Sonntag, 8. Dezember 2019

Inflation steigt über 2 Prozent, Fed erhöht Zinsen Was passieren muss, damit die EZB die Zinsen erhöht

2. Teil: Es gibt keine Geldpolitik für Deutschland

EZB-Präsident Mario Draghi: Kann auf Deutschland so viel Rücksicht nehmen wie die Bundespolitik auf Nordrhein-Westfalen

"Die Geldpolitik ist insbesondere für Deutschland extrem unglücklich", beschwert sich Uwe Fröhlich vom Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken. Die deutsche Volkswirtschaft wirkt mit unter 2 Prozent Wachstum zwar nicht wirklich überhitzt, allenfalls am Immobilienmarkt könnte das billige Geld schädlich wirken.

Doch selbst wenn es so wäre - eine Geldpolitik, die besondere Rücksicht auf deutsche Bedürfnisse nimmt, ist in der Währungsunion nicht möglich. Die EZB muss die 19 Mitgliedstaaten als Einheit betrachten. Ob die Preise in Irland stagnieren, in Griechenland (um die erhöhte Mehrwertsteuer bereinigt) weiter fallen oder in Belgien um 3 Prozent steigen, ist einerlei.

Das ist wichtig im Blick zu behalten für den Fall, dass die Euro-Zone sich in Zukunft wieder stärker auseinander entwickelt. Aktuell ist auch für Deutschland gut, was gut für die Gemeinschaft ist: Deren Inflationsrate beläuft sich auf 2,0 Prozent. Dass die EZB ihre Geldpolitik trotzdem nicht zu locker findet, hat offenbar andere Gründe.

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