Flüssiggas und Wasserstoff EU-Staaten wollen gemeinsam Gas einkaufen

Die EU will künftig Gas, LNG und Wasserstoff zusammen einkaufen. Ein Beschluss könnte noch in dieser Woche gefasst werden. Robert Habeck hat in den Vereinigten Arabischen Emiraten bereits erste Kooperationen besprochen.
EU braucht neue Partner wie Katar oder die Vereinigten Arabischen Emirate: Wirtschaftsminister Robert Habeck war gerade in den Emiraten und vereinbarte Energiepartnerschaften

EU braucht neue Partner wie Katar oder die Vereinigten Arabischen Emirate: Wirtschaftsminister Robert Habeck war gerade in den Emiraten und vereinbarte Energiepartnerschaften

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Die EU-Staaten und die EU-Kommission wollen künftig gemeinsam Gas, Flüssiggas (LNG) und Wasserstoff einkaufen, um die Gasspeicher der Union zu füllen. Darauf werden sich die Staats- und Regierungschefs der EU voraussichtlich bei einem EU-Gipfel Ende der Woche einigen, wie aus einem Entwurf der Gipfelerklärung hervorgeht. Mit Blick auf nächsten Winter werden die Mitgliedstaaten und die Kommission an einem gemeinsamen Einkauf von Gas, LNG und Wasserstoff arbeiten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Kommission vorgeschlagen, dass EU-Länder angesichts der gestiegenen Energiepreise freiwillig gemeinsam Gas einkaufen könnten, um etwa ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Die russische Invasion in die Ukraine hat die Gaspreise zuletzt weiter in die Höhe getrieben. Russland liefert rund 40 Prozent des Gases der EU – daher will die Union nun möglichst schnell von russischen Importen unabhängig werden. Dafür braucht sie neue Partner, wie zum Beispiel Katar oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch Wirtschaftsminister Robert Habeck (52) reiste Anfang der Woche dorthin, um über eine Energiekooperation zu sprechen.

Bereits vor dem Gipfel sind sich die Länder allerdings uneins über weitere Maßnahmen, um die Bevölkerung vor den stark gestiegenen Energiepreisen – getrieben vom Gaspreis – zu schützen. So will Spanien etwa den Strompreis vom Gaspreis lösen, denn beide sind in der EU durch einen Preismechanismus gekoppelt. Auch über einen Preisdeckel wird debattiert, der neben Spanien auch von Griechenland, Italien, Frankreich, Portugal und Belgien befürwortet wird. Unter anderem Deutschland lehnt einen solchen Markteingriff ab. Im Entwurf der Gipfelerklärung heißt es, die Kommission solle die Funktionsweise der Elektrizitätsmärkte "optimieren". Die Erklärung kann sich noch ändern.

Die EU-Kommission will zudem voraussichtlich an diesem Mittwoch konkrete Vorschriften vorschlagen, um Gasspeicher in der EU jedes Jahr bis November zu 90 Prozent aufzufüllen. Zurzeit sind diese im Schnitt nur etwa 26 Prozent voll. Auch dies soll beim EU-Gipfel in Brüssel am Donnerstag und Freitag Thema sein.

sio/dpa