Mittwoch, 27. Mai 2020

Größtes Staatsprogramm in der Geschichte des Landes Italien will Firmen mit weiteren 400 Milliarden Euro helfen

Mailand: Eine Frau holt sich eine kostenlose Packung mit zehn Mundschutzen in der Mailänder Chinatown ab.
Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Mailand: Eine Frau holt sich eine kostenlose Packung mit zehn Mundschutzen in der Mailänder Chinatown ab.

Italien will mit einem Konjunkturprogramm im Volumen von 400 Milliarden Euro gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise vorgehen. Es handle sich um das größte Staatsprogramm in der Geschichte des Landes, sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Montagabend in einer Fernsehansprache. Die Hälfte der Hilfen soll an exportorientierte Unternehmen fließen, deren Umsätze in den vergangenen Wochen eingebrochen sind.

Es werde bald "einen neuen Frühling für Italien" geben, sagte Conte voraus. Das Maßnahmenpaket ist zusätzlich gedacht zu den staatlich abgesicherten Darlehen für Unternehmen im Volumen von 340 Milliarden hinzu, welche die Regierung bereits im März angekündigt hatte.

Italien ist auch eines der Länder, auf denen der Fokus einer Videokonferenz der Euro- und EU-Finanzminister am heutigen Dienstagnachmittag (15.00 Uhr) liegt. Italien gehört zu den Staaten, die sich nachdrücklich für die gemeinsame Schuldenaufnahme europäischer Länder in Form sogenannter Corona-Bonds einsetzen. Deutschland lehnt dies ab.

Die seit Wochen andauernde Ausgangssperre in Italien zeigt unterdessen offenbar Wirkung - die Rate der Neuinfektionen mit dem Coronavirus geht schon seit einer Weile zurück. Auch sank die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden mussten, am Montag den dritten Tag in Folge. Nach Angaben der Behörden benötigten 79 Patienten weniger als noch am Sonntag intensivmedizinische Behandlungen.

Allerdings stieg die Zahl der neuen Corona-Todesfälle in Italien am Montag wieder stark an. Innerhalb von 24 Stunden wurden nach Angaben des Zivilschutzes 636 Todesfälle verzeichnet, nachdem diese Zahl einen Tag zuvor noch auf 525 und damit den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Wochen gesunken war.

Die Gesamtzahl der Infektionen stieg um 2,8 Prozent auf 132 547. Auf der Intensivstation waren 3898 Menschen - das sind 79 weniger im Vergleich zum Vortag. Das ist ein wichtiger Faktor in der Pandemie, da die Krankenhäuser vor allem in den norditalienischen Krisenregionen überbelastet sind. Experten betonten, dass die Zahl der Toten das Ansteckungsbild von vor einigen Wochen widerspiegele.

rei/dpa/afp

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