Eurostat-Statistik Immer mehr junge Menschen in der EU arbeitslos

Junge Menschen unter 25 Jahren trifft die schlechte Lage am Arbeitsmarkt wegen der Corona-Krise am stärksten. Ihr Anteil stieg zum Jahresende auf 17,8 Prozent. Griechenland und Spanien trifft es weiter hart.
Jugend ohne Arbeit: Vor wenigen Tagen gingen Tausende junge Menschen in Athen auf die Straße, um in erster Linie gegen die Bildungsreformen zu protestieren

Jugend ohne Arbeit: Vor wenigen Tagen gingen Tausende junge Menschen in Athen auf die Straße, um in erster Linie gegen die Bildungsreformen zu protestieren

Foto: Thanassis Stavrakis / dpa

In der Europäischen Union (EU) sind im Dezember fast zwei Millionen Menschen mehr arbeitslos gewesen als vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. Die Arbeitslosenquote stieg nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat vom Montag von 6,5 Prozent im Dezember 2019 auf 7,5 Prozent am Ende des Corona-Jahres 2020. Mit 438.000 mehr jungen Menschen auf Arbeitssuche macht die Jugendarbeitslosigkeit fast ein Viertel dieses Anstiegs aus.

Junge Menschen trifft die schlechte Lage am Arbeitsmarkt wegen der Corona-Krise offenbar am stärksten. Während etwa die EU-weite Arbeitslosenquote im Dezember im Vergleich zum Vormonat November unverändert blieb, stieg der Anteil bei den jungen Menschen unter 25 Jahren von 17,5 auf 17,8 Prozent. Ende 2020 waren demnach insgesamt 3,1 Millionen Menschen unter 25 Jahren arbeitslos.

Tschechien verzeichnet die geringste Arbeitslosigkeit

Am schwersten von Arbeitslosigkeit betroffen sind die Länder Griechenland (16,7 Prozent nach Zahlen von Oktober), Spanien (16,2 Prozent), Litauen (10,1 Prozent) und Italien (9,0 Prozent). Die niedrigste Arbeitslosigkeit verzeichnete zuletzt Tschechien mit 3,1 Prozent. In Deutschland lag sie laut Eurostat bei 4,6 Prozent.

Ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Dezember 2019 wurde in allen EU-Ländern mit Ausnahme von Italien und Portugal verzeichnet. Die EU-Statistiker weisen aber darauf hin, dass hier die Pandemie die klassischen Arbeitslosenzahlen verfälschen könnte.

Zum einen hätten der Covid-19-Ausbruch und die Maßnahmen zu seiner Bekämpfung "zu einem starken Anstieg der Zahl der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung" geführt. Zugleich habe allerdings ein erheblicher Teil der Gemeldeten nicht mehr aktiv nach einem Arbeitsplatz gesucht, etwa "weil sie ihre Kinder betreuen mussten". In diesem Fällen werden sie nicht als "arbeitslos" eingestuft. Eurostat verweist auf zusätzliche Indikatoren wie die Zahl unterbeschäftigter Teilzeitkräfte oder Arbeitssuchender.

rei/afp
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