Hohe Nahrungsmittelpreise Inflationsrate in der Eurozone fällt nur minimal

Die Inflation in der Eurozone erweist sich als äußerst hartnäckig. Im Februar sank die Teuerungsrate lediglich um 0,1 Prozentpunkte. Schuld waren diesmal aber nicht die hohen Energiepreise, sondern die Ausgaben für Nahrungsmittel.
Wie lange noch? EZB-Chefin Christine Lagarde muss die hohe Inflation weiter mit Zinserhöhungen bekämpfen

Wie lange noch? EZB-Chefin Christine Lagarde muss die hohe Inflation weiter mit Zinserhöhungen bekämpfen

Foto: JULIEN WARNAND / EPA

Die hohe Inflation in der Eurozone hat sich im Februar den vierten Monat in Folge abgeschwächt. Der Rückgang der Teuerung fällt aber weniger stark aus als von Volkswirten erwartet. Die Verbraucherpreise erhöhen sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,5 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Januar hatte die Rate noch bei 8,6 Prozent gelegen. Volkswirte hatten mit einem deutlicheren Rückgang auf 8,3 Prozent gerechnet. Im Monatsvergleich stiegen die Preise im Februar um 0,8 Prozent. Hier war lediglich ein Anstieg um 0,5 Prozent prognostiziert worden.

Die Kernjahresinflationsrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, stieg überraschend auf 5,6 Prozent an. Das ist ein Rekordniveau. Volkswirte hatten hier einen Wert von 5,3 Prozent erwartet. Getrieben wird die Gesamtinflation vor allem durch gestiegene Preise für Lebens- und Genussmittel, sie verteuerten sich um 15 Prozent.

Erstmals seit Monaten waren damit nicht die Energiepreise der Hauptfaktor der Teuerung. Diese verteuerten sich "nur" um 13,7 Prozent. Im September waren die Energiepreise noch um 40,7 Prozent gestiegen.

Lagarde signalisiert weitere Zinserhöhungen

Das Preisziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von mittelfristig 2 Prozent wird damit weiterhin klar überschritten. Die EZB hat vor diesem Hintergrund seit Juli 2022 in rascher Folge die Leitzinsen fünfmal in Folge um insgesamt drei volle Prozentpunkte angehoben. Für die nächste Zinssitzung am 16. März stellte Notenbankchefin Christine Lagarde (67) bereits eine weitere Anhebung um 0,50 Prozentpunkte in Aussicht.

Auch danach sind laut der EZB-Präsidentin weitere Zinsanhebungen möglich. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es möglich, dass wir diesen Weg weitergehen", sagte Lagarde am Donnerstag während eines Auftritts im spanischen Fernsehen. Über die Größe der denkbaren Zinsschritte kann aktuell aber nichts gesagt werden, ergänzte die Französin.

Die späte Reaktion auf die hohe Inflation gilt als einer der größten Fehler in der Geschichte der Europäischen Zentralbank. Nun arbeitet Lagarde an ihrem Restart .

Gefragt nach dem Zinsgipfel, also dem von der EZB angepeilten Höchstzins, sagte Lagarde: "Die wirklich ehrliche Antwort ist, dass er durch die Daten bestimmt wird." Die Leitzinsen müssten auf ein solches Niveau steigen, das die wirtschaftliche Dynamik bremsen. Sie könnten erst dann wieder gesenkt werden, wenn sicher sei, dass die Inflation wieder das mittelfristige Inflationsziel von 2 Prozent erreiche.

mg/dpa-afx, Reuters, AFP
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