Freitag, 19. April 2019

Griechenland vor Abschied vom ESM Das Ende der griechischen Krise - zumindest offiziell ...

4. Teil: Die Wirtschaft ist wieder so stark wie vor 18 Jahren

Passant vor geschlossenen Geschäften in Thessaloniki

Das Schuldenproblem wäre gar kein Problem, wenn die Wirtschaft nur stark genug wäre, um die Last zu tragen. Die gute Nachricht daher: Die griechische Wirtschaft wächst wieder. Im ersten Quartal 2018 war das BIP um 2,6 Prozent größer als ein Jahr zuvor, für die kommenden Jahre werden Wachstumsraten um 2 Prozent prognostiziert.

Seit dem Tiefpunkt vor zwei Jahren ist die Wirtschaft um 4,2 Prozent gewachsen. Das Problem ist nur: In den acht Jahren zuvor war sie um ein sattes Drittel eingebrochen, sodass die Wirtschaftsleistung immer noch 30 Prozent geringer ist als vor zehn Jahren. Heute ist Griechenland wieder auf dem Stand von Anfang 2000 angekommen, also ärmer als vor der Euro-Einführung.

Die Sparprogramme haben dem Land eine in Europa beispiellose Depression beschert. Das aktuelle Wachstum ist dagegen nicht viel mehr als eine Bodenbildung. Eine Rückkehr zum früheren Leistungsniveau ist nicht in Sicht. Die IWF-Experten warnen, "die Mitgliedschaft in der Währungsunion und hohe Primärüberschussziele begrenzen die Politikoptionen". Griechenland kann also weder seine Währung abwerten, um Exporte in Schwung zu bringen, noch mit Staatsausgaben der Wirtschaft helfen.

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