EU-Parlament Einheitlicher Ladestecker kommt 2024

Beim Wechsel des Handys oder des Tablets war bislang oft ein neues Ladekabel fällig. Damit soll Mitte 2024 Schluss sein, die EU spricht sich für einheitliche Ladestecker aus. Ein Standard für kabelloses Laden ist dagegen noch nicht in Sicht.
Schluss mit dem Kabelsalat: Eine einheitliche EU-Regelung ist geplant

Schluss mit dem Kabelsalat: Eine einheitliche EU-Regelung ist geplant

Foto: Jens Büttner / dpa

Unterhändler des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten haben sich auf die Einführung von einheitlichen Smartphone-Ladesteckern in der Europäischen Union geeinigt. Stecker im Format USB-C sollen für alle Handys, Tablets und Digitalkameras eingeführt werden, teilte das EU-Parlament am Dienstag in Straßburg mit. Dies soll künftig auch für Laptops, Lautsprecherboxen und Kopfhörer gelten. Nach Angaben der Europaabgeordneten Anna Cavazzini (39, Grüne) soll die neue Regelung "erst ab Mitte 2024" kommen. Der Einigung müssen das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten nun noch formell zustimmen.

Die Europäische Kommission bemühte sich bereits seit 2009 um eine Einheitslösung, damit sich Verbraucherinnen und Verbraucher bei einem Wechsel von Handy oder Tablet keine neuen Ladekabel kaufen müssen – oder ihr Mobiltelefon problemlos auswärts aufladen können, wenn sie ihr eigenes Kabel vergessen haben.

Neben der Frage, welche Geräte von der neuen Regelung erfasst werden sollen, gab es noch weitere Streitpunkte zwischen Parlament und EU-Ländern. So wird etwa noch darum gerungen, welche genauen Auflagen künftig für den getrennten Verkauf von Geräten und Kabel gelten sollen und ob man sich auch auf einen Standard für kabelloses Laden einigen sollte.

1000 Tonnen weniger Elektroschrott

14 Hersteller – unter ihnen auch Apple – hatten sich zuvor in einer Selbstverpflichtung bereits auf einen einheitlichen Standard für Handy-Netzteile geeinigt. Bei den Buchsen in Smartphones und Tablet-Computern blieben danach von einst mehreren Dutzend Typen noch drei übrig: USB-C, Apples Lightning-Anschluss sowie Micro-USB.

Laut Angaben der EU-Kommission zufolge könnten durch die Regelung knapp 1000 Tonnen Elektroschrott eingespart werden. Derzeit fielen jährlich geschätzt 11.000 Tonnen Elektroabfall durch entsorgte und nicht mehr benutzte Ladegeräte an.

Kritiker befürchten jedoch, dass der EU-Ansatz ins Leere laufen könnte, da alte Ladegeräte nicht mehr genutzt werden könnten und sich USB-C als Standard für Elektrogeräte in der Vergangenheit ohnehin immer stärker durchgesetzt hat.

hr/DPA, AFP