Ab 2023 Frankreich deckelt Preissteigerungen für Strom und Gas

Nach Großbritannien wird auch Frankreich ab 2023 den Preisanstieg für Strom und Gas begrenzen. Ohne Deckel würden die Heizkosten für einen Haushalt um 200 Euro im Monat klettern. Mit Deckel sollen es lediglich 25 Euro sein, rechnet die Regierung vor.
Kündigt Preisdeckel an: Frankreichs Premierministerin Elisabeth Borne glaubt, dass Frankreich seine Bürger vor explodierenden Energiepreisen in Europa am besten schützt

Kündigt Preisdeckel an: Frankreichs Premierministerin Elisabeth Borne glaubt, dass Frankreich seine Bürger vor explodierenden Energiepreisen in Europa am besten schützt

Foto: BENOIT TESSIER / REUTERS

Angesichts der sich zuspitzenden Energiekrise will Frankreich die Preissteigerungen für Gas und Strom Anfang 2023 auf höchstens 15 Prozent begrenzen. Dies entspreche einem Anstieg von 20 bis 25 Euro bei den monatlichen Heizkosten, sagte Premierministerin Elisabeth Borne (61) am Mittwoch in Paris. Ohne die Deckelung würden die monatlichen Kosten um bis zu 200 Euro monatlich ansteigen.

"Das ist bereits die Realität von zig Millionen Haushalten in Großbritannien, Italien und Deutschland", sagte Borne. "Frankreich ist das Land in Europa, das seine Bürger am besten geschützt hat", so Borne.

Energie-Scheck für schwächere Haushalte

Etwa 40 Prozent der einkommensschwächeren Haushalte sollten zum Jahresende wie bereits im Vorjahr einen Energie-Scheck erhalten. Die Höhe betrage je nach Einkommen 100 oder 200 Euro. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire (53) bezifferte die Kosten für die Preisbremse auf 16 Milliarden Euro.

Vor Frankreich hatte bereits Großbritanniens neue Premierministerin Liz Truss (47) angekündigt, die Strom- und Gaspreise einzufrieren. So sollen die Gas- und Strompreise 2500 Pfund (rund 2800 Euro) pro Jahr für einen durchschnittlichen Haushalt nicht überschreiten, sagte die konservative Politikerin. Die Energiepreisbremse soll von Oktober an für zwei Jahre gelten. Bereits angekündigte Hilfen von 400 Pfund (rund 460 Euro) pro Haushalt bleiben erhalten.

Frankreichs Premierministerin Borne bekräftigte den Aufruf an Unternehmen und Haushalte, 10 Prozent Energie einzusparen. "Wenn jeder sich verantwortlich verhält und Energie spart, wird es keine Stromausfälle geben", sagte Borne. Falls der Winter sehr kalt werde und es zusätzlich Versorgungsschwierigkeiten gebe, sei die europäische Solidarität unerlässlich.

Die Premierministerin mahnte den Energiekonzern EDF, den Zeitplan zum Hochfahren abgeschalteter Atomkraftwerke einzuhalten. "Das wird sich direkt auf den Strompreis auswirken", sagte sie. Sie kündigte zudem ein neues Gesetz zum beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien an, das am 26. September im Kabinett vorgestellt werden soll.

rei/AFP
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