Frankfurter Wahrzeichen Euro-Skulptur droht die Versteigerung

Die Frankfurter Euro-Skulptur könnte im Oktober wegen fehlender Finanzierung versteigert werden. Mögliche Interessenten stehen schon in den Startlöchern – muss das berühmte Euro-Symbol die Finanzmetropole am Main also bald verlassen?
Umzug nach über 20 Jahren? Das Euro-Symbol ist ein Wahrzeichen in Frankfurt am Main

Umzug nach über 20 Jahren? Das Euro-Symbol ist ein Wahrzeichen in Frankfurt am Main

Foto: Arne Dedert/ dpa

Ob in den sozialen Medien, im Fernsehen oder auch mal in Musikvideos: Das Euro-Symbol am Frankfurter Willy-Brandt-Platz ist eines der am meisten abgelichteten Motive der Stadt. Wegen fehlender Finanzierung droht nun jedoch die Versteigerung, wie Manfred Pohl, Vorsitzender des "Frankfurter Kultur Komitees", das Besitzer der Skulptur ist, am Donnerstag mitteilte.

Die Instandhaltung des 14 Meter hohen und etwa 50 Tonnen schweren Wahrzeichens kostet demnach rund 200.000 Euro im Jahr. Während der Corona-Krise seien allerdings Sponsoren ausgefallen, zudem habe die Beseitigung der Schäden durch Vandalismus nun die finanziellen Mittel aufgebraucht.

Sein Vorschlag ist es, die nötigen Gelder durch vier zu teilen: mit jeweils 50.000 Euro von Sponsoren, der Europäischen Zentralbank (EZB), der Stadt Frankfurt am Main und dem hessischen Finanzministerium. "Das Ministerium würde etwas beitragen, wenn die Stadt was macht", sagte Pohl. Sollte sich jedoch keine Lösung finden, werde das Euro-Symbol bereits Mitte Oktober versteigert.

Als mögliche Interessenten nannte Pohl Unternehmen, die sich die bekannte Skulptur vor ihr Firmengebäude stellen würden. Darüber hinaus seien mehrere Städte, unter anderem aus dem Ausland, interessiert. Bereits im Jahr 2015 gab es eine Anfrage aus Paris. Nachdem die EZB ihren Hauptsitz vom Willy-Brandt-Platz in den Frankfurter Stadtteil Ostend verlegt hatte, ohne die Skulptur mitzunehmen, zeigten die Franzosen Interesse an dem Euro-Wahrzeichen.

Euro-Symbol oft auch Ziel von Protesten

Solche Szenarien gelte es nun allerdings zu verhindern: "Das Euro-Symbol macht Frankfurt weltweit bekannt", betonte Pohl. Die von dem Konzeptkünstler Ottmar Hörl (72) erschaffene Skulptur war 2001 zur Einführung der neuen Euro-Währung vor der damaligen Zentrale der EZB errichtet worden. Immer wieder wurde sie in den vergangenen Jahren auch zur Zielscheibe von Protesten, etwa wegen Kritik an der EU-Politik oder auch an der Globalisierung. Zuvor hatte der Hessische Rundfunk über die mögliche Versteigerung der Skulptur berichtet.

hr/dpa-afx
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