Montag, 17. Juni 2019

Sondereffekt und ausgabefreudige Verbraucher Großbritanniens Wirtschaft wächst - trotz Brexit

Die Verbraucher in Großbritannien stützten im vergangenen Quartal mit deutlich höheren Ausgaben die Konjunktur

Ein Sondereffekt hat der Wirtschaft in Großbritannien im ersten Quartal zu mehr Wachstum verholfen. Denn die Unternehmen produzierten angesichts des ursprünglichen Brexit-Termins gehörig auf Halde. Doch auch die Verbraucher waren eine Stütze. Sie erhöhten ihre Ausgaben so stark wie seit Jahre nicht mehr.

Großbritanniens Wirtschaft ist im ersten Quartal solide gewachsen. Nach Angaben des Statistikamts ONS vom Freitag stieg die Wirtschaftsleistung (BIP) von Anfang Januar bis Ende März um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Schlussquartal war das Wachstum mit 0,2 Prozent noch deutlich niedriger ausgefallen.

Getrieben wurde das Wachstum zum Jahresstart zum einen durch die Produktion und Lagerhaltung der Unternehmen. Das ONS brachte dies mit dem ursprünglichen Brexit-Termin Ende März in Verbindung.

Die Unternehmen haben also aus Sicherheitsgründen auf Halde produziert. Und das in erheblichem Umfang: Das verarbeitende Gewerbe weitete seine Produktion so stark aus wie seit gut 30 Jahren nicht mehr.

Scheinbar unbeeindruckt vom Brexit-Prozess zeigten sich die Verbraucher, die ihre Ausgaben so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr ausweiteten. Der Staat unterstützte das Wachstum ebenfalls durch höhere Ausgaben.

Großbritannien wollte eigentlich zum 29. März aus der Europäischen Union austreten. Allerdings konnte sich das britische Parlament nicht auf einen Ausstiegsvertrag mit der EU einigen. Deshalb wurde der Austritt um rund ein halbes Jahr auf spätestens Ende Oktober verschoben.

rei/dpa

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