Ukraine-Newsblog Deutschland schickt Tornado-Flugzeuge in Ostseeraum ++ Selenskyj unterzeichnet Bitte um Aufnahme in die EU

Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksii Resnikow bietet russischen Soldaten Amnestie und Geld an, sollten sie freiwillig die Waffen niederlegen. Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet eine Bitte um die Aufnahme in die EU.
Wolodymyr Selenskyi: Die Ukraine soll nach Ansicht des Regierungschefs der EU beitreten

Wolodymyr Selenskyi: Die Ukraine soll nach Ansicht des Regierungschefs der EU beitreten

Foto: - / AFP

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Die wichtigsten Entwicklungen am Montag:

  • Ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet eine formelle Bitte um die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union.

  • Europa droht nach Einschätzung von UN-Generalsekretär Antonio Guterres die schwerste Flüchtlingskrise seit Jahrzehnten.

  • Der Weltverband Fifa will Russlands Nationalmannschaften bis auf Weiteres vom internationalen Fußball ausschließen

22.42 Uhr - Bei Protesten gegen den Krieg in der Ukraine sind am Montag in Russland erneut Hunderte Menschen festgenommen worden. 208 wurden bei Protesten in Moskau, 181 in St. Petersburg festgenommen, wie das Bürgerrechtsportal Owd-Info am Abend mitteilte. Landesweit habe es mindestens 413 Festnahmen in 13 Städten gegeben.

22.33 Uhr - Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Einschätzung von Generalinspekteur Eberhard Zorn die Verteidigungsbereitschaft von Soldaten und Zivilisten in der Ukraine unterschätzt. "Was wir erleben, ist ein sehr tapfer kämpfendes Heer der ukrainischen Streitkräfte, unterstützt durch die Zivilbevölkerung und durch eine kluge Aufstellung", sagte Deutschlands ranghöchster Soldat am Montagabend im ZDF. Die Ukraine habe sich lange auf diesen Angriff vorbereiten können. "Insofern stockt im Moment das Vordringen der russischen Streitkräfte."

22.31 Uhr - Die US-Regierung lehnt die Einrichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine ab. Präsident Joe Biden habe sehr deutlich gemacht, dass er nicht die Absicht habe, US-Truppen in einen Krieg mit Russland zu schicken, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Eine Flugverbotszone wäre ein Schritt in diese Richtung, denn diese müsste entsprechend umgesetzt werden. "Sie würde die Entsendung von US-Militär erfordern, um sie durchzusetzen, was einen direkten Konflikt, einen potenziell direkten Konflikt und einen potenziellen Krieg mit Russland bedeuten würde, an dem wir uns nicht beteiligen wollen."

22.05 Uhr - Der Internationale Strafgerichtshof will offizielle Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in der Ukraine einleiten. Das kündigte Chefankläger Karim Khan am Montagabend in Den Haag an. Die Untersuchung werde "so schnell wie möglich" in Gang gesetzt. Bereits kurz nach der Invasion Russlands in die Ukraine in der vergangenen Woche hatte der Ankläger erklärt, er beobachte die Lage eingehend.

22.00 Uhr - Von den EU-Sanktionen gegen Russland ist auch der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, betroffen. Dies geht aus einer Liste von 26 Personen hervor, die im EU-Amtsblatt veröffentlicht wird. Ebenfalls aufgelistet sind Igor Setschin, Chef der staatlichen Ölgesellschaft Rosneft, sowie sein Kollege von Transneft, Nikolai Tokarew.

20.53 Uhr - Die Volkswagen Group Rus setzt die Auslieferung von Fahrzeugen an Händler ihrer Marken bis auf Weiteres aus. "Die Auslieferungen sollen wieder aufgenommen werden, sobald die Auswirkungen der von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten verhängten Sanktionen geklärt sind", erklärt ein Sprecher.

20.43 Uhr - Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Senat, Mark Warner, erklärt, er sehe keine unmittelbare Gefahr für die Regierung von Präsident Wladimir Putin. In Russland ist es in mehreren Städten zu kleineren Protesten gegen die Invasion der Ukraine gekommen. Zudem machen sich die Sanktionen erstmals bemerkbar.

20.41 Uhr - Die Präsidenten von acht ost- und zentraleuropäischen Staaten fordern, der Ukraine sofort den Status eines Beitrittskandidaten zur EU zuzubilligen und Beitritts-Verhandlungen zu beginnen. "Wir, die Präsidenten der EU-Mitgliedsstaaten Republik Bulgarien, Tschechische Republik, Republik Estland, Republik Lettland, Republik Litauen, Republik Polen, Slowakische Republik und Republik Slowenien sind der festen Überzeugung, dass die Ukraine eine sofortige EU-Beitrittsperspektive verdient", heißt es in einem offenen Brief.

20.31 Uhr - Die Türkei untersagt Kriegsschiffen die Durchfahrt durch den Bosporus und die Dardanellen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu beruft sich auf den Vertrag von Montreux aus dem Jahr 1936. Demnach ist die Durchfahrt der Meerengen in Kriegszeiten eingeschränkt.

20.09 Uhr - Die EU will die Kopplung des ukrainischen Stromnetzes mit europäischen Systemen beschleunigen. Unter den 27 Mitgliedstaaten gebe es dazu allgemein Zustimmung, sagte EU-Energiekommissarin Kadri Simson nach einem Treffen mit den zuständigen Ministern der Mitgliedsstaaten. Die bereits länger geplante Verbindung werde nun "so schnell wie möglich" hergestellt.

19.57 Uhr - Die deutsche Nato-Vertretung kündigt auf Twitter die Entsendung von "Tornado" und P-3C "Orion" Flugzeugen zur Aufklärung in den Ostseeraum an.

19.30 Uhr - Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksii Resnikow bietet russischen Soldaten Amnestie und Geld an, sollten sie freiwillig die Waffen niederlegen. "Diejenigen von euch, die nicht zum Mörder werden und sterben wollen, können sich retten", erklärt er auf sozialen Medien.

19.09 Uhr - Die russische Regierung nennt die deutsche Entscheidung zur Lieferung von Waffen an die Ukraine eine "empörende Geste". Dies erklärt die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa.

19.05 Uhr - An der Moskauer Börse soll auch am Dienstag kein Aktienhandel stattfinden. Der Handel an der Aktien- und Derivatebörse werde am 1. März nicht wieder aufgenommen, entscheidet die russische Zentralbank.

18.42 Uhr - Der Weltfußballverband Fifa und der europäische Fußballverband UEFA schließen russische Mannschaften bis auf Weiteres von allen Wettbewerben aus. Das teilen die Verbände mit. Zudem kündigt die UEFA ein Ende ihres Sponsorenvertrags mit dem russischen Energieriesen Gazprom an. "Die Entscheidung gilt ab sofort und umfasst alle bestehenden Verträge, einschließlich der UEFA Champions League, der UEFA-Nationalmannschaftswettbewerbe und der UEFA EURO 2024", heißt es in einer Mitteilung. Der Vertrag war seit 2012 in Kraft und soll etwa 40 Millionen Euro pro Saison wert sein. Eine Stellungnahme von Gazprom liegt nicht vor.

18.36 Uhr - Ein Mitglied der ukrainischen Delegation spricht nach dem ersten Treffen von schwierigen Gesprächen mit Russland. "Die russische Seite hat leider immer noch eine sehr voreingenommene Sicht auf die von ihr in Gang gesetzten, destruktiven Prozesse", erklärt Mychailo Podoljak auf Twitter.

18.27 Uhr - Bei Twitter sollen Tweets mit Inhalten von Medien mit Verbindungen zur russischen Regierung wie RT und Sputnik mit einem Hinweis versehen werden. Zudem sollen entsprechende Kurzbotschaften den Usern nicht empfohlen werden und auch nicht mehr in gewissen Suchen auftauchen, teilt der US-Konzern mit. Gegenwärtig würden entsprechende Inhalte in mehr als 45.000 Tweets pro Tag geteilt.

18.13 Uhr - Das russische Militär wird nach Angaben aus hochrangigen US-Verteidigungskreisen im kommenden Tagen vermutlich versuchen, Kiew zu umzingeln. Dabei könnten die russischen Streitkräfte aus Frustration über ihr nur langsames Vorankommen aggressiver werden, sagt der hochrangige Insider. Dieser legt keine Belege für die Einschätzung vor.

17.52 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet nach eigenen Angaben eine formelle Bitte um die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union. Aus hochrangigen EU-Kreisen verlautet, dies könne für die Staats- und Regierungschefs ein Thema bei einem inoffiziellen Gipfel im März sein.

17.38 Uhr - Die italienische Regierung will die Ukraine nach eigenen Angaben mit Waffen versorgen und Flüchtlingen helfen. In einem vom Kabinett verabschiedeten Dekret werden "Militärfahrzeuge, Material und Ausrüstung für die ukrainische Regierung" zugesagt. Das Parlament in Rom muss noch zustimmen. Finnland schickt nach Worten von Regierungschefin Sanna Marin ebenfalls Waffen in die Ukraine.

17.21 Uhr - Die japanische Zentralbank will einer Zeitung zufolge die russischen Auslands-Reserven in Yen einfrieren. Die Bank of Japan hielt Stand vergangenes Jahr etwa vier bis fünf Billionen Yen (etwa 31 bis 39 Milliarden Euro) für Russland, wie "Nikkei" weiter berichtet.

17.19 Uhr - Die US-Regierung sieht nach Angaben des Präsidialamts in Washington gegenwärtig keinen Grund, die atomare Warnstufe anzuheben als Reaktion auf entsprechende russische Schritte.

17.10 Uhr - In Finnland ist erstmals eine Mehrheit der Bevölkerung für einen Beitritt des Landes zur Nato. Dies geht aus einer Umfrage des Senders Yle hervor. Sie wurde am 23. Februar vorgenommen, einen Tag vor der russischen Invasion. Demnach sind 53 Prozent der Befragten für den Beitritt. Vor zwei Jahren lag die Quote in einer Umfrage der Zeitung "Helsingin Sanomat" noch bei 20 Prozent.

17.09 Uhr - Die Verhandlungen über eine Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine sind beendet, meldet die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Über Inhalte der Gespräche wird zunächst nichts bekannt.

16.55 Uhr - Bei Raketenangriffen russischer Streitkräfte auf Wohnviertel der ukrainischen Stadt Charkiw sind örtlichen Behörden zufolge mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Dutzende Menschen seien zudem verletzt worden, sagt der Leiter der Regionalverwaltung, Oleg Synegubow. "Es ist ein Verbrechen", fügt er hinzu. Die nordöstliche Stadt, die zweitgrößte der Ukraine, ist zu einem der wichtigsten Schlachtfelder seit der russischen Invasion geworden. Synegubow zufolge haben russische Truppen Artillerie auf Wohngebiete von Charkiw abgefeuert, wo es weder Stellungen der ukrainischen Armee oder strategische Infrastruktur gebe. "Das passiert tagsüber, wenn die Leute in die Apotheke gehen, Lebensmittel kaufen oder Wasser getrunken haben." Es war nicht sofort möglich, die Opferzahlen unabhängig zu überprüfen. Zuvor hatte der frühere Berater des Innenministeriums, Anton Heraschtschenko, von Dutzende Toten in Charkiw gesprochen.

16.33 Uhr - Europa droht nach Einschätzung von UN-Generalsekretär Antonio Guterres die schwerste Flüchtlingskrise seit Jahrzehnten. Er hoffe, dass die Verhandlungen zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine zu einem Waffenstillstand führten und den Weg zu einer diplomatischen Lösung öffneten, sagt Guterres bei einer Notfallsitzung der UN-Generalversammlung. Die Vorstellung eines Atomkriegs sei unfassbar. Dass Russland seine Atomwaffen in erhöhte Bereitschaft versetzt habe, sei eine alarmierende Entwicklung.

16.30 Uhr - Großbritannien wird der Ukraine demnächst weitere militärische Unterstützung zukommenlassen. Darüber hat Ministerpräsident Boris Johnson nach Angaben seines Büros den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj informiert. Johnson habe zugesagt, "in den kommenden Stunden und Tagen mehr zu schicken".

16.05 Uhr - Die Europäische Union hilft nach Angaben von EU-Außenbeauftragtem Josep Borrell der Ukraine mit Satellitenaufklärung. Das Satellitenzentrum in Madrid sei beauftragt worden, der Ukraine Informationen über russische Truppenbewegungen zu liefern, sagt Borrell.

16.01 Uhr - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der russische Präsident Wladimir Putin haben sich nach französischen Angaben darauf geeinigt, in den kommenden Tagen in Kontakt zu bleiben. In einem Gespräch am Montag fordert Macron einen Waffenstillstand in der Ukraine. Putin habe seine Bereitschaft bekräftigt, sich für einen Schutz der Zivilbevölkerung, den Schutz der zivilen Infrastruktur und den Zugang zu Straßen einzusetzen, teilt das französische Präsidialamt weiter mit.

15.58 Uhr - Der Weltverband Fifa will Russlands Nationalmannschaften bis auf weiteres vom internationalen Fußball ausschließen, wie ein Insider zu Reuters sagt. Die Fifa befindet sich demnach in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem europäischen Fußballverband Uefa über die Angelegenheit und eine Entscheidung könnte noch im Laufe des Tages fallen. Russland soll nach bisheriger Planung am 24. März in einem Play-Off-Spiel zur WM-Qualifikation gegen Polen antreten.

15.44 Uhr - Das Internationale Olympische Komitee schlägt einen Ausschluss russischer und belarussischer Sportler von internationalen Sportveranstaltungen vor. Die Entscheidung sei getroffen worden, um die Integrität weltweiter Wettkämpfe zu bewahren und die Sicherheit aller Teilnehmer zu garantieren. "Russische und belarussische Sportler, ob einzeln oder im Team, sollen nur noch als neutrale Athleten akzeptiert werden. Keine nationalen Symbole, Farben, Flaggen oder Hymnen sollen gezeigt werden."

15.26 Uhr - Die Regierungschefs von Polen und den baltischen Staaten rufen die Techkonzerne auf, gegen Falschnachrichten im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine vorzugehen. In einem Brief an die Chefs der Internetkonzerne Alphabet sowie der Tochter Youtube, Facebook und Twitter, der auf den 27. Februar datiert ist, heißt es, bislang hätten die Unternehmen nicht genug getan. "Russische Desinformation wird auf den Online-Plattformen seit Jahren geduldet; sie sind nun ein Beiwerk zu dem kriminellen Angriffskrieg, welchen Russland gegen die Ukraine und die freie Welt führt." Polen, Litauen, Lettland und Estland rufen die Tech-Giganten auf, von selbst Konten zu sperren, die Angriffskrieg, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verherrlichten oder rechtfertigten.

15.25 Uhr - Als Reaktion auf Probleme im Winter und den Ukraine-Krieg plant Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck den Aufbau einer nationalen Gasreserve. Damit soll sichergestellt sein, dass die Gasspeicher immer ausreichend befüllt sind, wie aus Eckpunkten für ein Gesetz hervorgeht. Diese lagen der Deutschen Presse-Agentur am Montag vor. Geplant sind demnach konkrete Vorgaben zu den Füllständen der Speicher.

15.11 Uhr - Der russischen Wirtschaft steht laut Ökonomen wegen der westlichen Sanktionen infolge des Ukraine-Krieges ein Einbruch bevor. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im zweiten Quartal um 20 Prozent fallen, geht aus einer am Montag veröffentlichten Analyse der US-Großbank JPMorgan hervor. Für das Gesamtjahr 2022 wird mit einem Minus von 3,5 Prozent gerechnet. Die Inflationsrate dürfte am Jahresende bei mindestens zehn Prozent liegen.

15.03 Uhr - Die USA schließen wegen der Sicherheitslage ihre Botschaft in der belarussischen Hauptstadt Minsk. Alle US-Mitarbeiter hätten Belarus verlassen, twittert die US-Botschafterin in Minsk Julie Fisher. Auf einem Foto ist zu sehen, wie die US-Flagge abgenommen wird.

14.59 Uhr - Der Reisekonzern TUI erwartet keine Folgen von dem Umstand, dass der russische Milliardär und Großaktionär Alexej Mordaschow von Russland-Sanktionen betroffen sein könnte. Das Unternehmen werde vom Vorstand geführt und nicht von den Anteilseignern, erklärt TUI-Chef Fritz Joussen in einer Mitarbeiter-Information. "Damit gehen wir davon aus, dass etwaige Restriktionen oder Sanktionen gegenüber Herrn Mordaschow für uns als Unternehmen keine nachhaltig negativen Folgen haben werden." Ein TUI-Sprecher ergänzt, das Unternehmen habe keine Informationen über mögliche Sanktionen gegen den russischen Unternehmer.

14.58 Uhr - Der Schifffahrtskonzern Maersk erwägt, als Vorbereitung auf die gegen Russland verhängten Sanktionen und Beschränkungen alle Container-Buchungen von und nach Russland auszusetzen. Man verfolge die Entwicklung genau und prüfe die besten Optionen für Kunden und ihre Fracht, teilt das Unternehmen mit.

14.40 Uhr - Fußball-Bundesligist RB Leipzig rechnet wegen des Ukraine-Kriegs damit, dass die Achtelfinal-Partien in der Europa-League gegen Spartak Moskau nicht stattfinden. "Wir gehen davon aus, dass die Spiele abgesagt werden", erklärt RB-Chef Oliver Mintzlaff. Man sei im engen Austausch mit den Verbänden und dem europäischen Fußballverband Uefa. Laut Medienberichten will die Uefa die russische Mannschaft aus dem Wettbewerb ausschließen. Damit stünde Leipzig wohl im Viertelfinale. Von der Uefa war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

14.31 Uhr - Das Büro des britischen Premierministers Boris Johnson fordert Unternehmen auf, bei Geschäften mit Russland besondere Vorsicht an den Tag zu legen. Sie müssten insbesondere prüfen, ob sie die Regierung in Moskau durch die Geschäfte unterstützten. Putin und sein Regime müssten wie ein Paria-Staat behandelt werden. "Wir streben keinen Wechsel des Regimes an, wir reden vielmehr davon, wie wir Russland davon abhalten, ein demokratisches Land zu unterwerfen."

14.15 Uhr - Russland sperrt seinen Luftraum für Airlines aus Deutschland und 35 weiteren Ländern. Das Verbot gelte etwa auch für Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Kanada. Die Europäische Union und Kanada hatten am Wochenende ihrerseits den Luftraum für russische Flugzeuge oder Airlines gesperrt.

14.08 Uhr - Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagt eine Reise zu einem Treffen des UN-Menschenrechtsrats und zu Abrüstungsgesprächen in Genf ab. Grund sei, dass mehrere EU-Staaten ihren Luftraum für Lawrows Flugzeug gesperrt hätten, teilt ein Sprecher der russischen Vertretung bei den Gesprächen mit. Es sei aber möglich, dass sich Lawrow per Videoschalte zu Wort melde. Der UN-Menschenrechtsrat kommt auf Bitte der ukrainischen Delegation zu einer Krisensitzung zusammen.

14.01 Uhr - Die Ukraine verlangt Medienberichten zufolge in den Verhandlungen mit Russland einen Abzug sämtlicher russischer Truppen. Das schließe auch die seit 2014 von Russland annektierte Krim sowie die Separatistengebiete im Donbass ein, erklärt das Präsidialamt ukrainischen Berichten zufolge.

13.59 Uhr - Der weltgrößte Lastwagenbauer Daimler Truck hat wegen des Ukraine-Krieges alle geschäftlichen Aktivitäten in Russland vorerst eingestellt. "Wir stehen als Unternehmen für eine friedliche globale Zusammenarbeit und lehnen jede Form vom militärischer Gewalt kategorisch ab", sagte ein Sprecher des Unternehmens in Stuttgart. Das "Handelsblatt" (Montag) hatte zuvor berichtet, dass Daimler Truck die Kooperation mit dem russischen Panzerwagenhersteller Kamaz gestoppt hat.

13.50 Uhr - Die Wirtschaftssanktionen der USA und ihrer Verbündeten treiben nach Einschätzung von US-Regierungsvertretern die Inflation in Russland in die Höhe. Sie dürften zudem Investitionen erschweren. Seit Ankündigung der Sanktionen am Samstag habe die russische Notenbank versucht, Hunderte Milliarden Dollar in Sicherheit zu bringen. Nun dürfte es aber schwer für sie sein, Zugang zu dem Geld zu erhalten, sagten die Regierungsvertreter.

13.42 Uhr - Die russischen Atomstreitkräfte sind einem Bericht zufolge wie angekündigt in verstärkte Alarmbereitschaft versetzt worden. Eine entsprechende Anordnung von Präsident Wladimir Putin sei umgesetzt worden, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax das Verteidigungsministerium. Konkret gehe es um die Nord- und die Pazifikflotte, die strategischen Raketentruppen und die Langstreckenflieger, die mit zusätzlichem Personal verstärkt würden. Putin hatte den Schritt am Sonntag angekündigt.

12.54 Uhr - Die Europäische Union will nach Angaben eines hochrangigen Vertreters noch diese Woche neue Sanktionen gegen Belarus verhängen. Das Paket werde vermutlich am Montag oder Dienstag vorgestellt, sagt der Insider. Es richte sich gegen die Exportwirtschaft, Oligarchen, die Zentralbank und sehe zudem einen Swift-Ausschluss der belarussischen Banken vor. Vorbild seien die Strafmaßnahmen gegen Russland.

12.51 Uhr - Das russische Verteidigungsministerium hat die Abschreckungswaffen der Atommacht in verstärkte Alarmbereitschaft versetzt. Das sagte Minister Sergej Schoigu am Montag dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, wie aus einer Mitteilung der Behörde hervorgeht. Konkret nannte er die strategischen Raketentruppen, die Nord- und die Pazifik-Flotte und die Fernfliegerkräfte.

12.49 Uhr - Die Internetseite der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass ist am Montag gehackt worden. Das zeigte sich beim Ansteuern der Website von verschiedenen Geräten aus, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Die reguläre Seite wurde demnach durch eine Anti-Kriegsbotschaft ersetzt sowie Aufrufe, die Invasion der Ukraine zu stoppen. "Wir fordern Sie dringend auf, diesen Wahnsinn zu stoppen, schicken Sie Ihre Söhne und Ehemänner nicht in den sicheren Tod", heißt es in der Botschaft. "Putin zwingt uns zu lügen und bringt uns in Gefahr ... Das ist nicht unser Krieg, lasst uns ihn (Putin) aufhalten!"

12.47 Uhr - Die Ukraine bittet den russischen Geschäftsmann Roman Abramowitsch nach Angaben von dessen Sprecherin um Unterstützung bei der Suche nach einem Ausweg aus dem Konflikt. Der Geschäftsmann, der zu den reichsten Russen gehört, bemühe sich, einen Beitrag zu einer friedlichen Lösung zu leisten, sagt sie. "Angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, bitten wir um Verständnis, dass wir uns nicht weiter äußern." Abramowitsch ist unter anderem Eigentümer des englischen Fußballclubs Chelsea.

12.45 Uhr - Das Innenministerium begrüßt, dass sich Schalke 04 von seinem Sponsor Gazprom getrennt hat. Man begrüße zudem, dass internationale Wettkämpfe nicht länger in Russland stattfänden, sagt ein Sprecher.

12.44 Uhr - Die Kreuzfahrtreederei Tui Cruises streicht wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine die russische Hafenstadt St. Petersburg vom Programm. "Vor dem Hintergrund der Ereignisse haben wir uns aus ethischen und moralischen Gründen entschieden, die Fahrpläne unserer Ostsee-Kreuzfahrten von Mai bis Oktober 2022 anzupassen: Wir werden St. Petersburg nicht mehr anlaufen", teilte eine Sprecherin der Reederei am Montag in Hamburg mit.

12.25 Uhr - Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) steht mit Banken und Versicherungen wegen deren Geschäften in Russland und der Ukraine in Kontakt. "Die Finma ist sich des direkten Engagements der von ihr beaufsichtigten Banken und Versicherungen in den betroffenen Ländern bewusst", erklärte die Behörde. Es würden regelmäßig entsprechende Informationen angefordert, insbesondere von Unternehmen, die von möglichen internationalen Sanktionen betroffen seien.

12.24 Uhr - Regierungssprecher Steffen Hebestreit hat zurückhaltend auf die Debatte über eine Laufzeitverlängerung der letzten drei Atommeiler reagiert. Es verstehe sich von selbst, dass aufgrund der aktuellen Situation vieles infrage gestellt und geprüft werde, sagt er. "Soweit sind wir längst noch nicht", betont er gleichzeitig. Man werde sich auf alle Eventualitäten vorbereiten und arbeite dafür, dass diese nicht einträten. Zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) eine Verlängerung nicht ausgeschlossen, sie aber skeptisch beurteilt.

12.13 Uhr - Mehr als 500.000 Menschen sind den Vereinten Nationen (UN) zufolge seit der russischen Invasion aus der Ukraine in Nachbarstaaten geflohen.

12.12 Uhr - Auch die russische Seite bestätigt den Beginn von Gesprächen mit der Ukraine. Das Außenministerium in Moskau veröffentlicht Fotos der Delegationen, die sich an einem langen Tisch gegenüber sitzen. Der Kreml hat eine Stellungnahme dazu abgelehnt, was er mit den Gesprächen erreichen will. Die Ukraine hat als Ziele eine sofortige Waffenruhe und den Abzug russischer Truppen aus der Ukraine ausgegeben.

12.11 Uhr - Die Bundesregierung will das Nato-Ziel zu Verteidigungsausgaben in Höhe von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung bereits dieses Jahr erreichen. Das sagt Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin. Dabei solle das geplante 100 Milliarden Euro schwere Sondervermögen zur Modernisierung der Bundeswehr helfen.

12.03 Uhr - Die Unterfinanzierung der Bundeswehr soll mit dem geplanten 100 Milliarden Euro schweren Sondervermögen beendet werden, wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin sagt. Konkrete Projekte zur Modernisierung gebe es aber noch nicht. Das werde sicherlich Jahre brauchen. Ein Sprecher des Finanzministeriums ergänzt, er werde jetzt mit Hochdruck an der Ausgestaltung der Details zum Sondervermögen gearbeitet.

11.59 Uhr - Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo hat die Produktion in seiner Fabrik im russischen Kaluga und den Verkauf in Russland wegen des Ukraine-Konflikts vorübergehend eingestellt. "Diese Entscheidung tritt sofort in Kraft und gilt bis auf Weiteres", sagte ein Unternehmenssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

11.56 Uhr - Die Bundesregierung ruft Russland zum sofortigen Stopp der Kämpfe in der Ukraine auf. Es gebe keinerlei Rechtfertigung für die Angriffe, zudem gebe es massive Opfer auch in der Zivilbevölkerung, sagt Regierungssprecher Steffen Hebestreit.

11.55 Uhr - Russland erwägt einem Medienbericht zufolge nicht, seine Botschafter aus den EU-Ländern abzuziehen. Dies meldet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Vize-Außenminister Jewgeni Iwanow.

11.48 Uhr - Die Sanktionen gegen Russland werden negative Auswirkungen auf deutsche Firmen haben. "Diese sind nicht zu vermeiden", sagt eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Regierung werde helfen, wenn Unternehmen deswegen in die Knie gingen. Ein Volumen dafür will sie noch nicht nennen.

11.40 Uhr - Rohstoff- und Energielieferungen aus Russland können weiter beglichen werden. Das betonen das Wirtschafts- und auch das Finanzministerium in Berlin. Es seien zielgerichtete Sanktionen gegen russische Banken erlassen worden, nicht aber gegen den gesamten Bankenmarkt. Die Sanktionen finden Sie hier im Überblick.

11.29 Uhr - Das russische Präsidialamt wirft der Europäischen Union wegen der Waffenlieferungen an die Ukraine feindseliges Verhalten gegenüber Russland vor. Diese seien gefährlich und destabilisierend, sagt Sprecher Dmitri Peskow. Sie würden beweisen, dass Russland mit seinen Bemühungen um eine Entmilitarisierung des Nachbarlandes Recht habe.

11.27 Uhr - Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine haben begonnen, wie der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Mychailo Podoljak, per Textnachricht mitteilt. Zuvor hatte Selenskyjs Büro erklärt, Ziel der Gespräche sei ein unmittelbarer Waffenstillstand und der Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine.

11.25 Uhr - Der Fußball-Zweitligist Schalke 04 beendet die Partnerschaft mit seinem Hauptsponsor, dem russischen Energieriesen Gazprom. Der Vorstand habe dies mit Zustimmung des Aufsichtsrates beschlossen, teilt der Verein mit. Zuletzt hatten die Königsblauen bereits Gazprom als Schriftzug vom Trikot genommen.

11.10 Uhr - Die wirtschaftliche Realität in Russland hat sich dem russischen Präsidialamt zufolge mit den westlichen Sanktionen geändert. Russland habe aber einen Plan, um auf Sanktionen zu reagieren, sagt Sprecher Dmitri Peskow. Es gebe keinen Grund, an der Effektivität und Zuverlässigkeit der Zentralbank zu zweifeln.

10.18 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert einen EU-Beitritt seines Landes in einem Eilverfahren. Die Ukraine müsse von der Europäischen Union im Rahmen eines Sonderverfahrens schnell aufgenommen werden, sagt Selenskyj.

09.30 Uhr - Auch die Zentralbank von Belarus hebt Leitzins kräftig an. Die belarussische Zentralbank hebt ihren Leitzins angesichts der westlichen Sanktionen gegen den Nachbarn Russland deutlich an. Der Leitzins steige von 9,25 auf 12,0 Prozent, teilt die Notenbank mit. Mit dem Schritt solle die finanzielle Stabilität gewahrt und das Risiko einer beschleunigten Inflation begrenzt werden.

09.00 Uhr - Russland ist einem seiner Unterhändler zufolge daran interessiert, dass es bei den Gesprächen mit der Ukraine zu einer Vereinbarung im beiderseitigen Interesse kommt. Jede Vereinbarung sollte im Interesse beider Seiten sein, sagt Unterhändler Wladimir Medinski. Die Gespräche mit der ukrainischen Seite sollten um 10.00 Uhr (MEZ) beginnen.

08.40 Uhr - China kritisiert die westlichen Sanktionen gegen Russland. Diese stellten keine Lösung des Konfliktes dar, sondern verschärften bestehende Probleme nur noch, teilte das Außenministerium in Peking mit. Das Vorgehen werde daher auch nicht gebilligt.

08.25 Uhr - Der Vorstoß der russischen Truppen auf Kiew hat sich nach britischen Angaben verlangsamt. Das liege an dem starken Widerstand der ukrainischen Streitkräfte und an logistischen Problemen, teilt das britische Verteidigungsministerium auf Basis neuer Geheimdienstinformationen mit. Der Großteil der russischen Bodentruppen befinde sich weiterhin rund 30 Kilometer vor Kiew. Auch der strategisch wichtige Flughafen Hostomel werde weiter von ukrainische Soldaten gehalten. Schwere Kämpfe gebe es auch weiterhin um die Großstädte Tschernihiw im Norden und Charkiw im Nordosten.

08.07 Uhr - Die Furcht vor Lieferausfällen im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine beschert Weizen den größten Preissprung seit fast 13 Jahren. Der US-Future steigt um mehr als neun Prozent auf ein Neuneinhalb-Jahres-Hoch von 9,2025 Dollar je Scheffel. Russland und die Ukraine sind wichtige Weizen-Exporteuere.

08.00 Uhr - Der Vatikan will zwischen Russland und der Ukraine vermitteln. Man sei dazu bereit, den Dialog zu "erleichtern", um den Krieg zu beenden, sagte der oberste Diplomat Kardinal Pietro Parolin mehreren italienischen Zeitungen. Parolin steht in der vatikanischen Hierarchie nach dem Papst an zweiter Stelle.

07.51 Uhr - Immer mehr Anleger suchen wegen des Ukraine-Krieges Schutz im "sicheren Hafen" Gold. Das Edelmetall steuert mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 1928,32 Dollar je Feinunze auf den größten Tagesgewinn seit etwa einem Jahr zu.

07.45 Uhr - Die wachsende Furcht vor Lieferausfällen treibt den Ölpreis erneut. Die Sorte Brent aus der Nordsee steuert mit einem Plus 7,3 Prozent auf 105,07 Dollar je Feinunze auf den größten Tagesgewinn seit fast eineinhalb Jahren zu. Gleichzeitig verteuert sich Palladium um knapp acht Prozent auf 2551,50 Dollar je Feinunze. Russland ist ein wichtiger Exporteur dieses Edelmetalls.

07.31 Uhr - Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht geht davon aus, dass die Waffen, die Deutschland der Ukraine zugesagt hat, schon bald dort eintreffen. "Die Waffen sind auf dem Weg und da geht es nicht um Tage, sondern da geht es um Stunden", sagt die SPD-Politikerin im Deutschlandfunk.

07.25 Uhr - Der russische Rubel geriet am Morgen erneut unter starken Druck. Auf der Handelsplattform EBS stürzte er in der Nacht um fast 42 Prozent ab. Für einen Dollar mussten zeitweise 119 Rubel hingelegt werden. An der Moskauer Börse soll der Devisenhandel am Montag erst um 10.00 Uhr Moskauer Zeit (08.00 Uhr MEZ) beginnen.

06.48 Uhr - Die EU hat in der Nacht nach Angaben aus Brüssel und Berlin die angekündigten schwerwiegenden Sanktionen gegen die russische Zentralbank in Kraft gesetzt. Sie umfassen ein Verbot von Transaktionen der Bank in Bezug auf die hohen russischen Währungsreserven in Euro. Zudem wird das Vermögen der Bank in der EU beschlagnahmt.

06.21 Uhr - Die Facebook-Konten mehrerer öffentlicher Personen in der Ukraine, darunter Militärvertreter und Politiker, sind nach Unternehmensangaben Ziel von Hackerangriffen geworden. Es sei versucht worden, von den Konten aus YouTube-Videos zu verbreiten, in denen ukrainische Truppen als geschwächt dargestellt werden, teilt der Facebook-Mutterkonzern Meta mit.

04.30 Uhr - Japan erwägt nach Angaben des Außenministeriums Sanktionen gegen Personen aus Belarus, darunter auch hochrangige Regierungsmitglieder. Japan arbeite derzeit gemeinsam mit den westlichen Ländern an der Umsetzung des Swift-Ausschlusses von Russland.

03.21 Uhr - In der ukrainischen Hauptstadt Kiew und in der Stadt Charkiw sind nach Angaben des staatlichen Dienstes für Sonderkommunikation und Informationsschutz erneut Explosionen zu hören. Zuvor war es in Kiew einige Stunden lang ruhig gewesen, schreibt der ukrainische Dienst auf dem Nachrichtendienst Telegram.

03.01 Uhr - Nach Angaben der Europäischen Zentralbank sind die Sberbank Europe AG, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Sberbank Russland, sowie ihre kroatischen und slowenischen Ableger, zahlungsunfähig oder werden es demnächst sein. "Die Sberbank Europe AG und ihre Tochtergesellschaften mussten aufgrund der Auswirkungen der geopolitischen Spannungen auf ihren Ruf erhebliche Einlagenabflüsse hinnehmen", erklärt die EZB. "Dies führte zu einer Verschlechterung ihrer Liquiditätslage." Es gebe keinen Weg, der eine realistische Chance bieten würde, die Liquidität wiederherzustellen. Russland ist der Mehrheitseigentümer der Bank. Vergangene Woche hatte die russische Zentralbank erklärt, die Finanzinstitute in Russland seien gut gegen die jüngsten Sanktionen des Westens gewappnet.

02.36 Uhr - Google deaktiviert nach Angaben des Mutterkonzerns Alphabet zum Schutz der ukrainischen Bevölkerung vorübergehend einige Funktionen, die Live-Informationen über die Verkehrsbedingungen und die Verkehrsdichte verschiedener Orte liefern. Nach Beratungen mit mehreren Organisationen, darunter auch regionalen Behörden, habe man sich für die Maßnahme zum Schutz der ukrainischen Bevölkerung entschieden. Über Google Maps werden Staus abgebildet, die während des Krieges zur Überwachung russischer und ukrainischer Truppenbewegungen, sowie Fluchtrouten dienen könnten.

02.01 Uhr - Der Eon-Konzern lehnt die Forderung Polens nach einem Stopp für die Gas-Pipeline Nord Stream 1 ab. "Bei Nord Stream 1 handelt es sich um eine genehmigte und voll operative Gas-Importleitung. Insgesamt sehen wir Nord Stream 1 regulatorisch vollkommen unterschiedlich zu den laufenden Diskussionen um die Nord-Stream-2-Leitung, an der wir als Eon nicht beteiligt sind", sagt ein Eon-Sprecher der Zeitung "Rheinische Post".

02.00 Uhr - Der frühere Chef der Wirtschaftsweisen und heutige Berater von Finanzminister Christian Lindner (FDP), Lars Feld, stellt wegen des Ukraine-Kriegs den deutschen Kohle- und Atomausstieg infrage. "Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass die Energieversorgung sichergestellt bleibt. Dazu wird alles wieder auf den Tisch müssen, sogar Atomausstieg und Kohleausstieg", sagt Feld der Zeitung "Rheinische Post". "Wenn wir die Lieferungen von Gas, Öl und Kohle aus Russland stoppen oder Putin uns den Gashahn abdreht, können wir uns diese Rohstoffe mittelfristig auf dem Weltmarkt beschaffen. Das würde natürlich erheblich teurer."

01.54 Uhr - Der norwegische Energiekonzern Equinor trennt sich von seinen Joint Ventures in Russland. "In der gegenwärtigen Situation betrachten wir unsere Position als unhaltbar", sagt Equinor-Chef Anders Opedal. Das Unternehmen, das mehrheitlich in staatlichem Besitz ist, ist seit über 30 Jahren in Russland präsent und vereinbarte 2012 eine strategische Zusammenarbeit mit dem russischen Unternehmen Rosneft.

01.03 Uhr - Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, rechnet mit gravierenden Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die deutsch-russischen Handelsbeziehungen. "Wir erfahren eine sehr weitgehende Blockade in den Wirtschaftsbeziehungen. Ich gehe davon aus, dass erst mal nur noch sehr wenig bis nichts mehr funktioniert", sagt Adrian den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges würden für die deutsche Wirtschaft "erheblich" sein. Es gebe "etliche Härtefalle", in denen in Deutschland ansässige Unternehmen "wegen des Krieges und seiner Folgen in ihrer Existenz bedroht sein werden".

00.26 Uhr - Es gibt erste Hinweise, wie die Börsen auf die neuen westlichen Sanktionen gegen Russland reagieren: Der Future-Kontrakt auf den US-Aktienindex Dow Jones notiert im frühen asiatischen Handel 1,4 Prozent tiefer, der für den S&P 500 gibt 2,5 Prozent nach und der für die Technologiebörse Nasdaq fällt um 2,9 Prozent. Der Future für die Öl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um etwa sieben Prozent auf rund 105 Dollar pro Fass (159 Liter). Bitcoin verliert knapp vier Prozent auf rund 37.500 Dollar. Der Euro büßt zum Dollar rund ein Prozent auf 1,1160 ein.

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Das geschah am Sonntag:

22.36 Uhr - Der Rubel verliert zum Dollar angesichts der neuen westlichen Sanktionen mehr als 19 Prozent an Wert. Ein Dollar kostet nun rund 104 Rubel. Der risikoempfindliche australische Dollar fällt ebenso rund ein Prozent wie der neuseeländische Dollar. Der als sicherer Hafen geltende japanische Yen zieht indes 0,4 Prozent an.

22.25 Uhr - Die russische Fluggesellschaft Aeroflot wird bis auf Weiteres keine Ziele in Europa mehr ansteuern. Nachdem die EU angekündigt hatte, den europäischen Luftraum für russische Flugzeuge zu sperren, gab Aeroflot diesen Schritt bekannt.

22.18 Uhr: Erneut haben sich mehrere tausend Menschen in Russland über das Demonstrationsverbot hinweggesetzt, um gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu protestieren. Nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation wurden bei landesweiten Protesten am Sonntag 2114 Menschen festgenommen. Damit erhöhte sich die Zahl der seit Donnerstag bei Anti-Kriegs-Protesten festgenommenen Demonstranten auf 5250.

21.42 Uhr - In Russland kommt es zu Schlangen an Geldautomaten. "Seit Donnerstag rennen alle von Geldautomat zu Geldautomat, um Bargeld zu bekommen. Einige haben Glück, andere weniger", sagte ein Mann mit Vornamen Pjotr in St. Petersburg. Menschen sind in Sorge, dass die Banken wegen der neuen westlichen Sanktionen Bargeldabhebungen einschränken könnten und der Zahlungsverkehr gestört wird.

21.36 Uhr - Der UN-Sicherheitsrat beruft eine äußert seltene Notfall-Sondersitzung der 193 Mitglieder der UN-Vollversammlung ein. Thema dort soll am Montag der russische Einmarsch in die Ukraine sein. Der Sicherheitsrat beschließt die Einberufung am Sonntagabend mehrheitlich. Elf der 15 Mitglieder stimmen dafür. Russland votiert dagegen, China, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate enthalten sich der Stimme. Seit 1950 hat es erst zehn solcher Notfall-Sondersitzungen gegeben.

Sitzung des UN-Sicherheitsrats

Sitzung des UN-Sicherheitsrats

Foto: DAVID DEE DELGADO / REUTERS

21.17 Uhr: Der Luftraum über den EU-Staaten wird für russische Flieger komplett geschlossen. Das haben die EU-Außenminister am Sonntagabend entschieden, wie EU-Chefdiplomat Josep Borrell in Brüssel mitteilte. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte den Schritt bereits vorher angekündigt. Sie betonte, der Luftraum werde für jedes russische Flugzeug gesperrt sein, auch für die Privatjets von Oligarchen.

21.14 Uhr - Die beiden großen Paketdienstleister UPS und Fedex setzen Lieferungen nach Russland und die Ukraine vorerst aus. Grund sei der Einmarsch Russlands in die Ukraine.

20.31 Uhr - Der russische Ölkonzern Rosneft zeigt sich enttäuscht von der Entscheidung der britischen BP, bei Rosneft auszusteigen. Die Entscheidung zerstöre eine 30 Jahre währende erfolgreiche Zusammenarbeit, zitiert die Agentur Ria das Unternehmen. Rosneft bleibe aber offen für eine weitere Kooperation. BP habe seine Entscheidung unter beispiellosem politischen Druck gefällt.

20.27 Uhr - Der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis sagt, es sei sehr wahrscheinlich, dass sein Land am Montag der EU folgen werde, Russland zu sanktionieren und russische Vermögenswerte einzufrieren. Die Schweiz ist unter anderem ein wichtiges Zentrum bei der Finanzierung von Rohstoff-Geschäften.

20.22 Uhr - Der Fußball-Weltverband Fifa erklärt, es dürften keine internationalen Spiele mehr in Russland ausgetragen werden. Alle Heimspiele russischer Mannschaften müssten auf neutralem Boden und ohne Zuschauer stattfinden.

20.12 Uhr - Der in Russland aktive österreichische Öl- und Gaskonzern OMV will am Montag bei einem internen Krisentreffen über mögliche Maßnahmen beraten. "Wir haben einen Krisenstab im Einsatz, analysieren und bewerten die Situation laufend, um entsprechende Maßnahmen setzen zu können, sofern das notwendig ist", sagt ein Unternehmenssprecher. Der Konzern mit Sitz in Wien hält einen Anteil von rund 25 Prozent an dem westsibirischen Gasfeld Juschno Russkoje und ist einer der Finanzinvestoren der Pipeline Nord Stream 2.

19.10 Uhr - Der norwegische Staatsfonds kündigt den Verkauf seiner russischen Anlagen an. Zum Jahresende 2021 hatten die Wertpapiere nach Regierungsangaben ein Volumen von umgerechnet rund 2,8 Milliarden Dollar gehabt. Dabei gehe es um die Anteile an 47 Unternehmen und um Staatsanleihen. Mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Billionen Dollar ist der Fonds der weltgrößte Staatsfonds.

18.40 Uhr - Die EU-Kommission erwartet die größte humanitäre Krise in Europa seit vielen Jahren. "Was die humanitäre Lage insgesamt angeht, so wird derzeit mit über sieben Millionen Vertriebenen in der Ukraine gerechnet", sagt der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Janez Lenarcic.

18.15 Uhr - Der britische Energiekonzern BP trennt sich von seiner Beteiligung am russischen Ölkonzern Rosneft. Die russische Invasion der Ukraine habe zu einem Umdenken geführt, sagt BP-Chef Bernard Looney. BP hält 19,75 Prozent an dem Konzern. Wegen des Ausstiegs werde BP zum Ende des ersten Quartals bis zu 25 Milliarden Dollar abschreiben, sagt ein Konzernsprecher. Rund fünf Prozent der weltweiten Ölproduktion werden von Rosneft gefördert.

18.09 Uhr - Der Leiter der russischen Delegation bei einem UN-Klimatreffen in Paris hat sich übereinstimmenden Berichten zufolge für den russischen Großangriff auf die Ukraine entschuldigt. Nach einer leidenschaftlichen Erklärung seiner ukrainischen Kollegin zur Lage in ihrem Land habe Oleg Anisimow überraschend erklärt, er wolle "im Namen aller Russen für die Unfähigkeit, diesen Konflikt zu verhindern, um Entschuldigung bitten", berichteten drei Quellen nach der Abschluss-Sitzung der 195 Mitgliedstaaten des Weltklimarats (IPCC) am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

18.03 Uhr - Russische Soldaten sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Ukraine getötet und verletzt worden. Die Verluste sein viel geringer als die der Ukraine, berichtet die Nachrichtenagentur Interfax. Zahlen wurden nicht genannt. Seit beginn der Kämpfe hätten die Streitkräfte 1067 militärische Ziele getroffen, zitiert Interfax das Verteidigungsministerium in Moskau.

Ein russisches Militärfahrzeug in Flammen in der Stadt Kharkiv

Ein russisches Militärfahrzeug in Flammen in der Stadt Kharkiv

Foto: Marienko Andrew / AP

18.00 Uhr - Nach dem Willen der US-Regierung soll der Kongress einem hochrangigen Senator der Demokraten zufolge Milliardenhilfen für die Ukraine genehmigen. Die Regierung von Präsident Joe Biden werde 6,4 Milliarden Dollar für wirtschaftliche und militärische Hilfen für die Ukraine beantragen, sagt der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer.

17.51 Uhr - Die Europäische Union hat neue Strafmaßnahmen gegen Russland und Belarus wegen des Ukraine-Krieges angekündigt. Der gesamte EU-Luftraum werde für russische Flugzeuge gesperrt, sagte EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen am Sonntag in Brüssel. Zudem werden die russischen Staatssender RT und Sputnik in der EU verboten, gegen Belarus werden demnach weitere Exportverbote verhängt.

17.40 Uhr - Die Bundesregierung hat nach Informationen des "Handelsblatts" den Energiekonzern Uniper gebeten, seine Pläne für den Bau eines LNG-Terminals in Wilhelmshaven zu reaktivieren. Dies sei eine Reaktion auf die Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz, zwei Terminals in Deutschland bauen zu wollen. Als Standorte nannte Scholz Brunsbüttel und Wilhelmshaven.

17.28 Uhr - Nach ihrer Grundsatzentscheidung für Waffenlieferungen an die Ukraine will die Bundesregierung die ersten Panzerfäuste und Luftabwehrwaffen so schnell wie möglich auf den Weg bringen. Einen genauen Zeitplan konnte das Verteidigungsministerium am Sonntag aber noch nicht nennen. Die ukrainischen Streitkräfte sollen mit 1000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ "Stinger" aus Bundeswehrbeständen für ihren Kampf gegen die russischen Invasionstruppen ausgerüstet werden.

17.15 Uhr - Das Auswärtige Amt in Berlin rät von Reisen nach Russland ab und warnt vor einem Aufenhalt im Süden des Landes und im Grenzgebiet zur Ukraine. Der Flugverkehr zwischen Russland und europäischen Ländern sei eingeschränkt, teilt das Ministerium mit. Zudem sei die Nutzung nicht-russischer Kreditkarten in Russland derzeit nur begrenzt möglich.

17.05 Uhr - Telegram-Gründer Pawel Durow erwägt nach eigenen Worten Einschränkungen oder gar die Einstellung einiger Kanäle des Messenger-Dienstes. In einem Beitrag schreibt der russischstämmige Unternehmer, auf einigen Kanälen würden zunehmend nicht verifizierte Informationen verbreitet. Er wolle nicht, dass der Dienst zu einer Verschärfung von Konflikten beitrage.

16.55 Uhr - Nach Darstellung der USA ist der russische Vormarsch auf Kiew ins Stocken geraten. Grund sei der anhaltende Widerstand der Ukrainer sowie Treibstoffmangel bei den russischen Streitkräften, sagt der Vertreter des Verteidigungsministeriums in Washington. Russische Truppen stünden rund 30 Kilometer vor der ukrainischen Hauptstadt. Es gebe zudem keine Anzeichen dafür, dass Russland eine der wichtigen Städte in der Ukraine unter Kontrolle habe.

16.20 Uhr - Die russische Polizei hat nach Angaben unabhängiger Beobachter mehr als 900 Menschen festgenommen, die gegen den Krieg demonstriert haben. Die Festnahmen erfolgten am Sonntag in 44 Städten, wie die Menschenrechtsorganisation OVD-Info mitteilt. Damit seien seit dem Beginn der Invasion am Donnerstag mehr als 4000 Menschen wegen Protesten festgesetzt worden. Am Sonntag ist auch der Jahrestag der Ermordung des Oppositionspolitikers Boris Nemzow 2015.

16.29 Uhr - Die SPD-Spitze drängt den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, seine Posten in russischen Unternehmen abzugeben. "Rosneft und Gazprom sind nun Infrastruktur eines blutigen Angriffskrieges", twitterte SPD-Co-Chefin Saskia Esken mit Blick auf die Aufsichtratsmandate von Schröder. "Mit seinen dortigen Mandaten schadet Gerhard Schröder dem Ansehen Deutschlands und der Sozialdemokratie. Geschäfte mit einem Kriegstreiber sind mit der Rolle eines Altkanzlers unvereinbar." Ähnlich äußerte sich SPD-Co-Chef Lars Klingbeil. Er erwarte "unmissverständlich", dass Schröder geschäftliche Beziehungen zur russischen Führung aufgebe, schrieb er auf Facebook. Der linke SPD-Flügel hält sogar einen Parteiaustritt von Gerhard Schröder für unausweichlich, sollte sich der Altkanzler angesichts der russischen Aggression gegen die Ukraine nicht aus seinen Ämtern bei russischen Energiekonzernen zurückziehen.

16.15 Uhr - Russland hat Bedingungen für Gespräche mit der Ukraine nach Angaben des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba fallengelassen. Grund sei, dass die russische Offensive in der Ukraine Rückschläge erleide, sagt Kuleba. Die Ukraine werde sich anhören, was Russland zu sagen habe.

16.05 Uhr - Das Nato-Land Türkei droht Russland mit der Sperrung von Bosporus und Dardanellen für Kriegsschiffe. Außenminister Mevlut Cavusoglu verweist in einem Interview mit CNN Türk auf den internationalen Vertrag von Montreux, der die Zufahrt von und zum Schwarzen Meer regelt. Die Türkei könne die Durchfahrt von Kriegsschiffe in Kriegszeiten einschränken, sagt Cavusoglu.

15.21 Uhr - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich in einer ersten Reaktion besorgt über die Entscheidung von Kremlchef Wladimir Putin gezeigt, die Abschreckungswaffen der Atommacht in besondere Alarmbereitschaft versetzen zu lassen. "Das zeigt, wie ernst die Lage ist und warum wir wirklich zusammenstehen müssen", sagte er am Sonntag in einem BBC-Interview. Zu einer möglichen Reaktion der Nato auf Putins Ankündigung machte er zunächst keine Angaben. Automatismen für einen solchen Fall gibt es nach Bündnisangaben nicht. Nato-Entscheidungen müssen von allen 30 Mitgliedstaaten im Konsens getroffen werden. Die Nato-Atommächte USA, Frankreich und Großbritannien könnten aber bereits reagieren.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Foto: KENZO TRIBOUILLARD / AFP

15.15 Uhr - BDI-Präsident Siegfried Russwurm bereitet die große Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energielieferungen Sorgen. "Wir müssen diese Abhängigkeit möglichst schnell überwinden. Das gilt für Deutschland als Volkswirtschaft insgesamt, es gilt aber auch für jedes einzelne Unternehmen", sagt Industrie-Lobbyist Russwurm dem "Handelsblatt". Auf die Frage, ob er damit rechne, dass der russische Präsident Wladimir Putin von sich aus ein Lieferembargo verhänge, sagt Russwurm: "Ich schließe nichts mehr aus." Man müsse prüfen, "ob ein Vorziehen des Kohleausstiegs tatsächlich möglich ist, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden". Eine Abkehr vom Atomausstieg sieht Russwurm skeptisch.

15.10 Uhr - Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, begrüßt die von Bundeskanzler Olaf Scholz vorgeschlagene Erhöhung der Verteidigungsausgaben, stellt aber die Finanzierung in Frage. Der Krieg in der Ukraine könne Überschreitungen der Schuldenbremse rechtfertigen. "Allerdings dürften die zusätzlichen Ausgaben mittelfristig nicht komplett durch Schulden finanziert werden." Beim Ersetzen eventuell entfallender Energieimporte aus Russland sollte neben dem Ausbau von Infrastrukturen für Flüssiggas eine Verschiebung des Atom- und Kohleausstiegs geprüft werden, fordert Fuest.

14.45 Uhr - Die UN-Botschafterin der USA sagt, das die Alarmbereitschaft der russischen Atomstreitkräfte durch Präsident Wladimir Putin zeigt, dass Russland den Konflikt auf inakzeptable Weise eskaliere. Dies sagt Botschafterin Linda Thomas-Greenfield dem Sender CBS.

14.44 Uhr - Die Ukraine hat Friedensverhandlungen mit Russland zugestimmt. Eine russische und eine ukrainische Delegation würden sich an der ukrainisch-belarussischen Grenze treffen, teilte das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Sonntag mit. Es gebe keine Bedingungen.

14.41 Uhr - Die Ukraine hat nach eigenen Angaben einen Vorstoß der russischen Armee auf die zweitgrößte Stadt Charkiw zurückgeschlagen. Nachdem russische Soldaten bis ins Stadtzentrum vorgedrungen waren, meldete Gouverneur Oleg Sinegubow am Sonntag, Charkiw sei wieder "vollständig" unter ukrainischer Kontrolle. Im Süden der Ukraine kesselte die russische Armee nach eigenen Angaben zwei große Städte ein.

14.22 Uhr - Russlands Präsident Wladimir Putin versetzt die Nuklarstreitkräfte des Landes in Alarmbereitschaft. Das habe er wegen des aggressiven Verhaltens der Nato und der Wirtschaftssanktionen der russischen Militärführung befohlen, sagte Putin am Sonntag im Fernsehen.

14.18 Uhr - Vizekanzler Robert Habeck hat nach den westlichen Sanktionspaketen gegen Russland Hilfen für deutsche Firmen angekündigt. Die Bundesregierung werde alles dafür tun, um Konsequenzen von Deutschland fernzuhalten, sagte der Wirtschafts- und Klimaschutzminister am Sonntag im Bundestag. "Wir werden also für die Bereiche der Wirtschaft, die möglicherweise von Sanktionen betroffen sind, ähnliche Schutzmaßnahmen machen wie wir es in der Corona-Pandemie getan haben."

13.58 Uhr - Die internationale Atomenergiebehörde IAEA erörtert am Mittwoch in einer Dringlichkeitssitzung die Lage in der Ukraine. Der aus 35 Nationen bestehende Gouverneursrat komme zusammen, erklärt die IAEA und bestätigt damit einen Reuters-Bericht. Diplomaten zufolge haben die Vorstandsmitglieder Kanada und Polen die Sitzung auf Antrag der Ukraine einberufen. Russische Streitkräfte haben nach der Invasion in der Ukraine die Kontrolle über die Atom-Anlage in Tschernobyl übernommen.

13.48 Uhr - Zur Berliner Demonstration gegen die russische Invasion in der Ukraine und für Frieden haben sich nach Polizeiangaben bereits deutlich mehr als 100.000 Menschen um den Großen Stern bis zum Brandenburg Tor sowie Unter den Linden versammelt. Es würden aber immer mehr Menschen dazustoßen, auch aus der Richtung vom Alexanderplatz. Die Polizei weist nach eigenen Angaben auf die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen hin.

Demo in Berlin

Demo in Berlin

Foto: Markus Schreiber / AP

13.45 Uhr - Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärt, es befänden sich keine russischen Truppen in der ukrainischen Hauptstadt. "Aber unser Militär, die Strafverfolgung und die territoriale Verteidigung fahren fort, Saboteure aufzuspüren und zu neutralisieren", schreibt Klitschko auf seinem Telegram-Kanal.

13.40 Uhr - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet deutliche Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft aus dem Ausschluss einiger russischer Banken aus dem Zahlungssystem Swift. "Das wird natürlich auch spürbare Rückwirkungen auf uns hier in Deutschland haben. Auch die Folgen für unsere Energieversorgung müssen wir genau im Blick behalten", sagt DIHK-Präsident Peter Adrian den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. In Russland allerdings würden die Sanktionen eine "sehr starke und schnelle Wirkung" entfalten, wenn wie geplant russische Banken einschließlich der Notenbank isoliert werde.

13.18 Uhr - Seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine sind nach UN-Angaben rund 370.000 Menschen aus dem osteuropäischen Land geflohen. Bis Sonntag hätten die Behörden der Nachbarländer insgesamt mehr als 368.000 Geflüchtete gemeldet, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) am Sonntag auf Twitter mit. Ihre Zahl steige weiter an, fügte es hinzu.

13.12 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Sonntag mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko telefoniert. Das teilte Selenskyjs Büro in Kiew im Nachrichtenkanal Telegram mit. Details wurden zunächst nicht genannt. Belarussische Staatsmedien bestätigten, dass das Gespräch stattgefunden habe. Vermutlich ging es dabei um mögliche Verhandlungen von Russland und der Ukraine. Vertreter Moskaus waren nach Kreml-Angaben in die Stadt Gomel im Nachbarland Belarus gereist. Selenskyj hatte am Vormittag Gespräche in Belarus aber abgelehnt und stattdessen vorgeschlagen, sie in einem neutralen Land abzuhalten. Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski hatte den Ukrainern ein Ultimatum gestellt. Er werde bis 15.00 Uhr (Ortszeit, 13.00 Uhr MEZ) in Gomel auf sie warten, sagte er.

12.58 Uhr - Die Deutsche Bahn erleichtert Flüchtlingen aus der Ukraine die Weiterreise nach Deutschland. Menschen mit ukrainischem Pass oder Personalausweis können kostenlos alle Fernzüge aus Polen in Richtung Deutschland nutzen, wie die Bahn mitteilt. Gemeinsam mit der polnischen Eisenbahn bereite man sich vor, gegebenenfalls zusätzliche Züge kurzfristig auf die Schiene zu bringen. Hierfür könnten in Kooperation mit der polnischen Staatsbahn zusätzliche Wagen und Sonderzüge eingesetzt werden.

12.35 Uhr - Die EU-Außenminister verhängen noch im Laufe des Tages eine dritte Runde von Sanktionen gegen Russland, erklärt der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell mit Blick auf ein anstehendes virtuelles Treffen der Minister. Die Maßnahmen würden auch den Ausschluss einiger russischer Banken aus dem globalen Zahlungssystem Swift umfassen, schreibt er auf Twitter.

12.30 Uhr - FDP-Chef Christian Lindner sagt: "Putin hat die Ukraine angegriffen, weil sich ein souveräner Staat in freier Selbstbestimmung dafür eintschieden hat, den Weg nach Westen zu gehen." Die Ukraine sei ein souveräner Staat und habe sich gegen Autoritarismus und für die Demokratie und Rechtstaatlichkeit entschieden, sagt Lindner im Bundestag. Deshalb sei der Angriff auf die Ukraine "ein Angriff auf uns alle". Es gehe jetzt darum, Russland zu isolieren - "wirtschaftlich, finanziell und politisch".

12.20 Uhr - Die Stadt Charkiw wird nach Angaben des Gouverneurs der Region vollständig von der Ukraine kontrolliert. "Die Streitkräfte, die Polizei und die Verteidigungskräfte arbeiten, und die Stadt wird vollständig vom Feind gesäubert", schreibt Oleh Sinegubow auf Telegram.

12.17 Uhr - Außenministerin Annalena Baerbock sagt, die Sanktionen gegen Russland müssten langfristig angelegt sein. Mittel- und langfristig werde der Krieg Russland ruinieren, sagt Baerbock im Bundestag. Aber: "Wir müssen sicherstellen, dass uns nach drei Monaten nicht die Puste ausgeht." Die Sanktionen müssten "das System Putin im Kern treffen" - wirtschaftlich, finanziell und individuell.

Außenministerin Annalena Baerbock in Berlin

Außenministerin Annalena Baerbock in Berlin

Foto: Janine Schmitz/photothek.de / imago images/photothek

12.15 Uhr - Ukraine hat nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj Klage gegen Russland beim Internationalen Gerichtshof (IGH) eingereicht. "Russland muss für die Manipulation des Begriffs Völkermord zur Rechtfertigung einer Aggression zur Rechenschaft gezogen werden", schreibt er auf Twitter. "Wir fordern eine dringende Entscheidung, die Russland anweist, die militärischen Aktivitäten jetzt einzustellen und erwarten, dass die Prozesse nächste Woche beginnen."

12.09 Uhr - Außenministerin Annalena Baerbock betont, der Westen habe "bis zur letzten Minute" versucht, den Konflikt mit diplomatischen Mitteln zu lösen. Aber: "Putin wollte diesen Krieg", sagt Baerbock im Bundestag. Der Kreml habe den Westen lediglich hingehalten und belogen. Die Grünen-Politikerin verteidigt zugleich die Kehrtwende der Bundesregierung, jetzt doch Waffen an die Ukraine zu liefern.

12.05 Uhr - Nach zahlreichen anderen europäischen Staaten sperren auch Finnland, Schweden, Dänemark und Island ihren Luftraum für russische Flugzeuge. Dies teilen die jeweiligen Regierungen mit. Auch ein EU-weites Flugverbot für russische Maschinen sei schon bald möglich, wie ein Vertreter der Europäischen Union erklärt. Es könne Teil eine neuen Sanktionspakets sein, über das die EU-Außenminister noch heute (Sonntag) beraten wollten. Die Mehrheit der EU-Länder hat diesen Schritt bereits vollzogen. Deutschland sperrt seinen Luftraum laut dem Bundesverkehrsministerium ab dem Nachmittag um 15.00 Uhr.

11.45 Uhr - Oppositionsführer Friedrich Merz geht Russlands Präsident Wladimir Putin scharf an. Putin habe sich als "Kriegsverbrecher" entlarvt, sagt Merz im Deutschen Bundestag. "Genug ist genug, das Spiel ist aus", mit Blick auf die gegen Russland verhängten Sanktionen. Die Nato habe Putin und Russland nie bedroht, das wisse auch der russische Präsident. Die einzige Bedrohung für Putin und sein System sei das eigene Volk, sei das Streben der Menschen nach Freiheit und Demokratie.

11.38 Uhr - Das Bundesverkehrsministerium sperrt den Flugverkehr für russische Luftfahrtzeuge und russische Luftfahrzeugbetreiber in dem und über dem deutschen Luftraum wie eine Ministeriumssprecherin sagt. Das Verbot gelte ab Sonntag 15.00 Uhr für zunächst drei Monate, humanitäre Hilfsflüge seien ausgenommen.

11.33 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz kündigt den beschleunigten Bau zweier Terminals für Flüssiggas in Deutschland an. Die Terminals würden in Brunsbüttel und Wilhelmshaven errichtet, sagt Scholz im Bundestag.

Olaf Scholz im Bundestag

Olaf Scholz im Bundestag

Foto: Michael Sohn / AP

11.32 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz hat Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich die Verantwortung für den Angriff auf die Ukraine gegeben. "Putin will ein russisches Imperium errichten", sagt Scholz im Bundestag: Es könne keinen Zweifel mehr geben. Man werde aber nicht zulassen, "dass dieser Konflikt zwischen Putin und der freien Welt zum Aufreißen alter Wunden und zu neuen Verwerfungen führt".

11.30 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz kündigt eine massive Aufstockung der Mittel für die Bundeswehr an. Der Bundeshaushalt 2022 wird das Sondervermögen Bundeswehr einmalig mit 100 Milliarden Euro ausstatten, sagt er. Dieses Sondervermögen Bundeswehr solle im Grundgesetz abgesichert werden. Die Mittel sollten für notwendige Investitionen und Rüstungsvorhaben genutzt werden. "Wir werden von nun an – Jahr für Jahr – mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in unsere Verteidigung investieren", kündigt Scholz an. Bisher hat die Ampel-Regierung dies abgelehnt.

11.25 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz betont die Notwendigkeit einer Aufrüstung der Bundeswehr. Die Truppe brauche mehr Fähigkeiten und eine bessere Ausrüstung, sagt Scholz im Bundestag. "Wir müssen deutlich mehr investieren", sagt Scholz. "Das kostet viel Geld."

11.20 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz betont die Entschlossenheit, Artikel 5 der Nato zu achten. Es müsse verhindert werden, dass der Krieg auf andere Länder übergreife, sagt Scholz im Bundestag. "Ohne Wenn und Aber stehen wir zu unserer Beistandspflicht in der Nato", sagt Scholz. Präsident Putin sollte unsere Entschlossenheit nicht unterschätzen."

11.16 Uhr - Der Angriff auf die Ukraine wird nach den Worten von Bundeskanzler Olaf Scholz eine "Katastrophe" für Russland werden. Er verweist auf das umfassende Sanktionspaket. "Wir behalten uns weitere Sanktionen vor - ohne irgendwelche Denkverbote", fügt er hinzu. "Machen wir uns nichts vor: Putin wird seinen Kurs nicht über Nacht ändern. Doch schon sehr bald wird die russische Führung spüren, welch hohen Preis sie zahlt." Der Krieg sei eine Katastrophe für die Ukraine. "Aber: Der Krieg wird sich auch als Katastrophe für Russland erweisen."

11.14 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz rechtfertigt die Entscheidung der Bundesregierung, der Ukraine jetzt doch Waffen zu liefern. "Auf Putins Aggression konnte es keine andere Antwort geben", sagt Scholz in seiner Regierungserklärung in der Sondersitzung des Bundestags.

11.10 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz hat Russlands Präsident Wladimir Putin vorgeworfen, sein Land mit dem Angriff auf die Ukraine ins Abseits zu stellen. "Er stellt sich "ins Abseits der gesamten internationalen Staatengemeinschaft", sagt Scholz in der Regierungserklärung im Bundestag. "Nur mit der Notbremse seines Vetos konnte Moskau – immerhin ein ständiges Mitglied des Sicherheitsrats – die eigene Verurteilung verhindern. Was für eine Schande", fügt Scholz hinzu.

11.08 Uhr - Bundeskanzler Olaf Scholz nennt den Angriff Russlands auf die Ukraine eine "Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents". Die Handlungen von Präsident Wladimir Putin seien menschenverachtend, völkerrechtswidrig und "durch nichts und niemanden zu rechtfertigen", sagt Scholz in seiner Regierungserklärung in einer Sondersitzung des Deutschen Bundestages.

10.50 Uhr - Die ukrainische Regierung beziffert die Verluste des russischen Militärs auf rund 4300 Soldaten. Vize-Verteidigungsministerin Hanna Malyar schreibt auf ihrer Facebook-Seite weiter, diese Zahl müsse allerdings noch verifiziert werden. Zudem habe die russische Armee 146 Panzer, 27 Flugzeuge und 26 Hubschrauber verloren.

09.45 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, Russland wegen des Angriffs auf sein Land das Veto-Recht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) zu entziehen. Das russische Vorgehen sei verbrecherisch und grenze an Völkermord, sagt Selenskyj in einer kurzen Videobotschaft. "Das ist Terror. Sie werden unsere ukrainischen Städte noch mehr bombardieren, sie werden unsere Kinder noch subtiler töten. Das ist das Böse, das in unser Land gekommen ist und zerstört werden muss", sagt er weiter. Die Weltgemeinschaft müsse Russland das Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat entziehen.

08.40 Uhr - Die Ukraine hat von Russland angebotene Verhandlungen in Belarus abgelehnt. Belarus sei selbst an der russischen Invasion beteiligt, denn auch von dort aus habe Russland die Ukraine angegriffen, sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Ukraine sei aber weiter offen für Verhandlungen an anderen Orten. Selenskyj hatte bereits zuvor Verhandlungen in Belarus abgelehnt.

08.29 Uhr - Russland hat einem Medienbericht zufolge eine Delegation für Verhandlungen mit der Ukraine nach Belarus entsandt. Die Delegation sei bereits dort eingetroffen, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax den Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Sonntag. Demnach gehörten ihr Vertreter des Präsidialamts sowie des Außen- und des Verteidigungsministeriums an. Man warte nun in der belarussischen Stadt Gomel auf die ukrainischen Unterhändler, wird Peskow weiter zitiert.

08.05 Uhr - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt an, dass sein Land eine "internationale" Truppe mit Freiwilligen aus dem Ausland aufstellen will. "Dies wird ein entscheidender Beleg für Ihre Unterstützung für unser Land sein", teilt Selenskyj in einer Erklärung mit.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

Foto: Uncredited / dpa

07.48 Uhr - In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind wieder Explosionen zu hören. Zunächst gab es Luftalarm und wenige Minuten später eine Explosion westlich des Stadtzentrums, wie ein Reuters-Reporter berichtete. Etwa 20 Minuten später waren zwei weitere Explosionen zu hören.

07.23 Uhr - Die russischen Streitkräfte melden einem Medienbericht zufolge die "vollständige Blockade" der südukrainischen Städte Cherson und Berdjansk. Dies berichtet die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. Zudem hätten russische Truppen demnach die Stadt Henitschesk und einen Flughafen in der Nähe von Cherson eingenommen.

07.08 Uhr - Russische Truppen sind nach ukrainischen Angaben in die umkämpfte Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine vorgedrungen. Sie seien mit leichten Militärfahrzeugen in die zweitgrößte Stadt des Landes gelangt, auch in das Stadtzentrum, sagt der Gouverneur der Region, Oleh Sinegubow. Ukrainische Streitkräfte versuchten, die russischen Soldaten zurückzudrängen. Zivilisten wurden aufgefordert, nicht nach draußen zu gehen. Auf Videos, die von dem Innenministeriumsberater Anton Heraschtschenko und dem staatliche Dienst für Sonderkommunikation und Informationsschutz im Internet veröffentlicht wurden, waren mehrere leichte Militärfahrzeuge auf einer Straße und ein brennender Panzer zu sehen.

Beschädigtes Militärfahrzeug in Charkiw

Beschädigtes Militärfahrzeug in Charkiw

Foto: Marienko Andrew / dpa

05.45 Uhr - Über Nacht gibt es weitere Explosionen und schwere Kämpfe in der Ukraine. Die Bürgermeisterin der Stadt Wassylkiw südwestlich von Kiew teilt mit, russische Raketen hätten die Stadt getroffen und einen Ölterminal in Brand gesteckt. Im Internet veröffentlichte Fotos und Videos zeigen Flammen, die in den Nachthimmel steigen. Die Behörden warnen die Bewohner vor giftigen Dämpfen. Die von Russland unterstützten Separatisten in der ukrainischen Provinz Luhansk melden indessen, dass ein Ölterminal in der Stadt Rowenky von einer ukrainischen Rakete gesprengt wurde.

05.19 Uhr - Bundesinnenministerin Nancy Faeser verspricht umfassende Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine. "Der Bund wird jede mögliche Unterstützung leisten. Wir sind vorbereitet und sehr aufmerksam hinsichtlich aller denkbaren Auswirkungen dieses Krieges",sagt Faeser der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. Jetzt gehe es darum, schnell, solidarisch und gemeinsam in Europa zu handeln. Am Freitagabend habe sie mit Bundeskanzler Olaf Scholz und den Ministerpräsidenten gesprochen. Am Montag beraten die EU-Innenminister über die Versorgung der Flüchtlinge.

05.10 Uhr - China ist nicht bereit, den Einsatz von Sanktionen zu unterstützen. Dies teilt das chinesische Außenministerium am Sonntag auf Twitter mit. "China unterstützt den Einsatz von Sanktionen zur Lösung von Problemen nicht und ist gegen einseitige Sanktionen, die keine Grundlage in internationalem Recht haben", zitiert das Ministerium eine Erklärung des chinesischen Außenministers Wang Yi. In einem Telefongespräch mit der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock habe Minister Wang gesagt, der UN-Sicherheitsrat solle zu einer Lösung der derzeitigen Krise beitragen, anstatt neue Konfrontationen anzuzetteln. Außenministerin Baerbock hatte in dem Gespräch auf die besondere Verantwortung Chinas als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates hingewiesen.

04.06 Uhr - Russische Soldaten haben nach Angaben der Ukraine am Sonntag eine Erdgasleitung in der ukrainischen Stadt Charkiw gesprengt. In einem Video, das über die Nachrichten-App Telegram veröffentlicht wurde, war eine pilzförmige Explosion zu sehen. Es ist noch unklar, ob die Explosion Gaslieferungen auch außerhalb der Stadt oder ins Ausland betrifft.

3.47 Uhr - Tesla-Chef und SpaceX-Milliardär Elon Musk ermöglicht den Ukrainern Zugriff auf sein Satellitennetzwerk. "Der Starlink-Dienst ist jetzt in der Ukraine aktiv. Mehr Terminals auf dem Weg", twittert Musk. Er reagiert damit auf einen Tweet des stellvertretenden Premierministers der Ukraine, Mykhailo Fedorov. Dieser hatte Musk gebeten, das umkämpfte Land mit Starlink-Stationen zu versorgen. Die Internetverbindung in der Ukraine ist insbesondere im Süden und Osten des Landes durch die russische Invasion beeinträchtigt.

02.45 Uhr - Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst fordert die Bundesregierung auf, die Mehrwertsteuer auf Energie von 19 auf sieben Prozent zu senken. "Angesichts des Kriegs in der Ukraine und der daraus folgenden weiteren Verteuerung der Energiepreise brauchen gerade Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen weitere Entlastungen", sagt er der "Bild am Sonntag" laut einem Vorabbericht. Zugleich forderte er Altkanzler Gerhard Schröder auf, sich sofort aus russischen Staatsunternehmen zurückzuziehen.

01.11 Uhr - Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki warnt vor Angriffen Russlands auf die Ostflanke der Nato. "Das nächste Ziel könnten die baltischen Staaten, Polen, Finnland oder andere Länder an der Ostflanke sein. Putin will das Russische Reich wiederherstellen. Das muss uns allen Sorge bereiten", sagt Morawiecki den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der französischen Zeitung "Ouest-France" laut einem Vorabbericht. Er glaube aber nicht, dass sich der Krieg in der Ukraine schon heute auf Europa ausweiten werde. Die Nato sei das stärkste Militärbündnis, das die Welt jemals gesehen habe. "Wir sollten zusammenhalten, die Verteidigungsausgaben entscheidend erhöhen, dann sind wir sicher." Sein Land sei bereit Hunderttausende ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen.

00.35 Uhr - Bundesfinanzminister Christian Lindner fordert angesichts des russischen Einmarsches in der Ukraine einen großen gesellschaftlichen Konsens zur finanziellen Stärkung der Bundeswehr. "Nach mehr als einem Jahrzehnt der Vernachlässigung kann es bei der Bundeswehr nicht so weitergehen wie bisher", sagte Lindner der "Bild am Sonntag" laut einem Vorabbericht. Die dafür gebrauchten Mittel müssten an anderer Stelle eingespart werden.

mit Nachrichtenagenturen