Bürger sollen mitwirken EZB will Euro-Banknoten neu gestalten

In Kürze jährt sich die Einführung der Euro-Banknoten zum zwanzigsten Mal. Ein guter Zeitpunkt für einen Relaunch, findet die EZB: Sie will den Geldscheinen in einem aufwendigen Prozess in den kommenden Jahren ein neues Aussehen geben.
Seit 20 Jahren unverändert: Die Euro-Scheine sollen ein neues Design erhalten

Seit 20 Jahren unverändert: Die Euro-Scheine sollen ein neues Design erhalten

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Die Europäische Zentralbank (EZB) will die Euro-Banknoten neu gestalten. Dabei will die Notenbank mit den Bürgern in einem Verfahren zusammenarbeiten, das 2024 zu einer endgültigen Entscheidung führen soll, wie die EZB am Montag weiter mitteilte. Das Design der aktuellen Banknoten beruht auf dem Thema "Zeitalter und Stile". Auf ihnen sind Fenster, Tore und Brücken zu sehen, aber keine Personen. Ob dies auch künftig der Fall sein könnte, blieb zunächst offen.

Der Euro wurde am 1. Januar 1999 zunächst als unsichtbare Währung eingeführt. Am 1. Januar 2002 brachte die EZB dann die Euro-Noten in Umlauf, die noch heute in Gebrauch sind. Nach 20 Jahren sei es an der Zeit, die Gestaltung der Banknoten unter die Lupe zu nehmen, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde (65). Sie sollten so gestaltet werden, dass sich Europäer unabhängig von Alter oder Hintergrund besser mit ihnen identifizieren könnten.

Im ersten Schritt zur Neugestaltung der Euro-Scheine werden laut EZB Fokusgruppen gebildet. Deren Aufgabe soll darin bestehen, von Bürgern im gesamten Euroraum Meinungen zu möglichen Themen für die künftigen Euro-Banknoten einzuholen. Eine Themenberatungsgruppe mit Experten aus jedem Land des Währungsraums soll anschließend dem EZB-Rat eine Auswahl neuer Themen vorschlagen. Mitglied der Gruppe ist unter anderen die deutsche Professorin für Informationsdesign, Lisa Borgenheimer.

Nachdem die Beratungsgruppe die Themenvorschläge eingereicht hat, wird die EZB die Öffentlichkeit um ihre Meinung zu den ausgewählten Themen bitten. Anschließend wird ein Design-Wettbewerb zu den neuen Banknoten stattfinden, nach dem die EZB die Öffentlichkeit erneut konsultieren wird. Die endgültige Entscheidung wird der EZB-Rat treffen. "Wir wollen Euro-Banknoten entwickeln, mit denen sich die Bürgerinnen und Bürger in Europa identifizieren können und die sie mit Stolz verwenden", erklärte EZB-Direktor Fabio Panetta (62).

cr/Reuters
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