Griechen räumen Konten leer EZB pumpt 118 Milliarden Euro in griechische Banken

Von mm-newsdesk
Mario Draghi (rechts), EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici: Ein Grexit rückt immer näher - doch die Europäische Zentralbank pumpt weitere Milliarden in das vor dem Kollaps stehende griechische Bankensystem

Mario Draghi (rechts), EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici: Ein Grexit rückt immer näher - doch die Europäische Zentralbank pumpt weitere Milliarden in das vor dem Kollaps stehende griechische Bankensystem

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Griechenland vor der Pleite: Diese Akteure entscheiden über den Grexit

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Griechenlands Premier Alexis Tsipras ist auf Crashkurs - doch die Europäische Zentralbank (EZB) will griechische Zombie-Banken weiterhin mit Geldspritzen am Leben halten. Die Liquiditätshilfen für die Geldhäuser würden fortgesetzt, solange diese solvent seien und über ausreichende Sicherheiten verfügten, sagte EZB-Präsiedent Mario Draghi am Montag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss im Europaparlament in Brüssel.

Die Aufsicht sei der Auffassung, dass griechische Banken solvent seien. Draghi ergänzte, die Situation befinde sich in Entwicklung. "Daher müssen wir die Lage genau beobachten", sagte er. Allein am Montag haben griechische Institute einem Insider zufolge Geldabflüsse von 400 Millionen Euro verzeichnet.

EZB pumpt 118 Milliarden Euro nach Griechenland

Die Zentralbank habe Griechenland inzwischen rund 118 Milliarden Euro an Liquidität bereitgestellt, sagte Draghi. Das seien rund 66 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Es sei zudem das höchste Niveau unter den Euro-Ländern gemessen am jeweiligen BIP.

Zu einer möglichen Staatspleite Griechenlands sagte Draghi: "Wir haben alle Werkzeuge zur Hand, um die Situation bestmöglich zu managen." Die wirtschaftliche Lage des Landes sei dramatisch. Die EZB dürfe aber keine monetäre Staatsfinanzierung betreiben.

Notwendig sei eine starke und glaubwürdige Vereinbarung mit Griechenland, sagte Draghi. "Und wir brauchen das sehr bald."

Eine solche Vereinbarung müsse unter anderem Wachstum fördern, sozial fair und haushaltspolitisch tragfähig sein. "Obwohl alle Akteure nun die Extrameile gehen müssen, liegt der Ball direkt im Spielfeld der griechischen Regierung", sagte Draghi. Er nehme die Regierung in Athen beim Wort, dass sie ihre Zahlungsverpflichtungen vollständig und rechtzeitig leisten werde.

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la/reuters
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