EZB-Präsidentin Lagarde "Die Zinsen müssen weiter erheblich steigen"

Die Europäische Zentralbank wird nach Aussage ihrer Präsidentin Christine Lagarde weiter an ihrem Kurs gegen die Inflation festhalten. Eine Anhebung des Zinssatzes im Februar und März um jeweils 0,5 Prozentpunkte gilt somit als ausgemacht.
"Wir bleiben auf Kurs": EZB-Präsidentin Christina Lagarde zeigt sich Entschlossen im Kampf gegen die Inflation

"Wir bleiben auf Kurs": EZB-Präsidentin Christina Lagarde zeigt sich Entschlossen im Kampf gegen die Inflation

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird laut ihrer Präsidentin Christine Lagarde (67) von ihrem Kurs der Zinserhöhungen vorerst nicht abrücken. Die Notenbank müsse die Inflation zurückdrängen, sagte Lagarde am Montagabend auf dem Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Eschborn bei Frankfurt am Main. Die EZB habe klar gemacht, dass die Zinsen noch weiter erheblich in einem stetigen Tempo steigen müssten, um hinreichend restriktive Niveaus zu erreichen. Und sie müssten dort so lange bleiben wie nötig.

Unter einem restriktiven Zinsniveau verstehen Volkswirte ein Niveau, mit dem eine Volkswirtschaft gebremst wird. "In anderen Worten: Wir bleiben auf Kurs, um eine rechtzeitige Rückkehr der Inflation zu unserem Ziel sicherzustellen", führte sie aus. "Nur dann werden wir sagen: Mission erfüllt."

Lagarde bekräftigte damit ihre Botschaft, die sie vergangene Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos geäußert hatte. Die Inflation in Europa sei viel zu hoch, teilweise aufgrund der Geopolitik der Energie – aber nicht nur, sagte sie. "Wir müssen die Inflation herunterbringen auf unser Ziel von 2 Prozent und wir werden das schaffen." Während die Energieinflation zuletzt zurückgegangen sei, sei die Kerninflation, in der die schwankungsreichen Energie-, Lebensmittel-, Alkohol- und Tabakpreise herausgerechnet sind, zuletzt gestiegen. "Im Ergebnis ist es entscheidend, dass sich Inflationsraten über dem EZB-Ziel von 2 Prozent nicht in unserer Wirtschaft festsetzen", sagte Lagarde.

Die Teuerungsrate im Euroraum war zwar im Dezember auf 9,2 Prozent von 10,1 Prozent im November zurückgegangen. Die Kerninflation nahm aber zugleich auf 5,2 Prozent von 5,0 Prozent zu.

Die EZB hatte aufgrund der rasant gestiegenen Inflation seit Juli in rascher Folge bereits viermal die Schlüsselzinsen angehoben, zuletzt im Dezember um 0,50 Prozentpunkte. Der Leitzins liegt inzwischen bei 2,50 Prozent. Der Einlagensatz, der an den Finanzmärkten aktuell als der maßgebliche Satz gilt und den Banken für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank erhalten, liegt bei 2,0 Prozent. Lagarde hatte im Dezember nach dem Zinsbeschluss weitere Zinserhöhungen im Umfang von jeweils einem halben Prozentpunkt in Aussicht gestellt.

Dies wurde zuletzt jedoch durch einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg in Zweifel gezogen. Laut dem Bericht gibt es Diskussionen, ob auf der übernächsten Sitzung im März das Zinserhöhungstempo verlangsamt werde. Jedoch haben sich seitdem neben Lagarde auch andere Notenbankvertreter für eine Fortsetzung eines entschlossenen Kurses ausgesprochen. Die nächste Zinssitzung ist am 2. Februar.

mg/Reuters
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