Neue EU-Quote Frauenanteil in Aufsichtsräten steigt auf 40 Prozent

Bislang lag der Frauenanteil in Aufsichtsräten deutscher Unternehmen bei mindestens 30 Prozent. Diese Quote soll nun EU-weit bis zum Jahr 2026 auf 40 Prozent steigen.
Europaweite Frauenquote: Der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen soll auf mindestens 40 Prozent steigen

Europaweite Frauenquote: Der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen soll auf mindestens 40 Prozent steigen

Foto: Arne Immanuel Bänsch / dpa

In den Führungsgremien börsennotierter Unternehmen gilt künftig eine europaweite Frauenquote, die EU-Staaten besiegelten die neue Vorgabe am Montag, wie der Rat mitteilte. Dies werde helfen, "die Hürden abzubauen, die Frauen oft in ihrer Karriere vorfinden", erklärte der stellvertretende tschechische Ministerpräsident Marian Jurecka (41), dessen Land bis Jahresende den Mitgliedstaaten vorsteht.

Ziel ist es, den Frauenanteil in den Führungsgremien börsennotierter Unternehmen in der EU deutlich zu erhöhen. Bis Ende 2026 sollen solche Firmen mindestens 40 Prozent Frauen in ihren Aufsichtsräten haben. Gilt die Quote für Aufsichtsräte wie auch Vorstände, müssen 33 Prozent erreicht werden.

Die EU-Staaten müssen die Richtlinie zu Führungspositionen nun in nationales Recht umsetzen. Die Bundesregierung kann sich dabei auf eine Ausnahmeregel für Länder berufen, in denen bereits "ebenso wirksame Maßnahmen" ergriffen wurden.

Frankreich erfüllt die Quote bereits

In Deutschland hatte sich zuletzt die Große Koalition Ende 2020 auf eine Frauenquote geeinigt. Große deutsche Unternehmen müssen ihre Aufsichtsräte demnach in der Regel mit mindestens 30 Prozent Frauen besetzen. In Frankreich gilt bereits eine Mindestquote von 40 Prozent Frauen unter denjenigen Mitgliedern der Verwaltungsräte, die keine operativen Aufgaben haben.

In Frankreich und Italien, aber auch in angelsächsischen Ländern, gehören dem Verwaltungsrat anders als dem deutschen Aufsichtsrat auch operative Führungskräfte an. Frankreich erfüllt als einziges der 27 EU-Länder mit einer Quote von mehr als 40 Prozent bereits die neuen Vorgaben aus Brüssel, Estland kommt dagegen nur auf eine Frauenquote von rund zehn Prozent. EU-weit sind laut dem Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen weniger als ein Drittel der Aufsichtsratsmitglieder in den größten börsennotierten Unternehmen der EU Frauen.

hr/afp
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