingungen für Gespräche mit der Ukraine nach Angaben des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba fallengelassen. Grund sei, dass die russische Offensive in der Ukraine Rückschläge erleide, sagt Kuleba. Die Ukraine werde sich anhören, was Russland zu sagen habe.

16.05 Uhr - Das Nato-Land Türkei droht Russland mit der Sperrung von Bosporus und Dardanellen für Kriegsschiffe. Außenminister Mevlut Cavusoglu verweist in einem Interview mit CNN Türk auf den internationalen Vertrag von Montreux, der die Zufahrt von und zum Schwarzen Meer regelt. Die Türkei könne die Durchfahrt von Kriegsschiffe in Kriegszeiten einschränken, sagt Cavusoglu.

15.21 Uhr - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich in einer ersten Reaktion besorgt über die Entscheidung von Kremlchef Wladimir Putin gezeigt, die Abschreckungswaffen der Atommacht in besondere Alarmbereitschaft versetzen zu lassen. "Das zeigt, wie ernst die Lage ist und warum wir wirklich zusammenstehen müssen", sagte er am Sonntag in einem BBC-Interview. Zu einer möglichen Reaktion der Nato auf Putins Ankündigung machte er zunächst keine Angaben. Automatismen für einen solchen Fall gibt es nach Bündnisangaben nicht. Nato-Entscheidungen müssen von allen 30 Mitgliedstaaten im Konsens getroffen werden. Die Nato-Atommächte USA, Frankreich und Großbritannien könnten aber bereits reagieren.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Foto: KENZO TRIBOUILLARD / AFP

15.15 Uhr - BDI-Präsident Siegfried Russwurm bereitet die große Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energielieferungen Sorgen. "Wir müssen diese Abhängigkeit möglichst schnell überwinden. Das gilt für Deutschland als Volkswirtschaft insgesamt, es gilt aber auch für jedes einzelne Unternehmen", sagt Industrie-Lobbyist Russwurm dem "Handelsblatt". Auf die Frage, ob er damit rechne, dass der russische Präsident Wladimir Putin von sich aus ein Lieferembargo verhänge, sagt Russwurm: "Ich schließe nichts mehr aus." Man müsse prüfen, "ob ein Vorziehen des Kohleausstiegs tatsächlich möglich ist, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden". Eine Abkehr vom Atomausstieg sieht Russwurm skeptisch.

15.10 Uhr - Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, begrüßt die von Bundeskanzler Olaf Scholz vorgeschlagene Erhöhung der Verteidigungsausgaben, stellt aber die Finanzierung in Frage. Der Krieg in der Ukraine könne Überschreitungen der Schuldenbremse rechtfertigen. "Allerdings dürften die zusätzlichen Ausgaben mittelfristig nicht komplett durch Schulden finanziert werden." Beim Ersetzen eventuell entfallender Energieimporte aus Russland sollte neben dem Ausbau von Infrastrukturen für Flüssiggas eine Verschiebung des Atom- und Kohleausstiegs geprüft werden, fordert Fuest.

14.45 Uhr - Die UN-Botschafterin der USA sagt, das die Alarmbereitschaft der russischen Atomstreitkräfte durch Präsident Wladimir Putin zeigt, dass Russland den Konflikt auf inakzeptable Weise eskaliere. Dies sagt Botschafterin Linda Thomas-Greenfield dem Sender CBS.

14.44 Uhr - Die Ukraine hat Friedensverhandlungen mit Russland zugestimmt. Eine russische und eine ukrainische Delegation würden sich an der ukrainisch-belarussischen Grenze treffen, teilte das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Sonntag mit. Es gebe keine Bedingungen.

14.41 Uhr - Die Ukraine hat nach eigenen Angaben einen Vorstoß der russischen Armee auf die zweitgrößte Stadt Charkiw zurückgeschlagen. Nachdem russische Soldaten bis ins Stadtzentrum vorgedrungen waren, meldete Gouverneur Oleg Sinegubow am Sonntag, Charkiw sei wieder "vollständig" unter ukrainischer Kontrolle. Im Süden der Ukraine kesselte die russische Armee nach eigenen Angaben zwei große Städte ein.

14.22 Uhr - Russlands Präsident Wladimir Putin versetzt die Nuklarstreitkräfte des Landes in Alarmbereitschaft. Das habe er wegen des aggressiven Verhaltens der Nato und der Wirtschaftssanktionen der russischen Militärführung befohlen, sagte Putin am Sonntag im Fernsehen.

14.18 Uhr - Vizekanzler Robert Habeck hat nach den westlichen Sanktionspaketen gegen Russland Hilfen für deutsche Firmen angekündigt. Die Bundesregierung werde alles dafür tun, um Konsequenzen von Deutschland fernzuhalten, sagte der Wirtschafts- und Klimaschutzminister am Sonntag im Bundestag. "Wir werden also für die Bereiche der Wirtschaft, die möglicherweise von Sanktionen betroffen sind, ähnliche Schutzmaßnahmen machen wie wir es in der Corona-Pandemie getan haben."

13.58 Uhr - Die internationale Atomenergiebehörde IAEA erörtert am Mittwoch in einer Dringlichkeitssitzung die Lage in der Ukraine. Der aus 35 Nationen bestehende Gouverneursrat komme zusammen, erklärt die IAEA und bestätigt damit einen Reuters-Bericht. Diplomaten zufolge haben die Vorstandsmitglieder Kanada und Polen die Sitzung auf Antrag der Ukraine einberufen. Russische Streitkräfte haben nach der Invasion in der Ukraine die Kontrolle über die Atom-Anlage in Tschernobyl übernommen.

13.48 Uhr - Zur Berliner Demonstration gegen die russische Invasion in der Ukraine und für Frieden haben sich nach Polizeiangaben bereits deutlich mehr als 100.000 Menschen um den Großen Stern bis zum Brandenburg Tor sowie Unter den Linden versammelt. Es würden aber immer mehr Menschen dazustoßen, auch aus der Richtung vom Alexanderplatz. Die Polizei weist nach eigenen Angaben auf die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen hin.

Demo in Berlin

Demo in Berlin

Foto: Markus Schreiber / AP

13.45 Uhr - Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärt, es befänden sich keine russischen Truppen in der ukrainischen Hauptstadt. "Aber unser Militär, die Strafverfolgung und die territoriale Verteidigung fahren fort, Saboteure aufzuspüren und zu neutralisieren", schreibt Klitschko auf seinem Telegram-Kanal.

13.40 Uhr - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet deutliche Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft aus dem Ausschluss einiger russischer Banken aus dem Zahlungssystem Swift. "Das wird natürlich auch spürbare Rückwirkungen auf uns hier in Deutschland haben. Auch die Folgen für unsere Energieversorgung müssen wir genau im Blick behalten", sagt DIHK-Präsident Peter Adrian den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. In Russland allerdings würden die Sanktionen eine "sehr starke und schnelle Wirkung" entfalten, wenn wie geplant russische Banken einschließlich der Notenbank isoliert werde.

13.18 Uhr - Seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine sind nach UN-Angaben rund 370.000 Menschen aus dem osteuropäischen Land geflohen. Bis Sonntag hätten die Behörden der Nachbarländer insgesamt mehr als 368.000 Geflüchtete gemeldet, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) am Sonntag auf Twitter mit. Ihre Zahl steige weiter an, fügte es hinzu.

13.12 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Sonntag mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko telefoniert. Das teilte Selenskyjs Büro in Kiew im Nachrichtenkanal Telegram mit. Details wurden zunächst nicht genannt. Belarussische Staatsmedien bestätigten, dass das Gespräch stattgefunden habe. Vermutlich ging es dabei um mögliche Verhandlungen von Russland und der Ukraine. Vertreter Moskaus waren nach Kreml-Angaben in die Stadt Gomel im Nachbarland Belarus gereist. Selenskyj hatte am Vormittag Gespräche in Belarus aber abgelehnt und stattdessen vorgeschlagen, sie in einem neutralen Land abzuhalten. Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski hatte den Ukrainern ein Ultimatum gestellt. Er werde bis 15.00 Uhr (Ortszeit, 13.00 Uhr MEZ) in Gomel auf sie warten, sagte er.

12.58 Uhr - Die Deutsche Bahn erleichtert Flüchtlingen aus der Ukraine die Weiterreise nach Deutschland. Menschen mit ukrainischem Pass oder Personalausweis können kostenlos alle Fernzüge aus Polen in Richtung Deutschland nutzen, wie die Bahn mitteilt. Gemeinsam mit der polnischen Eisenbahn bereite man sich vor, gegebenenfalls zusätzliche Züge kurzfristig auf die Schiene zu bringen. Hierfür könnten in Kooperation mit der polnischen Staatsbahn zusätzliche Wagen und Sonderzüge eingesetzt werden.

12.35 Uhr - Die EU-Außenminister verhängen noch im Laufe des Tages eine dritte Runde von Sanktionen gegen Russland, erklärt der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell mit Blick auf ein anstehendes virtuelles Treffen der Minister. Die Maßnahmen würden auch den Ausschluss einiger russischer Banken aus dem globalen Zahlungssystem Swift umfassen, schreibt er auf Twitter.

12.30 Uhr - FDP-Chef Christian Lindner sagt: "Putin hat die Ukraine angegriffen, weil sich ein souveräner Staat in freier Selbstbestimmung dafür eintschieden hat, den Weg nach Westen zu gehen." Die Ukraine sei ein souveräner Staat und habe sich gegen Autoritarismus und für die Demokratie und Rechtstaatlichkeit entschieden, sagt Lindner im Bundestag. Deshalb sei der Angriff auf die Ukraine "ein Angriff auf uns alle". Es gehe jetzt darum, Russland zu isolieren - "wirtschaftlich, finanziell und politisch".

12.20 Uhr - Die Stadt Charkiw wird nach Angaben des Gouverneurs der Region vollständig von der Ukraine kontrolliert. "Die Streitkräfte, die Polizei und die Verteidigungskräfte arbeiten, und die Stadt wird vollständig vom Feind gesäubert", schreibt Oleh Sinegubow auf Telegram.

12.17 Uhr - Außenministerin Annalena Baerbock sagt, die Sanktionen gegen Russland müssten langfristig angelegt sein. Mittel- und langfristig werde der Krieg Russland ruinieren, sagt Baerbock im Bundestag. Aber: "Wir müssen sicherstellen, dass uns nach drei Monaten nicht die Puste ausgeht." Die Sanktionen müssten "das System Putin im Kern treffen" - wirtschaftlich, finanziell und individuell.

Außenministerin Annalena Baerbock in Berlin

Außenministerin Annalena Baerbock in Berlin

Foto: Janine Schmitz/photothek.de / imago images/photothek

12.15 Uhr - Ukraine hat nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj Klage gegen Russland beim Internationalen Gerichtshof (IGH) eingereicht. "Russland muss für die Manipulation des Begriffs Völkermord zur Rechtfertigung einer Aggression zur Rechenschaft gezogen werden", schreibt er auf Twitter. "Wir fordern eine dringende Entscheidung, die Russland anweist, die militärischen Aktivitäten jetzt einzustellen und erwarten, dass die Prozesse nächste Woche beginnen."

12.09 Uhr - Außenministerin Annalena Baerbock betont, der Westen habe "bis zur letzten Minute" versucht, den Konflikt mit diplomatischen Mitteln zu lösen. Aber: "Putin wollte diesen Krieg", sagt Baerbock im Bundestag. Der Kreml habe den Westen lediglich hingehalten und belogen. Die Grünen-Politikerin verteidigt zugleich die Kehrtwende der Bundesregierung, jetzt doch Waffen an die Ukraine zu liefern.

12.05 Uhr - Nach zahlreichen anderen europäischen Staaten sperren auch Finnland, Schweden, Dänemark und Island ihren Luftraum für russische Flugzeuge. Dies teilen die jeweiligen Regierungen mit. Auch ein EU-weites Flugverbot für russische Maschinen sei schon bald möglich, wie ein Vertreter der Europäischen Union erklärt. Es könne Teil eine neuen Sanktionspakets sein, über das die EU-Außenminister noch heute (Sonntag) beraten wollten. Die Mehrheit der EU-Länder hat diesen Schritt bereits vollzogen. Deutschland sperrt seinen Luftraum laut dem Bundesverkehrsministerium ab dem Nachmittag um 15.00 Uhr.

11.45 Uhr - Oppositionsführer Friedrich Merz geht Russlands Präsident Wladimir Putin scharf an. Putin habe sich als "Kriegsverbrecher" entlarvt, sagt Merz im Deutschen Bundestag. "Genug ist genug, das Spiel ist aus", mit Blick auf die gegen Russland verhängten Sanktionen. Die Nato habe Putin und Russland nie bedroht, das wisse auch der russische Präsident. Die einzige Bedrohung für Putin und sein System sei das eigene Volk, sei das Streben der Menschen nach Freiheit und Demokratie.

11.38 Uhr - Das Bundesverkehrsministerium sperrt den Flugverkehr für russische Luftfahrtzeuge und russische Luftfahrzeugbetreiber in dem und über dem deutschen Luftraum wie eine Ministeriumssprecherin sagt. Das Verbot gelte ab Sonntag 15.00 Uhr für zunächst drei Monate, humanitäre Hilfsflüge seien ausgenommen.

11.33 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz kündigt den beschleunigten Bau zweier Terminals für Flüssiggas in Deutschland an. Die Terminals würden in Brunsbüttel und Wilhelmshaven errichtet, sagt Scholz im Bundestag.

Olaf Scholz im Bundestag

Olaf Scholz im Bundestag

Foto: Michael Sohn / AP

11.32 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz hat Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich die Verantwortung für den Angriff auf die Ukraine gegeben. "Putin will ein russisches Imperium errichten", sagt Scholz im Bundestag: Es könne keinen Zweifel mehr geben. Man werde aber nicht zulassen, "dass dieser Konflikt zwischen Putin und der freien Welt zum Aufreißen alter Wunden und zu neuen Verwerfungen führt".

11.30 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz kündigt eine massive Aufstockung der Mittel für die Bundeswehr an. Der Bundeshaushalt 2022 wird das Sondervermögen Bundeswehr einmalig mit 100 Milliarden Euro ausstatten, sagt er. Dieses Sondervermögen Bundeswehr solle im Grundgesetz abgesichert werden. Die Mittel sollten für notwendige Investitionen und Rüstungsvorhaben genutzt werden. "Wir werden von nun an – Jahr für Jahr – mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in unsere Verteidigung investieren", kündigt Scholz an. Bisher hat die Ampel-Regierung dies abgelehnt.

11.25 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz betont die Notwendigkeit einer Aufrüstung der Bundeswehr. Die Truppe brauche mehr Fähigkeiten und eine bessere Ausrüstung, sagt Scholz im Bundestag. "Wir müssen deutlich mehr investieren", sagt Scholz. "Das kostet viel Geld."

11.20 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz betont die Entschlossenheit, Artikel 5 der Nato zu achten. Es müsse verhindert werden, dass der Krieg auf andere Länder übergreife, sagt Scholz im Bundestag. "Ohne Wenn und Aber stehen wir zu unserer Beistandspflicht in der Nato", sagt Scholz. Präsident Putin sollte unsere Entschlossenheit nicht unterschätzen."

11.16 Uhr - Der Angriff auf die Ukraine wird nach den Worten von Bundeskanzler Olaf Scholz eine "Katastrophe" für Russland werden. Er verweist auf das umfassende Sanktionspaket. "Wir behalten uns weitere Sanktionen vor - ohne irgendwelche Denkverbote", fügt er hinzu. "Machen wir uns nichts vor: Putin wird seinen Kurs nicht über Nacht ändern. Doch schon sehr bald wird die russische Führung spüren, welch hohen Preis sie zahlt." Der Krieg sei eine Katastrophe für die Ukraine. "Aber: Der Krieg wird sich auch als Katastrophe für Russland erweisen."

11.14 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz rechtfertigt die Entscheidung der Bundesregierung, der Ukraine jetzt doch Waffen zu liefern. "Auf Putins Aggression konnte es keine andere Antwort geben", sagt Scholz in seiner Regierungserklärung in der Sondersitzung des Bundestags.

11.10 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz hat Russlands Präsident Wladimir Putin vorgeworfen, sein Land mit dem Angriff auf die Ukraine ins Abseits zu stellen. "Er stellt sich "ins Abseits der gesamten internationalen Staatengemeinschaft", sagt Scholz in der Regierungserklärung im Bundestag. "Nur mit der Notbremse seines Vetos konnte Moskau – immerhin ein ständiges Mitglied des Sicherheitsrats – die eigene Verurteilung verhindern. Was für eine Schande", fügt Scholz hinzu.

11.08 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz nennt den Angriff Russlands auf die Ukraine eine "Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents". Die Handlungen von Präsident Wladimir Putin seien menschenverachtend, völkerrechtswidrig und "durch nichts und niemanden zu rechtfertigen", sagt Scholz in seiner Regierungserklärung in einer Sondersitzung des Deutschen Bundestages.

10.50 Uhr - Die ukrainische Regierung beziffert die Verluste des russischen Militärs auf rund 4300 Soldaten. Vize-Verteidigungsministerin Hanna Malyar schreibt auf ihrer Facebook-Seite weiter, diese Zahl müsse allerdings noch verifiziert werden. Zudem habe die russische Armee 146 Panzer, 27 Flugzeuge und 26 Hubschrauber verloren.

09.45 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, Russland wegen des Angriffs auf sein Land das Veto-Recht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) zu entziehen. Das russische Vorgehen sei verbrecherisch und grenze an Völkermord, sagt Selenskyj in einer kurzen Videobotschaft. "Das ist Terror. Sie werden unsere ukrainischen Städte noch mehr bombardieren, sie werden unsere Kinder noch subtiler töten. Das ist das Böse, das in unser Land gekommen ist und zerstört werden muss", sagt er weiter. Die Weltgemeinschaft müsse Russland das Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat entziehen.

08.40 Uhr - Die Ukraine hat von Russland angebotene Verhandlungen in Belarus abgelehnt. Belarus sei selbst an der russischen Invasion beteiligt, denn auch von dort aus habe Russland die Ukraine angegriffen, sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Ukraine sei aber weiter offen für Verhandlungen an anderen Orten. Selenskyj hatte bereits zuvor Verhandlungen in Belarus abgelehnt.

08.29 Uhr - Russland hat einem Medienbericht zufolge eine Delegation für Verhandlungen mit der Ukraine nach Belarus entsandt. Die Delegation sei bereits dort eingetroffen, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax den Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Sonntag. Demnach gehörten ihr Vertreter des Präsidialamts sowie des Außen- und des Verteidigungsministeriums an. Man warte nun in der belarussischen Stadt Gomel auf die ukrainischen Unterhändler, wird Peskow weiter zitiert.

08.05 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt an, dass sein Land eine "internationale" Truppe mit Freiwilligen aus dem Ausland aufstellen will. "Dies wird ein entscheidender Beleg für Ihre Unterstützung für unser Land sein", teilt Selenskyj in einer Erklärung mit.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

Foto: Uncredited / dpa

07.48 Uhr - In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind wieder Explosionen zu hören. Zunächst gab es Luftalarm und wenige Minuten später eine Explosion westlich des Stadtzentrums, wie ein Reuters-Reporter berichtete. Etwa 20 Minuten später waren zwei weitere Explosionen zu hören.

07.23 Uhr - Die russischen Streitkräfte melden einem Medienbericht zufolge die "vollständige Blockade" der südukrainischen Städte Cherson und Berdjansk. Dies berichtet die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. Zudem hätten russische Truppen demnach die Stadt Henitschesk und einen Flughafen in der Nähe von Cherson eingenommen.

07.08 Uhr - Russische Truppen sind nach ukrainischen Angaben in die umkämpfte Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine vorgedrungen. Sie seien mit leichten Militärfahrzeugen in die zweitgrößte Stadt des Landes gelangt, auch in das Stadtzentrum, sagt der Gouverneur der Region, Oleh Sinegubow. Ukrainische Streitkräfte versuchten, die russischen Soldaten zurückzudrängen. Zivilisten wurden aufgefordert, nicht nach draußen zu gehen. Auf Videos, die von dem Innenministeriumsberater Anton Heraschtschenko und dem staatliche Dienst für Sonderkommunikation und Informationsschutz im Internet veröffentlicht wurden, waren mehrere leichte Militärfahrzeuge auf einer Straße und ein brennender Panzer zu sehen.

Beschädigtes Militärfahrzeug in Charkiw

Beschädigtes Militärfahrzeug in Charkiw

Foto: Marienko Andrew / dpa

05.45 Uhr - Über Nacht gibt es weitere Explosionen und schwere Kämpfe in der Ukraine. Die Bürgermeisterin der Stadt Wassylkiw südwestlich von Kiew teilt mit, russische Raketen hätten die Stadt getroffen und einen Ölterminal in Brand gesteckt. Im Internet veröffentlichte Fotos und Videos zeigen Flammen, die in den Nachthimmel steigen. Die Behörden warnen die Bewohner vor giftigen Dämpfen. Die von Russland unterstützten Separatisten in der ukrainischen Provinz Luhansk melden indessen, dass ein Ölterminal in der Stadt Rowenky von einer ukrainischen Rakete gesprengt wurde.

05.19 Uhr - Bundesinnenministerin Nancy Faeser verspricht umfassende Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine. "Der Bund wird jede mögliche Unterstützung leisten. Wir sind vorbereitet und sehr aufmerksam hinsichtlich aller denkbaren Auswirkungen dieses Krieges",sagt Faeser der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. Jetzt gehe es darum, schnell, solidarisch und gemeinsam in Europa zu handeln. Am Freitagabend habe sie mit Bundeskanzler Olaf Scholz und den Ministerpräsidenten gesprochen. Am Montag beraten die EU-Innenminister über die Versorgung der Flüchtlinge.

05.10 Uhr - China ist nicht bereit, den Einsatz von Sanktionen zu unterstützen. Dies teilt das chinesische Außenministerium am Sonntag auf Twitter mit. "China unterstützt den Einsatz von Sanktionen zur Lösung von Problemen nicht und ist gegen einseitige Sanktionen, die keine Grundlage in internationalem Recht haben", zitiert das Ministerium eine Erklärung des chinesischen Außenministers Wang Yi. In einem Telefongespräch mit der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock habe Minister Wang gesagt, der UN-Sicherheitsrat solle zu einer Lösung der derzeitigen Krise beitragen, anstatt neue Konfrontationen anzuzetteln. Außenministerin Baerbock hatte in dem Gespräch auf die besondere Verantwortung Chinas als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates hingewiesen.

04.06 Uhr - Russische Soldaten haben nach Angaben der Ukraine am Sonntag eine Erdgasleitung in der ukrainischen Stadt Charkiw gesprengt. In einem Video, das über die Nachrichten-App Telegram veröffentlicht wurde, war eine pilzförmige Explosion zu sehen. Es ist noch unklar, ob die Explosion Gaslieferungen auch außerhalb der Stadt oder ins Ausland betrifft.

3.47 Uhr - Tesla-Chef und SpaceX-Milliardär Elon Musk ermöglicht den Ukrainern Zugriff auf sein Satellitennetzwerk. "Der Starlink-Dienst ist jetzt in der Ukraine aktiv. Mehr Terminals auf dem Weg", twittert Musk. Er reagiert damit auf einen Tweet des stellvertretenden Premierministers der Ukraine, Mykhailo Fedorov. Dieser hatte Musk gebeten, das umkämpfte Land mit Starlink-Stationen zu versorgen. Die Internetverbindung in der Ukraine ist insbesondere im Süden und Osten des Landes durch die russische Invasion beeinträchtigt.

02.45 Uhr - Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst fordert die Bundesregierung auf, die Mehrwertsteuer auf Energie von 19 auf sieben Prozent zu senken. "Angesichts des Kriegs in der Ukraine und der daraus folgenden weiteren Verteuerung der Energiepreise brauchen gerade Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen weitere Entlastungen", sagt er der "Bild am Sonntag" laut einem Vorabbericht. Zugleich forderte er Altkanzler Gerhard Schröder auf, sich sofort aus russischen Staatsunternehmen zurückzuziehen.

01.11 Uhr - Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki warnt vor Angriffen Russlands auf die Ostflanke der Nato. "Das nächste Ziel könnten die baltischen Staaten, Polen, Finnland oder andere Länder an der Ostflanke sein. Putin will das Russische Reich wiederherstellen. Das muss uns allen Sorge bereiten", sagt Morawiecki den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der französischen Zeitung "Ouest-France" laut einem Vorabbericht. Er glaube aber nicht, dass sich der Krieg in der Ukraine schon heute auf Europa ausweiten werde. Die Nato sei das stärkste Militärbündnis, das die Welt jemals gesehen habe. "Wir sollten zusammenhalten, die Verteidigungsausgaben entscheidend erhöhen, dann sind wir sicher." Sein Land sei bereit Hunderttausende ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen.

00.35 Uhr - Bundesfinanzminister Christian Lindner fordert angesichts des russischen Einmarsches in der Ukraine einen großen gesellschaftlichen Konsens zur finanziellen Stärkung der Bundeswehr. "Nach mehr als einem Jahrzehnt der Vernachlässigung kann es bei der Bundeswehr nicht so weitergehen wie bisher", sagte Lindner der "Bild am Sonntag" laut einem Vorabbericht. Die dafür gebrauchten Mittel müssten an anderer Stelle eingespart werden.

Das geschah am Samstag ++ Die Entwicklungen im Überblick

21.30 Uhr - Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges fliegt die Lufthansa zunächst nicht mehr nach oder über Russland. Aufgrund «der aktuellen und sich abzeichnenden regulatorischen Situation» gelte dies für sieben Tage, teilte der Konzern am Samstagabend mit. Flüge nach Russland werden demnach ausgesetzt. «Flüge, die sich im russischen Luftraum befinden, werden diesen in Kürze wieder verlassen.»

21.20 Uhr - Die EU will die Lieferung von Militärhilfen an die Ukraine erleichtern. Das schreibt EU-Ratspräsident Charles Michel auf Twitter. Details dazu nennt er nicht, verweist aber auf die Ankündigung des virtuellen EU-Außenministertreffens am Sonntagabend.

21.26 Uhr - Frankreich wird Verteidigungswaffen und Treibstoff in die Ukraine schicken, teilt das Präsidialamt in Paris mit. Man werde zudem gegen russische Medien und Influencer vorgehen, die falsche Informationen über den Ukraine-Krieg verbreiteten.

21.12 Uhr - Die Außenminister der Europäischen Union wollen am Sonntag weitere Entscheidungen im Zusammenhang mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine treffen. Man werde virtuell zusammenkommen, um weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine und gegen die Aggression Russlands zu beschließen, erklärt der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. "Ich werde ein Nothilfepaket für die ukrainischen Streitkräfte vorschlagen, um sie in ihrem heldenhaften Kampf zu unterstützen", twittert er.

19.48 Uhr - Bei den Kämpfen zwischen Russland und der Ukraine sind nach Angaben eines ukrainischen Regierungsberaters bislang rund 3500 russische Soldaten getötet oder verletzt worden. Die Zahl nannte Alexej Arestowitsch, ein Mitarbeiter des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

19.12 Uhr - Deutschland liefert Waffen an die Ukraine. "Der russische Überfall markiert eine Zeitenwende", schreibt Bundeskanzler Olaf Scholz auf Twitter. "Es ist unsere Pflicht, die Ukraine nach Kräften zu unterstützen bei der Verteidigung gegen die Invasionsarmee von #'Putin. Deshalb liefern wir 1000 Panzerabwehrwaffen und 500 Stinger-Raketen an unsere Freunde in der #Ukraine." Die Waffen stammen aus den Beständen der Bundeswehr.

19.11 Uhr - Die Europäische Union befindet sich einem EU-Diplomaten zufolge in Gesprächen über ein drittes Sanktionspaket gegen Russland. Ob darin auch Maßnahmen zur Beschneidung Russlands zum internationalen Zahlungssystem Swift enthalten sind, bleibt offen.

19.00 Uhr - Die Bundesregierung hat den Niederlanden die Lieferung von 400 Panzerabwehrwaffen aus deutscher Produktion an die Ukraine genehmigt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus Regierungskreisen. Bisher hatte die Bundesregierung alle Exporte tödlicher Waffen an die Ukraine prinzipiell abgelehnt, weil es sich um ein Krisengebiet handelt.

16.01 Uhr - Zur Abwehr des erwarteten großen russischen Angriffs auf die ukrainische Hauptstadt Kiew haben die Behörden nach eigenen Angaben zahlreiche Waffen an die Einwohner verteilt. Insgesamt seien 25 000 automatische Waffen sowie 10 Millionen Patronen ausgegeben worden, sagte Innenminister Denys Monastyrskyj in einem am Samstag veröffentlichten Video. Auch Panzerabwehrwaffen seien ausgehändigt worden. "Kiew wird sich selbst verteidigen", sagte Monastyrskyj. Er sagte, er sei stolz, wenn er sehe, wie die Menschen ihre Städte, Dörfer, Straßen und Häuser verteidigten. "Sie organisieren sich selbst, es gibt keine Plünderungen oder Raubüberfälle."

15.45 Uhr - Die Website des russischen Präsidialamts ist nicht mehr erreichbar. Bei einem Aufruf der Kreml-Adresse kremlin.ru erscheint eine Fehlermeldung. Zuvor hatten Medien über Cyberattacken auf verschiedene Internetauftritte von Regierung und Staatsmedien berichtet.

15.30 Uhr - Die Ukraine bittet die Türkei erneut um eine Sperrung der Wasserstraßen zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer für russische Kriegsschiffe. Das sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach eigenen Angaben seinem Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in einem Gespräch. Im Schwarzen Meer ist ein wichtiger Teil der russischen Flotte stationiert. Am Freitag hatte die Türkei mitgeteilt, sie könne aus rechtlichen Gründen keine komplette Sperre von Bosporus und Dardanellen verhängen. Sie beruft sich auf den internationalen Vertrag von Montreux, der den Verkehr auf diesem Schifffahrtsweg regelt. Die russische Botschaft in der Türkei erklärte der Agentur Interfax zufolge, sie habe keine Benachrichtigung über eine Sperrung erhalten.

15.20 Uhr - Die in Kiew verhängte Ausgangssperre gilt von heute (Samstag) 17.00 Uhr ununterbrochen bis Montagfrüh. Das teilt das Büro von Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Zuvor hatte Klitschko angekündigt, die Ausgangssperre gelte täglich von 17.00 Uhr bis 08.00 Uhr.

Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew und ehemaliger Box-Profi

Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew und ehemaliger Box-Profi

Foto: Efrem Lukatsky / dpa

15.05 Uhr - Der Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) unterstützt Sanktionen gegen Russland. DIHK-Präsident Peter Adrian hat nach eigenen Angaben der gesamten deutschen Wirtschaft bestürzte Reaktionen auf den Krieg in der Ukraine erhalten. "Deshalb gibt es auch in der deutschen Wirtschaft großes Verständnis dafür, dass die Politik mit harten und wirksamen Sanktionen gegen die Verursacher reagieren muss. Ein Krieg ist keine Basis für wirtschaftlich tragfähige Beziehungen."

15.00 Uhr - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bemüht sich um die Vermittlung eines Waffenstillstands in der Ukraine. Dies habe Erdogan dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat gesagt, teilt das Präsidialamt in Ankara mit.

14.30 Uhr - Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki fordert vor einem Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz härtere Maßnahmen gegen Russland. Morawiecki nennt einen Ausschluss Russlands aus dem Zahlungssystem Swift und ein Aus für beide Ostsee-Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2. "Ich bin nach Berlin gekommen, um an das Gewissen Deutschlands zu appellieren, damit es endlich wirklich harte Sanktionen beschließt, die die Entscheidungen des Kreml beeinflussen", sagt Morawiecki. Sämtliche Sanktionsmöglichkeiten sollten auf dem Tisch liegen. "Wir müssen Nord Stream 1 und 2 stilllegen, wir müssen die Abhängigkeit von Rohstoffen verringern, russische Finanzinstitutionen von den Kapitalmärkten ausschließen, Vermögen von Oligarchen beschlagnahmen, Russlands Zugang zu Swift kappen." Nord Stream 1 ist seit rund einem Jahrzehnt ein wichtiger Strang für die Gasversorgung Deutschlands. Eine Inbetriebnahme von Nord Stream 2 hat Deutschland auf Eis gelegt.

14.20 Uhr - Ungarn wird Ministerpräsident Viktor Orban zufolge alle Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland mittragen. Was die EU vereinbaren könne, das akzeptiere und unterstütze Ungarn, sagt er bei einem Besuch an der ukrainisch-ungarischen Grenze. "Dies ist die Zeit, um vereint zu sein, es ist ein Krieg", sagt Orban. Friedensbemühungen seien das Wichtigste.

14.10 Uhr - Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu hat in einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow ein Ende der russischen Angriffe in der Ukraine gefordert. In einer Erklärung des türkischen Außenministeriums hieß es weiter, Cavusoglu habe bei dem Telefonat bekräftigt, dass die Regierung in Ankara bereit sei, die russische und ukrainische Führung zu Friedensgesprächen zu empfangen.

14.00 Uhr - Der Kreml teilt mit, Präsident Wladimir Putin habe am Freitag eine Unterbrechung des Truppenvormarschs in der Ukraine angeordnet. Hintergrund sei die Erwartung gewesen, dass es zu Verhandlungen mit der Regierung in Kiew komme, sagt ein Präsidialamtssprecher. Dies sei aber nicht geschehen, deshalb würden die Truppen am Samstag wieder vorrücken. Der Sprecher erklärt weiter, Russland habe die Sanktionen des Westens erwartet und ergreife Maßnahmen, um deren Auswirkungen auf die Wirtschaft zu minimieren.

Russlands Präsident Wladmir Putin

Russlands Präsident Wladmir Putin

Foto: Alexei Nikolsky / dpa

13.56 Uhr - Die Ukraine hat nach Kremlangaben Friedensverhandlungen mit Russland abgelehnt. "Da sich die ukrainische Seite grundsätzlich weigerte zu verhandeln, wurde der Vormarsch der wichtigsten russischen Streitkräfte heute Nachmittag gemäß dem Operationsplan wieder aufgenommen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag der Agentur Interfax zufolge. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht.

13.55 Uhr - Die baltischen Staaten Lettland, Estland und Litauen wollen ihren Luftraum für russische Flugzeuge sperren. Man hab sich grundsätzlich darauf geeinigt, sagt der litauische Verkehrsminister Marius Skuodis. Die Vorbereitungen liefen, um sich abzustimmen. "Unser Plan ist es, den Schritt gleichzeitig zu machen", schrieb Skuodis auf Facebook. Auch Rumänien kündigt eine Sperrung seines Luftraum für russische Fluggesellschaften an. Russland wiederum erteilt Airlines aus Bulgarien, Polen und Tschechien ein Flugverbot und reagiert damit auf entsprechende Schriite dieser Staaten, wie die russische Zivilluftfahrtbehörde mitteilt. Erst Anfang der Woche hatte Russland als Vergeltung für das von London verhängte Flugverbot für die russische Fluggesellschaft Aeroflot nach Großbritannien alle britischen Fluggesellschaften aus seinem Luftraum verbannt.

13.45 Uhr - Der ukrainische Energiekonzern Naftogaz hat den Betrieb in einer Ölraffinerie in der Region Charkiw eingestellt und die Anlage evakuiert. Das Staatsunternehmen begründet den Schritt mit der Gefahr, die von Gefechten für die Raffinerie Schebelinski ausgehe. In der an Russland grenzenden Region Charkiw wird seit der russischen Invasion in der Ukraine besonders heftig gekämpft. Der Betrieb von unterirdischen Gasspreichern laufe normal, ergänzt Naftogaz.

13.15 Uhr - Kiew erweitert die nächtliche Ausgangssperre. Sie gilt nun täglich von 17.00 Uhr bis 08.00 Uhr statt bisher von 22.00 Uhr bis 07.00 Uhr, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilt. Damit sollten eine effizientere Verteidigung und eine größere Sicherheit für die rund drei Millionen Einwohner gewährleistet werden.

13.05 Uhr - Die französische Küstenwache hat einen Frachter wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen die Russland-Sanktionen der EU festgesetzt. Das Schiff habe Autos geladen und sei auf dem Weg nach St. Petersburg gewesen, sagt ein Sprecher der Behörde zu Reuters. Er stehe im dringenden Verdacht, mit russischen Interessen verbunden zu sein, die von den Sanktionen betroffen seien. Das Unternehmen, dem das Schiff gehöre, sei im Besitz eines russischen Geschäftsmannes, der auf der Sanktionsliste der Europäischen Union stehe. Die russische Botschaft in Frankreich forderte eine Erklärung.

12.55 Uhr - Polen boykottiert wegen des Kriegs in der Ukraine das Playoff-Spiel gegen Russland für die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Angesichts der russischen Aggression gegen die Ukraine werde die polnische Nationalmannschaft kein Spiel gegen Russland bestreiten, teilt der Präsident des polnischen Fußballverbands, Cezary Kulesza, mit. Man sei dazu auch in Gesprächen mit dem schwedischen und dem tschechischen Fußballverband, um sich mit einer gemeinsamen Position an den Fußballweltverband Fifa zu wenden. Russland soll zum Halbfinale der WM-Playoffs am 24. März Polen empfangen und würde im Falle eines Weiterkommens am 29. März im Finale der Gruppe B in einem Heimspiel auf den Sieger der Partie Schweden gegen Tschechien treffen.

12.40 Uhr - Das Internet in der Ukraine ist laut einer in London ansässigen Beobachtungsstelle stark beeinträchtigt. Einen kompletten Blackout habe es nach der russischen Invasion zwar bisher nicht gegeben, sagt der Direktor der Organisation NetBlocks, Alp Toker. Aber der Internetverkehr sei eingeschränkt, was etwa auf unterbrochene Netzverbindungen und die Zerstörung von Gebäuden zurückgehe. Störungen bei den Telekom-Diensten würden auch die Möglichkeiten von zivilen Verteidigungsgruppen einschränken, sich zu organisieren. NetBlocks verfolgt Internetausfälle weltweit.

12.35 Uhr - Kiew ist laut Präsident Wolodymyr Selenskyj weiterhin unter ukrainischer Kontrolle. "Wir haben den feindlichen Angriffen widerstanden und wehren sie erfolgreich ab. Die Kämpfe gehen weiter", sagte er in einer Videobotschaft in sozialen Medien. "Wir haben den Mut, unser Heimatland und Europa zu verteidigen", fügt Selenskyj hinzu. Der Großteil der beim Vorstoß auf Kiew beteiligten russischen Streitkräfte ist nach britischen Angaben rund 30 Kilometer vom Zentrum der ukrainischen Hauptstadt entfernt. Das ukrainische Militär leiste im ganzen Land Widerstand, teilt das Verteidigungsministerium in London auf Basis neuer Geheimdienstinformationen mit. Russland habe bisher nicht die Kontrolle über den ukrainischen Luftraum erlangt. "Die russischen Verluste werden wahrscheinlich schwer sein und größer als erwartet oder vom Kreml zugegeben", hieß es weiter.

11.25 Uhr - Russland will nach eigenen Angaben den Angriff auf die Ukraine trotz der internationalen Sanktionen fortsetzen, bis die von Präsident Wladimir Putin gesteckten Ziele erreicht sind. Die Sanktionen würden die Regierung nicht von ihrem Kurs abbringen, teilt der Vizevorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats und frühere Präsident, Dmitri Medwedew, mit. Sein Land brauche keine diplomatischen Beziehungen zum Westen. Es sei an der Zeit, "die Botschaften zu verschließen", schreibt er auf dem russischen Online-Netzwerk VK.

11.10 Uhr - Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi unterstützt nach Angaben des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj inzwischen einen Ausschluss Russlands aus dem globalen Zahlungssystem Swift. Dies habe ihm Draghi am Samstag in einem Telefongespräch erklärt, teilt Selenskyj auf Twitter mit. In den Reihen der Regierungskoalition in Rom wird Draghis Unterstützung dafür bestätigt. Aus EZB-Kreisen heißt es, dass eine Entscheidung, Russland von Swift abzuschneiden, binnen weniger Tage getroffen werden könnte. "Swift ist nur eine Frage der Zeit, einer sehr kurzen Zeit, von Tagen", sagt der Chef einer Zentralbank aus der Euro-Zone zu Reuters, der namentlich nicht genannt werden wollte. Die Bundesregierung hatte sich zuletzt noch zurückhaltend zu einem russischen Swift-Ausschluss geäußert.

11.00 Uhr - Polen hat seit dem russischen Angriff auf die Ukraine rund 100.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland gezählt. Allein seit Samstagmorgen seien 9000 Menschen aus der Ukraine über die Grenze gekommen, teilt Polens stellvertretender Innenminister Pawel Szefernaker mit.

Menschen warten im Bahnhof Lwiw nach Polen fährt

Menschen warten im Bahnhof Lwiw nach Polen fährt

Foto: Vincent Haiges / dpa

10.30 Uhr - Russland droht einem Medienbericht zufolge für den Fall des Einfrierens von Geldern russischer Bürger und Unternehmen im Ausland mit ähnlichen Gegensanktionen. Man werde darauf mit der Beschlagnahme von Geldern von Personen und Unternehmen aus dem Ausland reagieren, zitierte die Nachrichtenagentur RIA den stellvertretenden Vorsitzenden des Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew. Die Regierung in Moskau schließe auch nicht aus, das Vermögen von Unternehmen zu verstaatlichen, die in den USA, der Europäischen Union und anderen "unfreundlichen Rechtsräumen" registriert seien, wird Medwedew zitiert. Die EU, die USA und Kanada hatten angekündigt, mit neuen Saktionen gegen Russland auch Präsident Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow ins Visier zu nehmen.

10.20 Uhr - Die russische Aufsichtsbehörde Roskomnadsor verwarnt zehn russische Medien und beschuldigt sie falscher Berichterstattung über die Ereignisse in der Ukraine. Die Behörde spricht von beleidigenden Informationen und verlangt deren Löschung. Anderenfalls werde der Zugang zu diesen Medien beschränkt.

10.10 Uhr - Die Niederlande wollen 200 Luftabwehrraketen an die Ukraine liefern. Die Raketen vom Typ "Stinger" sollte so schnell wie möglich bereitgestellt werden, erklärt die Regierung in einem Schreiben an das Parlament. Die Niederlande haben Anfang des Monats zugesagt, unter anderem Gewehre, Munition, Radarsysteme und Minensuchroboter an die Ukraine zu liefern. Die niederländische Regierung teilt zudem mit, dass das Botschaftspersonal aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage von der westukrainischen Stadt Lwiw nach Jaroslaw in Polen verlegt werde. Tschechien kündigt an, Waffen und Munition im Wert von 7,6 Millionen Euro an die Ukraine zu liefern. Dabei handele es sich um Maschinengewehre, Sturmgewehre und andere leichte Waffen.

09.10 Uhr - Das russische Militär hat nach eigenen Angaben die Stadt Melitopol im Südosten der Ukraine eingenommen. Dies teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Damit hätten russische Truppen erstmals seit Beginn der Invasion eine größere ukrainische Stadt erobert. Reuters konnte die Angaben nicht unabhängig verifizieren. Ukrainische Behörden waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

09.00 Uhr - Das russische Kriegsministerium teilte weiter mit, russische Truppen hätten in der Nacht militärische Ziele in der Ukraine mit luft- und schiffsgestützten Marschflugkörpern angegriffen. Hunderte Ziele militärischer Infrastruktur seien getroffen worden. Zudem seien mehrere Flugzeuge und Dutzende Panzer und andere Militärfahrzeuge zerstört worden.

07.30 Uhr - Ukrainische Truppen haben einem Medienbericht zufolge die Kontrolle über das Kiewer Wasserkraftwerk im Norden der ukrainischen Hauptstadt-Region. Die Nachrichtenagentur Interfax meldet dies unter Berufung auf das ukrainische Energieministerium.

07.17 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer neuen Videobotschaft seinen Durchhaltewillen im Kampf gegen den russischen Angriff bekräftigt. "Wir werden die Waffen nicht niederlegen, wir werden unseren Staat verteidigen", sagt er in dem Video, in dem er offenbar vor seinem Amtssitz in Kiew stand. Er selbst werde in Kiew bleiben.

06.56 Uhr - Kämpfe werden von ukrainischer Regierungsseite auch aus der Nähe der ukrainischen Städte Mariupol, Cherson, Mykolajiw und Odessa im Küstengebiet des Schwarzen Meeres gemeldet. "Schwere Kämpfe finden in der Nähe von Mariupol statt", sagte Präsidialamtsberater Mychailo Podoljak bei einem Briefing. "Aber es besteht keine Chance, dass Mariupol kapituliert oder eingenommen wird."

06.28 Uhr - Aus dem Osten der Ukraine werden Luftangriffe gemeldet. Gebiete in der Nähe der Städte Sumy, Poltawa und Mariupol seien aus der Luft attackiert worden, teilt das ukrainische Militär mit. Vom Schwarzen Meer aus seien Marschflugkörper auf die Ukraine abgefeuert worden.

05.40 Uhr - Facebooks Mutterkonzern Meta verbietet russischen Staatsmedien weltweit, Anzeigen zu schalten und die Plattform zum Geldverdienen zu nutzen. "Diese Änderungen haben bereits begonnen und werden bis zum Wochenende andauern", twittert der Leiter der Sicherheitsabteilung bei Facebook, Nathaniel Gleicher.

02.30 Uhr - Vom Zentrum Kiews aus ist Artilleriebeschuss zu hören. Die Einschläge befinden sich nach Angaben einer Reuters-Reporterin in einiger Entfernung vom Zentrum. Unklar sei, in welche Richtung geschossen werde und was das Ziel der Einschläge sei.

01.45 Uhr - Die Ukraine bittet den Internationalen Währungsfonds nach Angaben seiner geschäftsführenden Direktorin Kristalina Georgiewa um eine Notfinanzierung. Derzeit würden verschiedene Möglichkeiten für Finanzhilfen geprüft, darunter eine bestehende Kreditlinie über fünf Milliarden Dollar, von der noch 2,2 Milliarden Dollar abgerufen werden könnten, sagt sie.

00.20 Uhr - Auch der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau verhängt Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow. "Dies richtet sich direkt gegen den beträchtlichen persönlichen Reichtum von Präsident Putin", sagt er. Kanada werde auch Sanktionen gegen Weißrussland und seine Anführer verhängen, weil sie Putins Invasion in der Ukraine unterstützt hätten.

Das geschah am Freitag ++ Die Entwicklungen im Überblick

Freitag, 20 Uhr - Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sind in Rumänien nach Angaben von Ministerpräsident Nicolae Ciuca 19.000 ukrainische Flüchtlinge eingetroffen. Davon hätten 8000 ihren Weg nach Bulgarien und Ungarn fortgesetzt.

19.30 Uhr - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärt, Bündnismitglieder lieferten weiterhin Waffen in die Ukraine. Dazu zählten auch Flugabwehrwaffen.

19 Uhr - Mehrere russische Sabotage-Kommandos sind nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums in Kiew ausgeschaltet worden. Auch in anderen Städten seien Saboteure aktiv gewesen. Die Polizei suche nach Personen, die mit russischem Akzent sprächen und plötzlich in den jeweiligen Regionen angekommen seien.

18.00 Uhr - Russische Ölexporte erreichen ihre Abnehmer in Europa Marktteilnehmern zufolge trotz Handelshindernissen. Das ergibt ein Lagebild bei Händlern, Hafenagenten und aus Schifffahrtsdaten. Am Donnerstag hatten Marktteilnehmer berichtet, Banken und Schifffahrtsunternehmen stellten einigen Käufern nicht mehr die für den Handel benötigten Bürgschaften und Transportkapazitäten zur Verfügung.

17.00 Uhr: Das russische Präsidialamt wirft der Ukraine vor, sich derzeit in der Frage von Verhandlungen zurückzuhalten. Man habe der Ukraine Gespräche in der belarussischen Hauptstadt Minsk angeboten, doch die Regierung in Kiew habe dann Gespräche im polnischen Warschau vorgeschlagen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagt, es gebe derzeit von der ukrainischen Seite eine "Pause" bei den Kontakten. Dazu war von den ukrainischen Behörden zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj allein aus Sicherheitsgründen ein Treffen im polnischen Warschau vorzieht, ist verständlich. Der belarussische Diktator Lukaschenko ist ein treuer Vasall und Scherge Putins. Russische Panzer waren auch über die belarussische Grenze in der Ukraine eingefallen. Selenskyj sieht sich selbst als "Ziel Nummer 1" des russischen KGB. Zudem hat Lukaschenko seit seinem offenkundig gefälschten Wahlsieg 2020 viel Erfahrung darin gesammelt, Menschen verschwinden und umbringen zu lassen. Eine Reise nach Belarus brächte den ukrainischen Präsidenten in Lebensgefahr.

16.50 UhrRussland will offenbar mit der Ukraine verhandeln. Demnach habe der Kreml ein Angebot für Verhandlungen in der belarussischen Hauptstadt Minsk überreicht, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitagabend der Agentur Interfax. Die Ukraine wiederum haben Polens Hauptstadt Warschau als Verhandlungsort vorgeschlagen.

Vor seinem Angebot hatte der Kreml bereits positiv auf zwei Gesprächsangebote des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj reagiert. Moskau habe den Vorschlag zu Verhandlungen über einen neutralen Status der Ukraine als Schritt in die richtige Richtung aufgenommen, sagte Peskow am Nachmittag. Die Mitteilung werde analysiert, Selenskyj als Präsident der Ukraine anerkannt, hieß es. "Natürlich, ja. (...) Er ist der Präsident der Ukraine."

16.00 Uhr – Die russische Zentralbank fordert heimische Geldhäuser dazu auf, Dividenden und Boni-Zahlungen an Manager zu verschieben. Zugleich kündigte die Notenbank Maßnahmen zur Lockerung der regulatorischen Anforderungen an. Die Währungshüter hatten bereits am Donnerstag den Bankensektor mit Liquiditätsschritten gestützt. Zudem hatten sie nach einem Rekordabsturz der Landeswährung Rubel am Devisenmarkt eingegriffen. Es war das erste Mal seit 2014, als Russlands Präsident Wladimir Putin die Annektierung der Halbinsel Krim anordnete, dass die Notenbank am Devisenmarkt intervenierte.

14.30 Uhr - Die EU-Staaten haben sich nach Informationen eines Offiziellen darauf geeinigt, Vermögenswerte von Russlands Präsident Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow einzufrieren. Darauf habe man sich bei der Umsetzung der Beschlüsse des EU-Sondergipfels am Donnerstagabend geeinigt, berichten die Nachrichtenagentur Reuters und die Deutsche Presse Agentur. Dies bedeutet, dass möglicherweise in der EU vorhandene Vermögenswerte der beiden Politiker eingefroren werden. Zudem dürfen sie nicht mehr in die EU einreisen. Man arbeite an weiteren Elementen einer dritten Runde von Sanktionen gegen Russland, sagte zudem ein EU-Beamter am Freitag. "Wir handeln so schnell wir können", sagte der Beamte. Die EU könne auch "viele weitere" Oligarchen ins Visier nehmen.

Russlands Außenminister Sergei Lavrov

Russlands Außenminister Sergei Lavrov

Foto: Mikhail Metzel / imago images/ITAR-TASS

13.15 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin zeigt sich offenbar gesprächsbereit. Laut russischer Nachrichtenagentur Ria  habe Putin in einem Telefonat mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping gesagt, er sei bereit "auf hoher Ebene" mit der ukrainischen Führung zu verhandeln. Das chinesische Staatsfernsehen bestätigte den Wortlaut des Gesprächs.

11.55 Uhr - Die beschlossenen Sanktionen gegen Russland sollen schnell in Kraft treten. "Das ist jetzt sehr zeitnah", sagt der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit. Beim Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem Swift habe nicht nur Deutschland Bedenken, auch Italien und Frankreich hätten Einwände angemeldet. Diese Maßnahme bräuchte eine längere Vorbereitung und hätte auch in Europa spürbare Auswirkungen.

11.35 Uhr - Die Londoner Börse LSE hat im Zuge der britischen Sanktionen gegen Russland die Mitgliedschaft der russischen Investmentbank VTB Capital aufgehoben. Dies bedeute, dass VTB Capital nicht länger an der London Stock Exchange (LSE) handeln könne, sagt ein Börsensprecher. VTB Capital ist eine Tochter der russischen Großbank VTB.

11.20 Uhr - Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess hat mit Entsetzen auf den Kriegsbeginn in der Ukraine reagiert. "Als einer der weltgrößten Autohersteller mit 660.000 Beschäftigten beobachten wir den Angriff auf die Ukraine mit großer Sorge und Bestürzung", sagte er am Freitag in einer Konferenz. Diess erklärte, man habe eine Taskforce eingerichtet, um weitere mögliche Folgen etwa auf die Lieferbeziehungen abzuschätzen. Volkswagen betreibt in Kaluga südwestlich der Hauptstadt Moskau eine eigene Autofertigung. Zentral- und Osteuropa sind für Volkswagen ein wichtiger Absatzmarkt. 2021 lieferten alle Marken der VW-Gruppe dort fast 660.000 Fahrzeuge aus. Die Kernmarke VW Pkw kam im vergangenen Jahr in der Region auf rund 206.000 verkaufte Neuwagen.

"Wir sind überzeugt, dass eine nachhaltige Lösung des Konflikts nur auf der Grundlage des Völkerrechts gefunden werden kann", sagte Diess weiter. Es gehe nun vor allem darum, die Sicherheit der Beschäftigten in der Region zu gewährleisten. In der Ukraine tätigen Mitarbeitern habe man bereits angeboten, ausgeflogen zu werden. Der europäische und der Welt-Konzernbetriebsrat der VW AG zeigte sich "tief erschüttert".

11.10 Uhr - Der europäische Fußball-Verband UEFA zieht Konsequenzen aus dem russischen Angriff auf die Ukraine: Das Finale der europäischen Fußball-Champions-League wird am 28. Mai nicht im russischen St. Petersburg, sondern in Paris ausgetragen. Das Exekutivkomitee habe St. Petersburg das prestigeträchtige Endspiel entzogen, teilte der Verband mit.

11.00 Uhr - Russland will seine Wirtschaftsbeziehungen mit Asien ausbauen, um Folgen durch die Sanktionen des Westens abzufedern. Der bereits seit 2014 ausgehende Druck durch Strafmaßnahmen werde zunehmen, teilt das russische Wirtschaftsministerium weiter mit. Russland bereite sich seit geraumer Zeit darauf vor und wolle durch Gegenmaßnahmen die Auswirkungen minimieren.

10.55 Uhr - Russland hat einem Agenturbericht zufolge Vergeltungssanktionen auf angekündigte Sanktionen vorbereitet. Die Regierung in Moskau sei sich der Schwächen des Westens bewusst, zitiert die Nachrichtenagentur Tass die Präsidentin des Oberhauses des russischen Parlaments, Walentina Matwienko, die auch Mitglied im Sicherheitsrat ist.

Unter Beschuss: Russland setzt die Angriffe auf die Ukraine unvermindert fort.

Unter Beschuss: Russland setzt die Angriffe auf die Ukraine unvermindert fort.

Foto: POOL/ REUTERS

10.50 Uhr - Laut russischen Medienberichten dementiert Russland, die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen beschossen zu haben. Russische Nachrichtenagenturen berufen sich auf einen Vertreter des Verteidigungsministeriums. Dieser sagt demnach auch, dass es sich bei dem am Freitagmorgen über Kiew abgeschossenen Kampfjet um ein ukrainisches Militärflugzeug gehandelt habe, dass von der eigenen Seite getroffen worden sei.

09.57 Uhr - Der ukrainischen Atombehörde zufolge ist die Strahlung am stillgelegten Atomkraftwerk Tschernobyl erhöht.

08.50 Uhr - Ein Ausschluss Russlands aus dem internationalen Währungssystem Swift ist nach Angaben von Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn nicht vom Tisch. Man könne sich dies vornehmen, wenn Russland Kiew weiter bombardiere, sagt er im ZDF. Aber man müsse bei Sanktionen immer sehen, wer davon stärker betroffen werde - Russland oder der Westen. Die von der EU beschlossenen Sanktionen im Finanzbereich seien aber bereits sehr schmerzhaft für Russland. Ein Ausschluss Russlands würde auch europäischen Unternehmen schaden, weil sie ihre Geschäftspartner in Russland dann deutlich schwerer ihre Rechnungen bezahlen könnten.

08.30 Uhr - Nach großangelegten russischen Angriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem Kreml ein gezieltes Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen. "Das Ziel dieser Attacke ist Druck", sagte Selenskyj am Freitag in einer Videobotschaft an seine Landsleute. "Druck auf Sie, liebe Bürger. Druck auf unsere Gesellschaft." Die Russen machten entgegen eigener Ankündigungen keinen Unterschied zwischen militärischen Zielen und Wohnhäusern. Zugleich kritisierte der ukrainische Staatschef mangelnde Unterstützung aus dem Ausland: "Wir verteidigen unseren Staat allein. Die mächtigsten Kräfte der Welt schauen aus der Ferne zu." Auch die neuen westlichen Strafmaßnahmen gegen Moskau seien nicht genug: "Haben die gestrigen Sanktionen Russland überzeugt? Am Himmel über uns und auf unserer Erde hören wir, dass dies nicht ausreicht."

08.00 Uhr - Russlands Ölhandel mit mehreren ausländischen Abnehmern ist nach dem Angriff auf die Ukraine ins Stocken geraten. Banken und Schifffahrtsunternehmen stellten einigen Käufern nicht mehr die benötigten Bürgschaften und Transportkapazitäten zur Verfügung, sagten mehrere mit den Vorgängen am Markt vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Russland stellt etwa zehn Prozent der weltweiten Ölförderung. Öl- und Gasexporte sind wichtige Devisenbringer des Landes.

08.00 Uhr - Durch den russischen Einmarsch sind auf ukrainischer Seite laut Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr als 130 Menschen getötet worden. "Heute haben wir 137 unserer Helden, unserer Bürger, verloren. Militär und Zivilisten", sagte Selenskyj in der Nacht zum Freitag in einer Videoansprache. Außerdem seien 316 Menschen bei den Gefechten verletzt worden.

07.55 Uhr - Die Bundesregierung will der Nato nach einem Bericht des "Spiegel" mehr Kräfte für die Ostflanke des Bündnisses zur Verfügung stellen. Die Militärs hätten Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) ein Paket zusammengestellt, heißt es. Danach könnte eine Infanterie-Kompanie mit rund 150 Soldaten mit "Boxer"-Radpanzern an die Nato-Ostflanke verlegt werden. Daneben könnte Deutschland das "Patriot"-Flugabwehrraketensystem etwa für das Baltikum anbieten. Zudem wolle die Regierung für Nato-Missionen in der Nord- und Ostsee eine Korvette und eine Fregatte bereitstellen.

07.18 Uhr - Die Ukraine rechnet im Laufe des Freitags mit Panzerangriffen auf die Hauptstadt Kiew. "Heute wird der härteste Tag", sagt Anton Heraschtschenko, Berater des ukrainischen Innenministers. Die Verteidiger von Kiew stünden mit Panzerabwehrraketen bereit, die von internationalen Verbündeten stammten.

07.15 Uhr - Nach der russischen Invasion in die Ukraine hat die amerikanische Regierung auch die größte russische Bank mit Sanktionen belegt. US-Institute müssen innerhalb von 30 Tagen jegliche Konten der Sberbank schließen, die bislang Geschäfte in US-Dollar ermöglichten, wie das Finanzministerium erklärte. Die russische Bank, die mehrheitlich im Staatsbesitz sei, sei der größte Gläubiger der russischen Wirtschaft und der größte Verwalter von Spareinlagen, hieß es weiter.

07.06 Uhr - Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge zeigen die anhaltenden Angriffe Russlands auf die Ukraine, dass die Sanktionen des Westens gegen Russland nicht ausreichten. Die Welt beobachte aus der Ferne weiter, was in der Ukraine geschehe.

07.00 Uhr - Die Europäische Union konterte die Militäroffensive in der Nacht mit einem umfassenden Sanktionspaket gegen Moskau, zog aber noch nicht das schärfste Schwert – den Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem Swift. Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach direkt mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin, allerdings ohne greifbares Ergebnis.

07.00 Uhr - An Tag zwei des russischen Angriffs meldet die Ukraine Raketenbeschuss auf die Hauptstadt Kiew. Nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Russland um 04.00 Uhr Ortszeit die Raketenangriffe wieder aufgenommen. Beschossen würden sowohl zivile als auch militärische Ziele, teilt er in einer im Fernsehen übertragenen Rede mit. Der Vormarsch der russischen Truppen sei an den meisten Stellen gestoppt worden. "Schreckliche russische Raketenangriffe auf Kiew", twitterte unterdessen Außenminister Dmytro Kuleba.

mit Nachrichtenagenturen