Hohe Inflation Spanien streicht Mehrwertsteuer auf viele Nahrungsmittel

Brot, Milch, Käse, Obst, Gemüse, Getreide: Der spanische Staat streicht für ein halbes Jahr die Mehrwertsteuer auf diese Produkte. Bei anderen senkt er die Steuersätze. Die Lebensmittelpreise stiegen im November noch um 15,3 Prozent.
Mehrwertsteuer gesenkt oder gestrichen: Vor allem auf bedürftige Familien ist der Verzicht auf Mehrwertsteuer bei Grundnahrungsmitteln und die Senkung auf fünf Prozent für Pflanzenöl und Nudeln während der ersten sechs Monate 2023 zugeschnitten

Mehrwertsteuer gesenkt oder gestrichen: Vor allem auf bedürftige Familien ist der Verzicht auf Mehrwertsteuer bei Grundnahrungsmitteln und die Senkung auf fünf Prozent für Pflanzenöl und Nudeln während der ersten sechs Monate 2023 zugeschnitten

Foto: Alberto Ortega / dpa

Als Reaktion auf die steigenden Lebenshaltungskosten will die spanische Regierung die Bevölkerung mit einem neuen Maßnahmenpaket in Höhe von zehn Milliarden Euro entlasten. So solle die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch, Käse, Obst, Gemüse und Getreide in Höhe von vier Prozent für das kommende halbe Jahr gestrichen werden, sagte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez (50) am Dienstag. Für Öl und Nudeln solle der Mehrwertsteuersatz von zehn auf fünf Prozent gesenkt werden.

Das Maßnahmenpaket sieht Sánchez zufolge außerdem eine Einmalzahlung von 200 Euro an Familien mit einem Jahreseinkommen von maximal 27.000 Euro vor. Zudem sollen Ermäßigungen auf Strom- und Gaspreise für sechs Monate verlängert werden und das Verbot, Energielieferungen an bedürftige Haushalte zu kürzen, bestehen bleiben. Mieterhöhungen sollen laut Sánchez gedeckelt und Zwangsräumungen ausgesetzt bleiben.

Ermäßigungen für Energie bleiben, Mieten werden gedeckelt

Vorgesehen ist auch, dass Fahrpreise im Nahverkehr im neuen Jahr reduziert bleiben. Ein Tankrabatt in Höhe von 20 Cent pro Liter, der bisher für alle Verbraucher galt, soll künftig jedoch nur noch für die "am stärksten betroffenen Bereiche" gelten. Dazu zählen laut Sánchez Lkw-Fahrer, Landwirte, Schifffahrtsunternehmen und Fischer.

Das neue Hilfspaket ist das sechste Programm der spanischen Regierung, um die "wirtschaftlichen und sozialen Folgen" des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zu bewältigen. Insgesamt erhöht sich die Unterstützung Madrids im Kampf gegen hohe Lebensmittelpreise und die Inflation auf 45 Milliarden Euro.

Mit den bisherigen Bemühungen hat die spanische Regierung bereits erste Erfolge erzielt. Die Inflationsrate fiel von 10,8 Prozent im Juli, einem Höchststand seit 38 Jahren, auf 6,8 Prozent im November. Die Lebensmittelpreise stiegen im November allerdings um 15,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

rei/AFP

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.