Sonntag, 21. April 2019

EU und IWF: Hitzige Diskussion der Gläubiger Warum die Drachme wieder ein Thema ist

Historische Drachmen: Der Plan B zum Euro-Austritt ist wieder gefragt

3. Teil: Ohne Schuldenschnitt kein Geld vom IWF, ohne IWF-Geld keines vom ESM

Die Logik ist unbestechlich: Ein Schuldenschnitt muss her, sonst gibt der IWF kein weiteres Geld. Das heißt, dass die Euro-Staaten verzichten, und zwar nicht nur auf theoretische Zinseinnahmen in der Zukunft, sondern auch direkt haushaltswirksam auf den Nennwert ihrer Forderungen.

Genau das will Schäuble um jeden Preis verhindern, zumal im Bundestagswahljahr - und zugleich hat er zur Bedingung der im Sommer 2015 vereinbarten Griechenland-Kredite gemacht, dass irgendwann auch der IWF das Programm mittrage. Das wurde als "unabdingbar" in den ESM-Beschluss geschrieben - obwohl der ESM allein mehr als genug Geld zur Verfügung hat. Sonst gelte auch das Mandat des Bundestags nichts.

Dieses "irgendwann" schien eine Zeitlang zu helfen, das Dilemma auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Mal berichtete die Euro-Gruppe, der IWF habe einen Beschluss zur Beteiligung bis Ende 2016 zugesagt. Und als dieses Datum verstrich, bekundete IWF-Präsidentin Lagarde im Januar in Davos nochmal ihren Willen, eine neue Euro-Krise zu umschiffen. Wer braucht die jetzt schon?

In dieser Lage verschärfte ESM-Chef Klaus Regling den Druck: Ohne Geld vom IWF werde auch die nächste Rate von den Euro-Gläubigern nicht fließen, die Griechenland wohl im Sommer benötigt, um Altschulden abzulösen.

Ab dem 20. Februar, wenn die Euro-Finanzminister erneut tagen, wird der altbekannte Reigen regelmäßiger Krisentreffen also erneut beginnen. Bis ein Weg gefunden ist, die unvereinbaren Gegensätze abermals zu überdecken. Oder es doch noch zum großen Knall kommt. Dann muss die griechische Regierung ihren "Plan B" zur Drachme wieder aus der Schublade holen. Und der heiße Anlagetipp in griechische Euro-Anleihen ist leider ruinös. Die bisherigen Staatskredite übrigens auch.

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