Montag, 17. Juni 2019

EZB zunehmend pessimistisch Konjunktur und Inflation zu schwach - Zentralbank in Sorge

SOS-Symbol in Frankfurt: Für einen echten Alarm ist es bei der EZB in Sachen Konjunktur wohl noch zu früh.

Die Befürchtung einer anhaltenden Wachstumseintrübung im Euro-Raum treibt die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) um. Auf ihrer Zinssitzung im April bekräftigten sie zwar ihre eigenen Prognosen einer Rückkehr zu stärkerem Wachstum im zweiten Halbjahr, wie es im Protokoll des Treffens hieß, das die Notenbank am Donnerstag veröffentlichte. Gleichzeit hieß es aber, die Zuversicht in diese Vorhersage sei inzwischen gesunken. Die Brexit-Sorgen und vor allem die Bedrohung durch den Protektionismus könnten die Stimmung noch weiter eintrüben und sich negativ auf die Konjunktur auswirken.

Die Währungshüter hatten sich das Jahr 2019 ganz anders vorgestellt. Ursprünglich hatten sie in Aussicht gestellt, ihre Leitzinsen nur bis über den Sommer hinaus nicht anzuheben. Inzwischen aber sollen sie mindestens bis Jahresende nicht verändert werden. Der Leitzins zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Die EZB ist schon seit einiger Zeit der Auffassung, dass für die Konjunktur im Euro-Raum die Gefahren überwiegen. Die Euro-Hüter wiesen auf ihrem Treffen zudem darauf hin, dass die Inflation weiterhin die EZB-Zielmarke von knapp unter 2 Prozent verfehlt. Vor diesem Hintergrund bekräftigten sie ihre Bereitschaft, nötigenfalls alle ihre geldpolitischen Instrumente anzupassen, um die Teuerung in Richtung Ziel zu treiben.

cr/rtr

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