Energiekrise Britische Regierung friert Gas- und Strompreise ein

Nur zwei Tage nach ihrem Amtsantritt verkündet die neue britische Premierministerin Liz Truss eine weitreichende Maßnahme – für Privathaushalte werden die Energiekosten zwei Jahre lang festgeschrieben.
Zieht die Notbremse bei den Energiepreisen: Die neue britische Premierministerin Liz Truss

Zieht die Notbremse bei den Energiepreisen: Die neue britische Premierministerin Liz Truss

Foto: - / AFP

Die neue britische Premierministerin Liz Truss (47) will die Gas- und Strompreise bei 2500 Pfund (rund 2800 Euro) pro Jahr für einen durchschnittlichen Haushalt einfrieren. Das sagte die konservative Politikerin am Donnerstag im Unterhaus in London.

Mit der Maßnahme will die Regierung Millionen Haushalte in Großbritannien vor dem Abrutschen in die Armut bewahren. Die Energiepreisbremse soll von Oktober an für zwei Jahre gelten. Bereits angekündigte Hilfen von 400 Pfund (rund 460 Euro) pro Haushalt bleiben erhalten. Auch Unternehmen sollen mit einem Unterstützungspaket von den rasant steigenden Preisen am Weltmarkt abgeschirmt werden.

Die Kosten für die Maßnahme dürften Schätzungen zufolge bei etwa 100 Milliarden Pfund (115 Milliarden Euro) liegen. "Das ist der Zeitpunkt, um mutig zu sein", sagte Truss und fügte hinzu: "Es gibt keine kostenlosen Optionen". Oppositionschef Keir Starmer (60) von der Labour-Partei warnte, die Aufnahme neuer Schulden werde die Steuerzahler in der Zukunft teuer zu stehen kommen.

Moratorium für Fracking soll aufgehoben werden

Eine stärkere Abschöpfung von Übergewinnen großer Energieunternehmen schloss Truss trotz entsprechender Forderungen der Opposition aus. Wichtiger sei es, den Unternehmen Investitionen in die Erschließung neuer Gas- und Erdölvorkommen in der Nordsee sowie erneuerbarer Energien zu ermöglichen. Auch das Moratorium für Fracking soll aufgehoben werden. Großbritannien müsse in die langfristige Sicherheit seiner Energieversorgung investieren, betonte Truss.

Zuvor war am Dienstag bekannt geworden, dass Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon (52) den Anstieg der Lebenshaltungskosten bei den Mieten und den Preisen für die Staatsbahn drosseln will. Ihre Ankündigung wurde als ein Signal an die neue britische Premierministerin Truss angesehen.

hr/dpa-afx
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